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Dexit-Land? 5 (4)

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Jürgen Kaube | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Alice im Dexit-Land? – Die Deutschen und Europa (zuletzt aufgerufen am 3.2.2024, 11.01 Uhr)

„Niemand hat die Absicht, aus der EU auszutreten: Die Deutschen sind europafreundlicher als gedacht. Das ergibt eine Umfrage. Für die Europawahl im Juni legt das eine Empfehlung nahe. …

Insgesamt ergibt die Befragung das Bild grundsätzlich europafreundlicher Deutscher. Für die Europawahl könnte das bedeuten, einfach an ihr teilzunehmen. Vom Brexit wissen wir, dass seine Anhänger die Volksabstimmung gewinnen konnten, weil viele Europafreunde, nicht zuletzt unter den jungen Wählern, den Gang zur Wahlurne für überflüssig hielten. Er war es nicht.“


Jürgen Kaube macht heute ein wenig Stimmung für die Europäische Union und regt dabei an, dass dieses Mal doch etwas mehr Unionsbürger zur Urne schreiten sollen als bei den letzten Wahlen.

So viel gut gemeinte Werbung lässt mich nun fragen, ob die FAZ ein schlechtes Gewissen wegen ihrer eher europaskeptischen Berichterstattung der vergangenen Jahre hat?

Auf alle Fälle aber lässt die Befragung, die der Soziologe Jochen Roose im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung unter mehr als 4 000 Bürgern durchgeführt hat, hoffen, dass es um Europa und Deutschland vielleicht doch nicht so schlimm aussieht, wie zuletzt befürchtet.

Die von Kaube angesprochenen offensichtlichen Mängel der Studie dürften dem Auftraggeber geschuldet sein. Unser Bildungsproblem betrifft leider nicht nur die Migranten, welche so gerne nach Deutschland kommen, sondern sind bereits ein gesamtdeutsches Phänomen mit einem sehr starken West-Ost-Gefälle.

Und so ist Europaskepsis auch kein Migranten-Problem oder ein ideologisches, sondern schlicht und weg ein Zeichen für mangelnde Bildung und ungenügende Intelligenz.


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Gehört die AfD zu Deutschland? 5 (3)

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Peter Voss | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gehört die AfD zu Deutschland? – Rechtsextreme und Medien (zuletzt aufgerufen am 25.1.2024, 15.55 Uhr)

Demokraten sind in einem Dilemma: Soll man die Partei politisch bekämpfen oder verbieten? Auch für Medien ist die Aufgabe groß. Für die Sendung „heute“ offenbar zu groß. 

„Als Bürger und Demokrat sehe ich mich bei alledem in einem Zwiespalt. Zum einen traue ich der AfD an antidemokratischen Umtrieben inzwischen einiges zu. Zum anderen ist mir der Grundsatz ‚Im Zweifel für den Beschuldigten‘ heilig. …

Der Zulauf zur AfD vollzieht sich doch weitgehend nicht wegen, sondern trotz Höcke – und nicht zuletzt wegen des katastrophalen Erscheinungsbildes der „Ampel“. Es wäre in der Tat fatal, wenn streitsüchtige Regierungsparteien auf der Woge verständlicher Sorge um unsere Demokratie vom eigenen Elend ablenken wollten. Oder die Unionsparteien, die sich vom Substanzverlust früherer Jahre nur mühsam erholen, vor allem einen lästigen Konkurrenten loswerden.“

[https://iiics.org/h/20240125154800]


In einem Meinungsbeitrag schreibt Peter Voss sehr staatsmännisch über eine möglichst korrekte Berichterstattung seitens des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die er zumindest im Falle der Berichterstattung über die AfD vermisse.

Ob man dadurch aber, nämlich durch eine möglichst ausgewogene, höchst elaborierte und vielleicht sogar noch extrem pointierte Berichterstattung genau die Bürger erreicht, die man eigentlich erreichen möchte und müsste, bleibt dabei einmal außen vor.

Ich befürchte gar, dass diese dadurch die AfD als völlig normal und vielleicht sogar als harmlos ansehen werden. Das Problem ist doch dabei, dass man auf dem Fußballfeld nur so lange mit anderen zusammenspielen kann, wie dieses sich an die geltenden Regeln halten.

Und wenn sich eine Mannschaft generell nicht an die Regeln hält, gibt es nur eine Lösung, diese muss den Platz verlassen! Im Falle, dass die Schiedsrichter dies anders handhaben, bleibt den anderen Mannschaften — also uns — nichts mehr anderes übrig als selber zurückzuholzen.

Das ist bitter und bestimmt nicht „staatsmännisch“ aber notwendig, um die eigene Existenz nicht zu gefährden.

Besser wäre es natürlich, wir hätten in Deutschland Schiedsrichter, die ihre Aufgabe beherrschen und sich auf dem Platz Respekt verschaffen — unsere Justiz aber verharmlost und beschwichtigt spätestens seit dem SRP-Verbot (1952) und dem KPD-Verbot (1956) nur noch und verharmlost sogar gerichtlich festgestellte Verfassungsfeinde, wie z. B. im Falle der NPD (2017) und dies dann einzig und alleine wegen „fehlender Anhaltspunkte für eine erfolgreiche Durchsetzung ihrer verfassungsfeindlichen Ziele“.

In Bälde haben wir dank der CSU AfD-Verfassungsrichter, die dann sicherlich den ÖRR wegen seiner unausgewogenen Berichterstattung einfach gleich verbieten werden.

Was mich am Meinungsbeitrag von Peter Voss aber mehr stört ist, dass er sehr geschickt die Gefahr, welche von der AfD ausgeht, relativiert und dabei den schwarzen Peter sehr gekonnt den Demokraten in die Schuhe schiebt, die nach seiner Auffassung nur von ihrer eigenen Inkompetenz ablenken wollen.


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Provozieren, polarisieren, normalisieren 5 (6)

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Redaktion | Deutschlandfunk

Provozieren, polarisieren, normalisieren – Kommunikation der AfD (zuletzt aufgerufen am 23.1.2024, 14.54 Uhr)

„Mit Umfragerekorden geht die AfD ins Superwahljahr 2024. Der Erfolg der Partei basiert maßgeblich auf ihrer Kommunikationsstrategie. Sie besteht aus vier Bausteinen und bedient sich einer Rhetorik, die auch von anderen rechten Akteuren genutzt wird.

Gerade durch die Besetzung des Normalitätsbegriffs, versuche die AfD, Wählerstimmen in der gesellschaftlichen Mitte zu gewinnen, sagt Kommunikationsberater [Johannes] Hillje. Weil sie wisse, dass sie den rechten Rand mittlerweile ausmobilisiert hat.“


Sehr lesenswerte Beitrag! Nicht, dass meine Enkel sich später von meinen Mitbürgern anhören müssen, dass diese von nichts gewusst haben. Diese Lügen habe ich schon meinen eigenen Großeltern nicht geglaubt, und die aktuellen Ereignisse bestätigen es wieder nur, dass sich (fast) alle Deutschen im III. Reich schuldig gemacht haben.

Genau so wie wir es selber gerade machen, wie zum Beispiel, wenn Heilbronner Gemeinderäte den Nazis im Ratssaal kaum bis nie widersprechen, hinterher mit ihnen einen trinken gehen, gemeinsam an „Urlaubsfahrten“ und Hasenmahlen teilnehmen und dem Bürger dabei beständig versichern, dass die lokalen Nazis doch eigentlich ganz nette Leute seien — und die SPD deckt weiterhin ihre ehemaligen Gemeinderats-Genossen, die als SS-Männer die übelsten Schandtaten mit vollbrachten.

Wahrscheinlich aber erzählen sie den Jusos, dass die „SPD-SS“ beim Morden ganz besonders nett war und nur die ehemaligen SS-Männer von der CDU etc. die üblen Halunken gewesen seien.

Und heute wird ein Heilbronner OB, der weiterhin an einer russischen, sehr kriegsbegeisterten Partnerstadt festhält, dabei auch nichts dagegen hat, um mit Totalitaristen und Angriffskriegern Feste zu feiern und zudem weiterhin schützend seine Hand über einen jüngst enttarnten Nazi und SS-Mann hält, dessen Porträt übrigens schon längst ins Stadtarchiv gehört (!), uns Bürgern bei der heutigen Kundgebung irgendetwas über eine schützenswerte Demokratie erzählen.

Glaubwürdigkeit und Einritt für unsere Demokratie geht anders! Nicht die AfD wird unsere Demokratie zerstören, wir alle sind es, die damit beginnen, unsere Demokratie kaputtzumachen!