Wolkenformation

13.1.02025 4.5 (11)

Beitragsfoto: Wolkengebirge

Kanada

Wer politische Führung vermisst, der sollte einmal nach Kanada schauen. Canadian Leadership at its best! Deshalb stelle ich hier einen Beitrag von Jean Chrétien, ehemaliger kanadischer Premierminister, zur Verfügung, den er am 11. Januar 2025 anlässlich seines 91. Geburtstages veröffentlicht hat. Der Anlass für seinen Beitrag ist ein trauriger: Donald Trump, das ganze Gegenteil eines anständigen Politikers und Menschen, eine Blaupause für einen ganz üblen Schurken.

Bei uns findet man derweil nur völlig nichts sagende Plakate, die den später Gewählten sämtliche Optionen — auch die abwegigen — offenhalten. Dies ist allerdings weit besser als der längst abgegriffene Slogan: „Ein Politiker, eine Lüge.“

Blogger

Aktuell und schon wieder lassen sich viel zu viele Blogger über z. B. Facebook im Besonderen und die Social Media im Allgemeinen aus, weil diese Medien einen Kotau vor Donald Trump und anderen Autokraten machen.

Es stimmt, das tun diese Netzwerke, sofern sie Geld verdienen möchten. Marc Zuckerberg und andere folgen damit nur ihren Mitmenschen, die weiterhin an den scheußlichsten Machtmenschen festhalten, einzig und alleine deshalb, weil sie deren Gebaren aus tiefsten Herzen heraus anbeten.

Und so kann ich den Argumenten und Meinungen dieser Blogger eigentlich nur zustimmen — eigentlich aber dann nur bis dahin, wo diese urplötzlich zu der Auffassung gelangen, dass sie selber auch auf Facebook und Co. bleiben müssen, um Reichweite zu erzielen (Hic!) und um in der Lage zu sein, ihre Mitmenschen weiterhin nur so belehren zu können — und ganz nebenbei mit diesem Verbleiben auch noch die Demokratie an sich retten zu wollen.

Ich glaube, ich habe damit die letzten Blog-Beiträge von diesen meist „reichweitestarken“ Bloggern ganz gut wiedergegeben. Meines Erachtens ein klarer Fall für Sigmund Freud und seine Nachfolger.

Vermischtes

Es gelang mir nun zum ersten Mal in diesem Jahr ins Wasser zu gehen. Ich war so darüber erfreut, dass ich ganz vergaß, meine Runden zu ziehen. Das Sonnetanken im Außenbecken war einfach zu verführerisch. Und auch das Tanzbein wurde wieder geschwungen. Dafür kamen die Spaziergänge durch die Stadt etwas zu kurz.

Die ersten Aktivitäten der EUROPA-UNION verliefen ebenfalls sehr erfreulich, alleine mit den jüngsten Entwicklungen in den USA oder in Österreich und Ungarn gab es ausreichend Gesprächsstoff. So viel, dass ich es völlig vergaß, bei unseren Mitgliedern für den diesjährigen Europa-Ball zu werben.

Wie bereits von mir angekündigt, hat nun Donald Trump die Waldbrände in Kalifornien für sich entdeckt, wobei es ihm völlig egal ist, ob und wie viele seiner Landsleute dort sterben. Hauptsache Reichweite und Geblöke.

Wohl als ehemaliger Freie Wähler-Vorsitzender wurde ich von der Heilbronner Stimme gefragt, wie ich denn den Bundestagswahlkampf für unsere Partei gestalten möchte und ob wir den Wahlkampf mit künstlicher Intelligenz bestreiten werden. Ich empfehle der Stimmeredaktion dringend selbst auf KI zu setzen — es kann nur besser werden und dies ganz egal, was für eine wenig intelligente KI man dort auch nutzen wird.

Dafür bekamen die Freien Wähler wegen der Grundsteuererhöhung sehr ärgerliche Kommentare aus der Bürgerschaft. Die Grundsteuer gehört mit zu den ältesten direkten Steuern, wobei die Gemeinden dabei die Hauptnutzer und deren Normalbürger die Hauptgeschädigten sind. Und so gab es für uns Bürger zum 1. Januar 2025 eine ganz gewaltige Steuererhöhung, die sicherlich schwere negative Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt insgesamt haben wird.

Und die Entwicklung geht munter weiter, während Luft- und Bodenverschmutzer steuerbefreit werden, weil sie vermeintlich systemrelevant sind, müssen wohl künftig all jene die Luft atmen, eine Atemsteuer zahlen — für Sonne und Wasser zahlen wir bereits.

Meine erste Fahrt mit dem meseno-Bus in diesem Jahr war eine erfolgreiche. Ich konnte beeindruckende Wolkenformationen sowie auch Sonnenschein sehen und zudem ein klein wenig genießen. Zum Schluss war der Bus auch noch mit Nahrungsmitteln vollgefüllt, welche bei Rückkehr sogleich ihre Abnehmer fanden.

„Der Hass richtet sich das Objekt des Hasses zurecht. Es wird passgenau gemacht. … Den Hassenden den Raum zu nehmen, sich ihr Objekt passgenau zuzurichten, dafür sind wir alle als Zivilgesellschaft zuständig.“

Carolin Emcke (2016: 12/20)

Sonnensystem

Systemrelevanz 5 (6)

Beitragsfoto: Sonnensystem | © Shutterstock

Wenn ein einzelner Bürger stirbt, ist dies immer eine tragische Sache, insbesondere für sein näheres Umfeld. Für unsere Gesellschaft aber ist dies ein alltäglicher Vorgang und gefährdet deshalb auch kein Staatsgebilde. Selbst wenn für einen „Staatenlenker“ in seiner vollen Schaffenskraft die Welt untergeht, ist dies zwar für eine Gesellschaft ebenfalls tragisch, aber auch gleichfalls zu verkraften. Kurz gesagt: unsere Friedhöfe liegen voll von Menschen, die sich für unersetzlich hielten.

Und was für natürliche Personen gilt, gilt auch für juristische Personen! Kaum ein Mensch erinnert sich z. B. noch an Mannesmann, Borgward, Horten oder Commodore, was wieder einmal bestätigt, dass nichts unvergänglich ist. 

Deshalb erstaunt es mich ganz besonders, wenn man in Bezug auf Unternehmen von einer Systemrelevanz spricht. Damit unterstellt man diesen eine derart bedeutende wirtschaftliche Rolle, dass ihre Insolvenz vom Staat nicht hingenommen werden könnte. Und wenn diesen vermeintlich „systemrelevanten“ Unternehmen eine Insolvenz droht, wird sie nunmehr regelmäßig mit öffentlichen Mitteln abgewendet. Die sogenannte „Bankenrettung“ kann als plakatives Beispiel dienen. Der Haken dabei ist, wer bestimmt und nach welchen Kriterien, welches Unternehmen eigentlich systemrelevant ist?!

Um es auf den Punkt zu bringen: eine Systemrelevanz von Personen natürlicher oder juristischer Art, gibt es nicht. Unsere Gesellschaft wird auch den „Untergang“ der gesamten Wirtschaft verkraften können – was übrigens nicht das erste Mal wäre.

Da aber keiner ernsthaft diesen Beweis antreten möchte, sollte man sich überlegen, wie man der „Gefahr“ von vermeintlich systemrelevanten Unternehmen begegnet. Im Falle, dass die Regierung von einer Systemrelevanz spricht, liegt wohl folgendes Problem vor: entweder ist dieses Unternehmen für unseren Staat zu groß oder unser Staat ist für dieses Unternehmen zu klein. Für dieses Problem gibt es meines Erachtens nunmehr zwei Lösungsmöglichkeiten. Das Unternehmen wird auf eine für den Staat verträgliche Größe reduziert oder der Staat gibt die „Verantwortung“ für ein solches Unternehmen an eine dafür größenmäßig ausreichende Gemeinschaft ab – hier käme bei uns die Europäische Union ins Spiel.

Ich persönlich gehe weiterhin davon aus, dass es keine systemrelevanten Personen gibt und vermute eher, dass die Bezeichnung Systemrelevanz dazu dient, um die wirtschaftlichen Interessen einzelner Menschen vor denen der Gemeinschaft zu stellen und die dabei entstehenden Kosten auf Letztere umzuverteilen!

„One of the symptoms of an approaching nervous breakdown is the belief that one’s work is terribly important.“

Bertrand Russell, The Conquest of Happiness (2006 [1930]: 48)