Blitz

Almosen 5 (1)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Aktuell machen sogenannte soziale Parteien wieder für sich Werbung, indem sie Almosen, Sozialleistungen, Subventionen, Bürgergeld und andere Transferzahlungen versprechen.

Wer aufmerksam liest, stellt dabei fest, dass sie dabei nie die Armen und Hilflosen adressieren, sondern einzig und alleine ihr vermeintlich eigenes Klientel.

Ich kenne eigentlich keine Armen oder Hilflosen, die sogleich Transferzahlungen möchten. Die meisten, selbst jene, die tatsächlich nicht arbeiten können, hätten gerne eine für sie passende, wenn nicht gar eine Wunscharbeit, mit der sie in der Lage sind, ihr eigenes Leben finanzieren zu können.

Und erst dann, wenn sie durch diese oder gleich mehrere Arbeiten nicht über die Runden kommen, eine Unterstützung von ihrem Staat. Das hat in den meisten Fällen etwas mit Selbstwertgefühl zu tun und der Tatsache, dass sich die allermeisten Menschen nach Jahrhunderte langer Indoktrination einzig und alleine über ihre Arbeit definieren.

Die vermeintlich sozialen Parteien und Hilfsorganisationen hingegen definieren sich über ein möglichst schönes Leben, was an sich nicht falsch ist, aber dieses dann noch von möglichst anderen finanziert und propagieren für sich und ihr Klientel eine Transferzahlung nach der anderen, die ihnen selbst das Leben an sich vereinfachen soll — Bürgergeld als nettes Add-on für Künstler, etwas so wie für den gut situierten Mittelstand die Kilometerpauschale oder die Mütterrente.

Besser wäre es, wir schaffen mit all dem Geld Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten, sodass jeder, der gerne möchte, sich auch selber versorgen kann –> Selbstwertgefühl!

Und jene wenigen Menschen, die dies dann doch nicht können, aus Gründen auch immer, für die müssen dann Almosen (Kirchen & Oligarchen) oder Transferzahlungen (Staat) aufgebracht werden, als ultima ratio sozusagen –> Soziale Marktwirtschaft.


Business person standing against the blackboard

14.3.02024 5 (6)

Beitragsfoto: Vorlesung | © Shutterstock

Demenz

Ein Thema, das mich immer mehr fasziniert, je älter ich selbst werde. Und nun titelt Matthias Pfefferle einen Blog-Beitrag mit „Künstliche Demenz“. Dass ich da sogleich angebissen habe, dürfte verständlich sein, komme ich doch aus dem künftigen Weltzentrum für KI, welches bald sogar über einen eigenen Park verfügt, wo man bestimmt Tauben und Enten füttern kann. Dort wird dann sicherlich auch künstliche Demenz ihr Zuhause finden, zumindest so lange wie KI der letzte Schrei bei den Investoren ist.

Aber nun zurück zu Matthias Pfefferle und seiner Liebeserklärung für Weblogs.

„Ein Ziel der industriellen Revolution war, unliebsame und stupide Prozesse zu optimieren, um dadurch mehr Zeit für Kunst und Kultur zu schaffen. Und was macht AI, sie automatisiert uns genau diese Freiheit und nimmt uns ausgerechnet das Erstellen von Bildern und Texten ab.“

Matthias Pfefferle, Künstliche Demenz (12.3.2024)

Ich glaube fest daran, dass es nicht nur weiterhin echte Blogger geben wird, sondern auch kompetente Leser, die gute Blog-Beiträge zu schätzen wissen und dabei auch jene ihrer „Lieblingsblogger“ erkennen können. Und solange Künstliche Intelligenz keine viel besseren Blog-Beiträge schreibt als wir Blogger, müssen wir uns auch keine größeren Gedanken darüber machen.

Ich bin zudem davon überzeugt, dass wir erst dann von Künstlicher Intelligenz sprechen können, wenn diese tatsächlich nur noch bloggt und Bilder malt, sich vehement weigert unliebsame und stupide Prozesse zu übernehmen und diese dann weiterhin lieber uns Menschen überlässt.

Vorlesung

Eigentlich hätte es bereits vorgestern wieder losgehen sollen, aber das eine oder andere Projekt läuft aktuell nicht genau nach Plan und dies hat, wenn man zeitgleich mehrere Projekte leitet, auch Auswirkungen auf die restlichen. Deshalb freue ich mich nun darauf, dass es nächsten Dienstag dann doch so weit ist.

Meine entsprechenden Vorbereitungen sind fast vollständig abgeschlossen und so warte ich nun geduldig auf das Käffchen zusammen mit Detlef Stern, das meine Vorlesungsreihe einleiten wird. Bis dahin schaue ich auf die Anmeldungen und bin zudem gespannt darauf, wie sich die Studenten einbringen werden; das eine oder andere Goldkörnchen habe ich bereits hinterlegt.

Neben der Möglichkeit, dass ich eine weitere Eintragung aus meiner imaginären Bucket-List streichen kann, ist es das Spannungsfeld zwischen Erziehungswissenschaft und Projektleitung, welches mich die kommenden Wochen in den Bann ziehen wird.

Erfreulich

Die Stadt verkauft nun doch das Gebäude Fleiner Straße 41 an einen privaten Investor. Die Vernunft hat dieses Mal die Oberhand erhalten und der Familienbetrieb Böhnlein aus Bamberg darf sich in Heilbronn erweitern; nach dem Umbau wird es die größte Böhnlein-Filiale sein. Ich freue mich bereits auf die Neueröffnung, weil ich u. a. nach dem Wegfall von Luithle mit dem von Böhnlein übernommenen Beilharz bereits gute Erfahrungen gemacht habe.

Weniger erfreulich, dass die Aufbaugilde und dies schon seit Längerem in Schieflage gerät. Auch wenn es mir um die Betroffenen leidtut, muss man sich dennoch fragen, wie man überhaupt dauerhaft ein Geschäftsmodell auf der Basis von Transferzahlungen betreiben kann. Anfangs waren es die Kirchen, die von uns Bürgern gut subventioniert karitativ unterwegs waren, dann kamen weitere Stiftungen mit hinzu, die vom Vermögen erfolgreicherer Mitbürger profitierten. Dann aber entwickelte sich das Ganze zumindest meines Erachtens in die falsche, weil völlig überdimensionierte Richtung. Und nun, wo unser Wohlfahrtsstaat so langsam aber sicher an seine Grenzen stößt und wir Bürger erkennen müssen, dass jeder Sozialstaat auch andere staatliche Aufgaben hat als seine Bürger einfach nur zu „schmieren“, wird es für das eine oder andere Geschäftsmodell sehr schwierig.

Und so bin ich einmal gespannt darauf, wie wir das Ganze als Heilbronner Bürgerschaft vor Ort in den Griff bekommen werden. Einfach nur die Kirchen und die Europäische Union als Hauptgeldgeber — auch wenn diese ebenfalls von uns gespeist werden — abzulehnen, aber weiterhin auf deren Transferzahlungen zu bauen, ist eine Einstellung, die man durchaus einmal überdenken sollte.

Letztendlich sind es doch gerade jene Firmen und Betriebe, welche auch vor Ort Arbeit und Steuereinnahmen schaffen, auf die wir als Bürger bauen sollten und die dann vielleicht sogar auch noch mildtätig in Erscheinung treten. Selbst wenn nun wieder viele meiner Leser die Haare raufen werden, ich glaube weiterhin fest daran, dass ein funktionierender Staat alleine von seinen Leistungsträgern lebt und nicht von jenen, die nur damit beschäftigt sind, um das Geld anderer Leute umzuverteilen.


Untergang

19.12.02023 4.9 (8)

Beitragsfoto: Untergang | © Gerd Altmann auf Pixabay

Vier Kerzen

Zum Abschluss des Beitrags noch ein Gedicht von Elli Michler, welches uns allen wieder etwas mehr Hoffnung und Zuversicht geben soll und zudem unseren Volksvertretern einmal Mut, um auch das Richtige, zumindest aber das Notwendige zu tun. Auch wenn diese danach selbst nicht mehr gewählt werden sollten, hilft es uns allen und stärkt zudem auch noch unsere Demokratie. Bloß Versprechen können andere, nämlich die Totalitaristen, sehr viel besser.

Vier Kerzen

Eine Kerze für den Frieden, die wir brauchen,
weil der Streit nicht ruht.

Für den Tag voll Traurigkeiten
eine Kerze für den Mut.

Eine Kerze für die Hoffnung
gegen Angst und Herzensnot,
wenn Verzagtsein unsren Glauben
heimlich zu erschüttern droht.

Eine Kerze, die noch bliebe
als die wichtigste der Welt:
eine Kerze für die Liebe,
voller Demut aufgestellt,

dass ihr Leuchten den Verirrten
für den Rückweg ja nicht fehlt,
weil am Ende nur die Liebe
für den Menschen wirklich zählt.

Elli Michler

Aus: Ich wünsche dir Zeit – Die schönsten Gedichte von Elli Michler 
© Don Bosco Medien, München

Nachtrag 21.12.2023

Irrtümlich hatte ich dieses wunderschöne Gedicht Rainer Maria Rilke zugeschrieben. Heute wurde ich von Barbara Michler darauf aufmerksam gemacht, dass es tatsächlich von Elli Michler stammt. Es ist weiterhin in ihrem Gedichtband „Ich wünsche dir Zeit – Die schönsten Gedichte“ von Elli Michler zu finden.

Wer nun aber etwas neugieriger geworden ist, der findet es auch auf dem Weblog „Maries Augenblicke“ und zwar bereits in einem Beitrag vom 17. Dezember 2007 [Blog nicht mehr erreichbar].

Und damit meine Leser das Gedicht gleich auch auf dem Blog hier lesen können, hat mir Barbara Michler nach Rücksprache mit dem Verlag nun auch die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt.

Verschiedenes

Während die CDU in Pirna einem AfD-Mann mit zur Wahl verhilft, nur damit ein qualifizierter Freier Wähler nicht zum Zuge kommt, verhindert die CDU in Baden-Württemberg still und heimlich ein Volksbegehren und stellt damit sicher, dass der Landtag künftig mit zu den größten Parlamenten der Welt gehört — das Eigeninteresse vor dem Gemeinwohl wird weiterhin als höchstes Parteiziel hochgehalten!

In Heilbronn wird derweil die Mähr von den guten Nazis hochgehalten. Wenn ein 17-jähriger SS-Mann für sein Land gefallen ist, dann ist er ein böser Nazi und selbst sein Grab ist nicht mehr vor uns sicher. Wenn aber ein SS-Mann schlauer war und zu seinem eigenen Vorteil getrickst, getäuscht und gelogen hat, dann ist es ein guter Nazi — ein ehrbarer Bürger, dem wir mit Bildern, Denkmälern oder Straßennamen bis in alle Ewigkeit gedenken.

Quittung

So langsam, aber sicher bekommen wir alle die Quittung dafür, dass wir Deutschland spätestens beginnend mit Helmut Kohl heruntergewirtschaftet haben. Und um die ganze Misere noch weiter zu vergrößern, haben wir zeitgleich die Transferzahlungen ins Unermessliche gesteigert. Dazu haben wir für uns ein ganz eigenes System entwickelt: je mehr Geld ein Bürger bereits besitzt, umso mehr Transferzahlungen kann er erhalten (z. B. für Luxuswagen oder Eigenheime).

Einzig und alleine der sogenannte Mittelstand, weil weder im Focus der SPD noch der Unionsparteien, der FDP oder der Grünen, wurde übermäßig geschröpft, damit man den Zerfall unseres Landes so lange wie möglich weiter hinauszögern konnte. Aber jetzt, da eine globale Herausforderung nach der anderen auch unser Land erreicht und wir auf überhaupt nichts vorbereitet sind, fällt diese „Nach-mir-die-Sintflut-Politik“ in sich zusammen.

Keine Partei — und schon gar nicht die antidemokratischen (!) — sind noch in der Lage, gegenzusteuern und unser Land so langsam, aber sicher wieder in ruhigere Fahrwasser zu führen. Die Union, die eindeutig am ganzen Schlamassel die Hauptschuld trägt, entzieht sich weiterhin ihrer Verantwortung (ganz aktuell das Interview mit Markus Söder in Berlin direkt) und macht das Ganze durch rein populistische Politik à la AfD und Linke nur noch schlimmer.

Die Regierungsparteien weigern sich weiterhin an den Transferzahlungen zu rütteln oder ziehen entsprechende Versuche sehr schnell wieder zurück — vielleicht mit Ausnahme bei jenen, die den ärmsten Bürgern helfen — und versuchen dafür nun durch versteckte Steuererhöhungen, weitere Schulden und ganz neue Abgaben den Transferstaat doch noch eine ganze Weile am Leben zu erhalten, nur um ja nicht beim Wähler in Ungnade zu fallen!

Alleine dem Zerfall geschuldet, müssen wenigstens absolut nicht vermeidbaren Reparaturen tatsächlich angegangen werden, alles andere wird auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben, wobei die Verteidigungsfähigkeit weiterhin zurückgefahren wird, weil wir Bürger fast alle daran glauben, dass uns notfalls die US-Amerikaner als Flüchtlinge aufnehmen werden oder gar bereits auf die Sowjets warten.

Mancher Bürger fragt sich schon, was schneller kommen könnte, eine deutsche Diktatur oder die Besetzung unseres Landes durch die Russen? Aber so lange russische Panzer nicht die Oder überqueren oder Deutschland gleichgeschaltet wird, weigern wir uns an solche Szenarien überhaupt zu denken.

Wie bereits geschrieben, so lange sich die meisten von uns sicher wähnen, dass es bis zum eigenen Ableben reicht, wird Deutschland weiterhin mit Schwung an die Wand gefahren.