Prärie

Sophies Entscheidung 5 (5)

Beitragsfoto: Prärie | © ykaiavu auf Pixabay 

Nicht erst seit dem Film „Sophies Entscheidung“ von Alan J. Pakula, der 1982 den gleichnamigen Roman „Sophie’s Choice“ von William Styron verfilmte, ist Emily Dickinsons Gedicht „Ample make this bed“ aus dem Jahr 1891 sehr bekannt.

Ample make this bed.
Make this bed with awe;
In it wait till judgment break
Excellent and fair.

Be its mattress straight,
Be its pillow round;
Let no sunrise’ yellow noise
Interrupt this ground.

Emily Dickinson, 1891
Peter MacNicol alias Stingo liest das Gedicht Ample Make This Bed.

Amerikas bekannteste Dichterin Emily Dickinson empfing nur wenige Besucher, galt als menschenscheu und verbrachte die meiste Zeit in ihrem Zimmer.

Gedicht rezitiert von Derek Michael Sheldon.

Dennoch war ihre Schaffenskraft bewundernswert und ihre Gedichte sind trotz oder gerade wegen ihres begrenzten Horizonts von einer sehr großen Vorstellungskraft geprägt, die bezeugt, wie wenig man eigentlich benötigt, um einen großen Eindruck hinterlassen zu können.

To make a prairie it takes a clover and one bee, 
One clover, and a bee. 
And revery. 
The revery alone will do, 
If bees are few.

Emily Dickinson

Schlacht bei Arras

Schlacht bei Arras 5 (5)

Beitragsfoto: britischer Reservegraben während der Schlacht bei Arras | © Tilloy (10. April 1917)

Robert Frosts Gedichte gehören meines Erachtens mit zu den besten der Dichtkunst. Das hier folgende Gedicht wurde 1915 verfasst und soll an gemeinsame Spaziergänge mit dem Dichterkollegen Edward Thomas erinnern, wobei Frost sich wohl auch auf dessen Gedicht „Roads“ bezieht, welches aber erst 1916 veröffentlicht wurde.

Auch wenn Frost beabsichtigte, sich über die gemeinsamen Spaziergänge mit Thomas „lustig zu machen“, so wurde das Gedicht von Anfang an sowohl von den Lesern als auch von Thomas selbst als sehr ernst gemeint aufgefasst und zudem sehr schnell in Zusammenhang mit den aktuellen politischen Ereignissen gebracht. Thomas entschied sich für den Wehrdienst und fiel 1917 bei Arras in Frankreich.

The road not taken

Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim
Because it was grassy and wanted wear,
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I marked the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I,
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.

Robert Frost

Zwei Dinge folgere ich daraus: erstens man darf die Wirkung von Gedichten nie unterschätzen und zweitens bekommt jedes Gedicht abhängig vom jeweiligen Leser ein Eigenleben.

„If you come to a fork in the road, take it.“

Yogi Berra, The New York Times (23. September 2015)

Weihnachtsbaum auf Hand

Arbeitsrichtlinie 4.7 (3)

Beitragsfoto: Weihnachtsbaum | © Pixabay

Diese Arbeitsrichtlinie der Oberpostdirektion Frankfurt am Main bezüglich der Handhabung und Verwendung von Nadelbäumen kleineren oder mittleren Wuchses, die in Diensträumen Verwendung als Dienstweihnachtsbäume finden, wurde am 18. Dezember 1992 verfasst und danach in der gesamten Republik verteilt.

Schon damals gab es offensichtlich auch in Behörden Menschen mit Humor. Was mit dem Autor dieser Arbeitsrichtlinie geschah, ist mir nicht bekannt.

Als ich selber am 1. April 1997 eine Handlungsanweisung für einen geplanten „Drive In“ auf der Sniper Alley in Sarajewo herausgab, führte dies einerseits zu einer konzertierten und auch sehr gut begründeten Forderung unserer fliegenden Verbände zur Erweiterung zu einem „Fly In“, anderseits aber zu einer sehr elaborierten und äußerst umfangreichen Transformation in geltendes deutsches Recht seitens unserer nationalen Führung. Dass ich in Folge davon auch Vorgesetzte mit weniger Humor kennenlernen durfte, hätte ich mir eigentlich denken können.

Ich hoffe nur, dass der Autor der nun folgenden und diesem Beitrag zugrunde liegenden Arbeitsrichtlinie auf Vorgesetzte mit ausreichend Humor gestoßen ist und wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest.

„Men with hunches, that’s where the real work gets done.“

Alan Arkin als the Chief in Get Smart (2008)