Zettelkasten

Zettelkasten 5 (2)

Beitragsfoto: Zettelkasten | © Africa Studio, Shutterstock

Da ich bei meinem Zettelkasten auf den Zettelstore von Detlef Stern zurückgreife und sein Entwickler auch noch sehr hilfsbereit ist, ging die Sanierung des Systems Zettelkasten schneller als von mir gedacht.

Nun fängt für mich die Arbeit aber erst an, denn ich möchte einige Änderungen in der Struktur des Zettelkastens tätigen.

Dabei übernehme ich den einen oder anderen Gedanken aus meiner Blogroll und gucke mal, ob das dann auch für mich passt. Und kaum hatte ich mich für die ersten Anpassungen entschieden, musste ich kurz nach Stuttgart und nach meiner Rückkehr sahen die erdachten Anpassungen dann nicht mehr so gut aus — was mir nun zeigt, dass es inzwischen besser ist, wenn ich nicht mehr mehrere Dinge versuche gleichzeitig zu erledigen.

Auf alle Fälle aber muss ich die Rollen überarbeiten und danach alle Zettel dahingehend neu sortieren. Und vielleicht wäre es gar keine schlechte Idee, wenn ich mir über diese Neuverteilung dann auch einen eigenen Zettel anlege.


Soldaten

15.9.02025 5 (4)

Beitragsfoto: Soldaten | © Pixabay

Werbung

Gerade eine aktuelle Diskussion mit Thomas Michl. Wie wirbt man für Streitkräfte? Ich meine nicht wie für alle anderen, da Streitkräfte etwas ganz Besonderes sind.

Der größte Werbefehler war vor Jahren: „Ein Beruf wie jeder andere!“ Der zweitgrößte mit ‚Sicherheit im Militärberuf‘ zu werben! Denn Soldat sein hat mit der „gutbürgerlichen Sicherheit“ rein gar nichts zu tun.

Und an dem, was wir durch diese Art von Werbung bekommen haben, leiden wir noch heute.

Der dritte Werbefehler war, das Militär als Gleichmacherei verkaufen zu wollen. Das böse Erwachen für viel zu viele war und ist kontraproduktiv.

Wie macht man dann für Streitkräfte Werbung? Ich weiß es nicht. Vielleicht, indem die Soldaten von ganz alleine durch Leistung und gutes Aussehen für sich werben und dadurch leistungsfähige und -willige junge Menschen versuchen, ob sie dieser Herausforderung gewachsen sind.

Und natürlich — in unserer Gesellschaft so üblich — durch eine angemessene Bezahlung sowie einer vorbildlichen Unterstützung, wenn die Soldaten dann als Wracks aus den Einsätzen zurückkommen.

Das alte Rom wusste noch, wie man es macht, und so könnte man deren entsprechende Aufzeichnungen einmal zur Hilfe nehmen.

Kommentare

Mit dem Wegfall der Möglichkeit, meine Blog-Beiträge per E-Mail zu abonnieren, kam es erwartungsgemäß zu einem Rückgang in meiner Leserschaft. Interessanter Weise dabei mehr als ich Abonnenten hatte. Und so gehe ich einmal davon aus, dass diese Abonnenten so etwas wie Multiplikatoren waren.

Und mit dem Wegfall von Lesern wurden auch die Kommentare hier im Blog weniger. Eigentlich ebenfalls nur folgerichtig.

Ich könnte nun auch die Kommentarfunktion abschalten und darauf bauen, dass man mir weiterhin per Telefon, SMS oder E-Mail Rückmeldung gibt, möchte diesen Schritt nun aber zumindest nicht sogleich gehen. Denn wer sich die Mühe macht, meine Beiträge zu lesen, dem möchte ich es nicht unnötig erschweren, diese vor Ort gleich auch noch selbst zu kommentieren. Und jene Kommentare, die anonym abgegeben werden, halten sich tatsächlich sehr in Grenzen — das war schon viel schlimmer.

Hier vermute ich, dass die anonymen Schreiber gemerkt haben, dass ihre Kommentare so nicht freigeschaltet werden und sich nun diese Arbeit ersparen.

Für ganz allgemeine Kommentare habe ich dieses Jahr wieder ein Gästebuch freigeschaltet und mir insgeheim erhofft, dass dort ein Kommentar nach dem anderen hineingeschrieben wird.

Jüngst wurde mir bei einem Besuch ein Gästebuch unter die Nase gehalten und ich gebeten, einen Eintrag zu verfassen. Was mir eindeutig zeigte, dass nur ein zur Verfügung stellen eines Gästebuches nicht ausreichend ist, man muss seine Gäste dazu noch für die Einträge motivieren.

Und da ich keinen Leser mit einem entsprechenden Pop-up belästigen möchte, wird wohl mein Gästebuch weiterhin ein Nischendasein fristen.

Vermischtes

Gerd M. Hofmann machte mich darauf aufmerksam, dass es nun eine Rad-App der Deutschen Bahn gibt. Win-Win für alle. Man kauft sich nun eine Fahrkarte der Bahn z. B. nach Stuttgart und fährt dann, da der Zug nicht kommt, mit dem Rad dorthin. Wenn das in Heilbronn klappt, dann gibt es bald keinen einzigen Zug mehr.

Heute gab es eine Regenfahrt mit dem meseno-Bus, dafür aber wieder etwas mehr zu schleppen als üblich. Und so will ich mal nicht meckern.

Die Wähler in NRW haben gesprochen. Es viel zwar nicht so schlimm aus wie befürchtet, dennoch aber darf und kann man 14,5 % AfD nicht schönreden. Aber zuerst einmal das Gute, nämlich die Wahlbeteiligung blieb über 50 % und verbesserte sich sogar gegenüber dem letzten Mal, was erst einmal für die Wähler in NRW spricht. Die CDU erhielt weiterhin knapp ein Drittel der Wählerstimmen, was sich der Ministerpräsident auf die Fahnen schreiben kann, denn ohne Hendrik Wüst wäre die CDU so richtig abgeschmiert.

Die FDP hat sich selbst zerlegt und die gut 3 % kann ich mir nicht erklären. Die Linke (gut 5 %) profitiert wie die AfD von der SPD, während die Grünen (ca. 13 %) so langsam, aber sicher wieder auf normal zurückgebracht werden. Wahrscheinlich halfen sie sich wie bei uns in BW selbst dabei, indem sie ihre guten Kandidaten auf die völlig hoffnungslosen Plätze wählten.

Dass die SPD noch über 20 % blieb, hat mich nun aber richtig überrascht. Dies wird sich weiterhin biologisch von selbst regeln, es sei denn, bei der SPD fängt man wieder damit an, sozialdemokratische Politik à la Helmut Schmidt zu machen; dazu müssten deren Kandidaten aber so etwas wie Arbeit und Leistung für sich entdecken.

Eine Verdreifachung der Nazis im Westen ist allerdings weiterhin der Hammer, wobei man den Bürgern in NRW immer noch mehr Menschenkenntnis und Demokratieverständnis als bei uns in Heilbronn attestieren muss, denn dort hat die AfD schon längst über 15 %. Wobei Heilbronn auch noch zu den Städten der Besserverdiener zu rechnen ist — bei uns wählt man die AfD eindeutig aus Überzeugung und nicht aus Protest.

Das letzte Mal, als Deutschland Basketball Europameister wurde, befanden sich meine bessere Hälfte und ich in den Flitterwochen. Dieses Mal waren wir bereits Großeltern.

Da ich selber gerne und für meine Verhältnisse ganz passabel spielte und meine beiden Jungs später in Ulm trainierten, verfolge ich weiterhin gerne Spiele. Als 1983 Italien Europameister wurde, habe ich mich zum ersten Mal so richtig darüber gefreut. Gestern konnte man Dennis Schröder zurecht feiern, Ende gut, alles gut! Jetzt hoffe ich nur, dass meine Mitbürger ihn auch noch dann gut finden, wenn er dereinst nicht mehr der erfolgreiche „Anführer“ (Spiegel) sein wird. Nicht nur die Bild wird ihn dann sicherlich mehrseitig zerlegen und zerfleischen.

Die Bild-Zeitung, das Hetzblatt für völlig Zurückgebliebene, hatte bestimmt auch einmal gute Zeiten, allerdings dann vor meiner Zeit. Ich kenne dieses Blatt nur, weil sich Politiker ganz offensichtlich dafür bezahlen ließen, dieses u. a. im Bundestag in die Kameras zu halten — kann aber auch sein, dass man diesen die Zeitung einfach nur geschenkt hat.

Später gehörte das Blatt dann zu jenen Zeitungen, die die Bundeswehr für ihre Soldaten kaufen musste. Viele von uns dürften nur geguckt haben, welche Nackedei heute darin zu finden ist.

Wie ich erfahren durfte, schreibt Detlef Stern zurzeit fremd, sein Blog bleibt vorerst leer. U. a. bereitet er das Wintersemester vor, was ich demnächst auch noch machen muss. Da ich aber aus reinem Spaß heraus an die Hochschule gehe, sehe ich mich dabei nicht so pressiert. Und so bin ich eher gespannt darauf, ob die Studenten dieses Mal die Absicht haben, um in meinen Vorlesungen etwas zu lernen — nur die Zeit dort totzuschlagen hilft keinem weiter.

Go to interesting places, meet interesting people, and shoot them.“

Anon, etwa 1960er-jahre

Baumstumpf

12.9.02025 5 (7)

Beitragsfoto: Baumstumpf

Attentate

Auch bei Attentaten muss man sich fragen, wem nutzen diese eigentlich. Und so gibt es in den USA bereits zwei solcher Attentate, die man einfach hinterfragen muss. Beim ersten Attentat, jenem auf Donald Trump lieferte dieser seiner Anhängerschaft sogleich wie Jesus eine Wunderheilung mit dazu. Wenn ich mich richtig erinnere war der Attentäter ein Trump-Anhänger und das Opfer ein Trump-Fan. Die Gewinner eindeutig Donald Trump, sein MAGA-Kult und die GOP. Die Wahl wurde gewonnen. Die Machtergreifung erfolgte sogleich hinterher.

Nun, da es wie bei Kim Jong-un, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan, drei von vielen Trump-Kumpels um den Machterhalt geht, wird nicht nur das Militär aktiviert, sondern man benötigt noch den einen oder anderen Anlass, um gegen die Opposition — hier die US-Demokraten — vorgehen zu können.

Und schon gibt es ganz zufällig ein Attentat auf einen populären Gefolgsmann von Donald Trump, der dann auch ohne Probleme sterben durfte — eine zweite Wunderheilung wäre wohl zu viel gewesen. Und wie bereits im Dritten Reich hat auch nun die GOP einen Märtyrer, der nun von allen bewundert wird und als Toter einem Donald Trump auch nicht schaden kann.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob es zu den ersten Verfolgungen von US-Demokraten kommen wird oder ob wir doch noch ein paar weitere Attentate miterleben dürfen.

Ausstellung

Während viele meiner Mitbürger alljährlich weinseelig zum Rathaus pilgern und dort ihre kostbare Zeit für ein paar Tage totschlagen, möchte ich darauf hinweisen, dass es noch andere Veranstaltungen in Heilbronn und Umgebung gibt, wie etwas die 9. Hertensteiner Gespräche (manche meiner Leser können es sicherlich schon nicht mehr hören) oder aber und nun ganz neu hier im Blog eine Ausstellung über das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold im Weinsberger Rathaus. Deren Thema: „Wehrhafte Demokratie in der Weimarer Republik“. Das ist zwar schon eine ganze Weile her, aber heute so aktuell wie noch nie!

Der von Brackenheim über Heilbronn nach Stuttgart migrierte Theodor Heuss war übrigens Reichsbannermitglied und Thomas Michl lies mich wissen, dass es auch einmal in Heilbronn eine starke Reichsbannergruppe gab. Da man in unserem Rathaus aber lieber Nazis ausstellt, wäre eine Reichsbannerausstellung sicherlich dort fehl am Platz. Es gibt aber auch noch andere Räumlichkeiten in unserer Stadt und so kann man doch noch hoffen; bis dahin muss man als Heilbronner halt ab dem 2. Oktober 2025 nach Weinsberg pilgern, was mit der Straßenbahn auch ganz gut geht.

Der Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold war von Anfang an ein überparteilicher Verein und wurde verboten noch bevor die EUROPA-UNION 1934 in der Schweiz gegründet wurde. Beide überparteilichen Vereine haben heute dasselbe Problem, nämlich dass es sehr vielen Parteimitgliedern nicht mehr gelingt auch überparteilich unterwegs sein zu können. Die Gründe dafür könnten beim abnehmenden Bildungsstand liegen.

Es ist zwar wichtig und richtig, dass man als Mensch eine eigene Meinung hat und sich zudem auch für eine Seite der Geschichte entscheidet; als Demokrat sollte man aber die Fähigkeit entwickelt haben, um auch über demokratische (Partei)Grenzen hinweg zusammen sein und zusammen arbeiten zu können. Es sind die Kompromisse, die die Menschheit weiterbringen. Überparteiliche Vereine und Institutionen bieten dazu eine Plattform an und sollten deshalb nicht für Parteiengezänk missbraucht werden!

Wenn sich Parteimitglieder besuddeln wollen, dann finden diese in ihren eigenen Reihen ausreichend Gleichgesinnte. Apropos Weindorf, dort gibt es jetzt eine App, die einem sagt, ob der Wein den man gerade trinkt auch schmeckt. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Vermischtes

Gestern Morgen gab es gleich zu Beginn ein sehr erfreuliches Telefonat mit Gaël de Maisonneuve, denn er konnte es doch noch möglich machen und kommt nun wie letztes Jahr auch zu den 9. Hertensteiner Gesprächen.

Es gab einmal in Heilbronn eine Tageszeitung, auch schon etwas länger her. In der heutigen Zeit ist es sicherlich sehr schwierig Zeitung zu machen, aber auch andere Dinge sind schwieriger geworden. Der Defector, eine US-Sportzeitung, feiert gerade sein Fünfjähriges — against all odds!

Gerade als Zeitungsmacher sollte man, gerade wenn man überparteilich und liberal sein möchte, nicht den Fehler begehen und der Obrigkeit in den Hintern zu schlupfen. Denn von den Abonnements der Obrigkeit, wenn diese überhaupt dafür zahlen, kann keine Zeitung leben.

Und wenn man unbedingt, so wie z. B. ich, seine Meinung ungefiltert zum Besten geben möchte, dann schreibt man am besten ein Blog oder, wenn man sich dumm und dämlich verdienen möchte, gründet man ein Hetzblatt. Das soll gerade beim uns in Deutschland wunderbar funktionieren.

Einige meiner Mitbürger kaufen sich noch heute oder bleiben gar beim Abo ihrer Tageszeitung und geben diese ungelesen ins Altpapier — kann man machen, sollte man aber nicht. Was aber ganz gut erklärt, warum diese nichts von einer ganz bestimmten Todesnachricht mitbekommen haben; der eigentliche Grund, warum meine mir bekannten Mitbürger sich überhaupt noch die Zeitung zustellen lassen: wer stirbt so alles vor mir?

Weit zuverlässiger wäre es, regelmäßig aufs Weindorf zu gehen und sich dabei zu fragen: wer steht dieses Jahr nicht mehr neben mir? Alternativ, regelmäßig auf den Hauptfriedhof zu gehen und zu gucken, wer schon dort liegt. — Funktioniert wohl aber nur bei uns alteingesessenen Heilbronnern, wobei ich jüngst überrascht war, wer es bereits schon geschafft hatte.

Für uns Europäische Föderalisten aus Heilbronn gibt es einen eigenen Service, wir gedenken unseren ehemaligen Mitgliedern „auch online“.