Maskerade

19.6.02021 5 (2)

Gedenktag

Heute wird in den USA zum ersten Mal landesweit ein neuer Feiertag namens „Juneteenth“ offiziell. In manchen US-Staaten — ganz föderal — wird bereits seit längerem am 19. Juni der Befreiung versklavter Afroamerikaner gedacht.

Der „Juneteenth“ wird ab heute zum zwölften landesweiten Feiertag in den USA und heißt nun offiziell Juneteenth National Independence Day. Dieser Gedenktag erinnert an den 19. Juni 1865, als die letzten noch versklavten Afroamerikaner von ihrer Befreiung erfuhren. 

Dieser neue Gedenktag ist nicht nur ein positives Signal in den USA, sondern auch ein positives in der Europäischen Union, die gleich mehrere Gedenktage europaweit initiieren könnte, wobei die beiden Europatage auf Ereignisse aus den Jahren 1949 und 1950 zurückgingen — wir können uns deshalb getrost noch ein wenig Zeit lassen!

Maskenpflicht

Seit gestern ist die Maskenpflicht in Heilbronn gelockert; damit versucht die Stadtverwaltung, sich den Heilbronner Gegebenheiten anzupassen. Hoffen wir, dass dies nicht als Signal gesehen wird, um nun vollständig und vollumfassend auf jeglichen Schutz und alle Regeln verzichten zu können. Die daraus resultierenden Folgen tragen wir alle, und mich würde es richtig nerven, wieder auf’s Schwimmen verzichten zu müssen.

Soleo

Seit mehr als sieben Monaten wieder einmal im Wasser und zwar im Soleo Heilbronn. Den notwendigen Virustest hatte ich zuvor bei einer Teststelle unter Apothekenaufsicht gemacht.

Organisation und Sauberkeit gut, sowie auch ausreichend Aufsichtskräfte vorhanden. Da die meisten Stadtbadbesucher im Außenbereich verweilten, konnte man ganz entspannt im Sportbecken seine Runden ziehen — was für ein Genuss!

Und auch das Außenbecken eine Wonne; ein paar junge Menschen tranken heimlich ihr Dosenbier und auch die Raucherecke fand guten Zuspruch, was man überhaupt nicht beanstanden kann. Als dann aber die Eiskaffees ans Becken kamen und Fritten sowie Kippen ebenfalls den Weg dorthin fanden, bin ich wieder gegangen, denn sonst wäre die gesamte Erholung umsonst gewesen.

Auf jeden Fall ist das Soleo zumindest momentan die bessere Alternative, wenn man in Heilbronn Frei- und Hallenbäder zum Schwimmen nutzen möchte.

Website des Tages

Fenster aus der und in die Vergangenheit (Stadtarchiv Heilbronn)

Da ich gleich in der Nähe wohne, kann ich das Ende dieses Gebäudes gut mitverfolgen — zuletzt nutzte die Aufbaugilde das Ensemble als Notunterkunft.

Geburtstag des Tages

Maximilian Kümmerle


Die 1970er-Jahre in Heilbronn 5 (5)

Meinen ersten Wahlkampf, an den ich mich erinnern kann, bestritt ich 1972 an der Seite meines Vaters, als wir für die Liberalen von Haustür zu Haustür zogen und ich zudem beim Plakatieren – damals noch mit Pinsel und Kleister – zugucken durfte.

Mit 14 begann ich dann selbst politisch aktiv zu werden und schloss mich letztendlich jungen Menschen an, die eine eigene Jugendorganisation gründeten und dies gegen heftige Widerstände in unserer damaligen Partei und deren alten Jugendorganisation.

Interessant an dieser Phase war, dass man sich notgedrungen nach „Verbündeten“ umsehen musste und so auch die gesamte Bandbreite des politischen Lebens erfahren konnte. Die 1970er-Jahre zeichneten sich dadurch aus, dass die politische Vielfalt und Bandbreite nach den 1950er und 1960er-Jahren stark zunahm und dabei auch ganz neue politische Bewegungen entstanden, von deren „Haltbarkeit“ ich damals nicht überzeugt war, fehlte es diesen doch an eigenen Inhalten. Heute muss ich diesbezüglich feststellen, dass man in gesellschaftlich und wirtschaftlich guten Zeiten durchaus auch Politik ohne Inhalte – und dies zudem noch sehr erfolgreich – machen kann.

Im Rückblick auf die 1970er-Jahre sind mir auch noch die Jungen Europäischen Föderalisten in Erinnerung, welche sich in diesen Jahren zumindest in Heilbronn rarmachten und deren europäische Ideale allgemein in der Gesamtbevölkerung an Zuspruch verloren – das gesellschaftliche Interesse wechselte mit zunehmender wirtschaftlicher Sicherheit zu schneller erleb- und erfassbaren Themen, wobei die eigentlichen Grundlagen dieses wirtschaftlichen Erfolges als „unbequem“ angesehen wurden und damit immer mehr in Vergessenheit gerieten.

Als Europäischer Föderalist, der zudem seit 2005 in Heilbronn Vorsitzender der EUROPA-UNION sein darf, war es mir deswegen eine große Freude, vom Direktor des Heilbronner Stadtarchivs, Prof. Dr. Christhard Schrenk, angefragt zu werden, ob ich nicht über die Jungen Europäischen Föderalisten aus den 1970er-Jahren einen kurzen Beitrag schreiben könnte.

Dieser Anfrage bin ich sehr gerne nachgekommen und freue mich jetzt auf die Vorstellung der Publikation „Die 1970er-Jahre in Heilbronn – Wissenspause 2018“ des Heilbronner Stadtarchivs, welche am Montag, 2. Dezember 2019, um 16.30 Uhr im Otto Rettenmaier Haus stattfindet.

Auf einem Landesparteitag in Stuttgart