Puzzle

1.12.02025 5 (5)

Beitragsfoto: Landkreispuzzle

Beteiligung

Als überparteilicher Verein oder Verband hat man den großen Vorteil, dass man auf sämtliche weiteren politischen Verbände, Parteien und Wählergruppen zurückgreifen kann. Einzig die Verfassungstreue der potentiellen Partner spielt dabei eine Rolle. Wer bei uns nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht, der muss leider draußen bleiben.

Ein Faktum, was Extremisten kaum bis gar nicht zu vermitteln ist, und manche Bürger ebenfalls nicht verstehen wollen. Vielleicht kann hierbei ein plumpes Beispiel weiterhelfen. Fußballspieler und deren Zuschauer lassen einen Handballer, der beständig mit dem Ball in der Hand vom Spielfeld rennt, auch nicht sehr lange mitspielen, wenn sie ihn überhaupt aufs Feld lassen.

Und so freue ich mich jedesmal als Vorsitzender eines überparteilichen Verbandes darüber, wenn neue Mitspieler aufs Feld kommen; in den vergangenen Jahren habe ich Parteien und Wählergruppen kennengelernt, die mir sonst wohl nie über den Weg gelaufen wären. Aber ich musste auch doch so einige vom Spielfeld nehmen, die einfach nicht mitspielen wollten und dabei auch noch völlig andere Vorstellungen vom Spiel hatten. Wer dies nicht macht, der beendet über kurz oder lang das gesamte Spiel und sorgt zudem dafür, dass kein weiterer künftig mehr richtig und gut spielen möchte.

Jüngst kann ich noch etwas anderes zumindest in meinem Verantwortungsbereich und teilweise auch in meinem Interessenbereich beobachten, nämlich dass sich Unionsmitglieder verstärkter als sonst üblich in unserem Verband einbringen, hingegen SPD und Bündnis 90/Die Grünen Mitglieder sich immer mehr zurückhalten. Seit gut 80 Jahren ist die Idee des Spiels dieselbe und auch die Regeln haben sich kaum dabei geändert. Wobei die, welche sich nunmehr rar machen zu beginnen, anfangs auch nicht mit dabei waren. Mal schauen, ob dies nur dem bevorstehenden Wahlkampf geschuldet ist.

Vermischtes

Die heutige Fahrt mit dem meseno-Bus verlief störungsfrei und war zudem erfolgreich. Meine Baustellenumfahrungen haben sich bewährt.

Spannend wie die Kosten für Weihnachtsmärkte aller Orten völlig aus dem Ruder laufen. Alleine für GEMA und eine vermeintliche Sicherheit dürfte der Heilbronner Käthchenmarkt gut und gerne eine Million Euro kosten. Da wundert es auch nicht mehr, wenn man nun den Pferdemarkt gänzlich abschaffen möchte.

Das mit den GEMA-Kosten zeichnet sich schon etwas länger ab, was einfach geschieht, wenn man Bürokratie hemmungslos über wirklich alles stülpt — bald fährt auch kein einziger Zug mehr.

Unsere Unsicherheitsfantasien sind dabei allerdings rein politisch hochgepuscht, für die eigenen Wähler ist einem nichts zu schade und schon gar nichts zu teuer! Am Ende wird es aber nur Nazis, Islamisten und sonstigen Übeltätern nutzen.

Gerd M. Hofmann hat es jüngst in einem Kommentar auf den Punkt gebracht, was wollen wir noch alles machen, um uns gegen wirklich alle Bösewichte dieser Welt abzusichern? Wobei man echte Bösewichte damit nicht abschrecken kann und gegen völlig Irre konnte man noch nie vorsorgen.

Jeder auch nur halbwegs intelligente Politiker weiß dies ganz genau, dennoch wecken sie bei ihrer eigenen Klientel Wünsche, die sie nie und nimmer erfüllen werden können. Bei den Renten ist es ähnlich. Nationalsozialismus und Kommunismus funktionieren bei uns aber immer, wohl deshalb wurde beides bei uns erfunden.

Und so fürchten unsere Politiker weder Irre, Fanatiker, politisch Extreme noch islamistische Gewalttäter. Sie fürchten einzig und alleine ihre eigenen Wähler und die kennen sie ganz genau!

https://bsky.app/profile/kuemmerle.name/post/3m6vthozjic2x

Rundschreiben

Ein Rundschreiben ist mir verblieben und zwar jenes an die Mitglieder und Interessenten der EUROPA-UNION Heilbronn. Ohne Frage, ich schreibe es weiterhin und dies monatlich sehr gerne. Nach zwei Jahrzehnten des Experimentierens ist es zumindest für mich die ideale Form, um mit möglichst vielen Mitgliedern in Verbindung zu bleiben.

Bereits 2005 bin ich mit einer interaktiven Vereinswebsite ins Rennen gegangen, welche u. a. Foren, Chaträume, Video-Chats und weitere nur erdenkliche Möglichkeiten bot. Auch richtete ich auf allen möglichen Social Media eigene Vereinsseiten ein, und wir hatten selbst auf YouTube einen eigenen Kanal.

Noch ein paar Jahre lang gab es zudem per traditionellem Postversand Frühjahrs-, Weihnachtsbriefe und weitere Schreiben an die Mitglieder, anfangs noch sämtlich mit handschriftlichen Zusätzen versehen. Ein Riesenaufwand, der kaum bis gar keine Reaktionen bei den Adressaten hervorrief; selbst Gratulationsschreiben zu Wahlen oder Geburtstagen blieben meist unbeantwortet. Letztendlich waren es dann die Vereinsfinanzen — völlig aus der Zeit gefallen waren es die Kosten, die die Fakten schufen.

Auch der Aufwand für eine interaktive Vereinswebsite lohnte sich nicht, selbst mit eigenen Vereins-E-Mail-Adressen lockten wir kaum ein Mitglied. Ein, zwei Jahre lang betrieb ich zwei Websites parallel, um dann doch nur noch eine WordPress-Seite für den Verein zu unterhalten, welche ebenfalls kaum mit Zugriffszahlen aufwarten kann — deshalb wird diese immer weiter abgespeckt.

Fast hätte ich es vergessen, auch alle unsere Schwerpunktveranstaltungen hatten jede einmal eine eigene Website, die leider wohl nur mich interessierten.

Und der Versuch mit einer zusätzlichen Vereins-Website auf meine.stimme.de war ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Einzig ein Chat-Raum für Mitglieder auf Threema war kurzfristig etwas erfolgreich, wobei er aber nicht den eigentlichen Sinn und Zweck von Chat-Räumen erfüllen konnte und sein Betrieb damit überflüssig wurde.

Was bleibt damit? Eine Website, um der Welt zu zeigen, dass es uns noch gibt. Das besagte Rundschreiben für interessierte Mitglieder und weitere nette Menschen. Eine Mailingliste und ein Threema-Raum für den Kreisvorstand, sowie die jährliche Einladung per Briefpost zur jeweiligen Kreisversammlung an alle Mitglieder. Und sehr viele Erinnerungen an vergebliche Versuche, um einen Verein ins 21. Jahrhundert zu katapultieren.


Zettelkasten

Rundschreiben 5 (3)

Beitragsfoto: Zettelkasten | © Africa Studio, Shutterstock

Auch wenn mein Rundschreiben weiterhin über eine gut 60 % Öffnungsrate verfügt, habe ich die Lust daran verloren. Schreibe ich doch meine Blog-Beiträge — warum dann zusätzlich noch ein eigenes Rundschreiben?

Wegen einer erhöhten Reichweite sicherlich nicht. Einzig und alleine nur, weil ich es ein paar meiner Leser etwas bequemer machen wollte.

Und so frage ich mich nach einem etwas kürzeren Spaziergang, ob es nicht weit besser wäre, die Zeit für meine Rundschreiben in etwas längere Spaziergänge zu investieren?

Kurzentschlossen lösche ich nun meinen Account bei CleverReach und stelle meine Rundschreiben für dieses Blog ein.

Selbstverständlich freue ich mich darüber, wenn „meine“ Rundschreiben-Abonnenten weiterhin auf dieses Weblog zugreifen.

Zudem möchte ich mich bei allen Abonnenten bedanken! Es war für mich sehr erfreulich, Sie oder Dich als Leser gehabt zu haben.


Zettelkasten

Wochenrückblick 45 5 (2)

Beitragsfoto: Zettelkasten | © Africa Studio, Shutterstock

Heute einmal mit weniger Laune geschrieben, wobei ich feststellen durfte, dass die Rundschreiben weiterhin von mindestens 60 % der Empfänger auch geöffnet werden. Ob sie das Rundschreiben dann auch lesen, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Diese Woche hatte ich keine so große Lust zum Schreiben, was durchaus am Wetter liegen kann. Und auch zum wöchentlichen Rundschreiben muss ich mich eher zwingen, vor allem weil bei diesem Wetter ein Spielewochenende angesagt ist. Da ich seit ein paar Tagen aber eine Niederlage nach der anderen einfahre, hilft vielleicht ein klein wenig Ablenkung weiter.

Diese Unlust scheint auch andere Blogger zu befallen. Konstantin Klein finde ich nur noch als Landing Page, ein paar weitere Blogger habe ich mangels Beiträge aus meiner Blogroll entfernt und heute gab es schon wieder ein Splitterbrötchen ohne Essensempfehlung.

Wer regelmäßig schreibt, der stellt irgendwann fest, dass einem die Sätze nicht immer einfach so zufallen. Mir hilft es, dass ich beim Schreiben nur versuche, meine eigenen Gedankengänge etwas besser in Ordnung zu bringen. Richtig aktiv werde ich allerdings erst dann, wenn es etwas zum Wundern gibt, eine Sache zu der ich einfach meinen Senf dazugeben muss. 

Meinen Zettelkasten möchte ich mit jenen Sätzen und Bruchstücken füllen, die sich dann später nach einer ausgiebigen Recherche zu Neuem und fundiert Hinterlegtem zusammenfügen. Da mir meine bisherige Erfahrung zeigt, dass dies ebenfalls eher eine Art von Selbstbeschäftigung ist, kann ich das tiefgründige Nachgraben auch gleich durch mein Gefühl und langjährige efolgreich gepflegte Deutungsmuster ersetzen. Und so schreibe ich an keinen Büchern mehr, frage mich zudem, ob es überhaupt noch Sinn macht, das geplante E-Book zu veröffentlichen — es fehlt dabei weiterhin an der zugesagten Zuarbeit von viel zu vielen Freiwilligen; die Unlust greift aktuell wohl überall um sich.

Erfreulich diese Woche das Gespräch mit Detlef Stern, mein Eindruck, dass ein paar Studenten tatsächlich zugehört haben, das Europäische Frühstück mit Gleichgesinnten und zum Schluss dann noch der Rekordversuch am jüngst ausgerufenen Welttanztag. Da auch eine Tanzschule aus der Schweiz mit dabei war, könnte man nun wenigstens von einem deutschsprachigen Welttanztag sprechen. Der Zweck heiligt die Mittel und so baue ich darauf, dass ausreichend Spenden für einen guten Zweck zusammenkamen.

Ein wenig Schwimmen, noch weniger Gartenarbeit und, dabei muss ich erneut an Chris Kurbjuhn denken, gab es zudem ein sehr unterhaltsames Martinsgansessen. Wobei ich einem Wiener Schnitzel, eher aber nach Wiener Art, den Vorzug gab. Obwohl die Küche eine exzellente ist, dürfte an diesem Tag das Küchenpersonal ebenfalls weniger Lust als sonst gehabt haben, die Gespräche rissen es dann aber wieder heraus.

Auch wenn ich viel schreibe, manchen zu viel, aber immer noch weniger als zu meinen besten Zeiten, sind es die persönlichen Gespräche, zu zweit oder auch in größeren Runden, die für mich mein Leben lebenswert machen. Und wenn dann noch ein paar Spielerunden mit hinzu kommen, dann ist die Welt zumindest für mich völlig in Ordnung. Alles andere ist nur Nebensache, manchmal leider aber zum Leben notwendig.

Und dann saß ich noch mit einer Büchernärrin zusammen, die auf ihre unzähligen Bücher starrte und sich am Ende ihren eigenen Lebens befindend fragte, was sie damit nun noch machen könne — ich wollte sie nicht noch mehr enttäuschen und unterließ es ihr mitzuteilen, dass der Container schon produziert wurde, wohin diese Bücher demnächst allesamt landen werden.

Und so ist es wohl mit unser aller Leben, die über Jahrzehnte mit viel Engament gesammelten Sachen und Dinge landen alle einmal auf dem Müll — was bleibt sind Erinnerungen, für den Fall, dass man noch welche hat.

Was mich nun wieder einmal fragen lässt, ob unser Konzept des ewigen Wachstums und völlig unkontrollierten Konsums das richtige ist! Hätte ich heute Lust zu schreiben, gäbe dies wohl einen eigenen Blog-Beitrag.

Sollten Sie bis hierin gelesen haben, dann bedanke ich mich bei Ihnen von ganzem Herzen! Es gibt für uns alle immer noch Besseres zu tun, und so freue ich mich sehr, dass Sie Ihre kostbare Zeit für meine heutigen Zeilen aufgewendet haben.

Was findet man diese Woche so im Blog?

Wer genau hinschaut, der findet im Blog noch weit mehr, wie zum Beispiel meine Ausführungen zu den inzwischen obligatorischen Größenvergleichen.

Wie immer, es gibt weiterhin ein paar kleinere Aufreger, die dieses Mal leider keine mir bekannten Reaktionen hervorriefen. 

Kommende Woche wird weniger spannend, zumindest was das echte Leben anbetrifft. Wobei ein paar gute Gespräche in Stuttgart fest mit eingeplant sind. Meine meseno-Fahrt entfällt, dafür bereite ich in dieser Zeit meine kommende Vorlesung vor.

Ich freue mich auf viele Begegnungen und auf den einen oder anderen Schriftverkehr.