Konzert

Musikvideo der Woche 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

1980 ist schon eine ganze Weile her. Inzwischen wird dieses Video sogar im New Yorker Museum of Modern Art gezeigt. „Once in a Lifetime“ wurde auf der vierten Langspielplatte „Remain in Light“ der Talking Heads veröffentlicht. Die Gruppe gründete sich 1975 und spielte bis 1991 zusammen.

„Letting the days go by (same as it ever was, same as it ever was)“

Heute noch etwas besser bekannt dürften sie wegen des nun folgenden Lieds sein.

„Road to Nowhere“ stammt übrigens vom Album „Little Creatures“ (1985). Fast vierzig Jahre später sind wir allesamt auch nicht sehr viel weiter und dies dürfte tatsächlich System sein.

„They can tell you what to do
But they’ll make a fool of you
And it’s alright, baby, it’s alright“

Mir persönlich gefiel aber schon immer „Psycho Killer“ am besten. Deswegen hänge ich diesen Song noch mit an. Dieses Lied findet sich übrigens auf dem Debütalbum „Talking Heads: [19]77“ und machte mir die Band von Anfang an sympathisch.

David ByrneChris Frantz, Tina Weymouth und Jerry Harrison waren die Talking Heads.

„You start a conversation, you can’t even finish it
You’re talking a lot, but you’re not saying anything
When I have nothing to say, my lips are sealed
Say something once, why say it again?“

Und wer sich nun fragt, warum ich gerade auf die Talking Heads komme, nun ja, das dürfte an den heutigen Runden in der Neckarhalde, am folgenden Spaziergang bei gut 33 Grad Celsius und den aktuellen Ereignissen liegen.


Kinobesucher

Filmkritik 5 (4)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

Auch wenn der jüngste Film von Roman Polański bei den Kritikern schlecht abschneidet, habe ich mir „The Palace“ gestern ganz in Ruhe selber einmal angeschaut.

Zugegeben, ich mag Roman Polański nicht. Dann verantwortet er aber immer wieder einmal Filme, die mir auch nach einer Wiederholung gefallen. „The Fearless Vampire Killers“ von 1967 dürfte ein Klassiker sein. „The Ninth Gate“ (1999) gefällt mir eher wegen Johnny Depp, aber „Carnage“ (2011) ist dann wieder ganz großes Kino.

In seinem jüngsten Werk spielen nun John Cleese und Mickey Rourke mit. Beide sind für mich alleine schon Garanten für gute Filme. Als Schauspieler überzeugt hat mich dann aber Oliver Masucci — kann allerdings auch sein, dass ich mit seiner Rolle einfach nur mitgelitten habe, was aber auch wieder für ihn spricht.

Der Hund war für eine Komödie zu gewöhnlich, das geht inzwischen viel besser (siehe „Deadpool & Wolverine“ aus 2024) und der Pinguin hat es dann auch nicht mehr herausgerissen.

Sydne Rome hatte ich noch etwas anders in Erinnerung, aber sie passte ganz gut ins Ensemble der weiteren Hotelgäste. Vielleicht zeigt der Film nur zu gut, dass wir uns alle verändern — manchmal nicht zum eigenen Vorteil — und verstört wohl damit nicht nur viele Filmkritiker, sondern auch so manchen etwas reiferen Zuschauer. Die jüngeren Kinogänger sollten eher darüber schmunzeln können.

Bei Bronwyn James bin ich mir noch nicht so ganz sicher: mutig oder eher die Kategorie „was man nicht alles macht, um ins Kino zu kommen“ — die Tendenz geht aber aktuell mehr hin in Richtung mutig, was letztendlich für die gesamte Filmbesetzung gelten dürfte.

Im Film vermisst habe ich dann doch Roman Polański selbst, er hätte als weiterer Hotelgast wie die Faust aufs Auge gepasst — ich habe bis zum Schluss auf seinen Auftritt gewartet.

Sicherlich berechtigt die Kritik, dass der Film zu viele Charaktere einführt ohne diese dann bis zum Schluss durchzudeklinieren. Aber es ist halt nicht eine Serie à la „Upstairs, Downstairs“, sondern einfach nur ein weiterer Roman Polański.

Ich werde mir „The Palace“ aber sicherlich nochmals ansehen, denn die eine oder andere Anspielung habe ich sicherlich verpasst. Alles in allem ist der Film eine gute Abbildung unserer heutigen Gesellschaft, und Roman Polański kennt diese sicherlich ganz gut.

Steve Vail: „My name’s Torrance. I’m a shipping magnate. You’re my wife.“

Kate Bannon: „So now we’re married?“

Steve Vail: „That’s the only way to sell it. You’re too old to be my girlfriend.“

Aaron Eckhart & Nina Dobrev in The Bricklayer (2024)

Kaffeegenuss

Zeit für ein Gedicht 4.2 (5)

Beitragsfoto: Kaffeegenuss |© Pixabay

Wenn ich schon einmal beim Prokastrinieren bin, dann darf es doch auch gleich noch ein Gedicht sein. Ich habe gerade einmal in einem von Stefan Zweig eingeführten Gedichtband Goethes geschaut, welchen Zweig erstmals 1927 herausgab. Von den weit über 1 000 Gedichten Goethes sind darin doch so einige enthalten — Prokastrinieren at its best! [Etwaige Beschwerden wegen dieses Wortes bitte direkt an Detlef Stern, denn der hat mir bereits am Sonntag diesen Floh ins Ohr gesetzt].

Aber schon alleine Zweigs Lobeshymne auf Johann Wolfgang von Goethe ist lesenswert. Man findet das Gedicht auch unter dem Namen „Lynkeus der Türmer“.

Lynceus

Zum Sehen geboren,
Zum Schauen bestellt,
Dem Turme geschworen,
Gefällt mir die Welt.
Ich blick’ in die Feme,
Ich seh’ in der Näh’
Den Mond und die Sterne,
Den Wald und das Reh.
So seh’ ich in allen
Die ewige Zier,
Und wie mir’s gefallen,
Gefall’ ich auch mir.
Ihr glücklichen Augen,
Was je ihr gesehn,
Es sei wie es wolle,
Es war doch so schön!

Das Gedicht findet sich in „JWG – Gedichte – Eine Auswahl“ (1948: 249). Als „letztes“ Gedicht Goethes führt Stefan Zweig — im Gedichtband gleich darunter — das Gedicht „Chorus mysticus“ auf. Dieses findet man aber auch am Ende des zweiten Teils von Goethes Faust — dort wo sich Margarethe vor Heinrich graut.

Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis!
Das Unzulängliche,
Hier wird’s Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist’s getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan!

Dem ist heute nichts mehr hinzuzufügen — mal schauen, ob es noch zu einem Rundschreiben reicht.