Spaziergang

7.8.02025 4.9 (8)

Beitragsfoto: Spaziergang

Misogynie

Ist ein Misogyniker auch ein Misanthrop? Ich meine ja. Ist es nun sexistisch, wenn man ersteren als letzteren bezeichnet? Vielleicht kann ich mich auch nur nicht in Menschen hineinversetzen, die andere Menschen alleine aufgrund ihres Geschlechts, der Hautfarbe oder anderen Merkmalen weniger wert schätzen.

Auf alle Fälle aber hat Karmvir K. Padda einen interessanten Artikel zum Thema Misogynie geschrieben: „I analyzed more than 100 extremist manifestos: Misogyny was the common thread“.

Ich kenne nun einen neuen Begriff, den ich allerdings noch nicht so ganz ein- oder gar zuordnen kann: „Based Chads“. Victor Orban soll so einer sein, Markus Söder könnte vielleicht einer sein, aber wie ordnet man dann einen Jens Spahn ein?

Misogynie als eine der Grundlagen für Irre, „Nutters“ und andere üble Gestalten kann man nachvollziehen und das Thema hätte bestimmt ganz gut in unsere Reihe „Wir Menschen“ bei den Hertensteiner Gesprächen gepasst. Dieses Mal haben wir aber keinen Moderatoren gefunden, der sich daran wagt.

Wer führen oder wer auch nur Politik machen möchte, der muss unbedingt auch ein Menschenfreund sein. Wer Menschen nicht mag, der ist dort völlig fehl am Platz!

Und zu Frauen muss man ganz besonders nett sein, denn, da sie nicht Autofahren können, sind sie von vorne herein gehandicapt.

Vermischtes

Dieses Mal waren Rita und Jörg bei uns zu Gast. Das Resultat war ein wunderschöner Nachmittag. Das nächste Mal werden wir gemeinsam ein paar Gartenwerkzeuge ausprobieren; es muss auch nicht unbedingt der SWR mit dabei sein.

Was ich wieder einmal ganz gut beobachten durfte, im Luxus lässt es sich ganz gut leiden. Jene ohne Luxus haben da manchmal sicherlich ein echtes Problem.

„Geld allein macht nicht glücklich, aber es ist besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn.“

 Marcel Reich-Ranicki 

Huhn oder Ei, was war zuerst da? Gerade im Spiegel gelesen, ein Fahrlehrer soll mit mehr als 1,6 Promille auf dem Beifahrersitz gesessen haben. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass sie erst ab 1 Promille ihren Job hinbekommen. Wobei Prinz Philips eine andere Sichtweise auf den Sachverhalt hatte und bereits 1995 einen schottischen Fahrlehrer fragte: „How do you keep the natives off the booze long enough to pass the test.“ Dies könnte nun obige uralte Frage aus der Antike wiederbeleben: wer war zuerst da, der betrunkene Lehrer oder der betrunkene Schüler?

Ein weiteres Mysterium beschäftigt mich derzeit gleich in mehreren Vereinen. Warum übernimmt jemand ein Ehrenamt wenn er dafür keine Zeit aufbringen, geschweige denn, dass er dieses auch ausfüllen kann?

Mich heute kundig gemacht und bereits dem Jobcenter per online-Formular geantwortet. Auf anderen Websites ist es inzwischen durchaus üblich, dass man automatisch ein PDF seiner Antwort zugesandt bekommt und damit etwas in Händen hält — nicht, dass demnächst doch ein Kuckuck am Auto hängt. Denn wenn man gleich beim Erstkontakt mit dem Richter gedroht bekommt, muss man auf so etwas gefasst sein.

Weblog

Meine regelmäßigen Leser wissen es bereits, ich schreibe hier nicht um zu gefallen und schon gar nicht um mit diesem Blog Geld zu verdienen.

Hyperlinks, kurz Links genannt, sind allerdings von Anfang an ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Blogs, wenn nicht gar der meisten anderen Websites. Es gibt dabei zwei Unterarten, jene Links, die auf eigene Seiten verweisen und jene, die auf andere Websites verlinken.

Wenn man als Autor von Webseiten Links setzt, dann hat man auf jene Einfluss, die auf die eigenen Inhalte oder gar eigene Websites verweisen, aber überhaupt keinen Einfluss auf jene Hyperlinks, die zu externen Seiten führen.

Und so kommt es immer wieder und dies von Beginn des Internets an dazu, dass die selbst gesetzten Links ins digitale Nirvana führen. Für Websites, die ausschließlich tagesaktuelle Inhalte präsentieren und ab dem nächsten Tag keine Bedeutung mehr haben wollen, ist dies auch überhaupt kein Problem. Für ernstzunehmende Nutzer eine alltägliche Herausforderung.

Und so freute ich mich jedes Mal darüber, wenn ich ein Plugin (Tool) gefunden hatte, das regelmäßig die gesetzten Links auf Gültigkeit überprüfte. Über ein paar Jahre hinweg glaubte ich sogar das richtige Plugin gefunden zu haben und bezahlte sogar dafür.

Nun hat mich Detlef Stern rein zufällig darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Plugin plötzlich nicht mehr alle paar Monate oder Wochen nach ungültigen Links suchte, sondern nun minütlich, wenn nicht gar öfters. Der einzige Grund dafür: SEO — das Hokuspokus für digitale Junkies.

Eine kurze Überprüfung ergab nun, dass diese gute Plugin inzwischen einer Firma gehört, die sich auf SEO spezialisiert hat.

Und so habe ich nun bis auf Weiteres kein Hilfsmittel mehr, welches darauf achtet, dass die von mir gesetzten Hyperlinks auch weiterhin ein Ziel haben. Was nun des öfteren dazu führen wird, dass Links ins digitale Nirwana führen werden.

Solange Webseitenbetreiber und Blogger weiterhin auf SEO setzen, werden wir alle keine wirklich geeigneten Hilfsmittel für unsere Websites mehr bekommen.


Mensch

22.7.02025 4.9 (7)

Beitragsfoto: Mann | © Subham Shome auf Pixabay 

Vermischtes

Alexander Dobrindt schreibt Geschichte. Als Innenminister macht er ganz im Alleingang deutsche Außenpolitik und erkennt als erster westlicher Staat (L’État, c’est moi!) ganz offiziell das afghanische Terrorregime an! Das hat noch kein demokratischer Politiker zuvor geschafft, was darauf schließen lässt, dass Dobrindt wohl doch kein Demokrat ist.

Was auch darauf schließen lässt, dass Schuldenkanzler Friedrich Merz außer der SPD weder den Bundeshaushalt noch seine CDU- und CSU-Kumpane (Söder, Spahn & Dobrindt) so richtig im Griff hat — wie gesagt, Schulden machen kann jeder, das hätte sogar die Vorgängerregierung ganz gut geschafft. Da aber war noch die Union dagegen, die inzwischen nur noch beim Hetzen und Verleumden etwas mitreden darf — den Rest macht jetzt die Viererbande untereinander aus.

Mal etwas anderes, Heinz Wittenbrink macht in einem Blog-Beitrag auf einen Artikel im Guardian aufmerksam: „Nesrine MalikThe go-between: how Qatar became the global capital of diplomacy.“ (The Guardian, 22.5.2025). Warum mischen wir da noch nicht mit, oder vielleicht doch?

Über die Jahre hinweg hat sich Rembrandt immer wieder selbst gemalt. The Collector hat diese Bilder bereits 2021 alle einmal aufgeführt und einen netten Artikel darüber geschrieben — nur mal so, weil ich gerade an das Porträt dieses Blog-Beitrags denke; es ist aber nicht von Rembrandt.

Laut dem Verband Jüdischer Journalisten gibt es Hinweise auf eine systematische Israelfeindlichkeit bei der Deutschen Welle — Nachtigall, ich hör dich trapsen! Eigentlich ein Medium, dem ich sehr gerne während langer Autofahrten gelauscht habe. Das wird wohl ebenfalls am Mangel an Fachkräften liegen; wobei Hetzen und Verleumden geht bei uns immer.

Heterofatalism

Wenn man liest, dann lernt man auch immer wieder Neues kennen. Wohl schon etwas länger beklagen sich halbwegs intelligente Frauen darüber, dass es keine echten Männer mehr gäbe, zumindest diese nicht mehr wissen, wie man mit Frauen umzugehen hat. Ich hoffe, ich habe diesen neuen Fachbegriff getroffen.

Wahrscheinlich dürfte ich selbst in diese Kategorie Männer fallen, auch wenn ich inzwischen mehr als 30 Jahre vom Markt bin, da ich es bei bestem Willen nicht geschafft habe, den Artikel von Jean GarnettThe Trouble With Wanting Men“ ganz bis zum Ende zu lesen — ein einziger Fluss von Selbstmitleid. Wobei ich nun mit diesem Statement in der heutigen Damenwelt schnell in die Rubrik Sexist fallen dürfte.

Am liebsten würde ich Jean Garnett einfach nur mit einem Witz antworten. Ein Verhaltenspsychologe zeigt seinen Studenten ein Labyrinth mit zwei Ausgängen. An einem sitzt eine weibliche Maus und am anderen ein Schale Mäusefutter. Er erklärt den Studenten egal wie oft er eine männliche Maus auch an den Eingang setzt, diese findet ihren Weg immer zum Futter. Auch hätte er das Futter bereits mehrfach gewechselt. So könne man ohne Wenn und Aber folgern, dass der Fresstrieb bei Männern größer als der Sexualtrieb sei. Sein Experiment war zu Ende als ein Student fragte, ob man auch einmal die weibliche Maus gewechselt hätte.

Dieser Witz dürfte so falsch wie der Artikel von Jean Garnett sein. Schon unsere Großeltern wussten, dass man manche Dinge einfach nicht erzwingen kann; die sich beständig ändernden sozialen Normen sind bei der Partnerwahl bestimmt auch nicht hilfreich. Wobei ich behaupte, dass es noch nie gut war, sich freiwillig in ein „Drink and Grop“-Umfeld zu begeben. Ich empfehle auch nicht den Beruf, schon gar keine Dating-Portale, sondern das Ehrenamt, denn gemeinsame Interessen sind schon immer ein guter Kit für künftige Beziehungen gewesen!

Aktuelle Anlässe, um sich ehrenamtlich zu engagieren gibt es auch in den USA weit mehr als genug! Und so wäre es für Jean Garnett hilfreicher, sich einmal dort zu engagieren als sich beständig zusammen mit ihren Freundinnen über völlig verkorkste Männer zu echauffieren.

Basteln

Meine Timeline ist eigentlich inzwischen von allem Nervigen befreit und plötzlich kommt doch noch eine eine völlig überflüssige Diskussion mit hinzu, die mich einzig an den Kindergarten denken lässt. Nichts gegen Kindergärten, aber ich bin hierfür eindeutig zu alt. Und so habe ich die Quelle hierfür kontaktiert und den Webring-Gründer Thomas Gigold gebeten, mein Weblog wieder aus dem Webring herauszunehmen.

Und weil ich nun schon einmal dabei war, wollte ich sogleich auch noch meine Mastodon- und Bluesky-Konten löschen. War wohl nichts, denn ich konnte die notwendigen Kennwörter einfach nicht finden. Bitte nun keine gutgemeinten Hinweise, dass ich mir doch endlich einmal meine Kennwörter aufschreiben sollte. Fazit dieses Versuches: ich habe vorerst weiterhin beide Konnten — keine Lust nun auch noch neue Kennwörter anzufordern.

Dafür habe ich mal wieder nach meinem Trustpilot-Konto geschaut. Zuletzt hat dort jemand am 22. April 2025 das Weblog bewertet. Auch wenn ich mit 4,5 von 5 Sternen ganz zufrieden bin, würde es mich freuen, wenn noch ein paar mehr Bewertungen mit hinzukämen.

Inzwischen sagt mir mein Reeder, dass ich noch 474+ Blog-Beiträge und Artikel zu lesen habe und ich weiß jetzt wieder, warum ich beständig nach anderen RSS-Readern Ausschau hielt. Inzwischen soll es KI und Apps geben, die die Beiträge für einen lesen.

Dafür aber habe ich meine E-Mail-Konten inzwischen ganz gut im Griff. Die dringenden und wichtigen Informationen erhalte ich bereits schon länger über Delta Chat oder Threema.

Und nein! Ich habe weiterhin kein WhatsApp!

Nachklapp

Anstatt eines schlauen Spruchs heute einmal ein Song von Mel Brooks — wer möchte, der kann sich den Schuh selber anziehen. Kann aber gerne auch ein wenig nachhelfen …

Wenn Söder zum Gegenbesuch nach Berlin kommt, hat Spahn bereits die passenden Laiendarsteller gebucht: youtu.be/-VvsCbXjWOs?…

[image or embed]— Heinrich Kümmerle (@kuemmerle.name) 21. Juli 2025 um 17:57


Blogger

2.7.02025 4.9 (7)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Weblog

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass Blogger mit wenigen Ausnahmen nie so ganz mit ihrem Blog zufrieden sind, zumindest ich bin es nicht.

Anfangs wollte ich nur schnöde HTML-Dokumente ins Internet stellen, dann aber durfte ich sehr schnell die Vorteile des Web 2.0 kennenlernen und versuchte mich sogleich daran. Ein paar Jahrzehnte später wollte ich wieder zurück zum reinen HTML, was mir aber nicht mehr gelungen ist.

Ganz kurz habe ich mich dann auch einmal am Web 3.0 versucht, dies aber sehr schnell wieder bleiben lassen. Und so denke ich wieder einmal inzwischen in meiner letzten Lebensphase angelangt darüber nach, ob weniger nicht doch mehr ist.

Das ganze gegenseitige Teilen, Verlinken und Bewerben ist mir inzwischen genau so fremd wie das Ganze mit der Search Engine Optimization. Für das ganze Vernetzungsgedöns gibt es heutzutage so viele und sehr gute Möglichkeiten, dass man dies mit einer eigenen Website oder Blog nicht mehr selber nachzubauen braucht. Der berechtigte Wunsch nach Dezentralisation des WWW wird so Wunsch bleiben wie unser föderaler Wunsch nach einer entsprechenden Welt. Was wir in der Realität nicht hinbekommen, werden wir wohl kaum im Internet zum Laufen bekommen, denn dies setzt voraus, dass dieselben Menschen als Internetnutzer anders agieren.

Wobei die beste Vernetzungsmöglichkeit mit dem Mobiltelefon geschaffen wurde und dies auch noch lange so bleiben wird.

Eine der Folgen davon ist für mich, dass ich immer mehr darin bestärkt werde, mein Blog wieder auf die bloße Ausgabe von Blog-Beiträgen zu beschränken. Und so warte ich nun nur noch auf den geeigneten Anlass, um wieder einmal das eine oder andere Plug-in abzuschalten. … Und dann kommt schon wieder ein neues Gadget auf den Markt, das mich dann doch etwas neugierig macht oder noch schlimmer, ich entdecke etwas Neues in einem anderen Blog, was dort anscheinend so richtig gut funktioniert.

Weblogs sind für viele alte Männer wohl das, was früher für unsere Großväter noch die Modelleisenbahn war.

SLK-Klinikum

Heute konnte ich mir einmal den neuen Haupteingang des SLK-Klinikums in Neckargartach anschauen. Immer noch nicht so ganz fertig, kann man aber erkennen, was die Architekten bei ihrer Planung beabsichtigten. Die Breite des Eingangsbereichs ist hoffentlich auf die intendierten Besucherströme abgestimmt und die weiteren Bereiche nach den gemachten Erfahrungen mit uns Heilbronnern ausgebaut. Nur ein paar Rauchverbotsschilder an die Säulen zu bäbba hilft sicherlich nicht weiter!

Ich habe auf alle Fälle meinen neuen Weg sehr schnell gefunden und dabei festgestellt, dass mein präferiertes Parkhaus nun etwas ungünstiger liegt.

Der Altbau aus 1990 ist nun Geschichte, so wie es unser Krankenhaus in der Jägerhausstraße schon etwas länger ist. Wenn es unsere Stadtverwaltung dieses Mal etwas professioneller angeht, kann man bereits jetzt mit den Planungen für einen Neubau in 20 bis 30 Jahren auf dem nun frei werdenden Krankenhausgelände beginnen. Dieser Bauplatz hat auf alle Fälle den Vorteil, dass das künftige neue Klinikum keines der langen Wege mehr sein kann.

Meine Erfahrung mit dem nun dritten Heilbronner Krankenhaus zeigt, dass es jedes Mal zumindest aus Patientensicht eine Verbesserung gegeben hat.

Zumindest früh am Morgen sind die An- und Abfahrtswege zum Klinikum noch befahrbar, hier hatte ich bereits vor ein paar Jahren meine Bedenken geäußert. Sobald auch der Hochgelegen voll in Betrieb ist, werden wir sehen können, ob die Heilbronner Planungen zumindest in Neckargartach Hand und Fuß haben. Wenn nicht, dann bekommen die tatsächlich Kranken ein echtes Problem, sobald die Rettungswagen das Klinikum kaum noch erreichen können.

Auf der Rückfahrt stand ich dann doch noch im Stau und konnte ganz gut zugucken, wie Heilbronner ihre Zigaretten ohne Rücksicht auf Mopedfahrer oder Fußgänger einfach so aus den Fenstern warfen. Wir Heilbronner sind inzwischen eine ungesunde Mischung aus Müllkulturen und hirn- wie gewissenlosen Eigengewächsen. Jüngst bin ich die Uhlandstraße entlang geschlendert, alleine dort liegen, wenn man einmal etwas genauer hinschaut, Tausende Kippen auf der Straße und den Gehwegen herum — die Schäden sind für unsere Umwelt und unsere Stadtgesellschaft nicht mehr messbar!

Vermischtes

Meine letzte Vorlesung des Semesters war eher eine Fragerunde für etwa neun interessierte Studenten. Noch haben sich 93 Studenten für die Klausur angemeldet, ca. 50 davon sahen es für notwendig an, wenigstens ab und zu einmal an den Vorlesungen teilzunehmen.

So ist das mit der akademischen Freiheit bzw. Verantwortung, man muss keine Vorlesungen besuchen und kann auch ganz ohne jegliche Vorerfahrungen an Klausuren teilnehmen. Ich selbst habe es während meines Studiums auch nicht anders gehandhabt. Allerdings musste ich auch keine Klausur ein zweites Mal schreiben und niemals wäre ich dabei auf die Idee gekommen, einen der Professoren für meine eigenen Ergebnisse verantwortlich zu machen.

Jetzt gucke ich einmal, wie sich die Studenten kommenden Dienstag schlagen werden. Wer die 80 % der möglichen Punkte nicht erreicht, sollte sich dabei selbst einmal fragen, warum er überhaupt studiert.

Erfreulich dann der Abend. Unser Jubiläumsstammtisch fand trotz sommerlicher Temperaturen 16 Interessierte. Die Idee, an den Ursprungsort unseres Europastammtisches zurückzukehren, hat sich gelohnt, denn das Restaurant ist inzwischen wieder einen Besuch wert und das Setting an einem kleinen See gerade bei den gestrigen Temperaturen ideal.

Wir hatten unseren Spaß und stellten unisono fest, dass die Zeit für „Altherrenwitze“ tatsächlich längst vorüber ist. Was noch vor zwanzig Jahren bei älteren Herren gerade noch so ging, ist heute selbst bei den älteren Herren nicht mehr das Gelbe vom Ei. Die anwesenden Damen nahmen es gelassen und die jüngeren Herren verdrehten nur noch die Augen — was eindeutig für unsere Jugend spricht!

Schnell waren andere Themen gefunden und so gab es neben gutem Essen und den passenden Getränken auch noch sehr gute Gespräche.

Über die Jahre hinweg habe ich auch hier im Blog ein paar Stammtischbilder gesammelt, die man nun anlässlich 20 Jahre Europastammtisch hier einsehen kann.

Mein erster Psychologieprofessor war ein ganz moderner, denn er sprach nicht nur in den Vorlesungen vom Lerner, wobei es in den 1980er-Jahren noch völlig in Ordnung ging, dass wir Studenten weiterhin am Lernenden festhielten. Meine damalige Vermutung war, dass er durch eine „moderne“ Wortwahl mit der Jugend seiner Studenten mithalten wollte. Heute gehe ich eher davon aus, dass solche intendierten oder vielleicht auch nur rein zufälligen Sprachänderungen einfach mit dazu gehören, diese sich wie Gendefekte auch immer wieder einschleichen und manche von diesen zum neuen Standard werden.

Unsere Existenz wie auch unsere Kultur sind sozusagen fehlerbasiert und ändern sich tatsächlich nicht durch fortwährende Verbesserungen, sondern durch gemachte Fehler, welche sich im Nachhinein als absolut passend herausstellen.

Wohl deshalb mein Aufruf, Mut zum Fehler! Und vielleicht war es genau das, was uns dieser Professor damals mitteilen wollte.

„I think news and information in any city is as vital as water, electricity and gas.“

Michael Moritz, NEw York Times (30.6.2025)