Gedenkstein für die Synagoge in Sontheim

6.6.02025 4.8 (10)

Beitragfoto: Gedenkstein

Vermischtes

So ganz nebenbei konnte ich heute die kommende Klausur fertigstellen, im Worst Case wird sich Detlef Stern der Sache annehmen. Auf alle Fälle ist sichergestellt, dass die Studenten für ihre Leistungen adäquat entlohnt werden. Und so bin ich heute schon auf das Korrigieren gespannt, auch wenn ich mit keinen größeren Überraschungen rechne — ich habe meine Hausaufgaben gemacht.

Aktuell zuckt mein Blog ein wenig, ich vermute es gibt ein Datenbankproblem. Die dafür zuständigen Administratoren sind informiert und so baue ich erst einmal auf deren Kompetenz und Professionalität. Es wäre schade, wenn mein Blog demnächst vom Netz genommen werden muss.

Zu 150 Jahre Thomas Mann, der laut Tagesschau in Japan besonders populär ist, verweise ich gerne nochmals an seinen Appell an die Vernunft aus dem Jahr 1930, den man hier im Blog nachlesen kann. Thomas Heiligenmann wird mich sicherlich erneut an den Zauberberg erinnern wollen, deshalb greife ich dem nun zuvor. Dieser Bildungsroman stammt aus dem Jahr 1924 und feierte letztes Jahr bereits sein Hundertstes Jubiläum.

Diven

Genüsslich verfolge ich gerade den Streit der beiden US-Diven Elon Musk und Donald Trump darüber, wer denn die Schönste im ganzen Land sei. Und so hatte Friedrich Merz richtig Glück, dass er bei seinem Besuch im Oval-Office ungeschoren davon kam — Donald Trump war sichtlich abgelenkt, sucht er doch verzweifelt nach einem Käufer für seinen Tesla, den er auch noch selber bezahlt haben will.

Ich ergötze mich gerade so richtig an meinen entsprechenden Timeline-Funden und stelle dabei verblüfft fest, dass die Tagesschau selbst mit einer Expertin für Schlammschlachten aufwarten kann.

Unsere Demokratien scheinen nur noch deshalb zu funktionieren, weil sich an deren Spitzen inzwischen alle möglichen illustren Gestalten tummeln, die beim Pöbel noch echtes Verzücken auslösen und damit dafür sorgen, dass diese für ihre aktuellen Recken noch zu den Wahlurnen pilgern.

Aber keine dieser unzähligen Gestalten hat so einen Marktwert wie die beiden US-Amerikaner, mit ein wenig Glück hänge ich bereits morgen am Fernseher und verfolge eine Sondersendung nach der anderen — Pfingsten kann ruhig kommen! Nicht nur ein Heiliger Geist wird wohl heuer vergossen werden.

Spaziergang

Jüngst bin ich öfters in den Vororten der Stadt unterwegs, dabei ganz besonders oft in Sontheim. Auch als Heilbronner entdeckt man da noch sehr schöne Ecken der Stadt. Und so stieß ich jüngst auf den Gedenkstein der Synagoge in Sontheim; Gedenksteine sind einfach eine sehr billige Form der Wiedergutmachung.

In Sontheim liegt die Sache allerdings ein wenig anders, denn die dortige Synagoge wurde nicht wie in Heilbronn im Zuge der Novemberpogrome 1938 vernichtet, sondern fast klammheimlich 1985 wegen „Baufälligkeit“ abgerissen, zumindest ich bekam davon nichts mit. Ich wusste damals auch nicht, dass noch bis 1983 in Heilbronn ein SS-Mann das Sagen hatte.

Unabhängig davon ist ein Spaziergang entlang des Deinenbachs zu empfehlen und man findet durchaus noch das eine oder andere sanierte Kleinod, leider aber kein einziges Gebäude der ehemaligen jüdischen Gemeinde mehr.

Ich wiederhole mich gerne, es ist in Heilbronn, zumal unsere Stadt sehr hochtrabende Zukunftspläne hat, längst an der Zeit, dass wir wieder eine eigene Synagoge erhalten. Diese kann auch gerne etwas kleiner und unscheinbarer als die in Ulm erbaute sein. Nicht, dass wir noch auf die Idee kämen, uns mit Ulm vergleichen zu wollen.

„Die Politik hat was gegen das Fernsehen so wie Diebe gegen Alarmanlagen.“

Robert Lembke (JA, 8.6.2025)

[Heute gilt dies nur noch für Blogger.]

Blitz

TL;DR / AI;DR 4.7 (6)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Man muss nicht selber immer alles wissen, aber man sollte zumindest jemanden kennen, der es wissen könnte. Für die etwas introvertierteren Menschen unter uns bieten sich dazu Enzyklopädien, Büchereien oder gar das Internet eigentlich ganz gut an — man sollte nur wissen, wie man diese richtig nützt; Medienkompetenz nennt man dies heute wohl.

Etwas extravertiertere Mitbürger greifen da gerne zum Telefon oder einem ähnlichen Kommunikationsmittel und fragen jene Menschen, von denen sie zu wissen glauben, dass sie eine ziemlich gute Antwort erhalten. Ich selbst nutze gerne beide Möglichkeiten und finde damit meist auch das Gesuchte.

Dieses Mal half mir Detlef Stern dabei, das obige Rätsel zu lösen — vorab hatte ich selber ganz offensichtlich an den falschen Stellen geguckt.

Der Hintergrund dieser Geschichte ist, dass nunmehr selbst Blogger nicht mehr selber bloggen, nachdem bereits Journalisten nicht mehr selbst schreiben — ein Blick in die heutigen Zeitungen dürfte genügen.

Was ist aus uns Menschen bloß geworden, wenn selbst unsere eigenen Meinungen nicht mehr unsere eigenen Meinungen sind?

Könnte aber durchaus sein, dass es schon immer so war, nur dass die heutige Technologie uns dies nun erst so richtig vor Augen führen kann.

Auf alle Fälle aber hier im Blog kocht der Chef noch selbst! Und er steht zudem noch dafür selber und dies mit seinem richtigen Namen ein — ist allerdings auch nur meine eigene Meinung, die ich hier kundtue und solange ich die hier noch kundtun darf, müsste unsere Welt noch halbwegs in Ordnung sein.

So hoffe ich nun darauf, dass ich jetzt kein TL;DR als Antwort erhalte.

„Zwischen dem allgemein verbreiteten Wahnsinn und dem, den man der ärztlichen Therapie anvertraut, liegt nur der eine Unterschied, dass der letztere auf einer Krankheit, der erstere auf falschen Vorstellungen beruht.“

Seneca, 15. Buch, 94. Brief (2023: 887)