Beitragsfoto: Stuttgarter Staatsoper
Inhaltsverzeichnis
Nuklearwaffen
Jetzt kommen die feuchten Träumer auch noch mit Konrad Adenauer um die Ecke. Hätte dieser damals schon gewusst, was wir heute über Nuklearwaffen wissen, wäre er sicherlich kein Freund einer atomaren Aufrüstung Deutschlands gewesen. Denn er war nicht nur gebildet und politisch informiert, sondern er konnte auch rechnen.
Heute geht es aber längst nicht mehr um große Politik oder gar um unser Land, sondern nur noch darum, wo und wie kann man sich am besten selbst bereichern. Und mit einer atomaren Aufrüstung verlassen wird den Bereich von Hunderten von Milliarden Euro und reden künftig gleich über Billionen. Damit werden viele Entscheidungsträger schon alleine von den Rundungsfehlern unsagbar reich und unsere systemrelevanten Personen dürfen darauf hoffen, einen Elon Musk und andere nunmehr weit hinter sich lassen zu können.
Aber mit Sicherheit bekommt man den deutschen Michl immer! Das ist das Zauberwort, um uns auch noch den allerletzten Cent aus der Tasche zu ziehen.
Vermischtes
Zur Entspannung gleich heute Morgen eine Fahrt mit dem meseno-Bus. Und so langsam trödeln auch die Anmeldungen zum diesjährigen Europa-Ball ein. Neben dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hat nun auch die Ökologische Partei Deutschland einen Informationsstand angemeldet.
Für mich war es gestern neu zu erfahren, dass die Stuttgarter Staatsoper auch größenmäßig mit an der Weltspitze steht. Was nun auch erklären könnte, warum die Sanierung dieses Dreispartenhauses so teuer werden wird. Wer mit an der Weltspitze dabei sein möchte, der muss sich dies auch etwas kosten lassen wollen.
Horst Schulte möchte heute in einem Blog-Beitrag die Kindheit zurückerobern. Das mit den Verboten ist so eine ganz eigene Sache. Auch die vielen E-Scooter sind den Kindern verboten, wobei man zugucken kann, wie diese von den Eltern für ihre Kinder freigeschaltet werden. Ich befürchte, dass gerade Verbote nicht die Zielgruppe erreicht, die man damit erreichen müsste. Und das dürfte schon immer so gewesen sein, sonst gäbe es schon lange keine Verbrechen mehr
Zudem steht zu befürchten, dass solch ein Verbot wieder einmal nur dazu genutzt werden soll, um uns Menschen insgesamt zu entmündigen und zu kontrollieren. Wer es also mit einem Verbot ernst meint, der soll nicht alle gängeln wollen, sondern einfach nur jene drakonisch bestrafen, die man erwischt!
Jede Wette, es wird darauf hinauslaufen, dass man uns alle fürchterlich gängelt und die ertappten „Verbrecher“ dann beschützt und betütelt, weil sie doch nichts für ihre Taten können und die Gesellschaft dafür verantwortlich sei.
Derweil schreibt Peter Addor heute über „Systemdenken“ und wer seine Beiträge kennt, der weiß, dass man darauf sehr lange herumdenken können wird.
Magnus Carlsen hat nun auch den zumindest bisher letzten Meistertitel im Schach gewonnen, nämlich die Freestyle-Schach-WM. Ich habe mir vor Kurzem einmal das Freestyle-Schach angeschaut und kam zu der Erkenntnis, dass ich das traditionelle Schach zu wenig beherrsche, um mich nun auch noch in solchen Gefilden zu verlieren.
Meistersinger
Gestern öffneten sich die Türen des größten Dreispartenhauses der Welt um 15.00 Uhr. Kurz nach 22.00 Uhr verließen meine bessere Hälfte und ich die Staatsoper Stuttgart, um in einem Schneegestöber nach Hause zu fahren.
Dazwischen drehte sich alles um Richard Wagner, genauer um die Meistersinger von Nürnberg. In einer der Pausen trafen wir auf einen Bekannten, der aufgrund einer Meistersingeraufführung hier im Haus in den 1970er-Jahren zu Wagner fand. Was mich dann doch etwas erstaunte. Für mich war bis in die 1980er-Jahre hinein alles von Richard Wagner und ganz besonders seine Fangemeinde ein Fall für Sigmund Freud. Den Ritt der Walküren verbuchte ich unter „ein blindes Huhn …“.
Gegen Ende der 1980er-Jahre traf ich in einem BSA Camp im Rust Belt auf einen waschechten Wagnerianer, was mir einen ganz anderen Blick auf Wagners Musik eröffnete. Es sind die gewaltigen Untiefen seiner Musik sowie die unendlich langen Zwischentöne, die mit der Zeit den geneigten Hörer für diese Art der Musik begeistern können, vorausgesetzt, diese Hörer verfügen über ausreichend Leidensfähigkeit.
Inhaltlich dürften die Meistersinger sicherlich nicht zu Wagners tiefsinnigeren Werken gehören, wohl deshalb hat er sie auch als komische Oper geplant. Ganz Verkaufsgenie schrieb er die Meistersinger sicherlich für eine Kundschaft, die schon damals völlig aus der Zeit gefallen gewesen sein dürfte — von Friedrich Schiller oder gar einer Emilia Galotti haben diese Menschen sicherlich nichts gehört. Zur Entschuldigung, Effi Briest wurde erst später geboren. Und das Ganze verknüpfte er dazu noch mit einer Deutschtümelei, für die er noch heute gerne zur Verantwortung gezogen wird.
Nicht nur aufgrund seiner Länge, sondern auch, weil man sehr viel Personal benötigt, gibt es wenig Gelegenheiten, um sich die Meistersinger einmal selbst anzuschauen. Es sei denn, man pilgert regelmäßig nach Bayreuth — ich kenne Menschen, die tun dies alleine aufgrund ihres musikalischen Geschmacks.
Und so war es wieder einmal an der Zeit, dass die Stuttgarter Staatsoper sich diesem Thema annimmt, ganz besonders weil große Opernhäuser schon längst damit begonnen haben, um auch alte Opern zu entstauben und in die heutige Zeit zu versetzen. Die Meistersinger von Nürnberg, welche besonders im Dritten Reich stark missbraucht wurden, stellen dabei sicherlich eine sehr große Herausforderung dar.
Und das verführte mich dazu, mir diese Oper noch einmal in Gänze zu geben. Elisabeth Stöppler verantwortet diese Inszenierung und sie hat ihren Job sehr gut gemacht! Highlight sicherlich das Einspielen der Todesfuge von Paul Celan gleich zu Beginn des dritten Akts. Gleich gefolgt von den filigranen Vogelköpfen, die den inhaltlichen Murks des Stücks gut konterkarieren. Auch gut, mir aber noch viel zu wenig und zu vorsichtig, wie sich Elisabeth Stöppler dem Geschlechterthema der Oper zuwandte — nett der Heiratsantrag von Lene an David.
Noch heute dürfte der Schluss des Stücks der schwierigste Part sein und ich werde es wohl auch zukünftig nicht erleben, dass man den ganz einfach und ganz bewusst weglässt oder völlig neu gestaltet.
Wie gestern gezeigt, man kann die politische Aussage des Stücks, besonders nach den Erfahrungen aus dem Dritten Reich, ins rechte Licht setzen und dem Musikliebhaber damit wieder die Musik zurückgeben.
Was aber nicht und gerade in der heutigen Zeit die eigentliche Ursache des Problems anpackt, nämlich warum auch noch heute Menschen wie vermutlich damals auch Richard Wagner und ganz aktuell ein Donald Trump mit einem völlig verschrobenen Menschenbild auf ihre Mitbürger losgelassen werden — da reicht ein Heiratsantrag nicht aus!
Ich habe das Stück immer noch nicht verarbeitet und sicherlich auch viel verpasst; meine Liebe zu Wagners Musik ist bei weitem aber nicht groß genug, dass ich mir diese Inszenierung nochmals anschaue, was diese dank dem tollen Engagement von Sängern und Musikern sicherlich mehr als verdient hätte! Und ob ich noch jung genug bin, dass ich mir später wieder einmal die Meistersinger antue, wage ich schon heute zu bezweifeln.
Deshalb gucke ich mir bei Gelegenheit die hier verlinkte Besprechung des Stücks einmal etwas genauer an.






2 thoughts on “16.2.02026”
Ich glaube, dass solche Verbote – auch wenn sie gewiss nicht von allen eingehalten werden – einen heilsamen Druck erzeugen könnten. Druck auf die Betreiber sozialer Netzwerke, endlich wirksame Kontrollmechanismen einzurichten, echte Schutzräume zu schaffen und nicht länger wegzusehen, wenn Kinder mit dem ganzen digitalen Unrat konfrontiert werden.
Hört man Kinderpsychologen zu, wie eindringlich sie die zerstörerischen Folgen exzessiven Konsums schildern, dann schrumpft der Spielraum für halbherzige Lösungen beträchtlich. Wer Verantwortung ernst nimmt, kann sich nicht mit Appellen begnügen. Dann geht es um klare Regeln – und um den Mut, sie auch durchzusetzen.
Danke für die Erwähnung. 🙂
Ohne Frage, die Social Media sind für alle, die (noch) nicht mündig sind, eine sehr große Gefahr! Und ganz besonders Kinder ohne entsprechende elterliche Begleitung sind dabei extrem gefährdet.
Die große Frage ist, wie wir dem erfolgreich begegnen können. Alleine Verbote dürften zu kurz gesprungen sein. Hier muss die Gesellschaft insgesamt reagieren! Ich kenne hierbei weder die richtige Antwort noch Lösung. Wir müssen dies weiter und immer massiver auf allen Kanälen thematisieren, so lange bis auch die davon tatsächlich betroffenen Bevölkerungsteile eine Änderung zum Besseren wollen und verlangen. Dann könnten auch tragbare Lösungen gefunden werden.
Nicht nur meine beiden Kinder haben sich ohne solche Verbote zu verantwortlichen und blitzgescheiten Erwachsenen entwickelt.
Die ganze Gesellschaft darunter leiden zu lassen, nur weil es immer mehr unfähige Mitbürger gibt, dürfte der falsche Weg sein. Vielleicht wäre es besser, wenn wir wieder die Anforderungen höher schrauben und den Unwilligen und Unfähigen den Brotkorb höher hängen.
Wie gesagt, es muss diskutiert werden und wir müssen für alle tragbare Lösungen finden.
P. S.
Vielleicht hülfe es, wenn man erst ab einem IQ von 120 aufwärts ins Internet gelangt?