Amtsstube

8.9.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Amtsstube | © Shutterstock

Vermischtes

Wenn es um das Heilbronner Promi-Viertel Neckarbogen geht, kennt die Heilbronner Stadtverwaltung keine Gnade, denn zu viele systemrelevante Heilbronner haben dort investiert. So ganz nebenbei erfährt man dann auch, dass, wie von mir vor Jahren bereits befürchtet, der Neckarbogen immer weiter zu einer Gated Community ausgebaut wird. Schon heute wird man kriminalisiert, wenn man dort kein Anlieger ist.

Jahrzehntelang habe ich mich darüber beschwert, dass z. B. die Sülmerstraße und die Turmstraße zugemüllt und zugeschissen werden. Bis letztes Jahr habe ich dort selber noch aufgeräumt und dabei auch den einen oder anderen Menschenhaufen entsorgt. Für die größten Müllberge habe ich mir tagelang die Finger wundgeschrieben bis endlich einmal ein städtischer Bediensteter vorbeischaute und eine Entfernung in Aussicht stellte.

Selbstverständlich unternimmt man in der Kernstadt auch nichts gegen Grölende und Randalierende, denn die gehören wie die im Randstein Kopulierenden zum städtischen Weindorf-Feeling. Und wer in der Kernstadt wohnt, der ist selber schuld! Man könnte sich doch auch ein Grundstück im Neckarbogen ergattern, in einen besseren Stadtteil oder gleich nach Flein ziehen.

Heute kann man wieder einmal von einer Bildungskatastrophe lesen und ich meine dabei nicht Sachsen-Anhalt, wo mehrheitlich völlig Unterbelichtete, Mauerschützen und potentielle KZ-Wärter leben, sondern vom Ergebnis der jüngsten Pisa-Studie. Nun sind wir ganz offiziell Dummenweltmeister! — zumindest auf einem Gebiet.

Was sich sicherlich auch auf die kommenden Wahlen auswirken wird. Und nein, kein intelligenter Mensch wählt AfD und auch nicht BSW! Einzige Ausnahme vielleicht, man ist Nationalsozialist durch und durch und glaubt an die Überlegenheit der eigenen Rasse — was aber auch schon wieder nicht ganz so helle ist.

Save Me

Gestern war es mir einfach nach Musik aus 1979! Trotz Krisen konnte die damalige Regierung noch richtige Entscheidungen treffen, was ihr in unserem Intrigenstadel allerdings auch nicht viel weiterhalf. Zum Ende der 1970er-Jahre bot die Musik nochmals die gesamte Bandbreite ihres Könnens auf und sorgte dafür, dass ich noch heute Good Vibrations (1967) haben kann.

Nun aber wieder zurück nach 1979. Wer kennt noch die südafrikanische Band Clout? 1977 als Mädchenband gegründet, wurden sie mit dem Klassiker der Righteous Brothers „Substitute“ (1978) international bekannt und legten 1979! gleich mit „Save Me“ nach. Bis sie sich 1981 wieder auflösten, hatten sie noch ein paar weitere heute noch hörenswerte Songs eingespielt.

Selbstverständlich möchte ich dem Leser den ersten Hit der Gruppe nicht vorenthalten, zumal ich demnächst gerne einen Blog-Beitrag über die Righteous Brothers schreiben würde.

Wahlhelfer

Die besten Wahlhelfer der AfD sitzen weiterhin in der Bundesregierung. Während Friedrich Merz sämtliche rechten Fantasien bedient, die SPD Minister eher mit Abwesenheit oder Untätigkeit glänzen, verteilt Alexander Dobrindt Pässe an Chinesen und Katherina Reiche lässt die Gasspeicher leerlaufen.

Die CDU hofft wohl darauf, dass die neuen Deutschen, ähnlich wie vorab Russen und DDR-Bürger, die ersten Jahre die Union wählen werden — hat unter Helmut Kohl ganz gut geklappt. Hingegen steigern ganz beiläufig leere Gasspeicher die Gewinne der Unionsgeldgeber, was den Bundesministern selbst sicherlich nicht schadet.

Derweil werfen auch die SPD-Minister vom Kanzler hoch motiviert die Steuergelder mit vollen Händen zum Fenster hinaus, wohl nicht wissend, dass die Union zum Ende hin die SPD für die ganzen Schuldenberge verantwortlich machen wird und wieder einmal als schwäbische Hausfrau in den nächsten Wahlkampf zieht.

Während unsere Steuergelder schneller versickern als das Wasser im Rhein, dabei sämtliche getätigten staatliche Investitionen meist nur Industriebosse und Aktionäre glücklich machen, können die antidemokratischen Parteien in Deutschland tun und lassen was sie möchten. Von der Bundesregierung aus Gründen auch immer vor dem Grundgesetz geschützt, müssen diese nichts mehr anderes tun als zu gucken, wie sie schon jetzt mit an die Futtertröge gelangen.

Und nein, es wird der Union wie auch der SPD nicht helfen, dass sie beim nächsten Wahlkampf behaupten, doch auch ganz seriöse Politiker mit im eigenen Bestand zu haben. Der Wähler wird es den SPD und CDU Ministerpräsidenten nicht positiv anrechnen, dass sie sich vor der eigenen Bundesregierung weggeduckt und totgestellt haben. Politik hat vielleicht nichts mit eigener Arbeit zu tun, aber auf alle Fälle mit eigener Verantwortung.


Konzert

Musikvideo zur Woche 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Alphaville ist eine Band, die 1983 in Münster gegründet wurde und bereits ein Jahr später international auf sich aufmerksam machte. Manche dieser Lieder höre ich noch heute gerne, wobei ich aber die Gruppe selbst längst aus den Augen und Ohren verloren hatte — ich wusste gar nicht, dass es die Gruppe überhaupt noch gibt. Bis gestern dachte ich, dass das einfach so ein weiteres 1980er-Jahre Ding war.

Auch kannte ich bis gestern das Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring nicht. Nun aber berichten die Medien vom deutschen Rolling Stone bis hin zum Spiegel über einen „Maulkorb“ oder gar von „Zensur“. Faktum ist, dass die Band Alphaville für dieses Festival unter Vertrag genommen wurde und danach eine Kündigung erhielt, weil die Veranstalter keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art auf der Bühne dulden.

Gerade in der heutigen Zeit ist es mehr als wichtig, dass sich auch Künstler ohne Wenn und Aber zu unserer Demokratie bekennen und dafür bei ihren eigenen Fans werben. Der Spiegel merkt dazu an, dass Alphaville sich regelmäßig gegen rechts ausspricht und den Veranstaltern nicht versprechen wollte, diesmal darauf zu verzichten.

Wenn jetzt nur noch die üblichen „Sieg-Heil Musikanten“ beim Glücksgefühle-Festival auftreten, dann dürfte wohl alles geschwätzt sein. Nun freue ich mich aber, dass es Alphaville noch gibt, deren Mitglieder sich für unser Land und unsere Demokratie engagieren und schwelge in Erinnerungen.

„Forever Young“ (1984) befindet sich auf dem gleichnamigen ersten Album der Gruppe. Und nun auch noch der zweite mir heute noch bekannte Song auf dem selben Album „Big in Japan“. Hätte mich gefreut, wenn diese Band dieses Jahr auch Big in Hockenheim geworden wäre!

Zum Schluss dann doch noch 1980er-Jahre Pop at it’s best. Ebenfalls vom ersten Album der Gruppe.

Nachtrag

Der Alphaville-Sänger Marian Gold äußert sich in der Tagesschau nach der Konzert-Absage.

Don’t leave to fate what’s here tonight
Heaven can wait, no use in watchin’ the sky
Don’t say goodbye, just hold me tight
Heaven can wait, I wanna dance one more time

Alphaville, Forever Young (1983)

Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Was wäre nur eine juvenile Klassenfeier ohne Kiss gewesen? Zumindest in den ausgehenden 1970er-Jahren undenkbar, wobei mich das mit dem „Loving“ angesichts der Anwesenden eher belustigte. Wenn mich Oliver nicht zu solchen Feiern regelrecht schleppte, wobei er stets von sehr attraktiven Mitschülerinnen schwärmte, wäre ich diesen Schulevents wohl fern geblieben. Erst als er längst aus der Schule war, konnte ich so langsam etwas mit seinen Vorstellungen von Attraktivität tatsächlich etwas anfangen.

Unabhängig davon drehte sich Kiss auch auf meinem Plattenteller. Kiss gründete sich 1973 in New York und wurde wohl eher durch das Aussehen als durch die Musik bekannt. Ich dürfte erstmals durch den Song Parasite (1974) auf die Musik aufmerksam geworden sein, als ein Freund eine selbsterstellte Musikkassette — die einzige — auf einer längeren Fahrt im Auto hatte. Auf jeden Fall erinnere ich mich an seinen Spruch: „Mein Auto, meine Musik!“ ganz gut.

Den obigen Song findet man auf dem zweiten Album von Kiss „Hotter than Hell“ (1974). Sicherlich gibt es weit besser Lieder auf dem Album, aber an das obige erinnere ich mich noch heute und verbinde den Song mit einem klapprigen Auto, das nur durch die, die sonstigen Geräusche übertönende, Musik etwas Fahrt machen konnte. Ohne diese Musik wäre wohl selbst der Fahrer aus dem Auto gestiegen. Ich hatte zumindest die gesamte Zeit ein Loch im Blick, das sich dort befand, wo man als Beifahrer gewöhnlich seine Füße abstellt. Radio ging auch nicht, weil es keine Antenne gab.

Als erste Platte von Kiss kaufte ich mir — mea culpa, mea maxima culpa — eine Maxi-Single von „I Was Made For Lovin’ You“ (1979!), bevor ich mir dann doch noch das Doppel-Album „Alive!“ (1975) leisten konnte.

Obiger Song befindet sich auf der Platte „Dynasty“ (1979), dem siebten Album der Gruppe. Das Geld für diese Platte investierte ich dann doch lieber in einen Kiss-Flipper, welcher in einer Spielhalle in Schulnähe stand, und mir mehr Freude bereitete als die gerade aufkommenden Videospiel-Automaten wie z. B. Space Invaders (1978). Wobei es auch hier zwei Sorten von Spielern gab, die zweite hatte später an Pac-Man (1980) ihren Narren gefressen.

Da ich mich nie zur Kiss-Army zählte, blieb meine Begeisterung für diese Musikgruppe bis heute eher überschaubar. Zum Schluss dann doch noch ein Kiss-Lied, welches zeigt, dass man mit Kiss durchaus auch auf der Allee hin und her cruisen oder einfach nur auf dem Wartberg oder im Jägerhaus stehen kann; der Gaffenberg ist dabei eher etwas für Profis.

Das Lied „Beth“ befindet sich auf dem Album „Destroyer“ (1976) und dürfte wieder beim aktuell durch die Medien geisternden Thema Slow Sex interessant werden — was irgendwie auch zu Kiss und ganz besonders zu den damaligen Schulfeiern passt, wo man zu Songs abtanzte, die man einfach (noch) nicht verstand: „We will rock you!“ (Falls Oliver mitliest, wird er es wohl verstehen).