Kleinkunst

28.9.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Kleinkunst

Bücher

Ein Blog-Leser (kleiner Insider) behauptet gerne, dass Bücher tot seien. Wenn man auf die unzähligen Veröffentlichungen schaut und auch nur halbwegs mitbekommt wie Bücher inzwischen im industriellen Maßstab hergestellt werden, könnte man sich dieser Meinung fast anschließen. Derselbe Mensch behauptet auch, dass jeder Mensch selber einmal ein Buch geschrieben haben sollte, was wiederum erklären könnte, dass es inzwischen Bücher wie Sand am Meer gibt.

Auf alle Fälle habe ich schon etwas länger gleich zwei eigene Buchprojekte eingestellt und nur noch bei einem manchmal überlegt, ob ich es nicht doch noch realisieren sollte. Ein paar verlorene Gestalten auf Wikipedia haben nun dafür gesorgt, dass ich dieses Projekt wohl wieder aufnehme. Schon einmal schrieb ich ein Buch, weil mein entsprechender Wikipedia-Eintrag als irrelevant angesehen wurde — was die Verkaufszahlen tatsächlich hinterher zu bestätigen schienen, zumindest in einer Welt, wo es nur noch um Reichweite und Monetarisierung geht.

Am Wochenende waren meine bessere Hälfte und ich eingeladen, wobei ich das beste Tiramisu seit Jahren kredenzt bekam. Bisher war das Tiramisu von Tiziana ungeschlagen, nun dürfte es ein besseres geben! Das Thema heute ist aber nicht der Besuch und die gute Küche, sondern die Überraschung, dass ich dort gleich auf zwei Menschen traf, die beide mein erstes Buch gelesen haben und zumindest einer davon, das Buch besser kannte als ich es noch selbst in Erinnerung habe. Die Krönung aber war, dass man mich bat, eine Widmung ins Buch zu schreiben — ich hätte nie und nimmer gedacht, dass mich dies so erfreuen kann!

Und so dürften Bücher so lange noch nicht tot sein, wie sich die Autoren selbst darüber freuen können. Das Gleiche gilt sicherlich auch für Weblogs! Ob man sich allerdings über mit künstlicher Hilfe erstellte Werke freuen kann, darf bezweifelt werden — wobei, es gibt ja auch Sexpuppen (kleiner Insider für all jene, die Boston Legal bingen — und wer es unauffälliger mag, auch ein iPhone soll sexy sein).

Kuscheln

Während man zusammen mit der AfD das Setzen von neuen Stolpersteinen auf unseren öffentlichen Straßen verhindert, was übrigens in München schon etwas länger der Fall ist, machte sich Johann Wadephul sehr pressewirksam auf, um sich mit Sergej Lawrow zu treffen. Die Unterschiede zwischen Union und AfD werden anscheinend immer geringer, wobei die Union weiterhin gegen Linke ins Feld zieht, während die AfD längst mit den Genossen koaliert.

Aber zurück zum Gruppenkuscheln, wobei Sergej Lawrow verkündete, dass mehrere europäische Staaten sich auf den Pfad des „Neonazismus“ begeben hätten, was sei insbesondere im Falle Deutschlands besorgniserregend sei. Laut FAZ (26.9.2026, 21:34 Uhr) hätte Sergej Lawrow dabei „freilich nicht die russlandfreundliche AfD im Kopf, sondern jene Parteien der demokratischen Mitte, die Kiew militärisch unterstützen und die Bundeswehr wieder ertüchtigen.“ Unsere Welt bleibt kompliziert und selbst die DDR war bekanntlich eine waschechte Demokratie, zumindest in den Augen viel zu vieler der heutigen Volksvertreter vor Ort.

Vielleicht wäre es einmal an der Zeit, dass unsere Volksvertreter wieder etwas zielführender kuscheln und nicht durch das eigene völlige Verlorensein gleich auch noch ihre ureigene Klientel mit in den Untergang reißen. Es fehlt bei uns nicht mehr viel, damit Kriegstreiber zu Friedensfürsten und Diktatoren zu den ersten Demokraten ihres Landes werden!

Schon heute hat dieses hemmungslose Gekuschele dazu geführt, dass der gewöhnliche Bürger völlig verunsichert ist und wirklich alles zu glauben beginnt — das Mittelalter lässt grüßen!

Vermischtes

Gestern Abend konnte ich noch ein wenig das Tanzbein schwingen. Vor dem Zubettgehen entfernte ich dann noch ein Plug-in, das plötzlich seine ursprüngliche Funktion aufgegeben hatte. Ich habe schon etwas länger die Software-Entwicklung wie auch das Programmieren den Profis überlassen, was ich dem einen oder anderen Anbieter von Software ebenfalls empfehlen kann.

Heute im Laufe des Tages muss ich dann noch mein letztes Rundschreiben in Newsletter-Form erstellen und versenden lassen. Ich bin mir bewusst, dass ich mit dem Wegfall dieses Rundschreibens gut 100 Leser verlieren werde. Ich bin aber zu der Überzeugung gekommen, dass ich nicht für Leser schreiben möchte, die das Rundschreiben nur lesen, weil sie es auf ihr Mobiltelefon, iPad oder den Rechner aufgespielt bekommen und dies zu einem Zeitpunkt, wo sie gerade nichts besseres vor oder zutun haben.

Deswegen verzichte ich auf das Push-Prinzip und baue darauf, dass, wenn meine Schreiben oder Beiträge jemanden interessieren, dieser dann das Geschriebene selber finden kann und auch finden wird.

Kaum ist die Union unter 5 % gerutscht, kommt es zu den lustigsten Übersprunghandlungen. Dabei ist das Strandkorbaufstellen am Arbeitsplatz noch eine der weniger kritischen. Sorge bereitet mir eher, dass immer mehr Unionspolitiker die besseren AfDler sein möchten. Und ob ein hemmungsloses Linken-Bashing wirklich über die eigene Unglaubwürdigkeit hinweg hilft, dürfte zu bezweifeln sein.

Und so freue ich mich über jeden einzelnen Unionspolitiker, der noch an demokratischen Werten und dem eigenen Parteiprogramm festhält. Jenen Parlamentariern der Union, die nun darauf spekulieren, dass die AfD sie nehmen werden wird, weil sie nicht ausreichend eigenes Personal rekrutieren kann, spreche ich jeglichen Anstand ab; wobei diese Politiker sicherlich einen sehr guten Bodensatz bei der AfD abgeben werden.

Heute wurde nun auch mein letzter Wikipedia-Artikel der deutschen Ausgabe gelöscht, was nun dazu führt, dass ich meine dortigen noch bestehenden Konten zu löschen versuche. Schon etwas länger bekommen deren heutigen Verwalter von mir keine Spenden mehr. In Kürze werden die LLM auch das heutige Wikipedia überflüssig machen, was ich inzwischen als positiv betrachte.

Da zwei langjährige Küchengeräte reparaturbedürftig wurden, machte ich mich auf den Weg, spazierte bei bestem Wetter in die Stadt und suchte einen Fachhändler auf. Das ernüchternde Fazit ist, dass ich mir eine Reparatur nicht leisten kann und neue Geräte kaufen muss. Inzwischen sind die Personalkosten der treibende Faktor und unsere Industrialisierung so weit vorangeschritten, dass es über kurz oder lang besser sein wird, ein neues Auto zu kaufen als mit dem alten in eine Waschstraße zu fahren.

Und so wäre es sicherlich angebracht dafür zu sorgen, dass neue Produkte zu 100 % wieder recycelt werden können als nur halbwegs repariert — die Zeiten ändern sich und wir sollten dies akzeptieren.

Auf alle Fälle aber fand ich auf dem Rückweg ein Kleinkunstwerk, das nun diesen Blog-Beitrag ziert. Wohl müßig zu fragen, wo man dieses finden kann.

Am Ende dieses Blog-Beitrages sei noch auf die Website von Gunter Demnig hingewiesen. Friedensreich Hundertwasser würde sicherlich dazu anmerken wollen, dass das Stolpern an sich gar nicht schlecht ist!


Blogger

23.9.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Fahrradring

Dank Gerd M. Hofmann weiß ich nun, dass man in Heilbronn einen Fahrradring plant. Wir werden künftig viel zu staunen und sicherlich auch zu lachen haben. Und vielleicht erfahren wir dann auch einmal, für was ein Fahrradring gut ist. Radrennen oder gar Schaufahren, ähnlich wie schon die Autos beim Heilbronner Protzerring. Wer nun wissen möchte, wo der Fahrradring verlaufen soll, der kann in den oben verlinkten Blog-Beitrag schauen oder gleich auf OpenStreetMap. Was mich zur Frage führt, was für einen Wert eine Straßenkarte eigentlich hat, die nicht das Ist, sondern das vielleicht einmal Sein abbildet?

Vermischtes

ALF war hier im Blog schon Thema, denn ich war von Anfang an Fan dieser Serie (1986 – 1990). Umso mehr ärgert es mich, dass ich gestern das vierzigjährige Jubiläum der Serie mit dem Bingen von Boston Legal verpasst habe. Auf die Schnelle finde ich keinen vorherigen Beitrag, was daran liegen könnte, dass ich gestern ein entsprechendes Suchfunktions-Plug-in auf dem Blog entfernt habe, aber wen kümmerts?

Um mir künftige Suchen zu erleichtern, sei hier erwähnt, dass ALF von Paul Fusco gespielt wird und sich auf der Erde selbst Gordon Shumway nennt. Wie er auf seinem Heimatplaneten Melmac heißt, habe ich längst vergessen. Übrigens, der nun folgende Song war tatsächlich einmal ein Hit.

Was mich nun fragen lässt, was haben Gordon Shumway und Denny Crane gemeinsam? Ich überlasse die Antwort meinen Lesern. Auf alle Fälle aber bin ich davon überzeugt, dass unsere Welt eine viel bessere wäre, wenn es mehr solcher Menschen gäbe.

Derweil versucht sich Semin Bristina an einem Aufmacherbild für die kommenden Rundschreiben auf der EUROPA-UNION-Website. Das letzte Rundschreiben in Newsletterform wird zugleich auch das erste Rundschreiben auf der Website werden. Ich gebe im Ehrenamt das Push-Prinzip auf und ziehe mich auf das Pull-Prinzip zurück. Nach mehr als 20 Jahren des Experimentierens, wie man die Mitglieder eines Vereines am besten erreichen kann, bin ich ernüchtert. Erst jüngst beklagte sich ein Mitglied wieder einmal darüber, dass es keine Informationen über eine attraktive Reise erhalten hat und doch sehr gerne mitgefahren wäre. Dass diese Reise nicht nur monatelang in den Rundschreiben angekündigt wurde und auch Thema bei den üblichen Treffen war, ist dabei unerheblich. Als Vorsitzender muss man die versteckten Wünsche und innersten Begierden seiner Mitglieder erkennen und die Mitglieder dann individuell ansprechen und anschreiben; dass dies ab Zweihundert Mitgliedern nicht mehr ganz so einfach ist und man somit auch den einen oder anderen Wunsch nicht erfüllt, spielt dabei bei vielen Mitgliedern keine Rolle.

Auch wenn gut 50 % der Rundschreibenabonnenten dieses auch an ihren Geräten öffnen, heißt dies noch lange nicht, dass sie dieses dann auch oder gar bis zum Ende gelesen haben — mache ich mit meinen eigenen abonnierten Rundschreiben auch nicht. Aber ich bestelle jene Rundschreiben wieder ab, die ich zum wiederholten Male nicht gelesen habe. Nun gibt es demnächst die Information am Ende des Rundschreibens, dass dieses künftig nicht mehr verschickt wird und man bei Bedarf auf der Website nachgucken kann. Technikaffine Mitglieder können sich dieses dann per RSS-Feed weiterhin auf ihre Geräte holen. Es war schon immer von Vorteil, wenn man intelligent und engagiert ist.

Lehren

Man ist schneller wieder von der Bildfläche verschwunden als man es selber gerne wahrhaben möchte. Zum neuen Semesterbeginn, der dieses Mal ohne mich stattfindet, wollte ich schauen, welche Studenten Einblick in meine letzte Klausur haben möchten. Dies meist nur, um ggf. doch noch bestanden zu haben, leider viel zu selten, um aus eigenen Fehlern etwas zu lernen. Da die Studenten ein Recht darauf haben, wollte ich ihnen dieses nicht vorenthalten. Da mein entsprechendes E-Mail-Konto zu schnell nicht mehr funktioniert (Hochschule und Organisation: zwei Welten, die sich nie begegnen) habe ich nun Detlef Stern gebeten, die Studenten zu informieren, dass diese mich bei Bedarf über eine Privat-E-Mail anschreiben, damit ich eine Klausureinsicht organisieren kann. Meine Planung ist, diese Einsicht mit einem letzten Käffchen an der Hochschule zu verbinden — kann auch ein Nichtkäffchen sein, ich war noch nie sehr anspruchsvoll.

Aus irgendeinem Grund hat ein jüngerer Wikipedianer meinen letzten Wikipediaartikel gefunden und diesen nun zur Löschung empfohlen. Seit es Wikipedia gibt, habe ich dort immer wieder mitgeschrieben, aber nur selten eigene Artikel verfasst, denn so wichtig nahm ich mich dann auch wieder nicht. Die wenigen Artikel, die ich selber schrieb, verfasste ich, da ich auf diesem Gebiet zu diesem Zeitpunkt „der Experte“ dafür war und meinte, meine Expertise auch auf diesem Medium teilen zu müssen.

Mein letzter Artikel hielt zehn Jahre durch, nun wird er auch ins digitale Nirwana abwandern. Erfreulich, dass doch so einige meiner Fotos und Informationen nun unter anderem Namen weiter erhalten bleiben — es war schon immer so, dass wir Menschen uns sehr gerne mit fremden Federn schmücken. Sobald nun mein letzter Artikel verschwunden ist, werde auch ich aus Wikipedia verschwinden, wobei mir dies nicht einmal ein Götz von Berlichingen wert ist.

Meine Lehre daraus ist eindeutig! Wer ins Internet schreiben — einmal von den beruflichen Internetnutzern abgesehen — möchte, der ist gut beraten, dies auf eigenen Servern zu tun. Alles andere ist wie Sex in einer Peepshow.

Ganz ohne Frage, auch die 10. Hertensteiner Gespräche waren ein voller Erfolg! Von Anfang an „basisdemokratisch“ organisiert, verschiebt sich der Fokus der Gespräche mit jedem Jahr ein klein wenig. Da ich aber weiterhin nach zwölf Jahren ein Ergebnis haben möchte, bin ich gezwungen, daran zu erinnern.

Was nun dazu führte, dass die jüngeren Teilnehmer erstmals ein paar der üblichen Selbstdarsteller in ganzer Pracht miterleben durften und dies erfreulicherweise auch sofort erkannten. Erfolgreiche Gespräche ziehen solche Menschen an wie das Licht die Motten. Ich habe die Gespräche deshalb so ausgerichtet, dass auch für diese Menschen Platz ist und sie sich dort gut ausleben können. Was ich nicht erwartet hatte ist, dass diese sich nun in jene Gesprächskreise „einbringen“ wollen, wo es tatsächlich um echte Grundlagenarbeit geht und wo man selbst gut vorbereitet mitarbeiten muss.

Dies führt nun zwingend dazu, dass wir Zwischengespräche benötigen, um die tatsächlich Arbeitswilligen an einen Tisch zu bekommen, die dann zusammen mit mir Fakten schaffen, die es ermöglichen, dass nach zwölf Jahren Gesprächen auch ein Ergebnis erreicht wird — den Profis unter uns dürfte dies bekannt vorkommen.

Meine erfreulichste Lehre aus diesen Gesprächen ist, dass das absichtliche Fernbleiben der JEF eine gute Sache ist. Denn sie schaffen damit ein Vakuum, das gefüllt werden wird — ein Naturgesetz. Und so konnten wir jüngere und vielversprechende Neumitglieder gewinnen.

Ein Ratschlag sei mir erlaubt: wer sich als Berufsjugendlicher wie ein Kleinkind verhält, der darf sich nicht wundern, dass er von Erwachsenen nicht mehr ernst genommen wird. Unsere heutige Zeit ist bereits so inklusiv, dass unsere Berufsjugendlichen nur noch wie Dinosaurier durch die Gegend stampfen. Für diese wäre es endlich einmal an der Zeit erwachsen zu werden. Zugegeben, das Erwachsensein macht sich auf TikTok und Trallala nicht so gut.

Nachtrag

Ein Leser macht bezüglich ALF darauf aufmerksam, dass „mal abgesehen vom ‚Musikalischen‘ … Da merkt man, wie sich insbesondere die USA weiterentwickelt haben. Katzenfressende, crossdressende ‚Aliens‘, die friedliche Koexistenz predigen, kann man jetzt auch in ein Drittland abschieben für ein paar Dollar an die entsprechende Regierung. Da ist es völlig egal, ob sie ihre Heimat nicht erreichen können.“

Stimmt, denn heute haben wir das ICE und die hätten ALF einschließlich den Tanners bestimmt schon totgeschlagen. Das muss der Fortschritt sein, von dem alle immer sprechen.

„If you love something, let it go. If it comes back to you, it’s yours. If it’s run over by a car, you don’t want it.“

ALF

Wahlkabinen

30.1.02026 4.4 (7)

Beitragsfoto: Wahlkabinen | © Alexandru Nika, Shutterstock

Vermischtes

Den heutigen Nachmittag verbringe ich bei meseno in der Hausaufgabenhilfe, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Die letzten Abende konnte ich das Tanzbein schwingen und dabei auch etwas Werbung für den kommenden Europa-Ball machen. So langsam aber sicher trödeln die ersten Ballanmeldungen ein. Was mich wieder daran erinnert, dass ich den Ball noch bei der GEMA anmelden muss. Die GEMA sorgt so langsam aber sicher dafür, dass es bald bei uns nicht nur keine Weihnachtsmärkte, sondern auch keine Bälle mehr gibt. Wenn die eingetriebenen Gelder wenigstens den Musikern zugute kämen, so aber finanzieren diese nur einen weiteren Apparat, den kein Mensch wirklich braucht, der uns Bürger aber beständig geißelt.

Mit solchen Institutionen schaffen wir zwar Arbeitsplätze, verschleiern damit wie bei den Banken, Behörden und Versicherungen auch nur, dass es viel zu viele Bürger gibt, die weder arbeiten können noch wollen. Dass dieses System langfristig nicht tragbar ist, merkt man in der Politik nicht. Ganz im Gegenteil, man schafft wo man nur kann weitere Scheinarbeit und beklagt sich zeitgleich, dass es zu wenige Fachkräfte gibt und diese dabei auch noch viel zu wenig arbeiten würden.

Anstatt Fachkräfte auszubilden, schickt man die Arbeitsverweigerer lieber auf Hochschulen und Universitäten. Und weil diese auch dort nicht arbeiten wollen, schafft man sämtliche Voraussetzungen ab und verleiht sämtliche Titel und Diplome ganz automatisch.

Und da diese Menschen nicht alle Minister und Kanzler werden können, muss man nur folgerichtig für immer mehr Scheinarbeit und noch größere Parteiapparate sorgen. Das Ganze ging halbwegs so lange gut, wie wir uns die benötigten Fachkräfte noch aus dem Ausland besorgen und zudem möglichst viel Arbeit ins Ausland auslagern konnten.

Inzwischen sollten auch unsere Volksvertreter erkannt haben, dass das mit dem Schlaraffenland nur für sie selbst aber nicht für unser gesamtes Land funktioniert! Leider aber bezeugen die aktuellen Wahlplakate, dass keine unserer Parteien dies erkannt hat oder aber, dass sie uns alle inzwischen für so blöd halten, dass sie mit wirklich jedem Wahlplakat Stimmen gewinnen können.

Wahrscheinlich haben unsere Politiker wenigstens dabei Recht! Das Quotensystem funktioniert. Das Resultat wird eine Diktatur sein!

Klausuren

Heute Morgen gab es ein sehr erfreuliches und völlig entspanntes Käffchen zusammen mit Detlef Stern und dies obwohl wir uns beide in der Prüfungsphase des Semesters befinden. Jenen Studenten, die bereits eine Stunde nach der Klausur ihr Prüfungsergebnis haben wollten, empfehle ich einmal in die Prüfungsordnung zu schauen. Ich darf die Noten erst veröffentlichen, wenn alle Prüfungen erfolgt sind. Ich strebe deshalb Freitag, den 13. an — hat was, meine zumindest ich.

Wegen meines eigenen Seelenheils lasse ich mir beim Korrigieren dieses Mal etwas mehr Zeit, was übrigens auch den Studenten guttun wird. Mit etwas mehr Abstand sehe ich über manche Dinge hinweg, wie etwa, dass Studenten die größere Rechenaufgabe ohne Probleme im Kopf rechnen können und nur das Ergebnis — was mir als Autor der Aufgabe selbst nicht gelungen ist — hinschreiben, dafür aber bei meiner Kontrollrechenaufgabe (!) zwei Seiten weiter völlig hoffnungslos am Multiplizieren der Zahl 12 scheitern. Das wirklich Schlimme daran ist, dass kein Student merkt, dass die Klausur im Zusammenhang geschrieben wurde und nicht nur die Abfolge von einzelnen Aufgaben ist.

Zu meiner Zeit war dieses Erkennenkönnen überhaupt erst die Voraussetzung, um ein Studium beginnen zu dürfen! Und so wundert es mich auch nicht mehr, dass viel zu viele Studenten die Ergebnisse der Aufgaben der letzten Klausur — die erlaubten Spickzettel machen dies möglich — in die aktuelle Klausur eintragen. Spannend für mich dabei, wie sie diese Lösungen auf die Fragen der Klausur verteilen, weil so einige Studenten dabei erkennen, dass es dann doch nicht so ganz passen könnte.

Dass viel zu viele Studenten die Aufgabenstellungen mangels Deutschkenntnis nicht mehr verstehen können, wundert mich schon lange nicht mehr — und ich schreibe schon Deutsch für Erstklässler. Denn dies ist alleine unserem Quotensystem geschuldet, das weder Leistung noch Abholpunkte kennt und innerlich jede Form von Bildung zu tiefst verabscheut.

Mein aktuelles Highlight bei der Korrektur ist ein Student, der schrieb, dass er die Ergebnisse schätzt, weil er keine Ahnung habe, wie man sie rechnet.

Den Überflieger in diesem Semester konnte ich schon während der Klausur beobachten, denn als Erstling (jeder Student hat drei Chancen) schrieb er nur die Aufgaben der Klausur ab, um die Antworten dann beim nächsten Mal in der Klausur verwenden zu können. Vielleicht ist er dann bei seinem Letztversuch etwas schlauer und versucht es einmal vorab mit studieren.

Nachfrage

Es freut mich, dass sich doch so manche nette Menschen nach mir erkundigen, wenn ich hier ein paar Tage lang nichts poste. Aktuell bin ich etwas beschäftigt und habe zusätzlich mit Yoyod, ein ganz neuer Zugang ins Fediverse, ein Spielzeug an die Hand bekommen, das mich doch etwas mehr beschäftigt als es eigentlich sollte.

Wer sich selbst mit einem eigenen Blog oder einem Social Medium wie etwa Mastodon im Fediverse bewegt, der kann mir nun auch so folgen. Was ich zudem zum Anlass genommen habe, mein eigenes Weblog wieder über ActivityPub mit dem Fediverse zu verbinden.

Kümmerles Weblog
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Wenn wieder einmal in meinem Blog Flaute herrschen sollte, kann man übers Fediverse prüfen, ob ich noch lebe — ein Anruf oder eine Nachfrage per E-Mail geht selbstverständlich auch.

Das Gute an Yoyod ist dabei, dass der gesamte Social Media Müll ausgeblendet bleibt und man nur das zu Gesicht bekommt, was man sehen möchte.

Meine Erfahrung mit dem Fediverse ist, dass es sehr hilft, wenn man selbst auf einer möglichst kleinen Fediverse-Instanz angemeldet ist. Mir persönlich war schon mastodon.social zu viel des Guten. Der Nachteil dabei ist allerdings, dass es auf kleinen Instanzen etwas länger dauert, bis man sein kleines Fediversum zusammen hat — also nichts für Social Media Junkies, eher etwas für die stillen Genießer.

Was auch auf Blogs zutreffen sollte, denn es ist erfreulich, wenn eine Blogstille zu wenigen aber dafür ernstgemeinten Nachfragen führt und nicht sogleich ein eigener Wikipedia-Eintrag generiert wird.

Bei viel zu vielen heutigen Blogs, auch jene, die ich noch selber lese, meine ich, dass diese nur noch in der Hoffnung geschrieben werden, dass der entsprechende Blogger diesen dereinst einmal monetarisieren können wird.

Noch schlimmer steht es aktuell um die mir bekannten Blogwelten, von denen ebenfalls viel zu viele den Betreiber reich machen sollen. Und so bin ich schon wieder einmal am Überlegen, aus der einen oder anderen „Community“ wieder auszutreten. Das sich gegenseitige Hochpuschen und die gemeinsame Jagd nach Klickzahlen und Reichweite — meist nur um des schnöden Mammons Willen — hat mich noch nie interessiert. Eigentlich sind die meisten Blogger einmal angetreten, um sich selbst und die Welt um einen herum ein klein wenig besser zu machen.

Ob man dies dadurch erreicht, indem man versucht selbst ein paar Millionen Follower zu erhalten, darf bezweifelt werden. Und so kann man es durchaus als einen großen Gewinn für die Menschheit ansehen, dass kaum einer von uns jemals in diese Sphären vordringen wird. Denn fast alle Menschen wollen zwar einmal selbst ein Mahatma Gandhi werden, für die allermeisten von uns reicht es dabei aber nur zu einem Donald Trump.