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Rückfall 5 (5)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Meine bessere Hälfte sagte mir heute Morgen, dass ich nun Urlaub hätte. Ich halte weiterhin an meinem Grundsatz fest, dass nur jene Urlab benötigen, die mit dem was sie tun nicht zufrieden sind. Und nein, ich bin mit dieser Auffassung wirklich nicht alleine!

Da ich nun aber ganz offiziell Urlaub habe, versuche ich wenigstens ein paar Urlaubsdinge zu machen. Mal schauen, wann ich aus dem Urlaub zurückgeholt werde? Vor Kurzem gab es noch ein paar Kommentare zu den Musikstücken und Bands hier im Blog. Wohlweislich habe ich ein paar davon schon gar nicht mehr in der jüngsten Aufzählung mit erwähnt und sicherlich auch ein paar andere vergessen. Um die nun folgenden Zeilen etwas besser verstehen zu können, wäre es vielleicht hilfreich, wenn man schon einmal etwas von Curved Air gehört hat. Auf alle Fälle höre ich gerade deren Album „Phantasmagoria“ (1972). Noch heute wird es allgemein als deren bestes angesehen, zumindest von jenen, die diese Gruppe schon einmal gehört haben.

Manche meiner Zeitgenossen haben vielleicht schon einmal etwas von Sonja Kristina gehört. Stewart Copeland von Police hat sie bereits 1980 vom Markt genommen. Wobei mir gerade auffällt, dass ich Police gar nicht in meine Aufstellung mit aufgenommen habe.

Aber nun kurz zurück zu Curved Air, eine Musikgruppe, die zwischen 1970 und 1976 unterwegs war und in der Stewart Copeland zum Ende hin als Schlagzeuger tätig war. Sonja Kristina war die Gründerin und Sängerin der Gruppe.

Der Begriff Rückfall ist in meinem Vokabular die deutsche Verballhornung des Begriffs Fallback Position, denn es gibt nicht sehr viel, was man zurückziehen kann oder zumindest können müsste. Heute Morgen während meines Urlaubs habe ich nicht nur ein paar Runden in der Neckarhalde gedreht, sondern mir auch ein paar Blog-Beiträge und erstmals auch Vlogs gegönnt. Die künstliche Intelligenz lässt nicht nur immer öfters grüßen, sondern hinterlässt auch ihre eigenen Spuren. Unsägliche Wiederholungen, nur um die Texte oder das Ton- bzw. Videomaterial in die Länge zu ziehen: Laberei um der Laberei willen! Keine Spuren ersichtlich, dass man durch Wiederholungen oder gar Anspielungen etwas mitzuteilen hat. Und selbst ausgebildete Journalisten scheuen nicht mehr davor zurück, in ein und demselben Artikel dem Leser mitzuteilen, z. B. dass der Eiffelturm eine Höhe von 330 Metern hat — und dies gleich dreimal.

Und so werde ich in meinem Urlaub rückfällig. Anstatt dem neusten Scheiß gucke ich lieber einmal danach, was mir das längst völlig Abgehangene noch zu bieten hat.

Ende der 1970er-Jahre bis zum Abschluss meines Studiums gab es immer wieder Momente, wo ich mich mit Gruppen wie Brainticket, Curved Air oder gerne auch Manfred Mann’s Earth Band zurückzog — das muss nun einfach sein — und mir so meine ganz eigenen Gedanken zu Artur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche machte. Qualitätsmomente, die man durchaus als Urlaub bezeichnen kann.

Und so wurde ich heute etwas rückfällig. Ein Hinweis dabei an Andreas Lochner, die Band Brainticket nicht mit auf iTunes zu nehmen. Könnte sein, dass sonst Besuch vom Gesundheitsamt kommt.

Inzwischen überlegt meine bessere Hälfte sicherlich, ob es nicht besser wäre, mich wieder aus dem Urlaub zurückzuholen. Derweil spült mir meine Timeline das Wort „führungserfahrungslos“ auf den Bildschirm, welches Guido Kühn mit dem aktuellen Kanzler verbindet.

Was zudem zu der Information passt, dass man nun noch die Brücken der BAB 6 völlig überteuert saniert und spätestens nach erfolgter Sanierung wie übrigens seit Jahren bereits geplant abreisst. Politik ist bei uns Steuergelder absolut sinnlos aus dem Fester zu schmeißen oder selbst zu verprassen und dabei nach noch mehr Steuergeldern zu bellen (kleiner Insider).

1979 saß ich einmal in meinem abgedunkelten Zimmer, die Rauchkerzen qualmten munter vor sich hin, der schwarze Tee köchelte bereits seit Stunden auf einem Stövchen, ich laß Nietzsche im Kerzenlicht und hörte dabei Jean-Michel Jarre als ein Freund, der sehr gerne haschte, ins Zimmer kam und mich fragte, was für ein geiles Zeug ich eigentlich rauchen würde!

Mein Urlaub ist nun vorbei, ich habe mich selbst zurückbeordert und frage mich sofort, was raucht denn die Welt um mich herum so alles — wohl ganz geiles Zeugs!

Nachtrag

Wer nur 10 Minuten Zeit für sich selbst hat, der kann gerne auf das heutige Angebot der New York Times zurückgreifen und sich Georges Seurats „Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte“ aus dem Jahr 1886 etwas näher anschauen. Es lohnt sich, ich saß bereits vor ein paar Jahrzehnten selbst einmal etwas länger vor diesem Bild.


Kinobesucher

23.7.02026 4.4 (7)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

Blog-Welten

Nächtens mal ganz tief in ein paar Blog-Welten eingetaucht. Das ist für mich wie das Stöbern in einem fremden Bücherregal. Sehr schnell wurde ich mir dabei der Unendlichkeit von Blogs bewusst: zwar gibt es nicht einmal endlich unendlich viele Blogs, was aber mir als einzelnem Leser völlig egal sein kann, da meine eigene Unendlichkeit bereits bei ein paar tausend Blogs anfangen dürfte.

Ich konnte wunderbare Blogs entdecken und laß mich bei dem einen oder anderen Blog sogar fest. Schnell stellte ich dabei fest, dass meine eigene Blogroll — welche von mir zudem schon etwas länger ausgedünnt wurde — nicht einmal einen Sekundenblitz dieser Welten abdecken kann. Unterhalb meiner Blogroll befinden sich unter der Überschrift Blog-Welten auch schon etwas länger und aktuell drei Links, die einen in die Fülle dieser Art der Kommunikation einsteigen lassen — sehr wahrscheinlich könnte ich hier auch unendlich viele Hyperlinks einfügen.

Wer auch nur etwas Freizeit sinnvoll verbringen möchte, dem empfehle ich einmal ganz unverbindlich durch die Blog-Welten zu surfen, was dem einen oder anderen Leser zudem erspart ganze Bibliotheken (kleiner Insider) mit in den Urlaub zu verfrachten.

Mich ernüchtern meine Touren durch die Blog-Welten immer wieder aufs Neue, denn kaum glaube ich, dass mir mein eigenes Blog ganz gut gelungen wäre, muss ich feststellen, dass unzählige andere Blogger noch viel bessere Blogs anbieten können.

Am Ende meiner nächtlichen Tour bedauere ich ein klein wenig, dass ich diese nicht mitgeplottet habe und somit hier nicht aufführen kann. Was vielleicht sogar der falsche Weg wäre. Wer noch keinen Einstieg in seine eigenen Blog-Welten gefunden hat, der kann gerne meine Blogroll und die Hyperlinks darunter nutzen, um sich in der Unendlichkeit zu verlieren.

Ich würde mich allerdings sehr darüber freuen, wenn die Leser wieder hier zu meinen Blog zurückkehren.

Vermischtes

Stefan Roses Blog-Beitrag „Im Bockshorn“ von gestern thematisiert u. a. den Spahn-Rücktritt, den Song „Keine Angst“ und „wie Rechte dieses Land inzwischen auch ohne parlamentarische Mehrheiten bereits prägen“. Gut, dass er auch noch den Artikel 20, Abs. 4 des Grundgesetzes (GG) zitiert.

„Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

grundgesetz (Artikel 20, Abs. 4)

Gerade ist der Europäische Brief N° 91 vom Juli 2026 erschienen. Das Thema: „Die europäische Zukunft der Ukraine führt über eine Reform der Union.“ Dass die EU reformiert gehört, das dürften selbst deren Feinde wissen. Und so ist es weiterhin nur die Frage, wie diese Union reformiert werden muss, und für uns Föderalisten dazu noch, wie bekommen wir die Mehrheit unserer Mitbürger dazu, dass auch diese sich auf den Weg in Richtung europäischer Bundesstaat begeben.

Bei uns in der Stadt wurde wieder einmal eine Provinzposse aufgedeckt. Nicht einmal ein Stadiönchen für einen nicht einmal drittklassigen Fußballverein bekommt unsere Stadtverwaltung gebacken. Was mich in Bezug auf die Turmstraße nun etwas beruhigt, denn bisher dachte ich, dass es sich dabei um bloßen Unwillen handelt. Nun dürfte auch dies geklärt sein: nackte Unfähigkeit! — eine gute Überleitung zum nun folgenden Film.

Suburra

Manche haben schon vom Lustviertel des alten Roms gehört. Dank Andreas kenne ich nun auch den Film gleichen Namens, der von Stefano Sollima 2015 verfilmt wurde.

Ich möchte nicht zu viel verraten, deshalb nur, dass mir der Film von Anfang bis zum Ende gefallen hat. Auch dürfte nun die Frage geklärt sein, warum Politiker unbedingt wiedergewählt werden möchten.

Allerdings dürfte die Bunga Bunga-Zeit der italienischen Regierung doch um einiges wilder gewesen sein. Aktuell hat die Forza Italia, so wie Silvio Berlusconis damalige Partei heute heißt, nur noch ca. 10 % der Sitze im italienischen Parlament. Unvergessen bis heute aber Karima el-Mahroug.


Blaupunkt

11.7.02026 4.5 (8)

Beitragsfoto: Radio

Kanzler

Spätestens seit Olaf Scholz und Friedrich Merz sind die meisten Deutschen davon überzeugt, dass Kanzler jeder kann; ganz anders als beim Trainer der Deutschen Fußballnationalmannschaft, denn da fragt man sich schon noch, ob die jeweiligen Kandidaten qualifiziert sind.

Und weil Kanzler wirklich jeder kann, zumindest kann jeder die gleiche Qualität der letzten beiden Kanzler abliefern, reißen die Diskussionen nicht mehr ab, wer nun als nächstes ran darf. Manche Kandidaten bringen sich still und heimlich ins Gespräch und andere sind da weniger zögerlich. Und so werden viele der Kandidaten auch immer wieder von Journalisten durchleuchtet.

Eine solche Beleuchtung erlaubte sich jüngst Annika Joeres von correctiv.org (26.6.2026) und dies wäre mir nicht näher aufgefallen, wenn der Beleuchtete nicht sogleich mit seinen Rechtsanwälten dagegen vorgegangen wäre und correctiv.org eine Gegendarstellung veröffentlichen musste.

Lustig dabei ist, dass der bereits verurteilte Politiker auch Aussagen dementieren lässt, die ich selber von ihm noch genau so in Erinnerung hatte.

Noch lustiger ist, wie kaputt müssen deren Parteien eigentlich sein, dass sich Hinz und Kunz als eigene Kanzlerkandidaten ins Spiel bringen lassen.

Tragisch dabei, dass eine rechtskräftige Verurteilung immer mehr zum guten Ton heutiger wie auch künftiger Ministerpräsidenten und Kanzler gehört. Vielleicht sollte man besser auf jene Politiker setzen, die es verstehen, trotz Straftaten völlig ungeschoren davon zu kommen. Denn wenn schon starkes Alpha-Männchen oder -Frauchen, dann aber bitte richtig!

Vermischtes

Wenn man denkt, dass es heute nicht mehr schlimmer geht, dann kommen wieder einmal unsere französischen Nachbarn um die Ecke und feiern die Wählbarkeit von Marine Le Pen.

Gestern noch den Trustpilot-Hinweis von meinem Blog entfernt; zusätzlich auch das entsprechende Plug-in. Mein Weblog wird noch so richtig schlank werden.

Während sich Donald Trump mit Elon Musk den reichsten Mann der Welt als Berater erlaubt, macht das Ländle auf eine gewaltige Nummer kleiner. Cem Özdemir holt sich nun den Krawallmacher Boris Palmer ins Boot und folgt damit dem US-amerikanischen Erfolgsrezept — halt nur viel billiger. Wobei, billig kann auch sehr teuer werden, zumindest für uns Steuerzahler.

Was ich dabei aber nicht so richtig verstehe ist, wir haben in der großen Koalition anders als in den USA doch bereits schon zwei Alpha-Männchen. Warum nun noch ein drittes? Vielleicht spielt Manuel Hagel nur nicht gut genug Tennis.

Gestern veröffentlichten die Rolling Stones ihr inzwischen 25. und nun offiziell auch allerletztes Album. Ich warte noch auf mein Exemplar, da ich keine Sonderedition haben wollte. Interessant dabei, die Sondereditionen sind inzwischen billiger als die ganz gewöhnlichen Pressungen.

Ich bin erst 1980 mit „Emotional Rescue“ eingestiegen und habe mir auch noch „Tattoo You“ (1982) gekauft, welche bis heute meine Lieblingsplatte dieser Band ist. Danach legte ich mir noch „Sticky Fingers“ (1971) und „Some Girls“ (1978) zu. Damit decke ich meinen Bedarf an den Rolling Stones ganz gut ab, wobei auf meinem kleinen Server sicherlich auch noch die eine oder andere Platte der Stones zu finden ist. Nun bin ich einmal gespannt darauf, ob die letzte Platte bei mir Erinnerungen wecken wird — von 1962 bis heute ist für eine Musikband eine lange Zeit, besonders wenn man diese mit warten verbringt.

Verwahrlosung

Berlin ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was mit Gemeinschaften geschieht, die ausschließlich von Transferzahlungen leben. Hinzu kommt noch, dass sich Berlin über die Jahrzehnte hinweg trotz Zuzugs von Menschen noch weiter abgeschottet hat. Detlef Stern würde dazu wohl anmerken, dass „je selbstreferenzieller (und abgeschotteter) ein System ist, desto anfälliger ist es für Korruption.

Lug und Betrug bestimmen schon etwas länger den politischen Alltag in Berlin, manche vermuten dies bereits seit den Tagen Richard von Weizsäckers. Andere sprechen ganz unverhohlen vom „Bundesdrecksloch“. Jochen Buchsteiner kommentiert die jüngste diesbezügliche Entwicklung in der FAZ (11.7.2026).

Seit Jahrzehnten weiß jeder, dass die Berliner Stadtgesellschaft keine ausreichend qualifizierten Bewohner mehr hat, um sich selbst regieren zu können — alleine diesbezüglich dürfte die Stadt noch Vorreiter für unser gesamtes Land sein: Transferzahlungen in zu hohen Dosen machen blöd.

Wer den Berlinern helfen möchte, der muss dringend das Bundesland Berlin auflösen und die Stadt so lange unter Bundesaufsicht stellen, bis diese sich halbwegs wieder gefangen hat. Einschließlich der Einrichtung einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft Korruption und Bandenkriminalität, die dann aber auch nicht vor der großen Politik halt machen darf.

Aus föderaler Sicht wäre es vielleicht sogar hilfreich, wenn man die Bundeshauptstadt ein wenig entflechtet und zum Beispiel den Bundesrat schon einmal nach Frankfurt verlegt.

Manche verstehen nun wohl auch, warum doch so viele Bundestagsabgeordnete an Bonn festgehalten haben, denn diese kannten ihre Kollegen und deren Anfälligkeiten recht gut und wussten, dass die in einem über Jahrzehnte hinweg alleine mit Transferzahlungen zu schaffenden großstädtischen Umfeld unter die Räder kommen werden — die Versuchung ist einfach viel zu groß, wenn Milliarden an Steuergeldern für die Schaffung einer Hauptstadt des Größenwahns nur so sprudeln.

Manche verstehen nun wohl auch, warum doch so einige von uns Frankfurt als ideale Bundeshauptstadt ansehen. Und dies nicht nur weil Frankfurt schon alleine infrastrukturell besser an unser Land und Europa angebunden ist. Auch hat man die Frankfurter nicht seit 1945 als Transferzahlungsjunkies hochgepäppelt.