Kleinkunst

10.9.02026 5 (3)

Beitragsfoto: Kleinkunst

Kleinkunst

Erfreulich, dass man in Heilbronn immer mehr Kleinkunst im öffentlichen Raum erblicken kann. Oben habe ich einmal ein Beispiel mit angefügt. Wer weiß, wo man diesen US-Präsidenten findet?

Mit einem meiner eigenen fotografischen Abenteuer habe ich aktuell ein Problem. Vor Kurzem hatte ich berichtet, dass sich ein Amtsgericht bei mir meldete. Diesem Amtsgericht habe ich selbstverständlich geantwortet, auch wenn sie mich falsch adressierten. Was nun dazu führte, dass sich die KSP Kanzlei Dr. Seegers, Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH aus Hamburg bei mir meldete. Das Anschreiben datiert vom 1. September 2026 und wurde nicht von einem der 21 dort aufgeführten Anwälte unterschrieben, sondern von einer FNU Liersch. Wie bereits geschrieben, diese Anwältin ist mir sympathisch, alleine, weil sie meine im Impressum des Blogs aufgeführte Anschrift richtig in den Anschriftenblock des Anschreibens einfügen konnte.

Bis morgen soll ich nun eine Gesamtforderung von 419,91 Euro an die besagte Kanzlei überweisen, ansonsten wird sich eines von zwei Amtsgerichten erneut bei mir melden. Beim Schreiben des Amtsgerichts waren es noch 419,66 Euro. Ich muss mal einen Banker fragen, was für Zinssätze bei Gericht so gelten.

Dem Anschreiben wurde eine Forderungsaufstellung beigelegt, die sich zwar spannend liest, allerdings keinen Aufschluss darüber geben kann, wie diese Beträge überhaupt zustande kommen. Interessant dabei, dass diese Forderung der dpa Picture-Allianz GmbH seit dem 23.8.2023 bestehen soll. Bei weit über 20 Rechtsanwälten und wer weiß wie vielen weiteren Angestellten hätte man in den letzten drei Jahren doch einmal prüfen können, ob man meine Adresse auch richtig abgespeichert hat. Da ich aktuell wieder einmal „Boston Legal“ binge, hätte ich so Ideen, warum man das nicht hinbekommt.

Spannend wir es nun aber, da ein weiteres Schreiben dem besagten Anschreiben beigefügt wurde. Dieses stammt angeblich vom 11.3.2026, wurde falsch adressiert und von Dr. Birgit Rase unterschrieben; eine Rechtsanwältin, die im Briefkopf mit aufgeführt ist. Im März diesen Jahres betrug die Forderung noch 346,74 Euro und setzt sich aus 140 Euro Schadensersatz, 85 Euro Dokumentationskosten, Zinsen wohl seit August 2023? — warum auch immer — in Höhe von 41,40 Euro, einer Rechstanwaltsvergütung von 66,95 Euro und einer Auslagenpauschale in Höhe von 13,39 Euro zusammen.

Dann erfahre ich tatsächlich einmal, was mir angeblich zur Last gelegt wird, denn das Schreiben verweist auf einen Blog-Beitrag vom 29. April 2019. Selbstverständlich habe ich das dort beanstandete Bild — meines Erachtens hatte ich ein Foto einer Wahlaufforderung des Europäischen Parlaments abfotografiert — sofort entfernt und durch ein weit besseres von Pixabay ersetzt; hätte ich Depp bereits vor Jahren machen können! Völlig unverständlich für mich dabei, warum ich den gesamten Blog-Beitrag nicht schon lange gelöscht habe; nun wird er wohl alleine aus Dokumentationszwecken hier bestehen bleiben.

Aus reiner Neugierde habe ich das besagte und angebliche dpa-Foto auf der Website der Picture-Allianz gesucht, um festzustellen, was es mich ursprünglich gekostet hätte. Meine Leser dürften es wissen, dass ich Fotos tatsächlich bei den unterschiedlichsten Agenturen käuflich erwerbe — alleine schon um keine Post von einem Rechstanwalt und schon gar nicht von einer ganzen Rechtsanwaltskanzlei zu erhalten.

Leider habe ich das beanstandete Foto nicht im Bestand der Picture-Allianz gefunden. Bekam dann aber die Info, das, wenn ich mich dort registrieren würde, ich auf sämtliche Bilder zugreifen könne. Nach dem erfolgreichen Registrieren bekam ich tatsächlich noch mehr Fotos zu sehen, leider aber weiterhin nicht jenes, das mich nun 140 Euro Netto kosten soll. Wobei ich zugeben muss, dass ich das bei mir beanstandete Foto selber auch nicht verkaufen würde. Kann aber auch sein, dass dieses Foto eine ganz besondere Sonderedition ist, was dann auch den Preis halbwegs erklären könnte.

Eigentlich, alleine nur des Friedens willen, hätte ich den geforderten Betrag schon längst überwiesen, dann aber würde ich dumm sterben müssen, denn ich weiß bis heute nicht, woher das Originalfoto stammt, ob es überhaupt noch existiert oder gar jemals hat und wer der eigentliche Urheber ist?

Wenn ich angeblich zu schnell gefahren bin, bekomme ich wenigstes ein Foto zugeschickt, welches meine Schuld dokumentieren soll. So muss mich nun wohl ein Richter erhellen und der hätte sicherlich etwas weit besseres zu tun.

Auch stellt sich mir die Frage, warum man mich seitens der Hamburger Rechtsanwaltskanzlei nicht schon vor drei Jahren kontaktiert hat? Dann hätte ich wohl sogleich die 140 Euro überwiesen, schon alleine um des Friedens willens. So muss ich davon ausgehen, dass man so lange gewartet hat, bis mindestens 300 Euro zusammenkamen, damit sich das auch für eine Hamburger Rechtsanwaltskanzlei lohnt.

Ich gebe hier nun nicht bekannt, was Heilbronner Rechtsanwälte und -kanzleien so üblich verlangen, sonst platzen die Hamburger noch vor Neid! Auf alle Fälle binge ich heute noch „Boston Legal“. Und wäre ich etwas jünger und unverheiratet, dann würde ich vielleicht auch noch von jungen Rechtsanwältinnen träumen — nicht aber von den Stalkern unter diesen, denn die sind echt gruselig.

„When God strips you of your talent, He should at least have the decency to strip away the memory of having had it.“

Denny Crane, A Whiff and a Prayer (2.04)

Vermischtes

Der Smart City Index war hier schon 2022 und 2024 Thema, Zeit, um meine Leser wieder einmal auf dem Laufenden zu halten. Bei uns geht seit Jahren alles mit dem Mund, wobei man auch sehr gerne noch ein paar Schilder anbringen lässt, da es immer gut ist, wenn man so ganz nebenbei noch etwas zuverdienen kann. Was mich irgendwie nun wieder daran erinnert, dass wir einmal ein Millionen Euro teures „Gipsmodell“ der BUGA-Stadt hatten; in welchem Promi-Keller wird es wohl gelandet sein? Kann aber auch sein, dass es für weitere Steuergelder schon längst entsorgt wurde, denn eine Augenweide war dieses Steuergelder verschwendende Ungetüm sicherlich nicht.

„Der Smart City Index ist das Digitalranking der deutschen Großstädte. Experten des Bitkom haben dafür in fünf Themenbereichen 14 442 Datenpunkte erfasst, überprüft und qualifiziert. Die 39 Indikatoren berechnen sich aus 174 Parametern pro Stadt – von Online-Bürger-Services über Sharing-Angebote für Mobilität und intelligente Ampelanlagen bis hin zur Breitbandverfügbarkeit. Untersucht wurden alle deutschen Städte ab 100 000 Einwohnern. Den Indexwerten liegen Angaben der untersuchten Städte sowie amtliche Statistiken und öffentlich zugängliche Datenquellen zugrunde. Die Ergebnisse sind für jede Stadt einzeln abrufbar.“

Bitkom; Smart City Index 2026 (10.9.2026)

Für uns in Heilbronn — unabhängig davon, was so ein Index aus der Privatwirtschaft überhaupt zu bedeuten hat — ist dabei wichtig, dass wir nun mit einem Index von 71.3 auf dem 53. Platz von insgesamt 83 bewerteten Städten liegen. Noch interessanter, dass wir trotz der Verlautbarungen aus Politik und von unseren systemrelevanten Personen in knapp zwei Jahren um 16 Plätze abgerutscht sind. Am interessantesten ist dabei, dass unser Gemeinderat die dafür verwendeten Steuergelder ganz offensichtlich völlig umsonst aus dem Fenster geschmissen hat.

Wer sch nun etwas mehr interessiert, der findet alle Heilbronner Index-Daten gleich hier. Kann aber auch sein, dass es dafür schon längst ein Smart-City-Stadt-Gipsmodell im Rathaus gibt.

Ich hätte diesbezüglich tatsächlich einen Verbesserungsvorschlag, der sich an die Stadtschilder aus den Hollywood-Western anlehnt, nämlich digitale Straßenschilder: „Heilbronn – Smart City Stadt – Index 71.3“.

Nun bin ich einmal gespannt darauf, was dieses Mal die Hofberichterstatter dazu berichten werden. Ich vermute, die machen auf die fehlende Relevanz eines solchen Indexes aufmerksam.

Heute konnte ich in völliger Ruhe meine Bahnen in der Neckarhalde ziehen, mein bestes Badeerlebnis dieses Jahr überhaupt! Bei meinem letzten Besuch traf ich Hannes Finkbeiner unter der dortigen Dusche, was in gut 60 Jahren zum ersten Mal der Fall war. Wahrscheinlich wollen nun alle Heilbronner mindestens einmal in der Neckarhalde gewesen sein, noch bevor dieses Kleinod völlig platt gemacht wird.

Gestern fuhren meine bessere Hälfte und ich in die baden-württembergische Pampa, um uns dort mit guten Bekannten zu treffen. Noch als junger Mann hätte mir die Rückfahrt sicherlich gefallen, wobei ich meinen kleinen Flitzer ausgetestet hätte. Nun aber tat ich mich mit diesen vielen Kurven nächtens doch etwas schwer. Verkehrstechnisch ist die Pampa weiterhin so gut befahrbar wie vor 40 Jahren, von ein paar neuen Schildern einmal abgesehen — echte Veränderungen werden bei uns inzwischen in Jahrhunderten gemessen.

Kein Mensch kann mir bis heute verständlich machen, warum wir mit Steuermitteln Weinberge oder Autofabriken erhalten müssen? Vor Jahrzehnten hatte ich noch verstanden, dass man aus einer Freien Marktwirtschaft eine Soziale Marktwirtschaft machen muss. Dass wir nun aber aus unserer Sozialen Marktwirtschaft eine Klientelwirtschaft machen, dafür fehlt mir jegliches Verständnis — könnte allerdings an meinem Alter liegen.


Auszeit

27.8.02026 5 (8)

Beitragsfoto: Auszeit | © Shutterstock

Vermischtes

Heute musste ich den Kopf frei bekommen und zog so noch ein paar Runden in der Neckarhalde; der Aufenthalt dort heute ohne Tadel — könnte ich nach gut 12 Jahren wieder zurück in Heilbronn noch schwimmen, wäre es sogar ein Genuss geworden.

Die Rückfahrt fand mit dem Auto statt, da es mehr Termine als Tag gibt. Meine bessere Hälfte hielt an einer Ampel, um einem Fußgänger regelgerecht das Überqueren des Zebrastreifens zu ermöglichen. Was den Taxi Nr. 98 dazu bewog, seiner Hupe freien Lauf zu lassen. Ich gehe einmal nicht davon aus, dass er mit meiner besseren Hälfte flirten wollte. Und da er mich dann doch noch erblickte, hat er ihr auf alle Fälle keine Schläge angedroht.

Die Busfahrer der Linie 10, insbesondere in der Wollhausstraße, achten schon länger nicht mehr so richtig auf uns Fußgänger. Ich bin gewarnt, sonst wäre ich heute Morgen dort auf dem Zebrastreifen überrollt worden. Wenn so ein Stadtbus einmal in Fahrt ist, dann muss er wohl Strecke machen und da stören die Zebrastreifen in der Wollhausstraße einfach.

Unsere Gesellschaft verroht immer weiter, was nicht ursächlich an den Neubürgern festzumachen ist, sondern an der Tatsache, dass dumme Menschen in einer Demokratie sehr schwer zu erziehen sind. Da hilft es auch nicht, dass man ihnen Führerscheine und Schulabschlüsse schenkt.

Und da Detlef Stern jüngst ein paar nette Wortspiele ins Netz stellte, hab ich auch eines — wahrscheinlich viel zu schräg für meine Leser, aber dennoch: heute haben wir statt Blockwarten Blogwarte und unsere deutsche Welt ist wieder völlig in Ordnung.

Amtsgericht

Hätte ich in den letzten Monaten nicht viel zu viele Gerichts- und Rechtsanwaltschreiben in meinem Briefkasten, wäre mir wohl das heutige Schreiben des Amtsgerichts Hünfeld nicht zugestellt worden. Einfach nur, weil meine Adresse auf der förmlichen Zustellung nicht stimmt. Die Postboten in meinem Umfeld sind lernfähig und so hat sich die Anzahl der Briefe, die ich wieder in Briefkästen werfen muss, da falsch adressiert, merklich verringert. Aber Postboten denken auch mit und so dachte sich der heutige, dass ein weiteres Gerichtsschreiben schon passen würde.

Und meine Neugierde war geweckt, da ich aktuell mit einem Landgericht mehr zu tun habe als es mir lieb ist. Für die Laien unter uns, die Mitarbeiter eines Landgerichts sind in der Lage, um die richtige Adresse eines Beklagten festzustellen und auf das Anschreiben zu setzen. Was man von einem Amtsgericht nicht behaupten kann, zumindest nicht vom Amtsgericht Hünfeld.

Wer oder was ist überhaupt Hünfeld? Ich hab es für meine Leser gegoogelt: „Hünfeld ist eine Kleinstadt im osthessischen Landkreis Fulda. Sie trägt seit dem 11. Juli 2006 die amtliche Zusatzbezeichnung Konrad-Zuse-Stadt, nach dem Erfinder des ersten funktionstüchtigen Computers, dessen Wahlheimat Hünfeld war.“ (Wikipedia). Ok, dort möchte ich auf alle Fälle nicht tot über den Zaun hängen, und schon gar nicht im dortigen Amtsgericht.

Das alles half mir nun auch nicht weiter, also öffnete ich den Brief und fand darin einen Mahnbescheid vom 24. August 2026 aufgrund eines Antrags mit einer Geschäftsnummer. Anscheinend macht ein Antragsteller folgenden Anspruch geltend: Unerlaubte Nutzung geschützter Werke aus dem Repertoire des Antragstellers gem. Schreiben PIX-CPA-xxxxx vom 11. März 2026. Die Hauptforderung beläuft sich auf 140 Euro (!) und ich solle 419,66 Euro mit zusätzlichen Zinsen zahlen.

Ok, den Antragsteller habe ich dann sogar gefunden: dpa Picture-Alliance Gesellschaft mbH. Und ich dachte, ich kenne die Fotoanbieter bereits, da ich als Blogger bei vielen zahlender Kunde bin — schon alleine, um nicht durch Abmahnschreiben belästigt zu werden. Also, wer oder was ist die Picture-Alliance Gesellschaft? Ich habe diese Firma tatsächlich gefunden. Was mir nun auch nicht weiterhilft, denn das im Mahnschreiben aufgeführte Schreiben PIX-CPA-xxxxx ist nirgends zu finden. Aber dann der beruhigende Hinweis, dass künftig das Amtsgericht Stuttgart für mich zuständig sei, warum auch immer — Mystik deutscher Justiz. Und die können mir dann vielleicht sogar weiterhelfen, denn bisher kann ich mit den mir bereitgestellten Informationen nur spekulieren und in Erinnerungen schwelgen. Auf alle Fälle aber lenkt es mich heute vom Ernst des Lebens etwas ab.

In meinem Leben war ich in Deutschland meines Wissens bisher nur zweimal vor Gericht, was sich seit diesem Jahr nun völlig verändert — auch Rechtsanwälte müssen leben, sonst werden diese Politiker oder kommen gleich ganz auf die falsche Bahn, z. B. als Abmahnanwälte. Das erste Mal war es ein Mordprozess, wobei ich diesen ganz gut überstand. Das zweite Mal und dies ist hier im Blog auch dokumentiert, machte man mir ein Namensrecht streitig. Aktuell geht es wieder einmal um etwas Existentielles und das kann echt nerven, zumal man vor Gericht wie auch auf hoher See alleine seinem Schicksal überlassen bleibt.

Apropos 140 Euro, das ist wie bei der Stadtverwaltung, wenn ich mal angeblich zu schnell gefahren bin oder falsch geparkt habe. Sie schreiben mir und ich zahle, weil es mir weiteren Ärger erspart und ich auch nicht vor dem Heilbronner Amtsgericht landen möchte.

Und so spekuliere ich einmal, dass die dpa Picture-Alliance auf meinen immer noch viel zu vielen Websites Fotos gefunden haben will, für die ich aus Gründen auch immer kein Geld abgedrückt habe; wobei Werke alles Mögliche sein können, z. B. Gedichte — was ich schon eher erwarten würde. Hier konnte ich mich aber in den letzten zwei Jahrzehnten immer mit den Rechteinhabern gütlich einigen — was dann auch dazu führte, dass ich eine meiner hübschesten Websites schon länger ins digitale Nirwana geschickt habe, weil es mir den „Ärger“ einfach nicht wert war.

Vor etlichen Jahren hatte ich einmal für eine Vereinswebseite einen Beitrag vom Europäischen Parlament übernommen und dies im Glauben, dass das völlig in Ordnung sei. Ein paar Jahre später nahm ein vermeintlicher Rechteinhaber mit mir Verbindung auf, ich löschte das Bild samt Beitrag und zahlte für dessen Unannehmlichkeiten. Der Witz wäre es nun, wenn dieses Bild nun erneut auf einer meiner Websites aufgetaucht ist. Das Amtsgericht Stuttgart wird mich nun wohl bald erleuchten können. Was mich dann auf alle Fälle beruhigt, denn ich möchte keine unrechtmäßigen Werke auf meinen Websites haben und schon gar nicht von einem Bilderverkäufer, von dem ich in über 30 Jahren Internet noch nie zuvor gehört oder gelesen habe.

Aber das ist die heutige Zeit! Andere Menschen möglichst gekonnt ausplündern und dies ohne selbst jemals etwas gearbeitet haben zu müssen. Und ich weiß, was mir der eine oder andere Leser (kleiner Insider) nun mitteilen wird: einfach sämtliche Bilder entsorgen und die Texte alleine sprechen zu lassen. Was sicherlich eine gute und sehr bequeme Lösung wäre. Das Problem dabei ist, dass ich in mein Blog für mich selber schreibe und zudem dabei auch gerne Bilder und Filme gucke. Wer die Fotos oder die Videos nicht mag, der kann das Blog über RSS lesen.

So, nun muss ich mich aber wieder ums echte Leben kümmern. Und das geht unaufhörlich weiter, selbst dann wenn man darüber im Blog sinniert. 140 Euro! Ich zahle für die Fotos normaler Weise zwischen 7 und maximal 60 Euro! Was wollen die da gefunden haben? Angela Mergel nackt auf dem Küchentisch?

Internet

Das Internet war dazu gedacht, um gegen alle Widerstände Informationen teilen zu können. Das hat auch ganz gut geklappt. Nun aber haben auch Geschäftemacher, Behörden und sonstige ansonsten wenig internetaffine Personen das Internet endgültig für sich entdeckt.

Und sobald Regelwut und Gier überhand nehmen, bekommen beide zusammen alles tot. Und so macht es einem Erstnutzer kaum noch Spaß, sich in den Welten des Internets zu bewegen. Ich versuche derweil meine Auftritte so weit wie möglich auszudünnen ohne aber daraus nun auch wieder eine eigene Lebensbeschäftigung machen zu wollen.

Ätzend bis hin zu völlig abtörnend sind die unzähligen Versuche anderer Menschen und Firmen aus meinen digitalen Ergüssen Kapital schlagen zu wollen. Abmahnanwälte, selbsternannte SEO-Päpste, Softwareentwickler und grundsätzliche Bedenkenträger geben sich bei mir schon etwas länger die Klicke in die Hand, meistens ohne jemals auch nur einen einzigen Blog-Beitrag von mir selbst gelesen zu haben.

Dazu kommen dann auch noch die ganzen Selbsthilfegruppen und Communities, denen man online ebenfalls immer weniger ausweichen kann. Diese erwecken bei mir immer mehr den Eindruck, dass es sich dabei schon längst um digitale Religionen handelt. Und gerade die deutschsprachigen Bloggerwelten mit deren selbsternannten Blogwarten lassen mich verstärkt an die Zeugen Jehovas denken.

Heute habe ich einmal das Archive.org-Plug-in gelöscht. Eigentlich eine ganz gute Sache, aber wenn ich einen Hyperlink im Internet teile, dann überprüfe ich diesen zwar vorab, aber mache mich mit solch einer Verknüpfung noch lange nicht zum Sklaven regelwütiger Mitmenschen. Die Seite, auf die dieser Link — wenn es nicht eine meiner eigenen Pages ist — hinweist, gehört mir nicht. Und damit habe ich weder Recht, Anspruch noch Verantwortung dafür, dass diese Seite ewig vorhanden ist oder auch noch zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt.

So ein Service wie von Archive.org ist zwar ganz nett, aber wird der ursprünglichen Idee des Internets nicht gerecht und weckt vor allem nur Bedürfnisse, die kein Mensch vorab je hatte und meines Erachtens auch nicht benötigt. Wer alles hat, der hat überhaupt nichts, und wer alles weiß, der weiß gar nichts!

Was zur Folge hat, wenn ich ins Internet schreibe und Hyperlinks setze, dass es auch Links geben wird, die ins digitale Nirwana führen. Und wer bin ich denn, dass ich einem ins Internetschreiber vorschreiben möchte, dass seine Ergüsse bis in alle Ewigkeit dort zu stehen haben!

Was nun wieder zur Folge hat, dass es auf meinem Blog in Kürze unzählige Links geben wird, die nicht mehr auf archivierte Seiten ins Netz führen, sondern einfach nur eine Fehlermeldung auf dem Endgerät der Leser erzeugen, die man auch als HTTP-Statuscodes kennen dürfte. Leider bin ich selbst noch nie auf eine Website gelangt, die die Fehlermeldung 418 hervorruft. Das wäre für mich wie ein Sechser im Lotto!


Wassertropfen

17.8.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Wassertropfen | © Pixabay

Yonderboi

In Vorbereitung unserer kommenden Budapestfahrt bin ich in einem Blog-Beitrag auf László Fogarasi Jr. gestoßen, der zufällig auch zum 50. Jubiläum der EU im März 2007 aufgespielt hatte.

Und so habe ich einmal in sein erstes Album „Shallow and Profound“ (2000) reingehört, welches ich nun mit auf unsere Reise nehmen werde. Wir waren, bevor es mit dem ungarischen Kleindiktator und seinen Nazi-Aufmärschen doch zu viel wurde, bereits ein paar Mal in Budapest, vor allem, um die Jugend bei ihren proeuropäischen Demonstrationen zu unterstützen — vergebens.

Nun, da es für Ungarn doch wieder Hoffnung gibt, werden wir auch wieder nach Budapest fahren. Manche der Mitfahrer wollen dabei unbedingt Volksmusik genießen und so ist es mir ein Anliegen zu zeigen, dass Budapest musikalisch weit mehr zu bieten hat.

„Pabadam“ befindet sich auf dem oben genannten Album und dürfte das bekannteste Lied des Musikers sein. Und weil bei mir heute auch das Wetter bereits Thema war, zum Abschluss noch sein Lied „People Always Talk About the Weather“, welches sich auf dem Album „Splendid Isolation“ (2005) befindet.

Sommerloch

Während ich weiterhin auf für mich durchaus existentielle Rückantworten warte, schon bereue, mich auf örtliche Fachkräfte und Experten verlassen zu haben, wenigstens gerne etwas Regen hätte, machen sich andere Gedanken darüber, wie man mit den Blogrolls anderer Leute ein Geschäft machen könnte; eine Social-Mediatisierung unserer Welt sozusagen.

Wiederum andere machen sich Gedanken über „Data-ism“, bitte nicht mit dem Dadaismus zu verwechseln, wobei David Brooks bereits 2013 von einer „Data Revolution“ sprach. Was machen all diese Daten nur aus uns?

Eric Schmidt (noch als Google CEO) soll bereits zehn Jahre zuvor gesagt haben, dass „from the down of civilization to 2003, five exabytes of data were created. The same amount was created in the last two days.“ Meiner Meinung nach kommt es dabei nicht auf die Menge der Daten an, sondern auf die Fähigkeit, diese auch sinnvoll verarbeiten zu können; hilfreich wäre dabei zudem der Aschenputtel-Effekt.

Mit den Daten ist es inzwischen aber ähnlich wie mit unserem Geld, jeder will es haben und dann auch noch so viel wie möglich davon. Dass Geld und Daten nur die Mittel zum Zweck sind, wird dabei völlig vergessen. Auch gilt für alles, was man sein Eigen nennen kann, dieses zu allererst verpflichtet!

Und so lange wir uns diesen wenigen Grundsätzen nicht bewusst sind, sind auch die Daten nur allesamt dada! Und wie jede Revolution vorab, wird auch diese ihre eigenen Kinder fressen. Übrigens, wer mehr als zwei Gigabyte an Daten besitzt, der ist meist nichts anderes als ein Messi.

Vermischtes

Kann ein Montagmorgen besser beginnen als mit einer fast leeren Neckarhalde? Wohl kaum. Von der Begrüßung am Eingang bis hin zum Abschied beim Verlassen des Bades ein sehr positives Lebensgefühl. Den einen oder anderen Schwimmmeister sah ich beim Arbeiten, beim Gespräch mit den Schwimmgästen aber nicht beim Tratschen mit den Kollegen. Die Bahnen gaben freie Fahrt für freie Schwimmer und die Duschen waren aufgeräumt und sauber.

Die Trockenheit hinterlässt auch bei den wenigen noch verbliebenen Rasenflächen im Schwimmbad ihre Spuren, was eine gute Gelegenheit wäre, um einmal die vielen Kippen einzusammeln. Die Heilbronner Schildermanie, welche man im Zuge des bevorstehenden Schwarz-Festivals sehr gut in der gesamten Stadt erblicken kann, macht auch vor den Rasenflächen in der Neckarhalde keinen Halt.

Das Problem dabei ist, dass die Heilbronner Raucher entweder nicht lesen können oder von Geburt an Dreckschweine sind. Da Raucher bei uns nachweislich keine Mülleimer gebrauchen können, wäre ein ausdrückliches Rauchverbot zumindest in allen Sportanlagen und auf Spielplätzen mehr als angebracht. Dieses müsste man dann aber auch durchsetzen wollen und können. Dass damit Gemeinderat und Stadtverwaltung völlig überfordert sind, das zeigen die vielen Raucher an den Bushaltestellen alleine auf meinem Fußweg in die Innenstadt.

Am Samstag traf ich beim Mülltrennen einen unserer vielen Bürgermeister; Polen scheint noch nicht ganz verloren zu sein. Dem OB war am Wochenende langweilig und so guckte er sehr pressewirksam einem Feuer im Landkreis zu, was man wohl halt so macht, wenn man nicht mehr der Jüngste ist. Das lokale Hofberichterstatterblatt machte sogleich eine ganze Filmdokumentation daraus.

Dass man das noch viel gekonnter hinbekommt, zeigt die New York Times: „The Dance Floor Saved Madonna. Then She Made It Big Enough for Everyone“ (NYT, 16.8.2026). Vielleicht lernt Uwe Ralf Heer doch noch und wir sehen bis zum Ende des Sommerlochs den OB beim Brändeschauen nicht nur in Donnbronn, sondern gleich auch noch in Talheim, Flein, Weinsberg, Nordheim und Neckarsulm. Was bei Madonna funktioniert, dürfte unserem Leitmedium doch auch gelingen — vielleicht sogar ganz ohne KI.

Dank unserer angeblich „linksgrünversifften“ Medien kann die AfD nun auch von den Seyschellen aus Wahlkampf betreiben. Ohne Gefahr eines Parteiverbotsverfahrens, ohne jegliche Gegenwehr aus Union und SPD und mit zunehmender Unterstützung nicht nur aus der privatisierten Medienlandschaft dürfen die künftigen „Führeranwärter“ ihre feuchten Träume hemmungslos auf den bundesdeutschen Michl vergießen. Und die Saudummen unter uns saufen diese Ergüsse wie Lack oder Freibier!

Justus Bender schreibt heute in der FAZ: „Jetzt verteidigt er bewaffnete Neonazis“.

„… Hierzu war eine Liquidierung von Vertretern der bisherigen staatlichen Ordnung der Bundesrepublik geplant. Ebenso sollten unerwünschte Menschengruppen – insbesondere Angehörige ethnischer Minderheiten und politische Gegner – durch ethnische Säuberungen aus der Gegend entfernt werden.“

Bundesanwaltschaft, zitiert in FAZ (17.8.2026)

Die AfD schießt im Sommerloch aus allen Rohren. Und was machen unsere Regierungsmitglieder oder demokratischen Abgeordneten? Urlaub! Man muss es so offen kommunizieren: Unsere Volksvertreter hören schon lange den Knall nicht mehr! Wenn es hochkommt, dann gucken sie völlig teilnahmslos die Brände an, die sie meist selbst entfacht haben — zumindest aber tragen sie dafür die Verantwortung!

Den lacksaufenden Mitbürgern unter uns rate ich hingegen, sich Donald Trump anzubiedern, wenn nicht gar völlig zu unterwerfen, denn der kann Faschismus und Nationalsozialismus weit besser als sämtliche Knalltüten unserer eigenen Politprominenz — wenn schon Führer, dann aber ein richtiges Prachtexemplar! Mit dem Hungerhaken aus Österreich hatten wir wenig Glück; der konnte nicht einmal Saufen!

Früher, da hatten wir noch echte Führer! Z. B. den Friedrich I. von Württemberg — damals schon ein Prachtkerl mit über 200 kg!

Guido Kühn merkt heute an, dass wir alle fritzefrei hätten.