Kakteen

1.7.02021 5 (1)

Privatisierung

Man kann zwar manche Verwaltungsaufgaben und dazugehörige Dienstleistungen privatisieren, vor allem dann, wenn die Verwaltungen dies selbst nicht mehr hinreichend sicherstellen können und auch eine dringend notwendige Optimierung der Verwaltung unerwünscht ist. Infrastruktur zu privatisieren, war aber noch nie eine gute Idee und führt spätestens langfristig zu schwerwiegenden gesamtgesellschaftlichen Schäden. Leider sind auch Politiker nur Menschen und lassen sich, insbesondere mit entsprechend Anreizen, dazu verführen, auch diese Erkenntnis einfach zu ignorieren.

Deswegen können wir heute darüber lesen, dass der Regionalverkehr in und um Heilbronn seine Aufgaben weiterhin nicht erfüllt. Das dafür extra engagierte private Bahnunternehmen Abellio muss — vermutlich auf unsere Kosten — schon kurz nach dem Start saniert werden, und wir werden weiterhin auf eine zeitgemäße Bahninfrastruktur und einen modernen Wagenpark verzichten müssen.

Namensänderungen

Eigentlich bin ich kein Freund von unnötigen Namens- oder Begriffsänderungen, welche meist nur den Anschein von Aktivität erwecken sollen. Die gestrige Umbenennung des Uhlandplatzes in Max-Beermann-Platz befürworte ich aber aufgrund unserer eigenen Geschichte ohne Wenn und Aber. So wie ich auch die damalige Umbenennung des Kaiser-Wilhelm-Platzes in Friedensplatz immer noch sehr begrüße.

Aber selbst heute halte ich die Umbenennung des Bahnhofvorplatzes immer noch für sehr unglücklich, hier hätte man viel besser auf den heute noch vorhandenen Kaiser-Friedrich-Platz zurückgreifen können.

Noch besser wäre es aber, wenn man in Heilbronn ganz darauf verzichtet, Plätze und Straßen nach Politikern oder anderen Personen zu benennen, denn dies ist ein Relikt aus vordemokratischen Zeiten. Und selbst hier waren wir vor ein paar Hundert Jahren schon viel weiter, moderner und der heutigen Zeit weit voraus; Mannheim kann als Beispiel dienen.

Einsätze

Jeder Einsatz von Streitkräften benötigt eine Strategie, welche zwingend von der Politik (Stichwort: Primat der Politik) zu liefern ist. Sobald dann eine abgestimmte, akzeptierte und vor allem auch genehmigte politische Strategie vorliegt, muss diese in eine militärische Strategie transferiert und bei uns in Deutschland erneut auch vom Bundestag verabschiedet werden. Danach kann man diese militärische Strategie operationalisieren, was ggf. u. a. auch zu militärischen Einsätzen führen kann.

Da bei uns nicht einmal ein tragfähiges Konzept für die Bundeswehr, geschweige denn eine Strategie, welche den Einsatz von Soldaten überhaupt begründen könnte, vorhanden ist, muss man sich nicht wundern, dass unsere Soldaten immer wieder zum Opfer der eigenen Politik werden.

20 Jahre lang war die Bundeswehr in Afghanistan, hatte nie ein, nur im Ansatz, tragfähiges Konzept, geschweige denn eine den Einsatz begründende Strategie, dabei aber u. a. 59 gefallene Soldaten zu beklagen, und das alles — ganz folgerichtig — ohne nur eine einzige positive und anhaltende Veränderung in diesem Einsatzland zu erzielen. Dass das Ganze auch noch Milliarden Euro an Steuergeldern gekostet hat, muss man schon gar nicht mehr erwähnen.

Website des Tages

Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO)

Trotz aller Widrigkeiten erfüllt die NATO bis heute als einzige militär-politische Organisation ihre Aufgabe. Hoffen wir, dass uns diese Organisation noch möglichst lange erhalten bleibt.


Maskerade

19.6.02021 5 (2)

Gedenktag

Heute wird in den USA zum ersten Mal landesweit ein neuer Feiertag namens „Juneteenth“ offiziell. In manchen US-Staaten — ganz föderal — wird bereits seit längerem am 19. Juni der Befreiung versklavter Afroamerikaner gedacht.

Der „Juneteenth“ wird ab heute zum zwölften landesweiten Feiertag in den USA und heißt nun offiziell Juneteenth National Independence Day. Dieser Gedenktag erinnert an den 19. Juni 1865, als die letzten noch versklavten Afroamerikaner von ihrer Befreiung erfuhren. 

Dieser neue Gedenktag ist nicht nur ein positives Signal in den USA, sondern auch ein positives in der Europäischen Union, die gleich mehrere Gedenktage europaweit initiieren könnte, wobei die beiden Europatage auf Ereignisse aus den Jahren 1949 und 1950 zurückgingen — wir können uns deshalb getrost noch ein wenig Zeit lassen!

Maskenpflicht

Seit gestern ist die Maskenpflicht in Heilbronn gelockert; damit versucht die Stadtverwaltung, sich den Heilbronner Gegebenheiten anzupassen. Hoffen wir, dass dies nicht als Signal gesehen wird, um nun vollständig und vollumfassend auf jeglichen Schutz und alle Regeln verzichten zu können. Die daraus resultierenden Folgen tragen wir alle, und mich würde es richtig nerven, wieder auf’s Schwimmen verzichten zu müssen.

Soleo

Seit mehr als sieben Monaten wieder einmal im Wasser und zwar im Soleo Heilbronn. Den notwendigen Virustest hatte ich zuvor bei einer Teststelle unter Apothekenaufsicht gemacht.

Organisation und Sauberkeit gut, sowie auch ausreichend Aufsichtskräfte vorhanden. Da die meisten Stadtbadbesucher im Außenbereich verweilten, konnte man ganz entspannt im Sportbecken seine Runden ziehen — was für ein Genuss!

Und auch das Außenbecken eine Wonne; ein paar junge Menschen tranken heimlich ihr Dosenbier und auch die Raucherecke fand guten Zuspruch, was man überhaupt nicht beanstanden kann. Als dann aber die Eiskaffees ans Becken kamen und Fritten sowie Kippen ebenfalls den Weg dorthin fanden, bin ich wieder gegangen, denn sonst wäre die gesamte Erholung umsonst gewesen.

Auf jeden Fall ist das Soleo zumindest momentan die bessere Alternative, wenn man in Heilbronn Frei- und Hallenbäder zum Schwimmen nutzen möchte.

Website des Tages

Fenster aus der und in die Vergangenheit (Stadtarchiv Heilbronn)

Da ich gleich in der Nähe wohne, kann ich das Ende dieses Gebäudes gut mitverfolgen — zuletzt nutzte die Aufbaugilde das Ensemble als Notunterkunft.

Geburtstag des Tages

Maximilian Kümmerle


Maskerade

1.6.02021 5 (1)

Europastammtisch

Das Highlight des Tages war unser Europastammtisch, welcher eine große Bandbreite an Themen hatte. Beginnend von der optimalen Computer-Ausstattung über die Sackgasse „Soziale Medien“ und unseren Radwegen bis hin zu den Wahlen, zum einen der des US-Präsidenten und zum anderen der des Heilbronner Oberbürgermeisters. Gut, dass die jeweiligen Kandidaten äußerst finanzstarke Hintermänner haben, ob das aber für eine Demokratie von Vorteil ist, sei einmal dahingestellt.

Anfragen

Heute wieder einmal Mitglieder- und Bürgeranfragen beantwortet. Das mache ich gerne und schriftlich. Denn ich mag es selber auch nicht, wenn ich nur unverbindliches Bla Bla als Antwort erhalte — was aber inzwischen wohl zum guten Ton gehört, weil sich kaum noch jemand festlegen oder gar Verantwortung übernehmen möchte.

Während ich selber antwortete, konnte ich gleich auch einmal nachschauen, wer meine eigenen Anfragen beantwortet hat. Sehr erfreulich, dass dabei einmal eine positive Antwort von der Stadtverwaltung mit dabei war.

Masken

Erschreckend die heutige Diskussionen um das Maskentragen, das von immer mehr Bürgern abgelehnt wird. Ich bin selbst nicht davon überzeugt, dass Maskentragen viel hilft und wundere mich auch darüber, wenn Wissenschaftler erst eine positive Wirkung in Frage stellen, nun aber voll und ganz davon überzeugt sind, dass Masken wirken — die Qualität der Masken ist dabei unverändert geblieben. Vor allem aber ärgere ich mich, dass doch so viele Berufspolitiker und ihr Klientel sich an der Maskenfrage in erster Linie bereichern — was die Meinungsänderung der Wissenschaftler erklären könnte.

Fest steht aber, dass das Maskentragen von den dafür Verantwortlichen unter bestimmten Umständen zur Pflicht erklärt wurde, und zumindest in Heilbronn auch Zonen eingerichtet wurden (so steht es immer wieder in der Stadtzeitung), wo dies für (fast) alle verbindlich gilt.

Wenn wir weiterhin in einer Gemeinschaft leben wollen, dann ist das Maskentragen — Diskussion hin oder her — Bürgerpflicht, und die Kontrolle wie auch das entsprechende Sanktionieren Stadtverwaltungspflicht.

Geburtstag des Tages

Marilyn Monroe