Kunst

18.8.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Kunst

Vermischtes

Wegen der Temperatur wurde der gestrige Tanzabend etwas kürzer als geplant, nichtsdestotrotz war es ein gelungener Abend und bis auf jene beim Paso doble und Tango Argentino konnten wir alle unsere Figuren üben.

Die Abkühlung erfolgt dann heute in der Neckarhalde; mal schauen, wie viele Bahnen ich ziehen kann.

Aktuell wird bei vielen Bloggern darüber nachgedacht, warum die US-Presse und andere Medien Donald Trumps oder die Aussagen von anderen GOP-Politikern so völlig ungefiltert wiedergeben. Jüngst verglich ein New York Times Journalist die Aussagen von Kamala Harris und Donald Trump miteinander und hat dabei selbst die abstrusesten Lügen Trumps einfach so im Artikel stehen lassen. Ich habe ihn nun mal angeschrieben und gefragt, was denn das Rational dahinter ist. Vielleicht gibt es eine plausible Begründung dafür, warum man selbst ganz bewusste und sofort feststellbare Lügen von Politikern einfach so weiterverbreitet.

Ich vermute, dass der Trumpismus einfach nur der aktuelle Höhepunkt politischer Aussagen ist und wirklich keiner mehr Aussagen von Politikern ernst zu nehmen scheint — frei nach, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Diesbezüglich war ein gestriges Interview von Donald Trump aber kaum noch zu übertreffen. Wenn er verliert, dann müssen US-Amerikaner damit rechnen, über 100 % Steuern zu zahlen, aber wenn er gewinnt, dann werden die Sprit- und Energiepreise sofort um mehr als 50 % reduziert — den Republikanern wird der Sieg wohl nicht mehr zu nehmen sein.

Aber auch bei uns weiß man, wie man Wahlen gewinnt. Ich zitiere Stefan Pfeiffer (Gequirlter Murks, Porsches in der Innenstadt und mehr in der Wochenschau):

„Lindners Traum, so spottet man nun in Berlin, ist der: Einfach ins Auto steigen, schnell mal in die City fahren, dort gratis direkt vor dem Laden parken und Polierlack kaufen [saufen].“

Sollte es den einen oder andern AfD-Wähler nun zur FDP bewegen, könnte man fast noch mit einer solchen Politik leben.

Aus dem Leben

Damals — ist schon eine ganze Weile her — gab es bei uns auf dem Campus einen Laden. Schon an den Preisen konnte man feststellen, dass es der einzige war. Auch gab es die Eigenart, an die eigene Butzentür einen Hinweis zu heften, wo man gerade war. Einer meiner Kommilitonen wurde ganz zurecht für den Hinweis bestraft, dass er sich „beim Juden“ befindet. Man sage aber nicht, Menschen seien nicht lernfähig: der neue Hinweis lautete: „beim Ferengi“.

Jahre später war das Zusammenwachsen deutscher und französischer Einheiten nicht immer ganz so harmonisch wie es gerne kolportiert wurde. Flüche in beiden Sprachen waren an der Tagesordnung. Der Fluch „Scheiß Franzosen“ wurde allerdings von der Führung vehement bekämpft und so dauert es nicht sehr lange, dass sich Soldaten über die „Scheiß Japaner“ echauffierten. Für mich später ein Hoffnungsschimmer als ich die ersten französischen Soldaten „Baise japonaise“ oder gar „Scheiß Japaner“ fluchen hörte.

Spaziergang

Der gestrige Spaziergang war sehr erfreulich, denn wir konnten ein paar Ehrenamtliche bei einer Aufräumaktion im und am Neckar beobachten. Erstaunlich, was die drei alles in kurzer Zeit so aus dem Neckar zogen: ich sah einen Rollstuhl, einen E-Scooter des örtlichen Verleihers, mehrere Einkaufswägen, Gartenstühle, Fahrräder und viel sonstigen Schrott.

Was mich davon überzeugte, dass es wieder einmal an der Zeit ist, den Neckar im Stadtgebiet trockenzulegen und vollständig vom Müll zu befreien. Eine Aktion, die man bei uns in Heilbronn gut und gerne alle vier Jahre wiederholen könnte. Wenn man das Stadtgebiet und den Stadtwald noch mit einbezieht, wäre es sogar ein Müll-Triathlon. Und da alle vier Jahre veranstaltet, im wahrsten Sinne des Wortes olympiadisch. Aber noch besser, der OB könnte Heilbronn damit auch noch zur Olympia-Stadt küren!

Den gesamten Müll könnte man schließlich regelmäßig auf dem Gelände des ehemaligen Süddeutschen Eisenbahnmuseums auftürmen und damit über die Jahre hinweg ein Gesamtkunstwerk schaffen. Das Ganze noch in einem Plexiglaswürfel mit 75 Meter Kantenlänge, der dann sogar von der Autobahn oder vom Neckar aus beim Vorbeifahren gesehen würde.

Platte des Tages

Heute ist es das 22. Studioalbum von Miles Davis. Es wurde bereits am 2. März und am 22. April 1959 in New York eingespielt. Dieses Album liegt schon etwas länger auf meinem Server und ich habe mir auch noch die entsprechende LP gegönnt. Die Platte heißt übrigens „Kind of Blue“ und dürfte das erfolgreichste Jazz-Album aller Zeiten sein.

Abgemischt wurde das Album von Fred Plaut aus München. Neben Miles Davis spielen Cannonball Adderley, John Coltrane, Bill Evans, Paul Chambers, Jimmy Cobb und bei einem Stück („Freddie Freeloader“) sitzt Wynton Kelly am Klavier.

Das Album wurde übrigens am 17. August 1959 veröffentlicht, das ist nun auch schon 65 Jahre und einen ganzen Tag her. Meine Lieblingsplatte von Miles Davis ist aber weiterhin die etwas mehr dahinplätschernde „Sketches of Spain“, die am 18. Juli 1960 veröffentlicht wurde. 

„Für Chinesen gibt es … weder nur eine Wahrheit noch ewige Wahrheiten, sondern nur situative, relative Wahrheiten. Gesetze, Vorschriften, Richtlinien betrachten sie daher eher als unverbindliche Ratgeber. Ob sie diese befolgen, kommt auf die konkrete Situation an.“

Stefan Baron & Guangyan Yin-Baron (2018: 145)

Käthchen von Heilbronn

16.8.02024 5 (7)

Beitragsfoto: Käthchen von Heilbronn|© Shutterstock

Erfreulich

Neben all den aktuellen Herausforderungen, die mir heute u. a. das Käffchen mit Detlef Stern verwehren, gibt es immer wieder auch sehr erfreuliche Dinge, wie z. B. das Sommer-Tanzprogramm oder eine halbwegs freie Bahn in der Neckarhalde — man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Da ich heute auf ein stets anregendes Gespräch verzichten muss, erwähne ich einen schon etwas älteren Blog-Beitrag von Detlef Stern zum Thema Ethik aus 2015. Ethik, Moral und das Bohren dicker Bretter wären wohl Thema gewesen, neben den üblichen eher nerdigen Topics.

Erfreulich die jüngsten Zusagen zu den Hertensteiner Gesprächen, die diese Gespräche immer mehr zu einem überregional bedeutenden Forum für europäische Fragestellungen machen. Auch der SWR ist nun mit an Bord, und so hoffe ich einmal, dass die Heilbronner Stimme etwas umfangreicher von diesem Ereignis berichten wird.

Erfreulich auch, dass alle demokratischen Parteien Vertreter zu den Gesprächen entsenden, eine sehr gute Gelegenheit, um mit der Zivilgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Und für die Bürger eine gute Gelegenheit, um ihre jeweiligen Volksvertreter aus nächster Nähe zu erleben und besser kennenzulernen.

Wollhaus

Und auch das Wollhaus soll — für alle Verantwortlichen ganz überraschend — eine unendliche Geschichte bleiben. Es wäre wohl besser gewesen, wenn sich Rathaus und Gemeinderat zuerst an einer Nummer kleiner versucht und für mehr öffentliche Toiletten und ein wenig mehr Sauberkeit in der Stadt gesorgt hätten.

Für eine Großstadt wie Heilbronn reicht ein Dieter Schwarz alleine bei weitem nicht aus. Wir müssen als Bürger bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden, dabei auch das eine oder andere Nazi-Porträt abhängen und vor allem dafür sorgen, dass Kompetenz und Verantwortung sowohl ins Rathaus als auch in den Gemeinderat einziehen.

Wer immer alles beim Alten belässt und dabei Veränderung wünscht, wird irgendwann von der Realität eingeholt werden. Dabei haben wir in Heilbronn nicht nur Probleme und Herausforderungen, wir haben auch Chancen, eine ganze Menge, um genau zu sein!

Und so ist es schon einmal ganz gut, dass wenigstens die 89 Mietwohnungen in der Happelstraße fertiggestellt werden; eine Bank und ein Investor haben eine Einigung und dies auch zum Wohle unserer Stadt gefunden und getroffen.

Käthchen

Kaum zu glauben, aber in der Causa Käthchen kommt nach all den Jahren doch noch etwas Bewegung ins Spiel. Laut dem in Sachen Rathausspitze bestens informierten Uwe Ralf Heer (Heilbronner Stimme, 16.8.2024: 21) denkt man nun darüber nach, wenigstens in dieser Sache in Heilbronn etwas mit der Zeit zu gehen. Man diskutiert schon einmal „heftig“, ob man die Wahl des Käthchens abschaffen soll. Man bringt sogar ein KI-Käthchen mit ins Spiel, was unsere Weindorf-, Hasenmahl- und NS-Bilderstadt (aka „Wissens- und KI-Stadt“) besser verkörpern soll — im Endeffekt liefe dies auf eine Beerdigung erster Klasse hinaus. Ich hoffe dabei nicht, dass das KI-Käthchen dann eher „ganz zufällig“ einer Eva Braun ähnelt.

„Wenn du einen Hund treten willst, dann vergewissere dich zuerst, wem er gehört.“

Yu Huas, Brüder (2009 [2005/2006]: 206
„Verdammt! Guck hin, wem der Hund gehört, den du schlägst.“)

Konzert

Musikvideo der Woche 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

1980 ist schon eine ganze Weile her. Inzwischen wird dieses Video sogar im New Yorker Museum of Modern Art gezeigt. „Once in a Lifetime“ wurde auf der vierten Langspielplatte „Remain in Light“ der Talking Heads veröffentlicht. Die Gruppe gründete sich 1975 und spielte bis 1991 zusammen.

„Letting the days go by (same as it ever was, same as it ever was)“

Heute noch etwas besser bekannt dürften sie wegen des nun folgenden Lieds sein.

„Road to Nowhere“ stammt übrigens vom Album „Little Creatures“ (1985). Fast vierzig Jahre später sind wir allesamt auch nicht sehr viel weiter und dies dürfte tatsächlich System sein.

„They can tell you what to do
But they’ll make a fool of you
And it’s alright, baby, it’s alright“

Mir persönlich gefiel aber schon immer „Psycho Killer“ am besten. Deswegen hänge ich diesen Song noch mit an. Dieses Lied findet sich übrigens auf dem Debütalbum „Talking Heads: [19]77“ und machte mir die Band von Anfang an sympathisch.

David Byrne, Chris Frantz, Tina Weymouth und Jerry Harrison waren die Talking Heads.

„You start a conversation, you can’t even finish it
You’re talking a lot, but you’re not saying anything
When I have nothing to say, my lips are sealed
Say something once, why say it again?“

Und wer sich nun fragt, warum ich gerade auf die Talking Heads komme, nun ja, das dürfte an den heutigen Runden in der Neckarhalde, am folgenden Spaziergang bei gut 33 Grad Celsius und den aktuellen Ereignissen liegen.