Ibiza

10.7.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Postkarte

Stadtentwicklung

Die Dieter Schwarz-Stiftung entwickelt sich gerade ganz prächtig, und Heilbronn muss sich nun darum herum neu einsortieren. Ein Bus(bahn)hof, wie er bereits in jeder Mittelstadt zu finden ist, wird noch ein paar Jahrzehnte auf sich warten lassen, der Hauptbahnhof wird weiter auf den örtlichen Nahverkehr hin ausgerichtet, das Busdepot bereits wie eine neue Feuerwehr auch in eine ferne Zukunft ausgelagert — was unseren Diesel-Junkies entsprechende Stadtbusse noch auf Jahrzehnte hin sichern wird.

Wir machen das dann in ein paar Jahren einfach mit einer Seilbahn — hat auch etwas. Und sollte sich die „Bachelor- und Schülerbahn“ von der Hochschule zum neuen KI-Komplex bewähren, gibt es vielleicht sogar einmal eine Bahn auf den Wartberg. Ich baue intern bereits auf ein ganzjähriges Winter- und Weindorf für den Fall, dass die KI-Blase demnächst platzen wird. Dann fallen die Besucherströme im Hauptbahnhof einfach aus den Sonderzügen und werden gleich mit der Seilbahn in die gewünschte Trinkerhütte abtransportiert.

Auf der Strecke bleiben derweil unsere wenigen noch vorhandenen Sporteinrichtungen. Das Stadtbad soll wohl als Spaßbad neu in die Peripherie, die Rollschuhhalle und das Eisstadion sind ebenfalls reine Auslaufmodelle. Mindestens eines unserer weiterhin sehr guten Freibäder wird zudem der Stiftung zum Opfer fallen. Wobei dies nur folgerichtig ist, denn Sportstadt waren wir Heilbronner noch nie. Und das mit dem Schwimmen wird von viel zu vielen Bevölkerungsteilen ebenfalls nicht mehr so richtig verstanden; ungewaschen oder gar betrunken mit der Kippe im Mund im Wasser herumzustehen ist keine anerkannte Schwimmart!

Eine Frage bleibt aber weiterhin offen, nämlich ob es wirklich ein gute Sache ist, dass sich eine städtische Entwicklung an den Einzelinteressen von ein paar Gemeinderäten, Bürgermeistern und Sponsoren ausrichtet? In wenigen Jahren schon kennt kein Mensch mehr diese Damen und Herren, aber künftige Generationen müssen mit deren Bausünden und infrastrukturellen Unterlassungen weiter leben.

Vermischtes

Auch wenn ich noch auf die eine oder andere Postkarte von Inseln im Pazifik warte, fand ich heute wenigstens eine von Ibiza in meinem Briefkasten, die am 28. Juni 2026 aufgegeben worden war. Karin und Andreas grüßen recht herzlich und ich hiermit zurück.

Das heutige Gespräch mit Detlef Stern sehr erfrischend und so ganz nebenbei einigten wir uns darauf wer Statler und wer Waldorf ist. Auch wurden ganz neue Ideen geboren, wobei wir es offen ließen, ob wir diese auch einmal umsetzen wollen. Ein wenig ging es um die Studenten, zumal am Dienstag immer noch über 100 bei mir eine Klausur schreiben wollen. Wenn ein Student bereits mit seinem Studium fast durch wäre, aber eine dazu notwendige Prüfung aus dem zweiten Semester noch offen ist, und dieser diese dann auch noch im dritten Anlauf vergeigt, hält sich mein Mitleid in Grenzen. Wenn man im Studium schon keine Wissenschaft und nicht einmal mehr das Lernen lernt, dann sollte man wenigstens ein Minimum an Selbstorganisation mitnehmen. Ansonsten wird man sein gesamtes Leben lang fremd organisiert und schreit zum Schluss nur noch „Heil Hitler!“ oder „Heil Mullah!“, und dies auch nur rein zufällig nach der jeweiligen Umgebung.

Und so ganz nebenbei erinnerten wir uns noch an DR DOS, Floppy Discs und all die schönen Dinge, die es gab, als wir noch Computer anstatt der heutigen App-Player hatten.

Straßburg

Gestern gab es eine Fahrt nach Straßburg. Neu für mich dabei, man wollte alles selbst drumherum regeln und ich musste nur als inhaltlicher Impulsgeber mitfahren.

Ich hatte mich dazu breitschlagen lassen, ergo alles meine Schuld. Meine bessere Hälfte und ich kamen zum gewünschten Zeitpunkt an der betroffenen Schule an. Danach die Schüler, die Lehrerinnen und zum Schluss auch der Bus aus Stuttgart. Ich fahre eigentlich sehr gerne mit Unternehmen, die ich kenne und auf die ich mich verlassen kann — als schlichter Mitfahrer aber nicht meine Baustelle. Und so ließ ich mich einfach überraschen.

Der Bus war ok, dass aber die Serviceleuchten die gesamte Fahrt über blinkten etwas gewöhnungsbedürftig. Weniger gut, dass der Busfahrer meinte ein Profi zu sein und sich dabei alleine auf die Navigation des Busses verließ. Es kam wie es kommen musste, wir konnten keinen Termin halten und meine bessere Hälfte, ebenfalls nur Teilnehmer, musste aus dem Bus heraus versuchen zu retten was noch zu retten ist.

So gab es eine Blitztour durch das Europäische Parlament einschließlich des kürzesten Abgeordnetengesprächs meines Lebens. Was nun dazu führt, dass man mich nicht mehr buchen kann. Entweder ich übernehme die Veranstaltung ganz oder gar nicht, denn für Dilettanten ist mir meine Zeit zu schade!

Der Witz zum Schluss die Frage, ob ich dem Busfahrer schon Trinkgeld gegeben hätte. Manchen Menschen fehlt offensichtlich das Verständnis für Organisation und die damit einhergehende Verantwortung.

Unsere Freizeit in Straßburg verbrachten wir sehr angenehm. Wie die letzten Male so üblich, genossen wir das Mittagessen in unserer aktuellen Lieblingskneipe. Der Wirt gewohnt freundlich aber auch mit einer traurigen Nachricht. Er muss nach 20 Jahren aufgeben, da er nicht mehr über die Runden kommt. Auf alle Fälle sind zwei Jahrzehnte Durchhalten alleine schon eine großartige Leistung. Und gerade in einer Stadt wie Straßburg kann man sich als Kneipier nicht mehr so einfach durchwursteln, denn dazu ist die Konkurrenz viel zu groß.


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Sonnensystem

5.6.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Sonnensystem | © Shutterstock

Architektur

Für mich ist Architektur noch wichtiger als Musik. Hier einmal ein neues Gebäude, das zeigt wie man bauen kann, wenn man nur möchte. Dieses Gebäude steht nun in der 270 Park Avenue in New York, wurde von Foster + Partners erstellt und beheimatet nun bis zu 14 000 Mitarbeiter von JPMorgan Chase. Eröffnet wurde es bereits im Oktober letzten Jahres.

Die 60 Stockwerke erreichen gut 420 Meter und machen das Gebäude damit zu einem der höchsten der Stadt. Eine Besonderheit ist die Gründung des Gebäudes, da es weitgehend auf den Gleisanlagen von zwei Bahnhöfen steht.

Vermischtes

Heute ein sehr angenehmes Kaffeegespräch mit Detlef Stern, auch wenn es diesem Mal schwerpunktmäßig um Hochschule, Studium, Dozenten und Studenten ging. Gut tat mir dabei, dass wir doch so einiges zu lästern hatten. Waldorf und Statler lassen grüßen. Wobei die beiden Originale ihr Debut bereits 1975 in „Sex and Violence“ hatten.

Kurz ließen wir auch noch ein paar andere Blogger Revue passieren, von denen doch so einige nicht mehr im Internet zu finden sind — was auch an unserem Alter liegen dürfte. Und wie gesagt, jene, die nicht mehr selber denken und schreiben wollen, suchen wir erst gar nicht mehr.

Man kann dies Purismus nennen, aber völlig seichte und Ki-generierte Inhalte bekommt man bereits zur genüge in der Presse — und so sind es die eher ungefilterten Blogs, die noch Interessantes bieten können. Die reinen „News“ bekommt man schon länger durch Funk und Fernsehen.

Danach war ich noch ein wenig im Schwimmbad, was ich allerdings heute nicht zum Schwimmen nutzte.

Aktuell kann man ganz gut lesen, wer so alles am Verteidigungshaushalt und dem entsprechenden Sondervermögen mitverdienen darf. Das Geld wird wie seit Jahren gewohnt mit der Gießkanne auf alles und jeden vergossen, der nur schnell genug hier schreit. Und weil so viel Geld vorhanden ist, muss man nun die Streuung so weit vergrößern, dass die ersten und üblichen Verdächtigen nicht gar vom Geldregen ertränkt werden.

Zum Ende des Abends noch ein paar Runden Rummikub. Als ich dann doch einmal gewann, war aber auch Schluss.

Filmabend

Gestern schauten wir einen bereits etwas älteren Film an, dessen Titel alleine schon neugierig machen dürfte. „The Englishman Who Went Up a Hill But Came Down a Mountain“ wurde von Christopher Monger 1995 in die Kinos gebracht.

Gewöhnlich schrecken mich Filme mit Hugh Grant eher ab, in diesem gefällt er mir aber dann doch ganz gut. Colm Meaney gewohnt gut und dies auch ohne Raumschiff. Ian McNeice gefällt mir hier noch besser als bei „Midsomer Murders“ oder gar als Kwaltz in „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ — verschrobene Rollen dürften ihm einfach liegen.

Alles in allem ein sehr unterhaltender Film mit einigen netten Einfällen und Anspielungen.

Und kaum hatte ich diesen Film fertiggeschaut, wurde ich auf das Filmhighlight im kommenden Jahr aufmerksam gemacht. Als wäre 1987 erst gestern gewesen!

„Spaceballs“, der beste Star Wars Film aller Zeiten, bekommt einen zweiten Teil. Schon der Trailer, den ich mir sofort gönnte, verspricht doch so Einiges. Mel Brooks, der nicht mehr die Regie führt [Gerd M. Hofmann machte mich darauf aufmerksam], wird aber auch als Co-Produzent mit dem Disney Konzert kaum so einen verständnisvollen „Gegner“ wie damals mit George Lucas haben.

Nun hoffe ich, dass doch noch so einige Schauspieler der ersten Crew übrig sind, die damals sämtlich gut spielten. John Candy ist auf alle Fälle nicht mehr mit dabei, zumindest nicht als Mensch und schon gar nicht als Mog.

Und damit auch andere auf den Geschmack kommen, hier noch etwas mehr Erklärung zum neuen alten Film.

„May the Schwartz be with you!“

„I’m a Mog: half-man, half-dog. I’m my own best friend.“

Barf (1987)

Kino

2.6.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Kino

Wunderlich

Die FDP meint nun, dass mit Nazis herumzumachen liberal sei. Die Wähler liefen der FDP sicherlich nicht deswegen davon, weil sie zu weit links war. Und nun laufen die FDP-Granden auch noch den falschen Wählern hinterher. Und so ist es für diese Partei sicherlich ganz gut, dass über 70-Jährige nicht mehr so schnell zu Fuß sind — aber vielleicht fahren deren Vertreter gerade deswegen so gerne Porsche.

In Baden-Württemberg darf nun in Freibädern oder an Bushaltestellen nicht mehr geraucht werden. Bei uns in Heilbronn wird bisher sogar im Hallenbad und in den meisten Kneipen geraucht, zumindest im Außenbereich. Lassen wir uns einmal überraschen, was aus diesen neuen Verboten werden wird.

Wahrscheinlich ist dies aber die neue deutsche Lässigkeit. Alles was man sagt und vereinbart ist mit der Verlautbarung auch schon wieder Schnee von gestern, wie etwa die Schuldenbremse, unsere Sondervermögen oder gar eine Transparenz in der Politik.

Nun dürfen Mitgliedsstaaten der EU Menschen ohne Schutzanspruch in aufnahmewillige Drittstaaten abschieben, was ich schon sehr lange für eine gute Idee halte — wenn man es richtig bewerkstelligt. Das Problem dabei ist aber, wer diese Menschen freiwillig aufnimmt. Hätte man den Magreb nicht vor gut 10 Jahren so stark verprellt, wäre dies heute sehr viel einfacher.

Deshalb gehe ich davon aus, dass diese Entscheidungen im Europäischen Parlament keine tragfähigen sind, sondern nur weiter den rechtsextremen Populismus in Europa stärken sollen und sicherlich auch werden.

Unsere Politiker sind inzwischen wie Fettsäcke, die jeden Tag aufs Neue abnehmen wollen und immer wieder eine neue Diät ankündigen — dabei weiß doch inzwischen jeder, dass sie nie schlanker werden und sie sich dazu heimlich eine Torte nach der anderen einverleiben. Jede Demokratie lebt von der Glaubwürdigkeit ihrer Vertreter!

Vermischtes

Scheinbar drehen nun auch ein paar Kanadier in Alberta durch — muss man nicht mehr verstehen. Dafür sorgen wohl ein paar Republikaner, dass Donald Trump keine 2 Milliarden Dollar an Steuergeldern zur Entlohnung seine Schlägertruppen verwenden kann. Kann es ein Equilibrium der Dummheit geben?

Thomas Michl hat sich über die hohe Kunst der organisatorischen Selbstsabotage geäußert. Viele Betroffene dürften darüber lächeln können, ändern wird es sicherlich nichts.

Detlef Stern zeigt in einem Blog-Beitrag über Lesepaten wie schnell die Zeit vergeht. Nun ist er ebenfalls Ex-Lesepate, als wäre es gestern gewesen; Ideen für Freiwilligenarbeit hätte ich übrigens genug. Dafür treffen wir uns gleich heute Morgen zu einem Nicht-Käffchen, bevor es für uns beide in die Vorlesungen geht.

Gestern wäre Marilyn Monroe 100 Jahre alt geworden, was man ihr überhaupt nicht ansieht. Die meisten ihrer Filme habe ich mehrfach gesehen. Und so hätte ich besser zu ihrem 100sten auf Misfits (1961) zurückgegriffen, wobei mir aber ihre Komödien weiterhin am besten gefallen.

Heile Welt

Gestern gab ich mir ganz spontan „The Mandalorian and Grogu“. Zuerst das Positive. Das Kino war fast leer. Entweder lag es daran, dass wir — ja meine bessere Hälfte war mit dabei — den Film in der Originalsprache sahen, oder daran, dass das Heilbronner Publikum mehr Geschmack hat als ich es bisher vermutete.

Auch das Kino war sehr aufgeräumt, bis auf die Plätze in der letzten Reihe, dort lag noch der Müll von den Vorgängern. Die elektrisch verstellbaren Liegestühle ohne Tadel — in den USA sind sie aber noch beheizbar.

Aber nun zum Film. Im Falle, dass man die vorherigen Star Wars Filme nicht gesehen hat, dann ist dieser Film nichts für den Zuschauer, denn er lebt ausschließlich von den Vorgängerfilmen einschließlich der Serie. Die Idee sehr einfach, jeder darf und muss sich wohlfühlen können. Und für den Fall, dass sich Zuschauer den Film irrtümlich anschauen, finden sich Anleihen von weiteren sehr bekannten und populären Allerweltsfilmen. Ich habe sofort Szenen aus Harry Potter, Men in Black und Ghost Busters wiedergefunden — es werden sich sicherlich weitere Anleihen finden.

Das Einspielen der alten Star Wars-Garde nett. Dass man den Hauptdarsteller wenigstens ein zwei Minuten lang mitspielen lies, halte ich dennoch für etwas gewagt. Dass man Sigourney Weaver mitspielen lies, eine einzige Fehlentscheidung, denn dies hat mehr versprochen als der Film halten kann.

Kritisch sehe ich die versuchte Rehabilitation der Fetten, denn nur der junge Fette war gut und nett. Die beiden alten fetten „weißen Männer“ hingegen weiterhin wie eh und je die bösen Buben.

Beste Szene im Film, wie vier kleine Leute mit einem Miniraumschiff eine Ratte wegpusten — ein Seitenhieb auf Ratatouille?

Zum Ende des Films noch der Hinweis, dass es für wirklich jeden eine Uniform gibt. Früher™ sagte man, „Auch dein Helm wurde schon gepresst.“

Für mich aber wirklich überraschend, dass es dieses Mal weder eine Prinzessin noch ein Super Girl gab — vielleicht wird gerade deshalb aus dem Film kein Kassenschlager.


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