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Der Fluch der Eintönigkeit 5 (4)

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Birgit Ochs | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Fluch der Eintönigkeit – Stadtentwicklung (zuletzt aufgerufen am 20.5.2024, 14.29 Uhr)

„Als reine Einkaufs- und Gastromeile hat die Innenstadt ausgedient. Lässt sie sich neu erfinden? …

Die zentrale Frage ist, wie die Städte Zugriff auf jene Flächen bekommen können, die der Handel aufgibt. Es habe sich gezeigt, dass überall dort, wo die Städte entscheidend mitbeteiligt waren, der Umbau und die Neuentwicklung verwaister Geschäftshäuser gelungen ist, sagt Bernd Düsterdiek, Dezernent für Stadtentwicklung beim Deutschen Städte- und Gemeindebund.“


Sehr lesenswerter Artikel von Birgit Ochs! Am Beispiel des Heilbronner Wollhauses können wir gut sehen wie Stadtverwaltung und Gemeinderat weiterhin in die falsche Richtung rennen.

Selbst das zwischenzeitlich vom OB so gepriesene und durchaus attraktiv daherkommende neue Privatkonzept scheint nur wieder einmal eine Luftnummer zu sein.

Deshalb komme ich auf meine Idee zurück, das Wollhausareal städtebaulich zu entwickeln und fordere erneut dort einen zeitgemäßen Busbahnhof mit Stadtbahnanschluss und auf dem Areal eine Großveranstaltungshalle, die zum südlichen Magneten der Innenstadt werden wird. Und wenn man schon von Stadtplanung spricht, passt dort auch noch ein zweites so dringend benötigtes Stadtbad hin. Und gerne oben drauf noch Wohnungen — mehr als 100 Meter Bauhöhe dürfen es in einer Großstadt ruhig sein.


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Wie gerecht ist die Wehrpflicht? 5 (5)

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Oliver Georgi | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wie gerecht ist die Wehrpflicht? – Vorbild Schweden (zuletzt aufgerufen am 20.5.2024, 13.44 Uhr)

„Verteidigungsminister Pistorius und die CDU erwärmen sich für ein Wehrpflicht-Modell wie in Schweden. Aber würde es auch in Deutschland funktionieren? …

Aber schon in den letzten Jahren vor ihrer Aussetzung wurde nur noch ein Bruchteil eines Jahrgangs eingezogen, 2008 waren es gerade mal 13 Prozent. Das war schon lange keine Wehrgerechtigkeit mehr, die in Deutschland ein verfassungsrechtliches Gebot ist, sondern eine Wehrungerechtigkeit, die einer der Gründe für die Aussetzung der Wehrpflicht war. Das dürfte kaum anders sein, wenn man sie jetzt wieder einführte.”


Oliver Georgi bringt das Problem in seinem Artikel auf den Punkt. Wir sind tatsächlich zu einer sehr ungerechten Gesellschaft mutiert, wo Fahnenflüchtige und Drückeberger den Ton angeben und jetzt auch noch mit einer „Kontingent-Wehrpflicht“ nicht nur die Ungerechtigkeit, sondern auch das Potemkinsche Deutschland zur vollen Größe ausbauen wollen.

Ganz aktuell kann man in viel zu vielen Werbebroschüren lesen, wie sich Kandidaten mit ihrer Dückebergerei auch noch brüsten und damit angeben, dass sich jetzt schon deren Kinder vor jeglicher Verantwortung drücken — diese erben dann ihre politischen Mandate später einfach von ihren Eltern und werden damit wieder zu den deutschen „Übermenschen“, auf die wir alle so stolz sind.

[https://iiics.org/h/20240520120500]


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Europas Rechte 5 (5)

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Roger Cohen | The New York Times

Just How Dangerous Is Europe’s Rising Far Right? (zuletzt aufgerufen am 5.5.2024, 10.13 Uhr; meine Leser können den Beitrag übrigens kostenfrei lesen).

„Anti-immigration parties with fascist roots — and an uncertain commitment to democracy — are now mainstream. …

The result is that anti-immigrant parties may win as many as a quarter of the seats in the 720-seat European Parliament. This could lead to a hardening of immigration regulations Europewide, hostility to environmental reform, and pressure to be more amenable to President Vladimir V. Putin of Russia.

The post-fascist or fascist-lite European right of today is not monolithic. At the most menacing end of the spectrum stands the Alternative for Germany party, founded in 2013 and now polling as high as 20 percent. It contains about 10,000 extremists, according to the country’s domestic intelligence service. Plans for mass deportation of immigrants and even a plot to overthrow the government have been linked to it.

The core confrontation in Western societies is no longer over internal issues. It is global vs. national, the connected living in the “somewhere” of the knowledge economy vs. the forgotten living “nowhere” in industrial wastelands and rural areas. There lies the frustration, even fury, on which a Trump, a Meloni, a Wilders, a Le Pen could build.“


Sehr lesenswerter Beitrag von Roger Cohen. Leider aber ist es um Europa noch viel schlimmer gestellt, denn zumindest auf lokaler Ebene kuscheln selbst die Sozialdemokraten schon längst mit den Nationalsozialisten. In Heilbronn unterstützen u. a. die Jusos, dass ein Nazi-Porträt im Rathaus weiterhin hängen bleiben darf. Tenor: „man beobachtet das Ganze“ und „die echten Nazis wurden doch entfernt“. Letzteres stimmt halbwegs, aber damals von echten Sozialdemokraten, die auch noch nicht zwischen guten und weniger guten Nazis unterschieden haben.

Und auch die anderen gewählten Demokraten im Heilbronner Rathaus finden die gewählten Nazis vor Ort eigentlich gar nicht so schlimm, man kuschelt und diniert zusammen, geht munter miteinander auf Reisen und formt so gemeinsam eine Stadtgesellschaft, die für demokratische Werte immer weniger Verständnis aufbringt — bei unseren Vorbildern durchaus verständlich.