26.6.02021

Sonnenminister

Man kann als interessierter Bürger durchaus verantwortlicher und etwas vorausschauender denken, indem man die richtig wichtigen und weltbewegenden Probleme in Betracht zieht. Nehmen wir zum Beispiel unsere Sonne, die uns in spätestens 1,1 Milliarden Jahren richtig einheizen und in 6,3 Milliarden Jahren zum Verhängnis wird. Da hat man gerade seinen Garten neu bepflanzt, und schon in ein paar Milliarden Jahren macht einem die Sonne einen Strich durch die Rechnung. Dies betrachtend, sind alle unsere bisherigen Probleme maximal Nebensächlichkeiten.

Als verantwortlicher Bürger rege ich ein entsprechendes Sonnenministerium an, das entsprechend der Bedeutung adäquat aufgestellt und finanziert wird, man könnte es auch mit einer zusätzlichen Sonnenversicherung kombinieren, in welche alle Bürger einzahlen müssen, um im Versicherungsfalle ausreichend Finanzmittel vorhalten zu können.

Politik

Egal welche Probleme oder Herausforderungen unsere Politik heutzutage noch thematisiert, die entsprechenden Problemlösungen haben immer eines gemeinsam, nämlich, dass sie sich erst dann auf die aktuelle Wählermehrheit auswirken, wenn diese schon lange nicht mehr existiert. Als gutes Beispiel darf die Klimaneutralität dienen, die frühestens 2050 erstmals in Ansätzen verwirklicht werden soll, aber auch nur dann, wenn es keine negativen Auswirkungen auf das Heute und die eigenen Wähler mit sich bringt. Und selbst vermeintlich „grüne“ Regierungen planen einen effektiven Umweltschutz, wie z.B. den Stopp einer völlig verantwortungslosen Zersiedelung unseres Landes erst dann, wenn es sich das eigene Klientel in Vorstadtvillen oder ehemaligen Bauernhöfen auf dem Land gemütlich gemacht hat, inklusive einer entsprechenden Infrastruktur, um auf die Annehmlichkeiten von Städten nicht verzichten zu müssen. Als Ziel für Baden-Württemberg wurde heute irgendwann in den 2030er Jahren festgelegt. Also noch genügend Zeit, um als Regierung selbst nicht handeln zu müssen und um zusätzlich einen weiteren Bau-Boom anzufachen! — Das Beste daran aber ist, man sichert sich selbst über Jahrzehnte hinweg gute Pöstchen.

Amüsement

Es ist nach all den Jahrzehnten einfach nur noch drollig, wie bei uns alle immer alles haben wollen, aber überhaupt nicht bereit sind, dazu selbst etwas Produktives beizutragen. Anfangs habe ich mich darüber noch geärgert, später gewundert und jetzt amüsiert es mich nur noch.

Das Schöne daran ist, dass so langsam die Macht des Faktischen zuschlägt, und unser Staat die Bürger selbst nicht mehr mit weiteren Billionenzahlungen zufriedenstellen werden kann.

Jetzt muss man, ob man möchte oder nicht, endlich erkennen, dass man mit Geld nicht alles kaufen kann und noch wichtiger, dass selbst das Menschenwachstum langsam aber sicher an seine Grenzen stößt. Und nicht nur die Anzahl von uns Menschen wird in absehbarer Zeit seinen Zenit überschritten haben und wir werden weltweit wieder weniger werden, sondern auch die durchschnittliche Intelligenz der Menschen lässt weiter nach.

Die ersten Auswirkungen können wir jetzt bereits schon bei uns feststellen. Zwar können wir mit großem finanziellen Aufwand noch Krankenhäuser, Feuerwachen und Polizeidienststellen in jedes Dorf stellen, aber wir werden diese nur noch in den größeren Städten mit qualifiziertem Personal besetzen können und in manchen Dörfern oder Kleinstädten bereits heute nicht mehr.

Auch bei weiteren Dienstleistungen und dem Handwerk wird es langsam aber sicher eng und mittel- bis langfristig werden wir die fehlenden Fachkräfte kaum noch aus dem Ausland zukaufen können. So müssen wir uns damit abfinden, entweder alle verfügbaren Mitbürger zu aktivieren und selbst kaum bis überhaupt nicht qualifizierte Neubürger anzuwerben und bestmöglich auszubilden oder zunehmend auf Robotik zu setzen. Wahrscheinlich aber beides und uns damit abfinden, dass sich die Welt dennoch zu unseren Ungunsten weiterdreht, ob wir wollen oder nicht.

Und deswegen werden wir über Infrastruktur und Wohnorte ganz neu nachdenken müssen — je früher desto besser — und uns so langsam damit abfinden, dass wir — das heißt unsere Kinder und Kindeskinder — unseren aktuellen Vollkasko-Lebensstil nicht mehr viel länger aufrechthalten können.

Schlimm dabei wird nur sein, dass wir allesamt zuvor den falschen Versprechen von Totalitaristen Glauben schenken werden und uns damit selbst noch den letzten Luxus, nämlich Demokratie und Freiheit, nehmen lassen.


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World Resources Institute

Das Institut für Weltressourcen ist eine von vielen Organisationen, die sich um unsere Zukunft Gedanken machen. Das Institut sucht dabei nach einfachen und praktikablen Möglichkeiten, um das Leben von uns allen besser zu machen und dabei auch die Natur zu schonen.

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