18.8.02026

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Beitragsfoto: Weinessig

Inhaltsverzeichnis

Retro

Passend zum heutigen Tag ein Blog-Beitrag von Ruben Schade über Answering Hacker News: Retro motherboard rack. Bis zu unserem letzten Umzug sah es bei mir genau so aus! Meine Motherboards und Festplatten, für den Fall dass es nicht gleich der gesamte PC war, stapelten sich in den Schränken und Kisten. Und für den Fall, dass ich die PC nicht mehr zum Laufen bekomme, hatte ich noch alle Lesegeräte für sämtliche digitalen Medien als Backup (kleiner Insider: für Hardware hatte ich stets einen Ersatz zur Hand).

Nun haben die Fotos von Ruben Schade Erinnerungen geweckt. Bis gerade eben habe ich übrigens meine alten Rechner und deren Peripherie weder vermisst noch jemals wieder gebraucht. Höchstens meine Sammlung sämtlicher Microsoft Software (beginnend mit dem ersten MS-DOS) vermisse ich bei den Gesprächen mit Detlef Stern ein wenig.

Was mich nun wieder daran erinnert, dass ich die alten Apple-Geräte noch entsorgen muss. Diese sollten tatsächlich noch funktionieren, nur braucht sie heute kein Mensch mehr.

Vermischtes

Über drei Ecken bin ich heute zu Ernst Jandl gelangt. Ottos mops kotzt! Mit den Gedichten ist es so eine Sache, denn wenn man selber kein LLM ist, läuft man sehr schnell Gefahr verklagt zu werden. Wer nun wissen möchte, was es mit dem kotzenden Mops auf sich hat, dem empfehle ich die hier verlinkte Seite der Lyrik Line.

Bei meinen Aufräumarbeiten habe ich wieder einen neuen Raum entdeckt; der Raum ist nicht neu und ich kenne ihn auch schon etwas länger, aber nun sehe ich diesen neu und mit ganz anderen Augen. Meine bessere Hälfte meint, es gäbe noch viele andere Räume, die ich mit ganz neuen Augen sehen sollte.

Manche Menschen kennen sie noch die Foto-Alben. Ich hatte mich in den 1980er-Jahren für eine hölzerne Foto-Box entschieden und diese dann vergessen als kein Foto mehr hineinpasste. Meine beiden Buben fanden sie einmal und so wurden die Fotos kurzentschlossen hervorgekramt. Inzwischen dürfte die Box wieder irgendwo herumliegen. Die meisten Foto-Alben wurden schon länger entsorgt und ich bin großer Hoffnung, dass die letzten bis Ende des kommenden Jahres ihr Nirwana gefunden haben.

Nach den Foto-Alben kamen die DIA-Rahmen-Magazine und es gab kaum noch Grenzen. Inzwischen bin ich dabei diese zu entsorgen — was nicht ganz so einfach ist.

Dann kam Mitte der 1990er-Jahre die digitale Fotografie und schwuppdiwupp hatte man unzählige Speichermedien voll oder versorgte später gar Firmen wie Amazon, Google, Apple oder Flickr mit seinen eigenen Werken; auch ich war sehr eifrig mit dabei. Wenn es tatsächlich so etwas wie das Löschen eigener Daten auf fremdem Speichern gibt, dann bin ich fast mit dem Löschen wenigstens dieser Fotos fertig — einzig mein iPhone sammelt noch ganz heftig.

Etwas spannender zumindest für mich war der „Fund“ von drei Weinregalen. Eines hatte Weine aus den 1960er- und 1970er- Jahren, eines 1980er- und 1990er-Jahre und das letzte Wein aus 2000 bis etwa 2015. Da es sich um lokalen Wein handelt, kann man getrost davon ausgehen, dass jene Flaschen, die noch über einen Inhalt — leider war mein Jahrgang bereits verdunstet — verfügen, nicht mehr trinken kann.

Meine erste Idee war, frei nach Vincent Klink in die Essigproduktion einzusteigen und einen entsprechenden Jahrgangsessig zu produzieren, dann aber ließ ich doch von dieser Idee ab — es gibt andere Dinge zu erledigen! Nun suche ich eine Gelegenheit, um die Flüssigkeiten zu entleeren und ein paar Altglascontainer zu füllen. Und wer weiß, vielleicht mache ich dabei sogar ein paar Regenwürmer glücklich.

Buffet

Heute Morgen flog mir ein Blog-Beitrag von Stefan Rose mit dem Titel „Sommerloch: Menschen am Buffet“ regelrecht in meine Timeline. Ein Thema, das mich spätestens seit meinem 14. Lebensjahr beschäftigt, sehr wahrscheinlich noch weit vorher, da mich mein Vater sehr früh mit zu Parteiveranstaltungen mitnahm — und dort gab es immer etwas zu futtern.

Wenn man Menschen so richtig kennenlernen möchte ohne mit diesen gleich gemeinsam dienen zu müssen, gibt es neben dem Spiel kaum eine weitere gute Gelegenheit, wie das möglichst kostenlose Buffet.

Fangen wir einmal bei der Erziehung an. Sowohl ein Führer als auch ein guter Gastgeber selbst isst erst zum Schluss, wenn dann doch noch etwas übrig sein sollte. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt mir sehr deutlich, dass dieser Teil einer guten Erziehung immer mehr in Vergessenheit gerät.

Ein guter Führer oder auch ein erfahrener Gastgeber sorgt dafür, dass auch für ihn selbst noch etwas übrig bleibt, selbstverständlich ohne den Gästen dabei etwas vorzuenthalten. Zugegeben, dies wird über die Jahre hinweg immer schwieriger. Letztens mussten wir tatsächlich in Stuttgart, einer Stadt, die für ihre Esser am Buffet berüchtigt ist, gleich zweimal nachlegen lassen, davon einmal völlig improvisiert, wobei selbst der professionelle Caterer an seine Grenzen stieß.

Schlechte Führer wie auch schlechte Gastgeber erkennt man daran, dass sie das Buffet als erstes stürmen. Hierüber könnte ich inzwischen ganze Bücher schreiben.

Zu den Essern selbst, dürfte ich bereits öfters hier im Blog etwas geschrieben haben. Die professionellsten Esser räumen das Buffets bereits leer bevor es überhaupt eröffnet wurde und die „zweite Bundesliga“ kommt erst zum Buffet selbst oder geht alternativ gleich nach dem Leerräumen des Buffets wieder. Alles andere ist bestenfalls dritte Liga.

Mit einer sehr professionellen Esserin bin ich inzwischen sogar fast so gut wie befreundet, denn ich staune selbst nach Jahren noch, was so alles an einem Buffet geht und was nicht. Die erste und zweite Bundesliga in meinem Interessen- und Verantwortungsbereich kenne ich mit Namen und mache mir schon Gedanken, wenn ich diese Esser einmal nicht am Buffet erblicke.

Die dritte Liga kenne ich zwar nicht beim Namen aber weiß ganz genau, wann und wo ich sie am Buffet zu erwarten habe. Manche haben regelrecht ihre Stammplätze am Buffet und dies ganz unabhängig davon wie man dieses aufbaut oder aufbauen lässt.

Fahren wir einmal mit einem weiteren Erziehungstipp fort. Das Buffet ist ein gesellschaftliches Ereignis und dient nicht dazu, um Menschen satt zu machen! Das gereichte Essen und die Getränke dienen alleine mit dazu, um die Kommunikation untereinander zu erleichtern.

Selbst dann, wenn man ganz besonders als Volksvertreter tagelang nichts gegessen haben will und in Kürze wieder die gesamte Welt retten muss, ziemt es sich nicht mit der Hauptverantwortliche für ein leeres Buffet zu sein! Und schon gar nicht, wenn man bei der das Buffet begleitenden Veranstaltung einen Führungsanspruch erhebt.

Wissend, dass das Buffet nicht dazu dient, um satt zu werden, plant man als Gast eine notwendige Essensaufnahme im Vorfeld oder im Nachgang. Wobei es in unserem Land keinem einzigen Menschen schaden dürfte, einen Tag lang nur einmal an einem Buffet zu naschen und das Essen auf den Folgetag zu verschieben.

Es gibt sie dennoch die wunderbaren Momente an einem Buffet! Zum einen wenn man jüngere Buffetgäste erblickt, die mit großen Augen die Welt der Buffets gerade erst kennenlernen und sich dabei langsam, vorsichtig uns sehr angenehm vorzutasten beginnen und zum anderen, wenn man dann dabei auch noch ältere Buffetgäste sieht, die sich an das Gedicht Eugen Roths „Am Tisch des Lebens“ erinnern und ganz freiwillig die besten Bissen liegen lassen.

Mein Fazit: ein Buffet kann ganz gut den Zustand unserer Welt aufzeigen!


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