8.11.02021
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Lachnummer

Da wundere ich mich gerade noch darüber, warum ich heute so vielen Autos und Motorrädern in der Fußgängerzone ausweichen muss, als ich zwei unserer Mitarbeiter der hiesigen Polizeibehörde beim ausgiebigen Schaufensterbummel beobachten kann. Jetzt hoffe ich mal, dass unsere städtischen Mitarbeiter bald ihre Weihnachtseinkäufe erledigt haben, sonst muss das die Bundeswehr auch noch mit übernehmen.

Ich hätte gerne unseren Angestellten noch etwas länger beim Arbeiten zugeschaut, als mir der Impfbus mit einer großen Schlange an Impfwilligen ins Auge stach. Darunter sind plötzlich auch sehr viele, völlig überzeugte und sehr engagierte, Impfgegner, die sich jetzt mit noch mehr Überzeugung vordrängeln, um ja nicht Gefahr zu laufen, für den nächsten COVID-19 Test 10 Euro zahlen zu müssen.

Mein Gedanke hierzu: mit einer Überzeugung, die einem selbst nicht einmal 10 Euro wert ist, sollte man seinen Mitbürgern nicht monatelang auf die Nerven gehen. Und hoffentlich waren möglichst viele defekte Mikrochips in den Spritzen, denn das tut dann beim Pinkeln besonders weh!

Zeichen der Zeit

Dieter Schwarz und Reinhold Würth — nur zwei lokale Beispiele — haben es schon längst erkannt, nämlich, dass unsere Gesellschaft immer mehr zerfällt und ihre, sie bindenden, Organe und Institutionen aufgehört haben zu funktionieren — warum dies so ist, soll hier nicht thematisiert werden.

So bauen Menschen wie diese beiden, eigene Infrastruktur (Flugfeld) und Privatschulen (Grundschule bis hin zur Universität). Selbst der soziale Wohnungsbau wird von ihnen übernommen. Da wundert es auch nicht mehr, dass Kultureinrichtungen und selbst eine eigene Kirche nicht fehlen.

Wenn jetzt noch private Sportanlagen, Kliniken und gesicherte Betreuungseinrichtungen dazukommen, dann kann sich ein Bevölkerungsteil — egal, was sonst so bei uns geschieht — beruhigt auf sich selbst zurückziehen. Für jene Menschen, die das Glück haben, dazugehören zu dürfen, bestimmt eine feine Sache, die in den USA auch ein paar Jahrzehnte lang durchaus gut funktionierte.

Wenn auch andere von uns diese Zeichen der Zeit erkennen, könnten wir einmal darüber diskutieren, ob wir als Gesamtgesellschaft solch eine Trennung tatsächlich wollen, und wenn wir dies verneinen, darüber nachdenken, wie wir alle wieder zusammenfinden können.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Initiativen von Dieter Schwarz und Reinhold Würth zwar gut gemeint sind, bestimmt auch kurz- bis mittelfristig gute Erfolge zeigen, aber langfristig genau das gewollte Gegenteil bewirken werden.

Gesellschaft ist einfach zu komplex, um nur an ein paar Stellschrauben drehen zu können. Manchmal langt es aber bereits schon, wenn man sich wieder auf die gemeinsamen Werte besinnt und diese in der Gesellschaft wieder hoffähig macht. Dann kommt der Rest wie von alleine!

Besorgnis

Die allerjüngsten Entscheidungen unserer Justiz, dass Betrüger keine seien, da sie doch nur vorsätzlich Menschenleben gefährden, und das Fälschen von Dokumenten auch nur in ganz speziellen Fällen zu ahnden sei, lässt tief blicken. Lug und Betrug ist inzwischen bei uns nicht nur höchst ministeriell oder Alleinstellungsmerkmal von Länderchefs, sondern bereits so weit verbreitet, dass es bei unserer Justiz wohl als deutsche Eigenart gilt — damit stehen Betrüger in Deutschland unter „Artenschutz“.

Dennoch sollten wir die Auswirkungen zumindest auf unser Umfeld nicht außer Acht lassen. Direkt sind wir davon betroffen, wenn wir uns in Gesellschaft, ob Winterdorf oder beim Einkauf, wohl fühlen wollen und nunmehr davon ausgehen können, dass wir dort mit die einzigen sind, die mit echten Impfnachweisen den Zutritt erlangten. Tragisch wird es, wenn uns Fälscher und Betrüger damit noch das Leben rauben!

Aber wir sollten auch an die Langzeitfolgen für uns alle denken. Wenn sich bei unseren Nachbarn herumspricht, dass deutsche Dokumente keinen Anspruch auf Gültigkeit mehr haben, könnten z.B. die Flüge in die USA bald wieder ausgesetzt werden. Und was sind dann ein deutscher Führerschein oder gar ein Diplom noch wert?


Website des Tages

European Constitution

Europe is our past and present, and it is our conviction that it is also our future. Not only are we bound by a common European culture and history – and therefore form a common European people –, but we increasingly face challenges that none of us, as European nations, can solve separately. Our ability to ensure a peaceful and prosperous future for ourselves and coming generations depends on our ability to come together. EuropeanConstitution.eu was founded on the belief that a common constitution was a cornerstone element for the realisation of a united Europe, founded on stable and lasting ground.


Geburtstage des Tages

Kazuo Ishiguro und Edmond Halley

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