Platten

Potpourri 4.3 (4)

Beitragsfoto: Schallplatten

Eine Freundin hat erfahren, dass ich mich wieder mehr den alten Schallplatten widme und mir zu meiner völligen Überraschung ihre Lieblingsplatten geschenkt. Sie wuchs in Michigan auf und ich hier in Heilbronn, sie sammelte 45 Rpm Singles und ich eher Langspielplatten, aber wenn es um Musik geht, hatten wir fast zur selben Zeit auch den gleichen Musikgeschmack. Was zum einen auf den Sender AFN zurückzuführen ist und zum anderen bezeugt, dass die Welt bereits in den 1970er-Jahren musikalisch weit besser zusammengewachsen war als auf den meisten anderen Feldern.

Und so höre ich nun einmal die Songs, die Karen noch heute so gerne hört. Das Anhören von einzelnen Liedern, die man zudem jedes Mal von Neuem auf den Plattenteller legen muss, ist für mich vor allem nach all den Jahren Schallplattenabstinenz doch etwas gewöhnungsbedürftig und könnte zudem erklären, warum ich mich damals für Langspielplatten entschieden hatte. Rückblickend wäre es tatsächlich besser gewesen, der Qualität gegenüber der Quantität den Vorzug zu geben. Auf jeden Fall aber genieße ich jetzt die einzelnen Lieder mehr als jemals zuvor. Und ich wundere mich noch heute zudem darüber, wie man manche Lieder einfach nur auf die B-Seite verbannen konnte.

Platte 1: Trip, Oldie mit „I know“ von Barbara George auf der A-Seite und „Mokingbird“ von Inez Foxx auf der B-Seite.

Platte 2: RCA, Gold Standard mit „Everybody loves to Cha Cha Cha“ von Sam Cooke auf der einen und „Wonderful World“ von Sam Cooke auf der anderen.

Platte 3: American Pie mit „I wonder what she is doing tonight“ Barry and the Tammerlanes auf der einen und „I had too much to dream (last night)“ von den Electric Prunes.

Platte 4: Eric Records mit „I say a little prayer“ von Dionne Warwick auf der einen und „(Theme from) Valley of the dolls“ von Dionne Warwick auf der anderen.

Platte 5: The Beatles mit „The ballad of John and Yoko“ auf der einen und „Old brown shoe“ auf der anderen.

Platte 6: The Beatles mit „Penny Lane“ auf der einen und „Strawberry fields forever“ auf der anderen.

Platte 7: Capitol mit The Beatles „P. S. I love you“ auf der einen und den Beatles mit „Love me do“ auf der anderen.

Platte 8: Atlantic mit „Son-Of-A Preacher Man“ von Dusty Springfield auf der einen und „The windmills of your mind“ von Dusty Springfield auf der anderen.

Platte 9: Eric Records mit „Rock & Roll Hoochie Koo“ von Rick Derringer auf der einen und „Time of the season“ von The Zombies auf der anderen.

Platte 10: Columbia mit Bruce Springsteen „Pink Cadillac“ auf der einen und Bruce Springsteen „Dancing in the dark“ auf der anderen.

Platte 11: Capitol mit „Something“ von The Beatles auf der einen und mit „Come together“ von den Beatles auf der anderen — For jukeboxes only, Platte in blau.

Platte 12: Columbia, Hall of Fame mit „Subterranean home sick blues“ von Bob Dylan auf der einen und „Positively 4th Street“ von Bob Dylan auf der anderen.

Platte 13: Columbia mit „Knockin’ on Heaven’s Door“ von Bob Dylan auf der einen und „A fool such as I“ von Bob Dylan auf der anderen.

Platte 14: Geffen Records mit „Blue eyes“ von Elton John auf der einen und „Hey Papa Legba“ von Elton John auf der anderen.

Platte 15: EMI America mit „You don’t believe me“ von den Stray Cats auf der einen und „Stray Cat Strut“ von von den Stray Cats auf der anderen.

Platte 16: Sun mit „Save the last dance for me“ von Jerry Lee Lewis auf der A-Seite und „Am I to be the one“ von Jerry Lee Lewis auf der B-Seite — Platte in gelb.

Insgesamt 32 Lieder, die einen schon mit dem Auflegen eine ganze Weile beschäftigen. Mehr Zeit benötigt man noch zum Anhören, aber letztendlich vergeht die Zeit wie im Fluge, zumindest sobald man damit anfängt, die einzelnen Lieder auch noch zu googeln.

Spannend wird es dann, wenn man sich Gedanken darüber macht, wie diese kleine Sammlung wohl dereinst einmal zustande gekommen ist — ich werde allerdings nicht nachfragen.

„Ce qu’on ne peut pas dire et ce qu’on ne peut pas taire, la musique l’exprime.“

Victor Hugo, William Shakespeare (1864: 120)

Menschenrechte

26.3.02023 5 (3)

Beitragsfoto: Menschenrechte | © Gerd Altmann auf Pixabay 

Vorbereitungen

Meine Vorbereitung für die kommende Vorlesung ist abgeschlossen, morgen werde ich mich diesbezüglich nochmals mit Detlef Stern zusammensetzen und danach bin ich gespannt darauf, ob auch die Studenten ihre „Hausaufgaben“ gemacht haben.

Und zum Abschluss des Tages wird später noch das Tanzbein geschwungen, bevor ich die kommende Woche noch einmal in Gänze in Augenschein nehme. Denn ich gehöre bekanntlich nicht gerne zu jenen, die sich montags einfach nur überraschen lassen und dann ganz folgerichtig mit den Realitäten hadern.

Grundrechte

Grund- und Menschenrechte sind zwar miteinander verwandt, denn sie lassen sich m. E. beide aus dem Naturrecht herleiten, haben aber für die betroffenen Menschen sehr unterschiedliche Auswirkungen. Deshalb sollte man gerade in der Politik besonders darauf achten, dass man das eine mit dem anderen nicht verwechselt.

In manchen Gesellschaftsverträgen (zwischen dem Staat und dem Bürger) werden den Bürgern Grundrechte zuerkannt und in den etwas besseren auch noch Pflichten mit auferlegt. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist ein solcher Gesellschaftsvertrag. Menschenrechte gelten als reine Ableitung aus dem Naturrecht auch ohne vertragliche Begründung, leider aber nur für jene Menschen, die an die unveräußerlichen, universellen und unteilbaren Menschenrechte glauben.

Und so war es tatsächlich eine Sternstunde der Menschheit, als die Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedeten. Man muss dabei aber wissen, dass dies eine Erklärung ist und es weiterhin jedem Staat zusteht, eigene Verträge mit seinen Bürgern abzuschließen. Als entsprechende negative Beispiele können die Volksrepublik China, Nordkorea oder auch die Russische Föderation angesehen werden. In unserem Grundgesetz, eines der positiven Beispiele, ist das Bekenntnis zu den „unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten“ mit enthalten.

Ein weiteres Highlight war die Verabschiedung der Europäischen Menschenrechtskonvention durch die Mitgliedsstaaten des Europarats, die damit sämtlichen Bürgern dieser Staaten die Möglichkeit gibt, Menschenrechte und ihre Grundfreiheiten einzuklagen. Und dies vor einem gemeinsamen Gerichtshof, nämlich dem Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Wichtig ist, dass dies nur den Menschen zusteht, die in den Mitgliedstaaten dieser Vertragsländer leben.

Das letzte entsprechende Highlight war die Inkraftsetzung der Charta der Grundrechte der Europäischen Union am 1. Dezember 2009. Aber auch hierbei gilt, dass diese Grundrechte nur für die Unionsbürger und weitere in den Mitgliedstaaten lebende Menschen gelten.

Und deshalb ist es auch so wichtig, wenn man als Berufspolitiker schon für die Grundrechte von Iranerinnen kämpft, zu wissen, was deren im „Gesellschaftsvertrag“ des Irans mit seinen Bürgern verankerten Grundrechte überhaupt sind. Ich glaube nicht, dass es unserer Sache sehr dienlich wäre, wenn deren Grundrechte sich auf das Recht auf Kinder, Küche und Moschee beschränken.

Reisetag

Samstag ging es früher los als sonst, was mir schöne Erinnerungen an Sonnenaufgänge und durchwachte Nächte ins Gedächtnis rief. Auf einem Parkplatz in Autobahnnähe wartete mir kurz darauf auf unsere Mitfahrer und erreichten ohne Verkehrsprobleme den Flughafen in Stuttgart. Inzwischen ist auch das Parken dort keine Herausforderung mehr und so konnte ich den Gang zum Gate richtig genießen. Die zusätzlichen Zeiten für Körper- und Gepäckkontrollen habe ich inzwischen in Stuttgart eingeplant und so war es auch dieses Mal kein Problem, dass ich fast alles ausziehen durfte und mein Gepäck auf Drogen und Sprengstoff untersucht wurde.

Der Flug nach Berlin war ebenfalls kurzweilig und die Ankunft im neuen alten Flughafen eine kleine Umgewöhnung, denn der Flughafen ist ein reines Statement des Ewiggestrigen und ich schaute mich um, ob nicht doch in einer Ecke noch ein paar Kolossalstatuen von früheren Gewaltherrschern stehen. Auf jeden Fall aber erinnert mich der Flughafen an ein überdimensioniertes Beerdigungsinstitut. Positiv auf jeden Fall aber ist die neue Anbindung an die Stadt, und so waren wir kurz darauf an unserem Tagungsort.

Abends dann hatten wir die Gelegenheit, um den Flughafen etwas besser kennenzulernen. Erneut sehr schnell und bequem am Flughafen angekommen, gab es dort die traditionelle Currywurst — leider nicht mehr im gewohnten Eisenbahnwaggon. Der Rückflug mit einem Zwischenstopp in Frankfurt verlief ebenfalls ohne Probleme und auch die Autos waren noch an ihrem Platz.

Man kann übers Fliegen debattieren, wie man möchte, es bleibt weiterhin die einzige Möglichkeit, um in der heutigen Zeit überregionale Besprechungen zeitlich vertretbar zu gestalten; wenige Mitbürger können sich den Luxus erlauben, für einen halben Tag Besprechung zwei Reisetage und ggf. noch ein Touristikprogramm einzuplanen.

Sämtliche solcher Besprechungen in den virtuellen Raum zu verlegen, halte ich weiterhin für nicht ratsam, denn noch ist die Menschheit eine körperliche Entität und wird es wohl auch noch ein paar Jahrtausende bleiben.

50 Jahre

Wie im Fluge ist das letzte halbe Jahrhundert an mir vorbeigeflogen und bis zum Mond habe ich es dabei leider nicht geschafft, geschweige denn auf seine dunkle Seite.

Und egal was man jetzt von Roger Waters halten muss, seine Musik gehört auch heute noch zu meinen Favoriten — vor 50 Jahren war Waters vielleicht auch noch ein ganz anderer Mensch.

Am 24. März 1973 erschien The Dark Side Of The Moon in den Plattenläden und kurz darauf dudelten sämtliche dieser Lieder bei AFN und anderen damaligen Sendern. Etwas später war auch ich im Besitz dieser Platte und Pink Floyd Platten liegen noch heute öfters auf meinem Plattenteller.