11.11.02021
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Weimarer Republik

Heute habe ich im Europa.blog einen Beitrag von Frederik D. Tunnat mit dem Titel „Was das aktuelle Deutschland und die Weimarer Republik gemein haben“ mit großem Interesse gelesen.

Dieser Vergleich wird zwar seit ein paar Jahren immer wieder bemüht, muss deshalb aber nicht unbedingt richtig sein. Aber den Frust des Autors, der sich in der Frage „was können wir Deutschen eigentlich überhaupt noch?“ offenbart, kann ich voll und ganz nachvollziehen.

Auch ich zweifle seit ein paar Jahren immer mehr an unserer eigenen Generation und sehe mit großem Schrecken, wie die nächst folgende noch einen „draufsattelt“ — die bisherigen Bundesminister dieser Generation sind an Inkompetenz, Verantwortungslosigkeit und kriminellem Verhalten nicht mehr zu überbieten — und dies obwohl es vorher bereits Minister wie Schwarz-Schilling gab!

Tunnat stellt in seinem Beitrag fest, dass „wie es scheint, unseren Politikern die Fähigkeit zum gesellschaftlichen Konsens ebenso abhanden gekommen [ist], wie die Fähigkeit, des gegenseitigen Gebens und Nehmens.“  

Und trotzdem wagt er einen positiven Ausblick und appelliert an die „Ampel-Verhandler“: „reißt euch gefälligst am Riemen, kommt aus dem Knick, verlasst die ideologischen Kriegsgräben, stellt das Wohl der Gesellschaft und des Staates an oberste Stelle, und konzentriert euch darauf, die wahrlich nicht geringen und überaus drängenden Probleme – sie blieben 16 Jahre ungelöst, dank Frau Merkel – in den Griff zu bekommen.“

Ich befürchte, dass dies erst dann halbwegs gelingen wird, wenn alle Beteiligten ihre Schäfchen wieder ins Trockene gebracht haben, denn so schnell ändert sich in Deutschland nichts.

Gut zehn Jahre Winfried Kretschmann in the Länd können gerne als Beweis genommen werden.

Weltforum für Demokratie

Aber auch Straßburg hat immer wieder etwas Neues zu bieten; der alljährliche Weihnachtsmarkt dürfte allen Heilbronnern bekannt sein.

Seit 2012 gibt es dort auch das Weltforum für Demokratie (Forum Mondial de la Démocratie), welches unter der Schirmherrschaft des Europarates organisiert wird. Das Weltforum ist eine Plattform für den Austausch und offizielle Debatten über Themen, die unsere Demokratien betreffen.

Damit hat die Stadt Straßburg schon länger ein Projekt umgesetzt, das ich ebenfalls gerne in Heilbronn — und möglichst als Ergänzung zur Experimenta — gesehen hätte. Ich nannte das Ganze 2017 Zentrum für Demokratie und Kultur; wobei diese Idee schon etwas älter ist, da ich sie zum ersten Mal als Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION 2005 formulierte.

Auf jeden Fall aber sind solche Netzwerke, ob naturwissenschaftlicher oder gesellschaftspolitischer Natur für das bürgerliche Zusammenleben sehr wichtig, da sie jedem Willigen Chancen eröffnen und alleine schon durch ihre Existenz für das menschliche Miteinander werben. Vielleicht machen sei aber auch Menschen auf Dinge neugierig, die diese so in ihrem Alltag nie betrachtet hätten.

Ecsite

Dank Dieter Schwarz wissen jetzt viele Heilbronner um das Ecsite-Netzwerk europäischer Science Center und Wissenschaftsmuseen. Das besonders Gute daran aber ist, dass im Sommer 2022 dieses Netzwerk bei uns in Heilbronn zu Gast sein wird.

Gemäß der Heilbronner Stimme (11.11.2021: 21) werden rund 1 000 Teilnehmer aus gut 50 Ländern in Heilbronn erwartet, und damit Heilbronn auf jeden Fall bereichern. Zudem wird es sicherlich dazu beitragen, dass unsere Stadt wieder ein wenig bekannter wird — und dies im positiven Sinne.

Wer sich vorab ein wenig mehr über dieses Netzwerk kundig machen möchte, der findet unter diesem Hyperlink eine sehr ansprechende Website. Dort auf Seite 5 der Netzwerkmitglieder findet man „unsere“ Experimenta als Veranstalter der 2022 Ecsite Conference, die vom 2. bis zum 4. Juni 2022 in Heilbronn stattfinden wird.

The 2022 Conference edition will be held at a very special place with a unique atmosphere: at a camp in the city of Heilbronn. With its surprising and unusual spaces, it will provide places and moments for stopping to take a deep breath, for reflection, for manifold inspiring encounters – and it will allow us to look at the things we do from new perspectives.

Ecsite Website, https://www.ecsite.eu/conference (11.11.2021)

Geburtstage des Tages

Fyodor Dostoyevsky und Kurt Vonnegut

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