6.11.02026

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Beitragsfoto: Leuchter

Inhaltsverzeichnis

Blitzer

Als wenn es keine echten Herausforderungen und Probleme für unsere Minister gibt. Nun hat Steffen Bilger anscheinend ein solches Problem gelöst und es wird bundesweit Kameras geben, die uns in die Autos schauen. Wer dort nicht anständig sitzt, der wird künftig abgeschoben — halt, das war wohl eine Lösungsidee von Alexander Dobrindt, einem ganz anderen Problemlöser.

Waschechte Probleme können nur von uns Süddeutschen gelöst werden, denn wir sind noch reine schwäbische Hausfrauen — ok, die aus Mecklenburg-Vorpommern sind es auch — und Kehrwochenfetischisten — einen Depp im Haus gibt es bei uns nämlich immer. Und so packen wir das Übel immer gleich noch bei der Wurzel.

Und sobald man bei uns die mobilen Bürger unter völliger Kontrolle hat, sind die immobilen Exemplare auch noch dran. Vor allem, weil das mit den sauberen Toiletten weiterhin noch nicht geregelt ist. Wie wäre es wenn alle Toiletten eine Webcam hätten? Bei einem Verdacht schauen sich dann Polizeiexperten die Filme etwas genauer an. Und wenn Karsten Wildberger auch so ein professioneller Problemlöser ist, dann werden uns künftig gleich nach einem verfehlten Austritt die Bußgelder vom eigenen Paypal- oder Wero-Konto abgebucht.

Wie war das nochmals mit dem nicht alles was man machen kann, sollte man auch tun und manches sogar einfach nur unterlassen! Als Kinder haben wir das z. B. noch mit der Herdplatte oder dem Weidezaun gelernt und die etwas intelligenteren Exemplare konnten dies dann spätestens als Erwachsene auf weitere Situationen verallgemeinern.

Die heutigen Minister sind wohl bereits als „Helikopter-Kinder“ großgeworden und haben ganz offensichtlich keine eigenen Lernerfahrungen mehr gemacht. Anders kann ich mir deren Politik einfach nicht erklären.

Vermischtes

Wieder einmal wird um die deutsche „Bierdeckelidee“, welche von Politikern immer wieder gerne und schon seit ein paar Jahrzehnten geklaut wird, sogar bis noch in die 1970er-Jahre hinein bei der FDP en vogue war, durch die Medien getrieben. Manche Fachleute regten sogar eine Flat Tax an und berechneten, dass der Staat damit zumindest keine Einnahmen verlieren würde, wahrscheinlich sogar alle damit gewinnen.

Da Letzteres eindeutig nicht der Fall ist, haben wir genau die Begründung dafür, dass es bei uns niemals eine Steuererklärung geben wird, die auf einen Bierdeckel passt! Eine Vereinfachung der Steuergesetze ist genau so eine politische Sprechblase wie die Forderung nach der europäischen Einigung! Zwar weiß jeder, dass beides für die große Masse der Bevölkerung von Vorteil wäre, darauf kommt es der Politik aber nicht an. Die Politik bedient nur noch und wahrscheinlich schon immer ihr eigenes Klientel.

Und so lange man mit dem Erstellen von Steuererklärungen reich werden und zudem in Finanzämtern einen sehr bequemen Job haben kann, gibt es auch keine Vereinfachung der Steuergesetzgebung. Zudem hätte unser Staat ein riesiges Problem die dabei freiwerdenden Scheinarbeiter adäquat unterzubringen.

Und so wird aus jeder Bierdeckelidee eine Schnapsidee, und wir erhalten noch mehr Bürokratie und noch mehr Bürokraten. Und dürfen ganz folgerichtig auch noch mehr Steuern zahlen — wenn wir ein klein wenig Glück haben, heißen die dann einfach nicht mehr so. Das war es dann aber auch.

Gestern nahm Semin Bristina für unseren Verein an einem interessanten Netzwerktreffen teil, das die Planung für ein neues Format übernahm. Manche haben sicherlich schon von „Pizza und Demokratie“ gehört. Bei uns wird es nun bald „Döner und Demokratie“ geben. Sehr erfreulich, dass von Anfang an noch weitere etwas jüngere Mitglieder mit dabei sind! Und das mit dem Döner passt zu unserer Stadt wie Faust auf Auge. Humor hat unsere Jugend auf alle Fälle!

Was mich nun daran erinnert, dass ich schon ein paar Jahre lang keinen Döner mehr gegessen habe; als bei uns der Döner-Krieg begann und diese unter einem Euro angeboten wurden, verging mir einfach der Appetit. Ich esse gerne gut und günstig, allerdings kann ich auch noch etwas rechnen und weiß, wann etwas nicht ganz koscher sein kann. Übrigens, ich kaufe auch keine Tafel Schokolade unter einem Euro. Beim Wein sieht es da schon etwas anders aus, denn der wird schon von uns Steuerzahlern bezahlt.

In den USA dürfte nun der Donald-Krieg beginnen und der wird, so wie es die GOP schon etwas länger ist, sehr, sehr billig werden. Die Verlierer können dann bei uns immer noch einen Döner-Laden aufmachen; einen Berlin-Döner haben wir schon, ein GOP-Döner wäre dabei sicherlich eine Marktlücke.

Ich bin kein Mode-Freak und mache mir selber um die eigene Kleidung kaum bis gar keine Gedanken. Ich sehe dennoch gerne gut gekleidete Menschen — mich muss ich auch nicht angucken. Und bekanntermaßen habe ich schon etwas länger ein Faible für eine ganz bestimmte Modemarke. Nun aber zurück zu billig. Die lokalen Leser kennen bestimmt unsere Bankenmeile. Lustig wird es da um die Mittagszeit, wenn die Angestellten zu den Döner-Läden streben. Dort sieht man dann Anzüge, die hat man so noch nicht gesehen, außer vielleicht in der einen oder anderen Hafengegend. So manchem stünde dabei ein Blaumann eindeutig besser.

Der oben gezeigte Leuchter hängt nicht bei mir zu Hause; den möchte ich auch nicht reinigen müssen. Dieser Leuchter hängt zusammen mit seinem Partner in einer Reithalle. Bei uns wissen sogar die Pferde was hübsch ist und was nicht.

Abschied

Im Internet sind 31 Jahre sicherlich bereits eine halbe Ewigkeit. Gestern gab Salon.com bekannt, dass sie ihr Magazin (1995) einstellen. Ich las dieses Magazin regelmäßig Ende der 1990er-Jahre auf Lehrgängen in Frankreich, weil es in den dortigen Internet-Zimmern neben dem Abruf der üblichen E-Mail nicht viel mehr zu tun gab.

Der Vor- wie auch Nachteil von Angeboten im Internet war und ist, dass diese weltweit zur Verfügung stehen und damit dem größtmöglichen Wettbewerb unterliegen. Sehr schnell wurden die Nutzer dabei von den Angeboten überwältigt. Ich griff deshalb eher wieder auf die bereits etablierten Medien zurück, wohl aus alter Gewohnheit heraus.

Und so sind gut 30 Jahre des Durchhaltens eine Leistung, ganz besonders dann, wenn man mit dem eigenen Internetauftritt auch noch seinen Lebensunterhalt bestreitet. Manche dieser Internetauftritte wurden dabei ein fester Bestandteil des Internets, wie z. B. die Internet Movie Database (1990), welche inzwischen aber zu Amazon gehört. Das Internet-Magazin Wired (1993) schaffte es 2006 von Condé Nast erworben zu werden und dürfte somit noch eine ganze Weile online bleiben.

Interessant auch noch das deutsche Magazin T-Online (1995), welches aus der BTX-Zeit der Telekom stammt und heute zum Werbeunternehmen Ströer gehört. Übrigens, der Spiegel ging bereits 1994 online, ebenso wie die New York Times.

Medienmäßig und inhaltlich dürfte sich somit auch mit dem Internet nicht viel verändert haben, nur stehen seither die Inhalte jedem und dies auch zeitnah zur Verfügung.

Etwas anders sieht es wiederum mit den sogenannten Social Media aus, die etwa zeitgleich mit den Online-Zeitungen und -Magazinen entstanden und ab den Nullerjahren dann so richtig durchstarteten. Denn diese haben sicherlich eine ganz neue, wenn auch so nicht beabsichtigte, Qualität der Kommunikation und des Medienkonsums gebracht.

Was allerdings auch nur eine temporäre Erscheinung sein wird, da sich unsere Kommunikation wie auch unser Medienkonsum mit dem Aufkommen der „künstlichen Intelligenzen“ nunmehr grundsätzlich ändert!

Spätestens wenn wir Alexa zu fragen beginnen, wo sich unser eigener Lebenspartner befindet und was dieser gerade macht, anstatt die bessere Hälfte einfach selber anzurufen, sollten wir uns einmal eigene Gedanken machen.


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