Archiv

3.4.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Archiv | © Pexels auf Pixabay

Artemis 2

Auch wenn die Begründung für diese Mondmission eine ganz banal politische sein dürfte, ist es dennoch eine große technologische Herausforderung für uns Menschen und wahrscheinlich sogar eine erfolgsversprechendere als KI.

Wer ein wenig mehr über diese Raummission erfahren möchte, dem empfehle ich die hier verlinkte NASA-Website.

Wer sich über das gesamte Artemis-Projekt informieren möchte, dem empfehle ich die hier verlinkte Website.

„Under Artemis, NASA will send astronauts on increasingly difficult missions to explore more of the Moon for scientific discovery, economic benefits, and to build on our foundation for the first crewed missions to Mars.“

NASA (3.4.2026)

By the way, ich habe vor Kurzem angefangen „Strange New Worlds“ (2022) zu schauen, was meiner besseren Hälfte nicht so zusagte. Ergo, Mission aborted!

Vermischtes

Warum Deutschland langsam aber sicher aus den erneuerbaren Energiequellen aussteigt, muss man nicht verstehen. Es soll laut der verantwortlichen Ministerin unserem Staat Geld sparen. Guido Kühn hat da eine etwas andere Meinung.

Auf Einladung von Olaf Scholz sind alleine seit Kriegsbeginn zwei russische Brigadeäquivalente nach Deutschland eingereist. Unter Helmut Kohl waren es noch ganze Heeresgruppen. Inzwischen hat man wohl auch in der Politik die Gefahr erkannt. Im Falle eines Angriffes wäre das Baltikum schon alleine wegen dieser Bevölkerungsteile für uns nicht zu halten.

Leider aber hilft es dabei nicht sehr viel, wenn man diesen kriegsfähigen Menschen zwar kaum noch Asyl gewährt, sie aber dennoch über Jahre hinweg bei uns dulden muss. Denn wer will diese potentielle Gefahr im Falle eines Krieges in Schach halten? Unsere Ordnungsämter sicherlich nicht.

Erfreulich, dass die Hetz-Drohne Pam Bondi aus ihrem Amt entfernt wurde. Aber nicht, weil sie fast alles in ihrem Amt falsch machte, sondern wohl einzig und alleine nur deswegen, weil sie nicht genug unschuldige US-Bürger in den Knast brachte. Ganz plakativ ausgedrückt: sie hat als Donald Trumps Racheengel völlig versagt. Da half es ihr auch nichts, dass sie die Epstein-Akten zugunsten von Donald Trump fälschen ließ.

„Yet Mr. Trump remained annoyed by Ms. Bondi’s inability to secure indictments of people he referred to as “scum” during a speech in the department’s Great Hall about a year ago.“

Tyler Pager & Glenn Thrush (2.4.2026)

Dass Dicke nicht deswegen dick sind, weil sie einfach zu viel essen, sondern alleine nur deshalb, weil sie ein „dickes Gen“ haben, wissen wir bei uns schon lange. Nun aber kommt auch eine besser geeignete Entschuldigung für zu viel Alkohol: das Auto-brewery syndrome!

Archivarbeit

Dieses Ostern nutze ich neben der Aufarbeitung von Familiengeschäften der Archivarbeit. Beruflich wie auch ehrenamtlich sorge ich in meinem Verantwortungsbereich stets dafür, dass die getane Arbeit auch festgehalten und archiviert wird. Privat gehe ich den gegenteiligen Weg und verzichte selbst auf die üblichen Backups. Angemerkt sei, dass selbst das beste Backup nicht mit einem Archiv verwechselt werden darf; nicht umsonst gibt es den Beruf des Archivars.

Heute machte ich eine kurze Tour nach Stuttgart, um die zu archivierenden Unterlagen der EUROPA-UNION Baden-Württemberg abzuholen, heute werden sie um die entsprechenden Unterlagen der EUROPA-UNION Heilbronn ergänzt und am kommenden Wochenende ins Archiv der Europäischen Union nach Florenz verfrachtet.

Seit meiner Entscheidung diese Archive nach Florenz in eine professionelle Obhut abzugeben sind nun auch schon wieder gut sieben Jahre vergangen. Mit der diesjährigen Lieferung dürfte der größte Teil archiviert sein und man muss künftig nur noch alle paar Jahre die neu hinzugekommenen Produkte ergänzen. Ich hoffe, dass meine Nachfolger ähnlich verantwortlich denken und handeln werden.

Leider habe ich schon viel zu viele Archive in einem sehr schlechten Zustand sehen müssen, wobei sehr viele Stadtarchive heute diesen Namen eigentlich nicht mehr tragen sollten — wir machen alles außer unsere Arbeit. Und selbst sehr professionell betriebene Archive haben keinen Anspruch auf Ewigkeit.

Wenn man aber selber erkennt, dass Archive einfach zu einer professionellen Arbeit mit dazu gehören und man dies wie in meinem Falle auch noch lehrt, ist es nur folgerichtig, dass man selbst mit dazu beiträgt, dass die getane Arbeit auch entsprechend archiviert wird. Das ist man den Nachfolgern einfach schuldig und vorausgesetzt, dass diese ähnlich denken, könnte man später einmal aus den Fehlern und vielleicht auch von den Erfolgen der Vergangenheit etwas lernen. Man muss nicht jedes Rad immer wieder neu erfinden.

Zudem sind Archive für Historiker ganz gute Quellen, um sich einen möglichst passenden Eindruck von der Vergangenheit machen zu können. Wobei gut geführte Archive leichter zu erschließen sind als alte Knochen oder Tonscherben.

Und damit die Archivare später eine richtige Freude bei der Aufarbeitung haben, versuche ich immer ein paar Goldkörnchen mit beizugeben. Was mir schon heute zudem große Freude bereitet, sobald ich nur daran denke, dass in ein paar Jahrzehnten ein Historiker oder ein fachlich Interessierter darauf stoßen wird und sich ein wenig wundert, vielleicht sogar dabei auch ein klein wenig schmunzelt.

„Ironically, the only staffer who has immunity is RFK Jr.“

Jimmy Fallon, The Tonight Show (2.4.2026)

Fediverse Reactions
Selfie

Erklärbär 5 (6)

Beitragsfoto: Selfie mit netten Menschen

Seit ein paar Tagen verfolge ich mit großem Interesse eine Diskussion in der bundesdeutschen Bloggeria über Problem- und Erklärbären. Ein klein wenig freue ich mich gar darüber, dass ich zumindest meiner Kenntnis nach weder Ursache oder Betroffener noch Beteiligter an dieser Diskussion bin — zumindest bis jetzt noch.

Auf alle Fälle kann ich meinen deutschsprachigen Mitbloggern versichern, dass diese Art von Austausch nur in unserer kleinen und ganz eigenen Welt möglich ist. Blogger aus anderen Kultur- und Kommunikationsräumen würden sich sicherlich etwas darüber wundern. Für uns Deutschblogger ist es offensichtlich aber eine todernste Angelegenheit.

Noch spannender aber ist es, dass wir Problem- oder Erklärbären überhaupt kein Internet bzw. Weblogs benötigen, um uns mit uns selber zu beschäftigen. In einer ganz anderen Angelegenheit saß ich mit vielen netten Menschen über das Wochenende zusammen, wobei ich weniger nette völlig ignorierte, und wir zudem darüber sprachen, ob ich nun noch Erklärbar oder eher doch schon ein Problembär sei. Heute Morgen so kurz vor 3 Uhr ließ ich mich davon überzeugen, dass ich zumindest zum Problembären tendiere. Die Frage stellt sich mir dabei, kann es das eine überhaupt ohne das andere geben? Noch spannender aber, warum ist dies eher eine bundesdeutsche Eigenart?

Wer ins Internet schreibt, der nimmt dabei in Kauf, dass er auch gelesen wird. Auch wenn ich von Anfang an das Internet als Tool für mich selbst sah und zudem als professionelles Werkzeug, um mit anderen Profis zu kommunizieren, blieb es nicht aus, dass sich mir dabei eine Öffentlichkeit mit erschloss, die ich so nicht intendiert hatte.

Wer ins Internet schreibt, an der Speakers’ Corner oder gar in Verbandsversammlungen spricht, der kann nicht wissen, wer und wie viele ihn lesen oder gar zuhören. Wer sich Reichweite wünscht, der muss mit der Reichweite leben, die er bekommt, ob sie ihm nun gefällt oder auch nicht. Wer das nicht möchte, schreibt besser ins eigene Tagebuch (≠ Weblog) oder kommuniziert am besten nur noch in Privatclubs.

Sobald man aber öffentlich schreibt oder spricht, bekommt man seine ganz eigene Öffentlichkeit; wie gesagt, ob es einem gefällt oder auch nicht.

Die allermeisten Menschen neigen dazu, dass sie kommentarlos zuhören oder mitlesen und dies dann auch bleiben lassen, wenn es ihnen nicht gefällt.

Gerade aber jene Menschen, die selber gerne schreiben oder Vorträge halten, tendieren dazu, dass sie Geschriebenes oder Gesprochenes ungern unkommentiert lassen — sie reagieren merklich auf ihre Mitmenschen, ob im Internet oder auch in echt!

Und das ist doch gerade der Charme einer offenen Gesellschaft, es gibt dort keine einheitlichen Regeln oder Gepflogenheiten, wie man sich äußert oder gar auf Geäußertes reagiert.

Aber es bilden sich regelmäßig und immer wieder Blasen (Kommunikationsräume), wie z. B. Bloggergemeinschaften im Internet oder Verbände im echten Leben, wo man sich immer mehr auf bestimmte Regeln und eigene Gepflogenheiten einigt und sich dabei sicherlich auch wohl fühlt wie gegenseitig bestärkt.

Schnell vergisst man dabei, dass man sich weiterhin im öffentlichen Raum befindet und dass Einzelne wie auch ganze Gruppen diese Bubbles stürmen können und immer wieder auch tun. Deshalb kommt es immer wieder dazu, dass des einen Erklärbär des anderen Problembär ist.

Vor Kurzem bekam ich zwei weniger nette Einträge in mein Gästebuch, ich habe sie stehen lassen und zudem erwidert. Lustiger Weise wurde ich gestern darauf hingewiesen, dass ich mit diesem weniger netten Menschen einen halben Tag lang in einem Raum gewesen bin. Ich habe es nicht bemerkt und wenn doch, hätte ich es mir nicht anmerken lassen — das hat was mit der Eiche und dem Schwein zu tun.

Was mich wieder zu der eingangs erwähnten Diskussion führt. Ich bin davon überzeugt, dass wenn man schon solche Diskussionen führt, dann gerade in unserem Kulturkreis auch die eine oder andere derbe Beleidigung einfach mit dazu gehört. Wer von meinen Lesern nun etwas neugierig geworden ist, der muss nur ein paar deutsche Blogger aus meiner Blogroll nehmen und nach dem Stichwort Bloggeria suchen.

Aber nun zurück zu meinem Wochenende in Berlin, das mich nun endlich davon überzeugt hat, dass es an der Zeit ist, dass ich darauf reagiere, wenn immer mehr ewig junggebliebene Damen (m, w, d) meine mir in all den Jahrzehnten ans Herz gewachsene Blase stürmen. Es wird sicherlich deftig werden.

Wohl deswegen haben diese besagten Damen nun im Verband Ombudsmenschen etabliert, die dafür sorgen sollen, dass die Entmündigung des Verbandes manifestiert wird — was jene, die in ihrem Leben nie mündig waren, nicht weiters stören dürfte.

Unsere Rückfahrt heute war fast beschwerdefrei — so lange bin ich noch in keinem Zug gestanden — aber auch höchst spannend. Meine bessere Hälfte und ich nahmen Vergleichszug 1 (Berlin – Heilbronn) und Jan-Philipp Scheu Vergleichszug 2 (Berlin – Stuttgart). Unsere Züge fuhren etwa 15 Minuten getrennt voneinander ab, wobei unserer am Start schon vier Minuten Verspätung hatte. Es ging hin und her, jeder hatte seine Besonderheiten und in Fulda verfehlten wir uns um keine acht Minuten. Da wir sechs Minuten vor Jan-Philipp unser Ziel erreichten, dürfen wir uns heute als Gewinner fühlen.

Detlef Stern, der die Fahrt digital mitverfolgte — als eine Art unabhängiger Schiedsrichter — übermittelte mir zum Schluss noch den folgenden Hyperlink, gewissermaßen als Siegesprämie.

„Niemand hat das Recht, nicht kritisiert zu werden.“

Ronen Steinke, Niemand hat das Recht, nicht kritisiert zu werden (16.3.2026)

Skulptur

14.3.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Skulptur

Vermischtes

Das Suchbild des Tages stammt nicht aus Berlin. Meine reisefreudigen Leser erkennen es bestimmt. Inzwischen etwas versteckt, findet man die Skulptur an einem ehemaligen Busbahnhof.

Gestern ging es sehr früh per pedes zum Hauptbahnhof, wo wir auf den verspäteten Zug warten durften. Was dazu führte, dass wir uns eine neue Reisestrecke aussuchen konnten. Endlich im Zug, beendete dieser seine Fahrt in Lauda. Ohne Ansagen verließen wir Reisenden den Zug und strandeten an einem Ort mit dem Charme der DDR kurz vor der Wende.

Später ging es dann mit einem weiteren Zug in eine ganz andere Richtung, was dazu führte, dass ich nach 1988 doch nochmals auf den Bahnhof in Hannover zurückgreifen musste. Und sofort wusste ich wieder, warum ich seither erfolgreich bestrebt war, an diesem Bahnhof nicht mehr halten zu müssen.

Erfreulich während der Fahrt ein etwas älterer Zugbegleiter, der völlig tiefenentspannt den Reisenden wieder etwas mehr Vertrauen in die Bahn zurückgab. Tiefenentspannte Mitarbeiter gibt es aber auch im Bundestag.

Bundestag

Sehr früh lernte ich den Europarat, das Europäische Parlament (beide in Straßburg), den Landtag in Stuttgart und den Bundestag erst in Bonn und später dann in Berlin kennen. Das Reichstagsgebäude war dabei erst Schülerpflicht und gehörte in den 1980er-Jahren noch mit zu meiner Berufsausbildung. Nach dem Umzug des Bundestages dorthin wurde es für mich zu einer Touristenattraktion. Übrigens, das Reichstagsgebäude und damit auch der Bundestag gehören heute zu den meist besuchten Parlamentsgebäuden der Welt.

Erst viel später wurde der Bundestag auch Ziel meiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Und so konnte ich mir dank Jan-Philipp Scheu gestern den Bundestag einmal etwas ausführlicher anschauen. Da die Anreise mit der Bahn ein ganz eigenes Abenteuer war, improvisierte Jan-Philipp ein wenig und es wurde eine nächtliche Besichtigungstour — was seinen ganz eigenen Charme hatte.

Das Ganze krönten wir zum Schluss noch mit einem leicht verspäteten Abendessen, was aber in einer Großstadt kein Problem darstellt.

Mitten in den Katakomben des Bundestags trafen wir auf einen Mitarbeiter, der dort ganz alleine seine Körbe warf. Und dies in einer der schönsten Sporthallen Deutschlands. Ich war kurz versucht, ihm den Ball streitig zu machen.

Leserschaft

Kaum habe ich mich von den Strapazen einer Fahrt nach Berlin, einer wunderbaren nächtlichen Führung durch den Bundestag mit einem anschließenden, sehr unterhaltsamen Abendessen erholt und sitze mit der Welt und mir völlig zufrieden in einer Tagungsstätte, als sich mir ein Leser meines Blogs zu erkennen gibt. Was mich nun motiviert, um diese Zeilen einfach so zwischendurch zu schreiben.

Vor zwei Tagen saß ich noch bei schönstem Wetter in meiner aktuellen Lieblingskneipe in Straßburg und besprach mit dem Wirt eine mögliche Veranstaltung. Und dies auf die Gefahr hin, dass dann auch diese Kneipe dereinst zu einem Touristenmagneten werden wird — den Wirt würde es sicherlich erfreuen. Auch wenn ich mit dieser Kneipe, die nun auch schon zwei Jahrzehnte besteht, voll und ganz zufrieden bin, trauere ich doch ein wenig meiner alten Lieblingskneipe nach, die ich über 30 Jahre hinweg alleine mit Kameraden, mit Freunden oder gar ganzen Reisegruppen regelmäßig besuchte und mich dabei fast schon selbst zum Inventar zählte. Plötzlich war dann jeder dort und ich musste mir eine neue Kneipe suchen.

Was mich wiederum an eine Pommesbude in Brüssel erinnert, die wir dorthin ausgeliehenen Gastarbeiter notgedrungen, weil mit zu geringem Tagegeld ausgestattet, regelmäßig aufsuchten und dort auch die eine oder andere Besprechung hinverlegten. Als diese Bude plötzlich zum fotogenen Hintergrund für Prominenz wurde, war es mit dieser Zeit auch zu Ende. Spannender Weise fragten später Reisegruppen, die ich durch Brüssel führen durfte, immer wieder genau nach dieser Pommesbude.

Was mich immer wieder fragen lässt, warum viele meiner Mitmenschen Dinge für gut und erstrebenswert befinden? Wohl einfach nur, weil es mehrheitsfähig ist. Das hatte ich hier aber schon einmal.

Nun sitze ich wieder einmal in einem Bundesausschuss und frage mich, warum ich mir dies überhaupt noch antue. Als ich als junger Mensch erkannte, dass meine Mitstreiter außer bloßen Äußerlichkeiten nichts mehr im Kopf haben und nur noch Schein dem Inhalt vorziehen, trat ich aus meiner damaligen Partei aus und beendete damit gut vier Generationen liberaler Familiengeschichte.

Als militanter Föderalist kann ich aus „meiner eigenen Bewegung“ nicht austreten, ich ziehe mich einfach immer mehr auf die kleinstmögliche föderale Struktur zurück — Föderalismus ist einfach eine Lebenseinstellung.


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