Tullamore

Thomas Moore 5 (4)

Beitragsfoto: Don’t drink and take a picture

Vor ein paar Tagen anlässlich meines Geburtstages war ich mit meiner besseren Hälfte auf den Spuren von Thomas Moore in Irland unterwegs, wobei uns Miriam and Ronan auch den Ort zeigten, welcher Moore 1808 für das folgende Gedicht inspirierte.

Meeting of the Waters

There is not in the wide world a valley so sweet 
As that vale in whose bosom the bright waters meet;
Oh! the last rays of feeling and life must depart, 
Ere the bloom of that valley shall fade from my heart. 

Yet it was not that nature had shed o’er the scene 
Her purest of crystal and brightest of green; 
‘Twas not her soft magic of streamlet or hill, 
Oh! no, – it was something more exquisite still. 

‘Twas that friends, the beloved of my bosom, were near, 
Who made every dear scene of enchantment more dear, 
And who felt how the best charms of nature improve, 
When we see them reflected from looks that we love. 

Sweet vale of Avoca! how calm could I rest 
In thy bosom of shade, with the friends I love best, 
Where the storms that we feel in this cold world should cease, 
And our hearts, like thy waters, be mingled in peace.

Thomas Moore

Thomas Moore war viel in der Welt unterwegs und mit Lord Byron befreundet. Bekannt wurde er aber durch seine zahlreichen Balladen und seinen „Irish Melodies“, die ihn letztendlich auch zu einem irischen Nationaldichter werden ließen.

Seine Märchen und Gedichte wurden u. a. von Robert Schumann und Hector Berlioz vertont.

Um sie noch etwas neugieriger auf Thomas Moore zu machen, finden sie hier ein weiteres Gedicht.

An argument

I’ve oft been told by learned friars,
That wishing and crime are one.
And heaven punishes desires
As much as the deed were done.

If wishing damns us, you and I
Are damned to all our heart’s content;
Come, then, at least we may enjoy
Some pleasure for our
punishment!

Thomas Moore

Ein Besuch in Irland ist immer eine gute Sache, und wenn sie schon einmal dort sind, dann gucken Sie auch in der Ortschaft Avaco vorbei, wo zwei Flüsse zum Avaco zusammenfließen. Vielleicht inspiriert Sie diese wunderschöne Gegend auch zu einem Gedicht?

„All my possessions for a moment of time.“

Elizabeth I, ihre letzten Worte

Sinnierende Frau

Erster Pulitzer-Preisträger für Dichtung 5 (3)

Beitragsfoto: Sinnierende Frau | © Pixabay

Edwin Arlington Robinsons Gedichte sind meist düster, spiegeln aber das Leben in seiner Zeit ganz gut wider.

Sein Gedicht namens Richard Cory aus dem Jahr 1897 könnte durchaus auch aus unserer heutigen Zeit stammen und zeigt, wie wenig sich Gesellschaften über die Jahrhunderte hinweg verändern, selbst wenn der technologische Fortschritt rasante Züge annimmt.

Richard Cory

Whenever Richard Cory went down town,
We people on the pavement looked at him:
He was a gentleman from sole to crown,
Clean favored, and imperially slim.

And he was always quietly arrayed,
And he was always human when he talked;
But still he fluttered pulses when he said,
“Good-morning,” and he glittered when he walked.

And he was rich – yes, richer than a king –
And admirably schooled in every grace:
In fine, we thought that he was everything
To make us wish that we were in his place.

So on we worked, and waited for the light,
And went without the meat, and cursed the bread;
And Richard Cory, one calm summer night,
Went home and put a bullet through his head.

Edwin Arlington Robinson, 1897

Edwin Arlington Robinson erhielt 1922 als Erstes den Pulitzerpreis für Dichtung, der seither auch in dieser Kategorie jährlich verliehen wird.


Adventsgedanken

Advent 2012 5 (4)

Beitragsfoto: Beispielbild | © Pixabay

Die Adventszeit ist traditionell die Zeit im Jahr, um innezuhalten, nachzudenken und sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest vorzubereiten. Obwohl der „Alltag“ mit seinem Einerlei unsere eigentliche Wirklichkeit verdrängt zu haben scheint, wir immer mehr zu  reinen Konsumenten werden und Banalitäten unser Leben in Beschlag genommen haben, tauchen doch leider auch immer wieder existentielle Bedrohungen und Lebenskrisen auf, die uns unsere eigene Endlichkeit vor Augen führen.

Umso mehr freut es mich, dass Sie durch Ihre Mitgliedschaft in der EUROPA-UNION Heilbronn dazu beitragen, dass wir gemeinsam unsere Welt ein wenig lebenswerter gestalten können. Es sind die Ideale und Wertvorstellungen, die stimmen müssen, um unser aller Leben besser zu organisieren und Fortschritte erzielen zu können, denn damit sind wir in der Lage, bestehende und kommende Herausforderungen zu begegnen und auch zu lösen.

Dies gilt sowohl für das Individuum als auch für unsere Gemeinschaften wie Familie, Ort, Stadt, Kreis, Land, Staat oder Europa. Unsere gemeinsame föderale Idee ist und bleibt weiterhin der Schlüssel zum Erfolg. Es sind die chauvinistischen, nationalistischen und zentralistischen Tendenzen, die unsere Idee einer besseren Welt gefährden – ein föderales Europa ist nicht das Problem, ein föderales Europa ist die Lösung!

Dies müssen wir weiterhin und unentwegt gegenüber unseren Mitbürgern und vor allem auch gegenüber unseren von uns gewählten Volksvertretern kommunizieren. Wir müssen unsere Mitmenschen für unsere Idee gewinnen und auch unsere Politiker daran erinnern, was wir eigentlich möchten. Fürwahr Demokratie und Föderalismus sind nicht einfach zu haben, sie sind zeitintensiv, oftmals auch unbequem und vor allem sie bedürfen unseres beständigen Engagements.

Nur Diktatur und Zentralismus gibt es zum Zugucken und frei Haus – einschließlich einer Rechnung, die keiner bezahlen will und kann.

Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird;
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke (1897)