Lesezeichen

Gerhard-Schröder-Moment 4.4 (7)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Ulrich Reitz | Focus online

Jetzt steuert die Plünder-Ampel auf einen Gerhard-Schröder-Moment zu – Analyse (zuletzt aufgerufen am 21.11.2023, 16.32 Uhr)

„Dem Erschrecken über das 60-Milliarden-Loch aus Karlsruhe lässt die Ampel nun Phase zwei folgen: Nun sind die jeweils anderen Schuld. Wann kommt die Phase drei? Es wäre eine Art schrödersche Wende. Aber kann Scholz Agenda-Politik? Will er das überhaupt?“ 


Eigentlich gehört der Focus nicht zu meiner Lektüre, da mich aber ein langjähriger Leser meines Weblogs auf den Artikel von Ulrich Reitz aufmerksam gemacht hat, nun mal mein Kommentar dazu.

Der Artikel, der nur allzu Bekanntes zusammenfasst, gipfelt in der Aussage, dass „eine Zeitenwende beim Geldausgeben nötig wäre“. Aber auch das wissen wir alle schon sehr lange.

Wir leben aber allesamt seit den Aufbaujahren nach dem Motto „wasch uns den Pelz aber mach uns nicht nass“ sehr gut! Bigotterie wurde deutsche Staatsraison. Und so lange wir alle etwas vom Kuchen abbekommen, ist es uns völlig egal, ob sich unsere Volksvertreter selbst die Taschen vollstopfen oder unser Land gegen die Wand fahren. So lange der Untergang nach unserem eigenen Ableben stattfindet, wählen wir auch einen Adolf Hitler 2.0. — das nur zu unserem eigenen Demokratieverständnis!

Und so schreibt, wie bereits gesagt, nun auch ein Ulrich Reitz das, was wir alle schon sehr lange wissen, auch als richtig empfinden, aber selber nicht haben wollen, weil wir dafür alle bezahlen und uns bessern müssten.

Und so machen wir mit dem Raubbau munter weiter — auch eine künftige neue Regierung wird daran überhaupt nichts ändern — höchstens den Raubbau noch beschleunigen, weil deren Politiker ein paar Jahre auf die besten Honigtöpfe verzichten mussten: der letzte macht die Türe zu!


Lesezeichen

Das neunte Land 5 (3)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Peter Geimer | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das neunte Land – Ausnahmebuchhandlung in Paris (zuletzt aufgerufen am 19.11.2023, 15.33 Uhr)

Sophie Semin-Handke hat in der vergangenen Woche eine deutsch-französische Buchhandlung eröffnet. Hier trifft man auf Texte, die selbst in Deutschland beinahe aus dem Angebot verschwunden sind. Peter Geimer schreibt über seinen dortigen Besuch.


Ein Anzeichen dafür, dass es sich um eine richtige Großstadt handelt, ist das Vorhandensein mindestens einer echten Buchhandlung — und mit echter Buchhandlung meine ich nicht diese Bücherläden oder -ketten, die wirklich alles anbieten, was gedruckt werden kann und dabei ihre Gewinne durch den Verkauf von Kitsch und Tand erzielen.

In Paris gibt es nun neben doch so einigen guten Buchhandlungen auch wieder eine, die sich der deutschen Sprache verschrieben hat, ein sicheres Anzeichen dafür, dass Paris eine Weltstadt ist.

In den 1970er- und 1980er-Jahren — als ich gute Buchhandlungen noch nicht so richtig zu schätzen wusste — gab es auch in Stuttgart eine sehr gute. Man konnte sich dort in den Buchregalreihen verlieren wobei ein sehr alter Herr über die vorhandenen teilweise eingestaubten Bücher herrschte; schon damals fand man dort keine Spiegel-Bestseller.

Wenn ich daran zurückdenke, träume ich auch schon wieder von einer solchen Buchhandlung in Heilbronn. Wahrscheinlich aber können sich Buchhandlungen nur in Städten ab etwa einer Million Einwohnern halten oder weil sie in Bildungshochburgen subventioniert werden.

[https://iiics.org/h/20231119145800]


Lesezeichen

Tango Argentino 5 (5)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Annett Welsch | der Freitag

Die Beziehung zum Boden: zärtlich – Tango Argentino ist die pure Sinnlichkeit, Entwicklungshilfe aus Lateinamerika und – Fastfood für die Seele Alltag (8.7.2005 | zuletzt aufgerufen am 19.11.2023, 15.00 Uhr)

„[Es] scheint zutreffend, was ein argentinischer Tangolehrer formuliert hat: Tango, das ist Entwicklungshilfe aus Lateinamerika für die Europäer.“


Vor Kurzem habe ich selber über den Tango Argentino geschrieben, heute wurde ich auf einen schon etwas älteren Artikel im „der Freitag“ von Annett Welsch aufmerksam, den diese dort bereits 2005 veröffentlichte.

Ich weiß nicht, ob man auch noch heute in Leipzig Tango tanzt — ich müsste einmal bei Karin nachfragen. In Heilbronn tut man es aber heute noch.

Auf alle Fälle aber stimme ich mit dem im Artikel nicht näher benannten Tanzlehrer darin überein, dass wir Europäer Entwicklungshilfe dringend nötig haben — egal ob aus Afrika oder Lateinamerika.