Versace

2.12.02025 5 (4)

Beitragsfoto: Mailand, 23.9.2016: Chiara Ferragni bei der Modenschau von Versace während der Mailänder Modewoche SS17 | © iStock

Versace

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, wenn schon Haute Couture, dann Versace. Und dann am besten an meiner besseren Hälfte.

Heute musste ich es zur Kenntnis nehmen, dass Versace nun zu Prada gehört. 1,25 Milliarden Euro dürften dabei ein regelrechtes Schnäppchen gewesen sein. Dafür bekäme Jens Spahn nicht einmal einen Packen Klopapier.

Prada kenne ich eigentlich eher wegen dem Film „White Chicks“ (2004) und der dortigen Aussage: „It’s not just a bag. It’s Prada.“ sowie aus dem Film „The Devil Wears Prada“ (2006). Gutes Marketing ist einfach alles!

Bereits 1997 wurde der Firmengründer Gianni Versace ermordet, der diese Marke 1978 schuf und sich von Anfang an mit dieser von der Konkurrenz positiv abhob — nach meinem Geschmack auf alle Fälle. Hinzu kam noch die legendäre Freundlichkeit der Mitarbeiter vor Ort, die selbst mich zum Kauf verführte.

Donatella Versace war bis in dieses Jahr noch für die Firma tätig, wobei diese schon längst zum Spielball von Spekulanten geworden war. Und so könnte der Aufkauf vielleicht sogar die Rettung von Versace sein.

Vermischtes

Heute habe ich wie in den letzten Semester auch wieder einmal mit Detlef Stern den Hörsaal gewechselt. Er lernt dabei die Zeitsemester kennen und ich kann einmal gucken, was die Studenten der Folgesemester noch von meiner Vorlesung behalten haben. Es war wieder einmal sehr spannend.

Kaum zurück, lässt die Telekom meinen Keller anbohren. Ich versuche noch ein wenig Einfluss zu nehmen, um wenigstens halbwegs gerade Streckenverläufe zu bekommen.

Das gestrige Rundschreiben hat aktuell eine Öffnungsrate von 46,1 %, was etwas unter dem normalen Schnitt liegt. Gewöhnlich kommen dann noch bis zu 20 % in den beiden Folgetagen hinzu. Etwas ungewöhnlich dabei, dass gerade dieses Rundschreiben zu zwei Abmeldungen führte und dazu noch zwei Soft-Bounces liefert. Die Leserschaft des Rundschreiben hat eigentlich seit Jahren einen stabilen Kern und Abmeldungen gibt es nur dann, wenn meine politische Einschätzung als Kreisvorsitzender einmal nicht so ganz zur Europapolitik der Regierung passt.

Traditionell werde ich dieses Rundschreiben demnächst nochmals an alle bisherigen Nichtöffner senden. Und traditionell öffnen davon ca. 20 % das Schreiben, sobald es zweimal im Postfach liegt.

Spannend auch, dass es eine sehr konstante Nichtleserschaft gibt, die wohl nur ab und zu und dann rein zufällig das Rundschreiben öffnet. Aber auch diese Abonnenten sind mir wichtig, da sie weiterhin an diesem Abonnement festhalten und das ist heutzutage schon als positiv zu betrachten.

Ärgerlich nur ein paar wenige Zeitgenossen, die sich gerne und coram publico darüber echauffieren, dass ich weder über Vereinsgeschehnisse noch über bevorstehende Termine informiere.

Bei meinem letzten Post hatte ich tatsächlich mit wenigstens zwei Kommentaren hier im Blog gerechnet, muss ich mir Sorgen machen?

Heute Abend treffen wir uns traditionell zu einem Gläschen Glühwein und ich stelle dabei erneut fest, dass wenn man einen guten Glühwein trinken möchte, man selber zur Tat schreiten muss. Ich tröste mich dann immer damit, dass ich alleine wegen der netten Menschen und den guten Unterhaltungen komme. Sollten es dann doch zwei Gläschen werden, ist der morgige Tag aber völlig ruiniert.

Heiners Substack

Beim Stöbern in meiner Timeline bin ich wohl auf einen Namensvetter gestoßen, der sich dazu noch sehr gut zu der „hocheffizienten Verbrenner“-Problematik äußert!

„Psychologisch ist das brillant. Es löst die kognitive Dissonanz des Wählers auf. Der Konflikt zwischen “Ich liebe meinen Verbrenner” und “Die Welt wendet sich ab” erzeugt Stress. Eine verantwortungsvolle Politik würde diesen Stress nutzen, um Veränderung anzustoßen (”Wir müssen umlernen”). Die populistische Politik hingegen verabreicht ein Schmerzmittel: Sie leugnet die Realität, um das gute Gefühl der Vergangenheit zu konservieren.“

heiner, Substack (1.12.2025)

Egal welches politische Thema die aktuelle Koalition auch in die Hand nimmt, wir rennen alle weiter in Richtung Untergang. Und je näher wir dem Abgrund kommen, umso lauter rufen wir alle „Sieg Heil!“

Nicht mehr lange und die Verantwortlichen bei Springer und dem ÖRR balgen sch darum, wer die Rechte am Stürmer hat.

„Es ist, als würde der Kapitän der Titanic den Eisberg sehen, aber nicht beidrehen, weil eine scharfe Kurve die Gäste beim Abendessen stören könnte. Man hält Kurs, damit die Stimmung an Bord bis zum Einschlag gut bleibt.“

heiner, Substack (1.12.2025)

Supercomputer

5.9.02025 4.9 (8)

Beitragsfoto: Supercomputer

Weblog

Erfreulich gerade zu lesen, dass auch manch andere Blogger ihre Beiträge im Laufe eines Tages ergänzen. Und dies soll auch einen eigenen Namen haben: „Tagebuchblog“. Auf alle Fälle hat es mich nun dazu motiviert, um diesen Blog-Beitrag noch zu ergänzen.

Vor wenigen Minuten wurde ich von einem netten Banker darauf hingewiesen, dass es ihm gefällt, wenn man seine Zweigstelle im Internet positiv bewertet. Ich bekenne mich schuldig und gebe hiermit zu Protokoll, dass ich viel lieber etwas positiv als negativ bewerte. Den Fehler, den viel zu viele Mitbürger dabei begehen ist, dass sie letztendlich damit beginnen, die Dinge schön zu schreiben. Und dies hilft außer dem Schönschreiber keinem weiter.

Auch ich freue mich darüber, wenn man das Blog hier positiv bewertet, am einfachsten geht dies, wenn man auf die entsprechenden Sternchen klickt. Manche nutzen auch die Gelegenheit und kommentieren einzelne Beiträge — wie bereits gesagt, das „Schönschreiben“ hilft dabei keinem weiter.

Noch mehr würde ich mich darüber freuen, wenn man zudem die Gelegenheit nutzt und in mein inzwischen nur noch digital vorhandenes Gästebuch schreibt.

Ganz besonders freue ich mich aber darüber, wenn man mein Blog auf dem unabhängigen Bewertungsportal „Trustpilot“ und dabei noch möglichst positiv bewertet. Denn letztendlich sind es die Kommentare und Bewertungen, die einem Blog etwas Leben einhauchen.

Jupiter

Selbstverständlich freue ich mich darüber, dass wir nun Jupiter haben. Seit 25 Jahren verfolge ich die Liste der aktuell 500 größten Computer mit noch größerem Interesse.

Die Tagesschau (05.09.2025 06:38 Uhr) schreibt dazu: „Deutschland liegt in der globalen Rangliste der Supercomputer mit gut 40 Rechnern zwar weit vorne, doch das ist nicht das ganze Bild.“ Stimmt, denn Deutschland hat unter den ersten 50 Supercomputern mit dem europäischen Jupiter (Platz 4), der nur rein zufällig bei uns steht (!), mit Juwels nur einen weiteren europäischen Computer auf Platz 43, also keinen.

Richtiger Weise merkt die Tagesschau weiter an: „Unternehmen wie Amazon, Microsoft und Google beispielsweise lassen ihre wesentlich leistungsstärkeren Rechner nicht in die Liste aufnehmen, und auch China reicht seit Jahren keine Daten mehr ein.

Das aktuelle Fazit aus der Liste ist, dass wir mit Helma, dem ersten deutschen Supercomputer aus Erlangen den Platz 51 belegen und sehr viele europäische Länder weit vor uns liegen. Und so müssten wir es endlich einmal zur Kenntnis nehmen, dass wir ohne unsere europäischen Nachbarn überhaupt nichts Besonderes sind — wenn wir überhaupt etwas gut können, dann nur noch mit dem Mund!

Und seit dieser Regierung ist es nun offiziell, dass der ÖRR auch nur noch Hofberichterstattung betreibt. Und wenn es Dieter Schwarz mit seiner Heilbronner KI-Initiative wirklich ernst meint, dann stellt er einen echten Supercomputer nach Heilbronn; dann hätten die beiden neuen Heilbronner Gaskraftwerke tatsächlich auch einen Sinn und Zweck, außer jenen, um ein paar „systemrelevante“ Personen reich zu machen.

Da ich jüngst ein paar Uraltrechner „geerbt“ habe, denn mein Jüngster hat einmal ausgemistet, bastele ich gleich einmal selber an meinem ganz eigenen Supercomputer; dazu müsste mir allerdings Detlef Stern etwas zur Hand gehen, denn diese muss man nicht nur miteinander verdrahten, man benötigt auch noch eine entsprechende Software.

Sollte demnächst der Strom etwas knapp werden, dann handelt es sich hierbei bestimmt um meine ersten Schaltversuche. Merke: wenn man bei uns die Sache nicht gleich selber macht, dann geschieht hier überhaupt nichts!

Vermischtes

Eine Gesellschaft in der selbst fremde Fahnenflüchtige besser versorgt werden als die eigenen Soldaten stimmt etwas ganz gewaltig nicht! Bevor wir einen einzigen deutschen Soldaten in der Ukraine verheizen, sollten wir erst einmal dafür sorgen, dass die Millionen an ukrainischen Drückebergern sich zuerst um ihr eigenes Land kümmern.

Dank Jason Kottke weiß ich nun, dass es eine Website über die Galaxie der Star Wars-Filme gibt. Sich dort zu tummeln ist immer noch weit besser als seine Zeit als Montagsmarschierer zu verbringen. Und auch umweltverträglicher als z. B. mit einem Wohnmobil unterwegs zu sein.

Als Gianni Versace 1997 ermordet wurde, fand ich dies sehr bedauerlich, da er selbst für mich Banause sehr gute und noch interessantere Klamotten fabrizierte — ich hatte darüber bereits berichtet. Nur Coco Chanel stand bei mir damals noch höher im Kurs. Einem Karl Lagerfeld konnte ich alleine wegen seines Gehabes nie etwas abgewinnen, bewunderte es als junger Mann aber, dass er es immer wieder schaffte, hübsche Mädchen zum Laufen zu bringen.

Gestern nun starb Giorgio Armani, den ich alleine schon dafür gut fand, dass er es schaffte, dass wir damals noch jungen Männer aus der Schmuddelecke kamen, und dies obwohl wir T-Shirt mit Anzug, auch noch mit Sportschuhen kombiniert, ganz praktisch fanden. Und noch praktischer, endlich nur mit einer Anzugsjacke über die Jeans geworfen als nicht völlig underdressed wahrgenommen zu werden.

Als Soldaten mussten wir zwar mindestens zwei Anzüge haben, konnte damit im Gegensatz zu den Jura oder Medizin studierenden oder eine Banklehre machenden Altersgenossen sonst wenig anfangen. Und wenn wir dann außerhalb unserer eigenen Blase abends oder am Wochenende unterwegs sein wollten, sorgte in den 1980er-Jahren ein Giorgio Armani dafür, dass nun gutes Aussehen und eine Anzugsjacke völlig reichten, um in der normalen Welt akzeptiert zu werden. Um uns während oder nach einer harten Woche „in Schale zu schmeißen“ hatten wir meist keine Lust und mit Uniform hätten wir damals nur für Aufruhr und Entsetzen gesorgt.

Giorgio Armani brachte so ein wenig italienischen Lebensstil in unsere ansonsten steife Gesellschaft, wo ein Gianni Versace schon wieder eine Nummer zu groß war und nur in der damaligen Schickeria Einzug halten konnte. So brachte Giorgio Armani Normalität zu uns, während Gianni Versace zusätzlich noch für Entzücken sorgen konnte.

Nun aber steht zu befürchten, dass wir Deutsche uns wieder in braune Hemden kleiden, uns meist völlig unrechtmäßig und möglichst in militärischen Uniformen zeigen und aus vollen Halse brüllen, dass sich alle anderen außer uns selbst für unser Land in den Soldatentod stürzen müssen!

Auf alle Fälle aber und wir müssen nur in den Bundestag gucken kommen die steifen Anzüge wieder zurück! Die dortigen Wehrdienstverweigerer und Drückeberger ziehen nun sogar ganz freiwillig Uniform an. Und so werden wir bald alle den Tod dieser beiden Modeschöpfer sehr bedauern.

Heute musste ich zudem meinen Gedankenblitz „500“ mit einem entsprechenden Nachtrag versehen, denn das gemeinsame Händchenhalten von Putin, Modi, Kim und Xi wird bei unseren Berufsdemokraten nicht ohne Folgen bleiben.

Nur einen Vergleich bei der Nachhaltigkeit im Stadtbusverkehr: München hat bereits 100 Elektrobusse im Betrieb. Heilbronn einen einzigen. Seit 2019 prüft die Stadtverwaltung, ob Elektrobusse überhaupt einen Sinn machen.


Fundstücke

30.5.02023 5 (2)

Beitragsfoto: Fundstücke

Menschen

Wenn man immer wieder eines der schönsten Einkaufszentren weltweit besucht, kommt man nicht umhin auch die dortigen Menschen zu beobachten. Die besagte South Coast Plaza besticht durch ihre Sauberkeit — man könnte dort vom Boden essen. Zudem finden sich überall Helfer und Aufsichten, so dass sich dort keiner unsicher fühlen muss.

Neben der Sauberkeit gefällt mir ganz besonders, dass dort alle bekannteren Firmen und Marken vertreten sind und man sich somit sehr schnell einen guten Überblick über Handel und Kommerz verschaffen kann. Wie schon gesagt, für mich sind aber die Menschen dort die richtig spannende Angelegenheit, angefangen von den Touristen und Gelegenheitskäufern bis hin zu den Power-Shoppern und Schnäppchenjägern.

Und auch für die entsprechenden Restaurants ist gesorgt, sodass man sich dort eine ganze Zeit lang beschäftigen kann. Anfangs fielen mir dort immer die vielen Europäer auf, die mit vollgefüllten Einkaufstaschen durch die Mall spazierten, heute sind es meist Asiaten. Viele davon fliegen extra aus China oder Japan ein, um ein paar Tage lang dem Shoppen zu frönen.

Spannend und für mich zu beobachten, dass es seit ein paar Jahren dort Einkaufsberater gibt, die den Power-Shoppern beim Einkauf helfen. Viele der heutigen Shopper wollen offensichtlich auch beim Einkaufen Zeit und Nerven sparen. Und das Ganze funktioniert dort offensichtlich ganz gut, denn die South Coast Plaza kann zusätzlich noch mit einigen Outlet-Stores und weiteren Schnäppchenläden punkten.

Und so kann man wohl auch heute noch, wenn man seine Einkäufe gut plant, durch das Shoppen in der Mall zumindest die eigenen Reisekosten einsparen. Wobei es den Power-Shoppern ohne Frage gelingen wird, mit Hilfe der Profis vor Ort, ihre Gewinne beim Einkaufen zu maximieren.

Ein solches Beispiel sind derzeit viele Taschen, welche ich noch vor Kurzem in Straßburg in den Galeries Lafayette bestaunen konnte und die dort mit mehreren Hundert Euro zu erstehen gewesen wären. Hier fand ich die gleichen Taschen für kaum 40 Euro zu kaufen. Man kann sie in der Mall aber auch weiterhin zum Originalpreis erwerben — wobei dann wohl das Einkaufserlebnis mit dem Glas Champagner in der Hand zählt.

Man muss dabei aber auch berücksichtigen, dass wenn ein Etwas von z. B. Versace zu 80 % reduziert zu erhalten ist, dieses sicherlich wunderbare Etwas immer noch für die meisten Menschen weiterhin nicht auf der Einkaufsliste stehen wird.

Aufgrund des aktuellen Wetters habe ich mir noch einen Mantel angeschaut, dessen Marke mir nicht geläufig ist, und der ursprünglich für knapp 6 000 Dollar zu erhalten war und jetzt keine 1 000 Dollar kostete. Die besten Schnäppchen sind meines Erachtens weiterhin jene auf die man verzichtet und so konnte ich gestern 1 000 Dollar sparen.

Am Spannendsten war diese Jahr aber eine Veränderung im Restaurantbereich, ein weiteres Restaurant erhielt einen Michelin Stern und zwei amerikanische Restaurantketten mussten asiatischen weichen. Das Besondere dabei, dass sich vor den beiden asiatischen Restaurants gerade die asiatischen Shopper die Füße in den Bauch standen und ihre, durch die Einkaufsprofis ersparte Zeit, wieder ins Schlange stehen investierten — so wie viele Deutsche auch, die auf Teneriffa nicht ohne ihr Schnitzel oder eine Currywurst leben können.

Ein Versuch

Auch Kirchen haben ihre strukturellen Probleme und wie bei Staaten kommt es in erster Linie auf die jeweiligen Menschen an. Den Kirchengebäuden selbst und ganz besonders deren Verwaltungen wird inzwischen viel zu viel Bedeutung beigemessen.

Gerade in Zeiten, die uns Menschen wieder mobiler machen und uns damit insgesamt aus Strukturen lösen, die noch ihren Sinn in der Schollenbindung von Menschen hatten. Wenn Staaten wie auch Kirchen überleben möchten, dann müssen sie die passenden Antworten auf die heutigen Zeiten finden; Verdummung und eine Einpferchung der jeweiligen Mitglieder sind dabei die falschen Antworten.

Wenn man sein gesamtes Leben selbst mobil war ist es schwer jeweils die passende Gemeinde zu finden und noch schwerer in eine alte Gemeinde zurückzukehren. Aber es ist nicht schlecht, wenn man dabei einer Kirche angehört, die zwar keinen weltweiten Anspruch erhebt aber dennoch weltweit vertreten ist.

So bekommen Kirchengebäude an sich einen weiteren Sinn, denn sie schaffen auch in der Ferne Nähe. Und weil gerade Pfingsten ist, habe ich einmal nach einer passenden Kirche geschaut und diese sogleich in der Nachbarschaft gefunden.

Die älteste noch benutzte protestantische Kirche von Orange County wurde 1876 gebaut. Leider standen wir gestern vor verschlossenen Türen, die Gemeinde war wohl vereist — wer möchte ihr das aber gerade an Pfingsten verübeln?

Offene Kirchen machen in der heutigen Zeit leider kaum noch Sinn und so wäre es vielleicht gar nicht schlecht, wenn man mit einer Art „Kirchen-Card“ Zutritt zu sämtlichen Kirchen zumindest der eigenen Glaubensrichtung bekommen könnte. Ich finde dies wäre ein echter Mehrwert gerade für Kirchensteuer zahlende Mitglieder.

Wachstum

Nicht nur die Heilbronner Stadtverwaltung wird immer dicker, sondern insgesamt fetten sich unsere Verwaltungen immer weiter an. Und so half es nichts, dass ich dagegen bereits seit meiner Jugend anschreibe und noch heute einen möglichst schlanken Staat als die Grundlage jeder funktionierenden Demokratie ansehe.

Leider sieht es die Mehrheit der Deutschen völlig anders, entweder träumen wir selber von einem Beamtendasein oder wir haben zumindest einen Vetter in irgendeiner Verwaltung sitzen. Letzteres wurde über die vergangenen Jahrzehnte immer wahrscheinlicher. Und so sind auch schon längst die damaligen Forderungen verhallt, das Beamtentum insgesamt abzuschaffen. Wobei ich heute noch davon überzeugt bin, dass ein hochqualifizierter Beamtenapparat jeder Gesellschaft gut tut; im Falle, dass die ausgewählten Beamten qualifiziert und motiviert sind. Leider aber leben wir in einer Vetternwirtschaft und sämtliche Arbeitsplätze im staatlichen Umfeld sind in erster Linie zu reinen Versorgungsposten degeneriert.

Jan Hildebrand merkt hierzu im Handelsblatt (29.5.2023) an, dass „der Beamten-Boom … das völlig falsche Signal [ist].“ Seine Recherchen ergaben eine Erhöhung des Beamtenapparats in den Bundesbehörden von rund 17 000 Beamten 2010 zu heute rund 30 000 Beamten. Wobei die aktuelle Bundesregierung seit Regierungsbeginn bis heute alleine für 1 710 neue Beamtenstellen im Kanzleramt und den Bundesministerien sorgte.

„Eine XL-Regierung aber ist das völlig falsche Signal zur falschen Zeit. Die Unternehmen leiden nicht nur unter einer schwachen Wirtschaftsentwicklung – das Land steckt in einer Rezession – sondern auch der akute Fachkräftemangel macht ihnen zu schaffen.“

Jan Hildebrand, Handelsblatt (29.5.2023)

Jan Hildebrand ist dabei völlig entgangen, dass wir bereits heute über XXL-Regierungen verfügen und Versorgungsapparate noch nie das richtige Signal an Wirtschaft und Gesellschaft waren!

Und so bleiben wir weiterhin Vetternwirtschaftsweltmeister und sind erneut auf gutem Weg, um wieder zum Sorgenkind Europas zu werden, denn jede Demokratie zerfällt mit ihrem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Niedergang. Und wie bereits in der Weimarer Republik müssen die Antidemokraten nur zugucken wie sich unsere Demokratie von ganz alleine verabschiedet — was man aktuell ganz gut an der Zustimmung zur AfD und der Unterstützung weiterer antidemokratischer Kräften beobachten kann.

„But, to speak practically and as a citizen, unlike those who call themselves no-government men, I ask for, not at once no government, but at once a better government. Let every man make known what kind of government would command his respect, and that will be one step toward obtaining it.“

Henry DAvig Thoreau, Walden (2020 [1854]: 312)