Freie Wähler Tag 2024

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Beitragsfoto: Freie Wähler Tag 2024

Brandbrief

Auch die Eltern der Schüler in der Wartbergschule haben und dies bereits am 23. November 2023 einen Brief an die Gemeinderäte der Stadt Heilbronn geschrieben — wohl in der Hoffnung, dass diese sich für ihre Belange einsetzen. Mir wurde dieser Brief heute bekannt, als die Stadtverwaltung am 6. März 2024 auf diese Anfrage tatsächlich antwortete und darüber informierte, dass man nun auch die Gemeinderäte darüber informieren wolle.

… Natürlich ist uns bekannt, dass die Stadt Heilbronn für die Instandhaltung vieler Schulen verantwortlich ist. Die Gerhart-Hauptmann-Schule hat ein komplett neues Gebäude erhalten und der Bau einer weiteren, ergänzenden Grundschule ist ebenfalls geplant.
Uns stellt sich hier die Frage, weshalb dann an der Wartbergschule nicht auch essenzielle Neuerungen eingeplant werden. Wir sind der Meinung, dass zunächst die bestehenden Schulen instand gehalten und alle Gefahren beseitigt werden müssen, bevor weiter kostenintensive Bauvorhaben umgesetzt werden. …

Alexandra Link (Elternbeirat) und Christoph Streng (ElternbeiratVorsitzender), 23. November 2023

Die Gemeinderäte könnten durchaus bereits jetzt von den Zuständen an unseren Schulen wissen, wenn sie sich auch dafür interessieren würden — Gebäude u. a. in Amsterdam zu besichtigen macht allerdings mehr Spaß. Auch geben die Gemeinderäte unser Geld bekannter Maßen lieber für andere Dinge aus, wobei Sportanlagen einfach nicht im Focus von uns Heilbronnern stehen.

Am Ende kauft der Gemeinderat auf Anraten des OB einfach ein paar fertige Leistungssportler für Heilbronn ein und die Welt ist wieder für uns völlig in Ordnung.

Intercity-Express

Nur wieder bloßes Wahlkampfgeschwafel oder sollte es doch wahr werden, Heilbronn soll eisenbahntechnisch an die weite Welt angebunden werden. Nicht nur, dass man uns Bürgern verspricht nicht sogleich in Mannheim oder Würzburg hängen zu bleiben, nein es soll nach ein paar Jahrzehnten wieder regelmäßig ein richtiger Zug halten und dies sogar am Hauptbahnhof.

Dumm wäre nur, wenn das in ein paar Jahren tatsächlich geschieht und nicht nur der Hauptbahnhof dafür zu klein ist, sondern auch sämtliche weitere Infrastruktur so zurückgebaut wurde, dass jeder ICE winkend dort nur noch vorbeifährt und dann die Menschen in Neckarsulm aussteigen lässt. Was nur dann in Ordnung wäre, wenn wir Neckarsulm eingemeinden und der dortige Bahnhof zum neuen Hauptbahnhof ausgebaut wird.

Apropos Hauptbahnhof, die Bahn, unsere Landesregierung und die Stadt Stuttgart haben sich mit dem Projekt Stuttgart 21 völlig übernommen. Wie jüngst berichtet, führen die Fehlplanungen — was keinen wundert, wenn man weiß, wie man Bahnvorstand oder Minister wird — nun dazu, dass Stuttgart 21 erst in einigen Jahren fertiggestellt werden kann. Manche meinen, sogar erst in den 2030ern. Aber dafür gibt es jetzt erste Mehraufwandschätzungen: alleine für die Unterhaltung der ungenutzten und bereits fertiggestellten Anlagen wird mit gut 400 Millionen Euro jährlich gerechnet.

Freie Wähler Tag

Beim letzten Freie Wähler Tag, der erstmals in meine Zuständigkeit als Vereinsvorsitzender fiel, konnte ich nicht teilnehmen, da ich zeitgleich am Flughafen saß und auf meinen Verbindungsflug wartete. Und so nahm ich heute an meinem ersten Freie Wähler Tag in Winnenden teil, zusammen mit meiner besseren Hälfte und Herbert Burkhardt. Seit ich Vorsitzender bin, sind wir drei in Sachen Landesverband ein eingespieltes Team, notgedrungen, weil das ursprünglich dafür vorgesehene Mitglied leider keine Zeit für seine ehrenamtliche Aufgabe findet. Kann aber auch nur sein, dass es daran liegt, wie ich selbst das Ehrenamt verstehe und gerne in meinem Verantwortungsbereich Bezahlung und Aufwandsentschädigungen gegen Null fahre.

Da bin ich wohl noch von der alten Schule: wer Geld verdienen möchte, der soll etwas Anständiges lernen und hart arbeiten — das Ehrenamt sollte weiterhin eine Ehre und ein Vergnügen zugleich sein, Geld stört dabei nur!

Auf alle Fälle aber waren es zwei spannende Tage, denn tags zuvor gab es noch eine Vorstandssitzung, an welcher ich als Gast teilnehmen durfte, und die obligatorische Präsidiumssitzung. Was dazu führte, dass meine bessere Hälfte und ich das Burghotel und Restaurant Schöne Aussicht kennenlernen durften. Ein sehr ruhiges Hotel mit einer etwas anderen Atmosphäre und seit 100 Jahren in Familienhand. Leider hatten wir keine Zeit, um das geräumige Zimmer und vor allem dessen Terrasse — sogar mit Heizstrahler — zu genießen; dafür aber die Küche bei einem gemeinsamen Abendessen.

Beim Freie Wähler Tag hatten wir eine eigene Heilbronner Ecke, die urplötzlich und für mich völlig überraschend von einem langjährigen guten Bekannten verstärkt wurde. Nie und nimmer — wir saßen bereits in unzähligen EUROPA-UNION Versammlungen beisammen — hätte ich gedacht, dass er ebenfalls ein Freier Wähler ist. Herbert Burkhardt meinte lapidar, ich solle doch einmal mit meinen Mitmenschen etwas mehr schwätzen. Auch wenn ich immer wieder erstaunt feststelle, was Menschen so alles über sich wissen, nachdem sie nur fünf Minuten beisammen saßen, langt es mir selbst eigentlich schon, wenn ich weiß, dass mein Gegenüber ein ganz netter Mensch ist und ich mich auch noch auf ihn verlassen kann.

Zum Freie Wähler Tag selbst, kann ich wenig berichten, da dieser wie bei fast allen anderen Versammlungen und Parteitagen üblich organisiert war und abgelaufen ist. Mit dem Unterschied vielleicht, dass die Freien Wähler sehr bürgermeisterlastig und diese zumeist alle kleine Könige sind. Und so hatte der Freie Wähler Tag doch noch seinen ganz eigenen Charme. Und wenn ich mir auch den Mund dabei fusselig rede, ich bin weiterhin davon überzeugt, dass man Regierungs-, Parlaments- und Verwaltungspositionen ausdrücklich auf zwei Wahlperioden begrenzen muss, denn dies verhindert zum einen Primadonnen und sorgt zum anderen dafür, dass die Welt sich adäquat weiterentwickeln kann.

Übrigens, die allgemein bekanntesten Primadonnen unter den Oberbürgermeistern habe nicht nur ich beim Freie Wähler Tag vermisst.


Gaffenberg

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Beitragsfoto: Gaffenberg

Lions Heilbronn-Wartberg

Seit Längerem spricht Oliver Durst vom Gaffenbergfest der Lions Heilbronn-Wartberg, welches jedes Jahr auf dem Gaffenberg veranstaltet wird. Der Lions-Club Heilbronn-Wartberg besteht seit 1996 und bildet zusammen mit dem Lions-Club Heilbronn (der mit den Weihnachtskalendern) und dem Lions-Club Heilbronn-Franken einen Teil des Lions Distriktes 111. Die Lions Heilbronn-Wartberg zählen derzeit 45 Mitglieder und nutzen das große Lions-Fest auf dem Gaffenberg, um Einnahmen für zahlreiche wohltätige Aktivitäten zu generieren, u. a. zum Wohle der Wartbergschule.

Gestern Abend war es dann so weit und meine bessere Hälfte und ich pilgerten auf den Gaffenberg, aber nur fast, denn auf halber Strecke wurden wir von weiteren Gästen aufgegabelt. Bei Ankunft gab es erst mal ein Gläschen Sekt und man konnte derweil ganz individuell Bon-Karten für den späteren Verzehr lösen. Schon hier merkte man, dass die Organisation des Festes sehr routiniert und professionell ist.

Dann hörten wir auch schon die Besigheimer Band „Stick in Mind“, die mich sogleich begeisterte, da sie den gesamten Abend über all die Lieder spielte, die ich zu Hause gerne auf meinen Plattenteller lege. Für mich sehr überraschend, wen ich beim Fest so alles traf, ein paar Föderalisten waren schon anwesend und hatten einen gut platzierten Tisch reserviert. Ein paar Tische weiter saßen ein paar Freie Wähler und noch einen Tisch weiter Hartmut, ein Freund aus meiner eigenen Kindergartenzeit. Und so konnte ich erstmals seine reizende Gattin kennenlernen — ach, wie schnell sind doch 55 Jahre vorbeigegangen!

Für Speis und Trank war noch schneller gesorgt — für jeden Geschmack war etwas dabei — und der Abend plätscherte richtig vergnügt vor sich hin. Besonders beeindruckt war ich von den Gastgebern, wie gesagt, keine 50 Mitglieder, aber eine großartig organisierte Veranstaltung. Zudem fanden die Mitglieder noch Zeit, um den gesamten Abend über leere Teller und Gläser von den Tischen zu räumen oder weitere Tische und Bänke heranzuschleppen. Als Gast weiß ich dies zu schätzen und als Vereinsvorsitzender anderer Vereine konnte ich nicht umhin, um das Engagement der Lions zu bewundern — ohne dieses Engagement könnte man solch eine sehr gelungene Veranstaltung aber auch nicht stemmen.

Der Abend verging schneller als gedacht und ich traf zudem noch die Stadträtin Sylvia Dörr mit ihrem Mann; vor gar nicht allzu langer Zeit hatten wir unsere Kinder im selben Kindergarten. Etwas später pilgerten meine bessere Hälfte und ich entlang des Gaffenbergs nach Hause und erfreuten uns dabei am nächtlichen Anblick der Stadt — besonders das Volksfest leuchtet sehr farbenfroh. Aber nur fast bis nach Hause, denn kurz darauf wurden wir erneut von Gästen aufgepickt und nach Hause gefahren.

Mangel

Es ist vollbracht. Dankenswerterweise hat Detlef Stern meine Klausuren gleich mitgedruckt. Ich schlug mich derweil bei meseno mit Mathenachhilfe herum. Es ist schon tragisch, mit ansehen zu müssen, wie viele Kinder alleine deshalb scheitern, weil sie keine halbwegs vernünftigen Eltern haben. Auch unser Schulsystem ist nicht mehr in der Lage, um dieses elterliche Versagen noch zu kompensieren. Und so versuchen ein paar Ehrenamtliche wenigstens bei einigen Kindern zu retten, was noch zu retten ist. Aber auch dies wird immer herausfordernder — gestern hätte ich gerne ein paar Eltern den Hosenboden lang gezogen. Ich weiß, das geht überhaupt nicht und dies macht man auch nicht. Wir gucken weiterhin zu, wie unfähige Eltern ihre eigenen Kinder ruinieren.

Artikel 6

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

Grundgesetz

Meines Erachtens sollten wir dringend über einen Elternführerschein nachdenken und zusätzlich elterliches Fehlverhalten sanktionieren, denn diese begehen damit eine schwere Pflichtverletzung — nicht nur gegenüber ihren eigenen Kindern, sondern gegenüber der gesamten Gesellschaft.

Erfreulicher war das gestrige Vorlesen in einer dritten Schulklasse, wobei ich es nicht schaffen werde, ein sehr gutes Kinderbuch — der Dank geht an die Lehrerin — bis zum Ende zu lesen. Leider aber muss ich auch hierbei weiterhin feststellen, dass rechnen, lesen und schreiben können nicht mehr ein zwingender Bestandteil unserer heutigen Schulausbildung ist.

Was mich nun wieder zu meiner Klausur zurückführt. Die Benutzung eines Taschenrechners wird nicht erlaubt sein. Dies wird wohl den einen oder anderen Studenten an den Rand der Verzweiflung führen, dabei verlange ich nur maximal das große Einmaleins. Am kleinen Einmaleins sind gestern bereits „meine“ Achtklässler hoffnungslos gescheitert.

Amsterdam

Unser Gemeinderat war wieder einmal zusammen mit dem OB für ein paar Tage auf Entdeckungstour. Dieses Mal in Amsterdam, einer tatsächlich sehr attraktiven Stadt, die bereits seit ein paar Jahren immer mehr Besucher anzieht, so nun auch unseren Gemeinderat.

Wobei man uns Heilbronnern diese Städtereise nach Amsterdam zur Vertiefung der allgemeinen Beziehungen im Heilbronner Gemeinderat besser erklären kann, als wenn man nach Tokio, Sydney oder Rio fährt — da wäre der Neidfaktor wohl doch etwas größer gewesen. Ich kann dazu nur sagen, dass jeder Heilbronner die Chance hat, um für den Gemeinderat zu kandidieren. Und vielleicht sind diese kostenlosen Städtereisen für den einen oder anderen nun ausschlaggebend, um doch noch den eigenen Hut in den Ring zu werfen.

Der offizielle Grund für die regelmäßigen Reisetätigkeiten des Gemeinderats und der Stadtverwaltung ist, dass man es sich vor Ort anschauen möchte, wie andere ihre Städte zum Erfolg führen. Leider aber sind unsere Gemeinderäte zumindest diesbezüglich nicht lernfähig und deshalb nutzt es auch nichts, wenn man deren Reisetätigkeiten weiter ausdehnt. Interessant wäre es für mich zu wissen, ob die Gemeinderäte von ordentlich geführten und verwalteten Städten ebenso oft in der Welt unterwegs sind. Wahrscheinlich aber nutzen diese ihre kostbare Zeit, um sich um ihre Stadt und ihre Mitbürger zu kümmern.

Und jene Heilbronner Gemeinderäte, die keine Zeit hatten, um sich dieses Mal in Amsterdam zu vergnügen, für die gab es gestern die Eröffnung des Heilbronner Volksfestes. Das soll dieses Jahr mit exorbitanten Preisen aufwarten, was unsere Gemeinderäte aber nicht stört, da diese selbstverständlich zur Eröffnung eingeladen wurden und ihren eigenen Geldbeutel wieder einmal stecken lassen durften.

Das erklärt auch ganz gut, warum man gestern auf dem Gaffenberg nur eine Gemeinderätin gesehen hat, denn dort mussten alle selber zahlen.