Schaufensterpuppen

Ausblick 5 (8)

Beitragsfoto: Schaufensterpuppen | © F. Muhammad auf Pixabay

Bevor mich ab morgen der ganz normale Alltag wieder voll und ganz im Griff hat, wage ich noch einen Ausblick auf das neue Jahr. Erfreulich ist es auf alle Fälle, dass es die derzeitige Bundesregierung tatsächlich versucht, zumindest bei manchen gravierenden Problemen das Ruder herumzuwerfen und die Situation noch halbwegs in den Griff zu bekommen, bevor es tatsächlich viel zu spät ist.

Auch wenn es gestern dazu führte, dass ich meinen jüngsten Sohn sehr kurzfristig zum Frankfurter Hauptbahnhof fahren musste, damit er seinen Arbeitsplatz noch zeitgerecht erreichen kann. Leider zeigt dies aber auch, dass wir Heilbronner in vierzig Jahren die infrastrukturelle Anbindung unserer Stadt betreffend, überhaupt nichts dazugelernt haben. Das Positive daran ist, dass wenigstens die Bahn nun damit beginnt, ihre Hauptstrecken wieder halbwegs in den Griff zu bekommen — leider, wie schon geschrieben, gehört Heilbronn schon lange nicht mehr dazu!

Und neben einer Verbesserung unserer Infrastruktur, ein weiteres Beispiel sind die Autobahnbrücken, versucht unsere Regierung, die notwendige Umstrukturierung unserer Industrie voranzutreiben und dabei auch die nationale Vorsorge zu berücksichtigen. Leider aber gibt es weiterhin noch genügend „Stalinisten“ in verantwortlichen Positionen, die immer noch versuchen, unser Land an Putin und seine Gespielen zu verhökern. Deswegen wird es auch nichts mit einer funktionierenden Bundeswehr oder gar einer nachhaltigen Rüstungspolitik werden; die jüngste Debatte um eine Wehrpflicht darf man als bloßen Versuch werten, um Parteisoldaten und das eigene Klientel in Lohn und Brot und an sehr lukrative Futtertröge zu bekommen.

Denn weiterhin ist es und dies parteiübergreifend zu beobachten, dass die eigene Selbstversorgung das Primat bundesdeutscher Politik (Stichwort: geistig-moralische Wende) bleibt. Was leider auch dazu führt, dass die Unionsparteien wirklich alles unternehmen, um an die Futtertröge zurückzugelangen, aber sehr wenig, um in diesen schwierigen Zeiten verantwortliche Politik — auch wenn aktuell nur in der Opposition — zu machen oder gar den Versuch unternehmen, sich neu aufzustellen und sich mit frischen und guten, weil kompetent und nicht vorbelastet, Kräften als regierungsfähige Parteien wieder bei den Wählern ins Spiel zu bringen.

Erfreulich auch die Tatsache, dass sich die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und der FDP jüngst mehrheitlich weiterhin zur eigenen Regierungsverantwortung bekannt haben und trotz sehr großer Probleme und Herausforderungen versuchen, unser Land wieder in sichere Fahrwasser zu bekommen.

Bis wir aber allesamt wieder in sichere Fahrwasser gelangen, müssen dieses Jahr sehr viele Klippen umschifft werden! Und solange wir uns weiterhin weigern, gemeinsam als Bundesstaat Europa Verantwortung zu übernehmen, werden viele dieser Klippen nicht von uns am Steuer umschifft werden — oder auch gar nicht umschifft.

Und dies ist das wirklich Spannende in diesem Jahr, nämlich, dass wir auf Gedeih und Verderb auf andere angewiesen sind. Und sämtliche unserer eigenen Maßnahmen und Entscheidungen nur dazu beitragen können, im Falle, dass wir wieder in ruhigere Fahrwasser gelangen, die künftige Richtung mitbestimmen können.

Für uns Europäer stehen diesbezüglich neben lokalen und regionalen Wahlen auch die Wahlen zum Europäischen Parlament an. Für uns Heilbronner sind dies die Kommunalwahlen und die Europawahl am 9. Juni 2024. Und tatsächlich sind dies die beiden wichtigsten Wahlen, denn zum einen bestimmen wir damit, wie in Heilbronn künftig Kommunalpolitik gemacht wird, nämlich ob Parteiinteressen oder lokale Herausforderungen bei uns eine Rolle spielen. In einen Gemeinderat gehören einfach keine Parteibonzen, die parteipolitischen Firlefanz oder überregionale Kompromisse auf unsere Kosten durchsetzen. Hier sollten wir Heilbronner Mitbürger wählen, die in erster Linie die Probleme und Herausforderungen der Stadt beseitigen und Heilbronn insgesamt weiter voranbringen wollen. Auch gehören in einen Gemeinderat weder Nazis noch Kommunisten, das ist einer ehemaligen Freien Reichsstadt einfach nicht würdig!

Die am selben Tag stattfindenden Wahlen zum Europäischen Parlament bestimmen die künftige Politik Europas und damit auch unser gemeinsames Schicksal. Hierbei kommt es darauf an, dass wir gerade jene Parteien wählen, die sich europäisch aufgestellt und zumindest langfristig einen europäischen Bundesstaat im Visier haben. Und da sollten wir genau darauf achten, ob und wie die dafür infrage kommenden Parteien, das sind jene, die sich gemeinsam in der Europäische Bewegung eingebracht haben, in ihren jeweiligen Wahlprogrammen sich das künftige Europa vorstellen und wie sie dies auch erreichen möchten.

Wenn man dann gleich mehrere solcher Parteien gefunden hat, kann man sich den eigenen Präferenzen entsprechend entscheiden, denn hier gibt es eine große Bandbreite an Konzepten: eher liberal, konservativ, sozialdemokratisch oder gar basierend auf einer bestimmten Ideologie oder Religion, wie etwa einer besonderen Naturverantwortung, dem Humanismus oder dem Christentum. Aber auch hierbei gilt, dass antidemokratische und totalitäre Parteien keinen Platz in einem demokratischen Parlament haben! — dass dem so wäre, behaupten nur Totalitaristen und dies auch nur solange, bis sie das Parlament gleichschalten oder dessen demokratischen Mitglieder auslöschen können.

Wie aber schon angedeutet, bei der wichtigsten Wahl des Jahres können die allermeisten von uns — zumindest von meinen Lesern — nur zugucken!

Die 2024 alles entscheidende Wahl findet am 5. November 2024 in den USA statt. Und dabei geht es um nicht weniger als um das Überleben der US-amerikanischen Demokratie und damit auch um den Fortbestand der Westlichen Welt.

Hinter dieser Entscheidung der US-amerikanischen Wähler müssen sich wohl oder übel alle anderen politischen Entscheidungen dieser Welt einordnen — ich gehe dabei nicht davon aus, dass dieses Jahr in China oder der Russischen Föderation eine Demokratie ausgerufen wird oder sich zumindest aber der indische Premierminister ohne Wenn und Aber zu Demokratie und unserer westlichen Zivilisation bekennt.

Und damit bestimmen die US-Amerikaner wieder einmal nach 1942 das Schicksal unserer Welt. Bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als auf das Beste zu hoffen und inzwischen alles dafür zu tun, dass wir ab 2025 möglichst alle gemeinsam an einem Strang ziehen und endlich die größeren wie auch kleineren Kriege beenden, um uns den tatsächlich anstehenden Herausforderungen stellen zu können.

  • Wir müssen endlich den menschengemachten Klimawandel eindämmen und seine immer stärker auftretenden Folgen meistern.
  • Wir müssen zumindest versuchen, die noch existierende Artenvielfalt zu erhalten und den Natur- und Umweltschutz global angehen.
  • Wir müssen die Weltwirtschaft insgesamt zum Funktionieren bringen und dies geht nur dann, wenn alle Menschen auf dieser Welt davon profitieren und
  • Wir müssen uns alle gemeinsam auf eine tragbare und nachhaltige Weltpolitik einigen, die es allen Staaten und Gruppen dieser Welt ermöglicht, um auftretende Konflikte ohne kriegerische Mittel zu lösen.

Und diese Voraussetzungen dafür schaffen wir alle, ob in den USA, in Europa oder auch in den anderen Teilen dieser Welt befindlich, noch in diesem jetzt noch jungen Jahr 2024!

Jeder sollte dabei das machen, was er kann und was ihm möglich ist. Zumindest aber sollten wir Europäer von unserem Wahlrecht Gebrauch machen! — so lange wir es noch können.

Darüber hinaus habe ich mir für dieses Jahr noch Weiteres vorgenommen.

  • Ich versuche die beiden Vereine, denen ich vorsitzen darf, weiterhin möglichst gut zumindest aber verantwortungsvoll zu führen.
  • Ich versuche in diesem Jahr auch ein wenig mehr Zeit für meine Familie und mich zu finden, vor allem aber wieder meiner eigenen Gesundheit mehr Augenmerk zu widmen — und dies wird mit dem Alter immer zeitaufwendiger!
  • Ich versuche weiterhin an meinem Blog zu schreiben, meinem Zettelkasten mehr Aufmerksamkeit zu widmen und zudem mehr Bücher auch bis zu deren Ende zu lesen und
  • Ich versuche, die von mir geplanten Projekte möglichst zum Erfolg zu führen.

Ich glaube damit wird auch 2024 ein spannendes Jahr, ich befürchte leider aber auch, dass es nach 1942 das spannendste überhaupt werden wird.

Und so hoffe und bete ich, dass wir 2024 möglichst alle Klippen gut umschiffen werden und am Ende des Jahres auf eine ereignisreiche Zeit zurückblicken werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass es uns gelingen kann, wenn möglichst viele von uns an einem Strang und zudem in die richtige Richtung ziehen.

Wie schon des Öfteren geschrieben: eigentlich wissen wir es doch alle, was zu tun ist und was man dabei selber machen müsste. Und wir wissen auch alle nur zu gut, was wir besser nicht machen sollten.

Es sind unsere Entscheidungen, die das aus uns machen, was wir sind. Und manchmal entscheiden auch andere über uns — und gerade das macht mich so traurig, vor allem da wir davon ausgehen müssen, dass wir uns selbst in diese Bredouille gebracht haben.

Was bleibt, ist die Hoffnung!


meseno-Standbesatzung

3.7.02023 5 (1)

Beitragsfoto: Standbesatzung | @ meseno

Wahlbeteiligung

Ob man möchte oder nicht, die Höhe der Wahlbeteiligung ist ein Gradmesser für die Akzeptanz von Demokratie. Auch wenn wir uns mangelnde Wahlbeteiligungen seit Jahrzehnten schönreden und so gerne behaupten, dass die Bürger, die nicht zur Wahl gehen, einfach nur mit der Gesamtsituation zufrieden seien, so steht doch zu befürchten, dass diese Bürger nur noch nicht so unzufrieden mit der Gesamtsituation sind, um auf die Barrikaden zu gehen.

Beide Betrachtungsweisen sprechen aber nicht für unsere Demokratie, besonders dann, wenn sich nicht einmal mehr 20 % der Wahlberechtigten überhaupt die Mühe machen, um ihre Stimme abzugeben. Und jene Wahlsieger, die tatsächlich von über 80 % der Wahlberechtigten nicht gewählt wurden, sollten sich dafür nicht feiern lassen!

Sie sollten sich tatsächlich fragen, wie viel Schuld sie selber an dieser miesen Situation tragen und was sie beim nächsten Mal vielleicht sogar besser machen können bzw. müssen.

Aber so schieben wir Bürger uns gegenseitig die Schuld in die Schuhe und behaupten einerseits, dass die Bürger zu dumm und zu faul für eine Demokratie seien und zum anderen, dass unsere Volksvertreter nicht die Richtigen für diese Aufgabe sind. Die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen, was dann aber für sämtliche Beteiligten ein Armutszeugnis ist.

KunST 07

Der Höhepunkt des gestrigen Tages war eine Musical-Soirée des Heilbronner Vereins, dessen Name die Kurzform von Kultur und Sport mit Tradition ist. Schon vor Jahren haben sich dort unter der Führung von Sigrid Lipp deren Tanzgruppen, die Heilbronner Majoretten und der Käthchenhochzeitszug zu einem Verein zusammengeschlossen. Ich kenne allesamt bereits seit gut drei Jahrzehnten, denn KunST 07 war immer ein Garant für gute Unterhaltung beim Treffpunkt Europa.

Auch schon etwas länger wird der Verein nun maßgeblich von Marion Amann mit der Unterstützung von Stefan Buck geführt. Ein gutes Dutzend weiterer Vorstandsmitglieder und Trainer halten den Verein in Schwung. Besonders hat es mich gestern gefreut, dass auch Sigrid Lipp mit im Publikum saß, denn das ist wesentlich besser, als wenn wir uns beide im Krankenhaus begegnen.

Auch wenn „Musical and More“ bereits seit 2001 ein fester Bestandteil des Programms von KunST 07 ist, konnte ich erst dieses Jahr an einer Aufführung im Stadttheater teilnehmen. Nach einer vierjährigen Pause ging Musical and More einfach märchenhaft nach Hollywood, wobei ich gleich zusammen mit meiner besseren Hälfte an der Premiere um 15.00 Uhr teilnehmen durfte.

Ich wusste bereits, dass ich ein interessantes und unterhaltsames Programm erleben werde, auch, dass alles sehr professionell organisiert sein wird. Als bloßer Zuschauer konnte ich es dieses Mal selbst miterleben, wie viel Personal auch im Hintergrund mitwirkt, um solch eine äußerst kurzweilige Show auf die Bühne zu bringen.

Die Show wurde von zwei Journalisten umrahmt und immer wieder mit Lokalbezügen angereichert. Aber auch die Geschichte Heilbronns und des Vereins kam nicht zu kurz. So konnte ich eine der besten Aufführungen des Käthchenhochzeitzugs und auch wieder einmal die Majoretten erleben; inzwischen dürften die jungen Damen die Enkeltöchter der ersten Majoretten sein. Ich kann nicht alle Highlights aufführen, denn ein Höhepunkt jagte den anderen und dazu gab es immer wieder Musik, die selbst mich zum Träumen brachte, wie z. B. Queen oder die Beach Boys. Noch schöner, dass man auch an die Klassik dachte und so brachte Carl Orffs Carmina Burana weitere Stimmung in die Aufführung.

Sehr schön fand ich es, dass Marion Amann selbst mit tanzte, und auch Stefan Buck war öfters zu sehen, hierbei gefielen mir die Menuette besonders gut. Die Aufführung insgesamt war von Anfang bis zum Ende mehr als gelungen und ich bin fest davon überzeugt, dass man keine eigenen Kinder in einer der Gruppen haben muss, um die Vorstellungen von KunST 07 großartig zu finden.

Wer dieses Jahr keine Gelegenheit hatte, um an einer der beiden heutigen Aufführungen teilzunehmen, der sollte sich schon jetzt Karten für das kommende Jahr sichern.

Südstadtfest

Bereits zum 19. Mal fand gestern das Südstadtfest statt. Letztes Jahr ist es auf den Edeka-Parkplatz umgezogen und dies hat sich definitiv bewährt, denn es ist einfach nun mehr Platz für die vielen Stände vorhanden. Seit ein paar Jahren ist dort auch meseno vertreten.

Obwohl das Fest fast vor meiner Haustüre stattfindet, besuche ich es eigentlich nur wegen des meseno-Stands. Und da auch andere an meseno Interessierte dort vorbeischauen, ist es immer eine gute Gelegenheit, um sich untereinander auszutauschen. Und wenn man schon einmal dort ist, kann man sogleich auch der Standbesatzung etwas behilflich sein. Dieses Mal gelang es mir, das eine oder andere Schmuckstückle an einen neuen glücklichen Besitzer zu vermitteln. Dabei erblickte ich auch ein paar Hefte, die besonders für Donaldisten interessant sind und konnte auch diese in neue Hände übergeben; dazu hatte ich spontan eine Online-Auktion einberufenen. Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob ich auch diesen Käufer zumindest etwas erfreuen konnte.

So ganz nebenbei hatten wir die Möglichkeit, um uns über ein neues TreffpunktPlus-Projekt zu unterhalten. Der Treffpunkt hat einen Bauwagen gespendet bekommen. Der soll nun in den Sommerferien vor dem Treffpunkt-Gebäude aufgestellt werden. Dazu muss Frank Schweizer noch den ehemaligen Garten aufräumen, einen alten Zaun entfernen und etwas graben. Jetzt benötigen wir noch ca. 3 Kubikmeter Schotter und den Transport zum Haus. Der notwendige Rüttler wird vom Spender des Bauwagens gestellt. Im Falle, dass sie beim Beschaffen oder dem Transport des Schotters helfen können oder gerne Frank Schweizer etwas zur Hand gehen möchten, dann lassen Sie mich dies bitte wissen.

Gleich heute geht es dann wieder mit dem meseno-Bus durch unser Landkreisle.


Franziska Giffey

1.3.02023 5 (1)

Beitragsfoto: Franziska Giffey | © Björn Eichenauer auf Pixabay 

Foren

Nach einem ausgiebigen Spaziergang konnte ich feststellen, dass meine Foren weiterhin so vor sich hin plätschern. Sehr gefreut habe ich mich, dass Jean Marsia heute auf einen Forums-Post vom August 2022 geantwortet hat. Anders als in den Social Media geht es in den Foren meist unaufgeregter vonstatten, und ich bin weiterhin davon überzeugt, dass diese auch der bessere Weg ist.

Jean Marsia erhofft sich von seinem Post nicht nur Reaktionen der Leser, sondern zusätzlich auch eine Zustimmung der EUROPA-UNION Heilbronn zu seinem dort veröffentlichten Manifest. Und ich bin einmal gespannt darauf, was unsere Mitglieder von diesem Manifest halten und ob es auch Kommentare im Forum dazu geben wird. Wie bereits geschrieben, dies kann dann auch wieder ein paar Monate auf sich warten lassen.

Klima-Kleber

Noch immer wundert es mich, wie die „letzte Generation“ überhaupt auf die Idee kam, sich überall festzukleben. Nun aber glaube ich der Lösung auf der Spur zu sein, denn es kommt immer häufiger vor und wird auch immer offensichtlicher, wie sich unsere Berufspolitiker selbst an ihre Stühle kleben — je lukrativer der Posten, umso stärker der dabei verwandte Klebstoff.

Besonders unsere Wahlverlierer schaffen es weiter im Amt zu bleiben, schlimmstenfalls werden sie nun wie ganz aktuell Franziska Giffey nicht mehr Regierende Bürgermeisterin, sondern nur noch Stellvertreterin — und wir können davon ausgehen, dass sie sich für diesen Makel fürstlich entschädigen lässt.

Schimpfen wir jetzt aber lieber nicht über die Berliner, wir in Baden-Württemberg haben das Kleben inzwischen bei uns zur Staatsräson erklärt, was übrigens darauf schließen lässt, dass wir allesamt nur noch die schlechten Dinge von anderen übernehmen.

Wer jetzt aber gleich wieder über die „große Politik“ schimpfen möchte, der gucke erst einmal in unsere Gemeinden, wo Bürgermeister, ob rechtmäßig gewählt oder auch nicht, zumindest so lange im Amt bleiben (dürfen), bis die kommenden Wahlen wieder anstehen. Und sollte einmal wirklich alles so richtig schiefgehen, dann reklamieren sie einen Burn-out für sich und bleiben ebenfalls im Amt — ohne dabei noch ins Rathaus zu müssen.

Deshalb gucke ich mir zwar die Klima-Kleber weiterhin mit großer Verwunderung an, sehe aber den echten Aufreger eher bei unseren Polit-Klebern. Und es würde mich auch nicht mehr wundern, wenn beide Kleberkreise mit zu den Schnüfflern gehören, was dann doch so einiges erklären könnte.

Rundschreiben

Und schon wieder war es an der Zeit für meine monatlichen Rundschreiben. Das Rundschreiben an die Freien Wähler wird von mir schon etwas länger und wunschgemäß als E-Mail an die Heilbronner Mitglieder verschickt. Darin finden sich fast ausschließlich Vereinsinterna und Veranstaltungshinweise.

Das Rundschreiben der EUROPA-UNION Heilbronn, das meine Leser auch hier finden können, wird zwar ebenfalls in erster Linie für die Vereinsmitglieder geschrieben, dient aber zusätzlich noch zur Information für weitere Interessierte. Dieses Rundschreiben wird mit einer entsprechenden Software verfasst und verteilt. Und im Gegensatz zum Freie Wähler-Rundschreiben, können alle Internet-Nutzer das EUROPA-UNION-Rundschrieben selbst abonnieren und auch wieder abbestellen. Dies ist der große Vorteil einer solchen Newsletter-Software.

Für mich ist es dabei interessant zu erfahren, wie viele Abonnenten das Rundschreiben zur Kenntnis nehmen — ob diese es dann auch lesen, bleibt weiterhin ein Geheimnis. Über all die Jahre hinweg konnte ich zudem feststellen, dass selbst Rundschreiben auf immer weniger Interesse der Leserschaft stoßen. Und so bleibt mir als Verfasser nur die Gewissheit und Beruhigung, dass die Mitglieder und weitere Interessierte die bereitgestellten Informationen hätten nutzen können. Ob sie es dann auch tun, bleibt jedem selbst überlassen.

„Je weniger funktionellen Sinn mehr die gesellschaftliche Arbeitsteilung hat, um so sturer klammern die Subjekte sich an das, wozu die gesellschaftliche Fatalität sie bestimmt hat. Entfremdung wird zur Nähe, Entmenschlichung zur Humanität, die Auslöschung des Subjekts zu seiner Bestätigung. Die Sozialisierung des Menschen heute verewigt ihre Asozialität, während doch auch der Asoziale nicht sich schmeicheln darf, er wäre ein Mensch.“

THEODOR W. ADORNO, MINIMA MORALIA (14. AUFLAGE 2022 [1951]: 288)