Britisches Parlamentsgebäude

Europatag 2006 5 (5)

Beitragsfoto: Britisches Parlamentsgebäude mit Big Ben | © Pixabay

Vor sechzig Jahren, genau am 21. September 1946, haben visionäre Europäer am Vierwaldstättersee in der Schweiz das Hertensteiner Programm verabschiedet. Durch zwei Weltkriege geprägt, forderten sie eine europäische Gemeinschaft auf föderativer Grundlage. Unter Übertragung von Souveränitätsrechten wollten sie europäische Bürgerrechte in Freiheit und Sicherheit für alle Völker europäischer Wesensart. Seit diesen Tagen setzt sich die EUROPA-UNION auch in Heilbronn parteiübergreifend und unermüdlich für die europäische Idee zur Schaffung eines vereinten Europas und die Integration seiner Bürger unter Bewahrung der Eigenart aller seiner Völker ein.

Neben einer Vielzahl von Aktionen dabei auch das Initiieren von Städtepartnerschaften und Schüleraustauschen war es der EUROPA-UNION immer ein Anliegen, aktiv an die Heilbronner heranzugehen und für den europäischen Gedanken zu werben, Ängste zu nehmen, zu vermitteln und damit zum Erfolg Europas beizutragen.

Neben einer Vielzahl von Veranstaltungen wie Fahrten zum Europäischen Parlament in unsere Nachbarländer sowie Podiumsdiskussionen und Vortragsreihen richtet die EUROPA-UNION seit dem 6. Mai 1989 jährlich den Treffpunkt Europa auf dem Kiliansplatz aus. Getragen vom Gedanken eines freien und geeinten Europas in Vielfalt feiern Jung und Alt, ob Heilbronner „Urgestein“ oder „Neig’schmeckte“, zusammen mit Musik und Tanz. Kulinarische Angebote aus allen Herkunftsländern unserer ausländischen Mitbürger sorgen dabei für das leibliche Wohl.

Inzwischen zählt die Europäische Union 25 Mitgliedsstaaten und weitere Anwärter streben eine Mitgliedschaft an. Frieden, Stabilität, offene Grenzen, Urlaubsreisen in unsere Nachbarländer und eine gemeinsame Währung sind für uns und unsere Kinder inzwischen Selbstverständlichkeiten; der damit einhergehende Wohlstand und die Freizügigkeit sind fast schon „einklagbar“. Mit Sicherheit hat unsere europäische Zivilisation bereits jetzt ihre jahrhundertealten Erfahrungen und Überzeugungen fest in alle Bereiche von Politik, Wirtschaft und Kultur verankert und damit eine Stärke erlangt, für die uns alle anderen Staaten und Menschen auf der Erde beneiden.

Dennoch führen uns die jüngsten Ereignisse und die Reaktionen unserer Mitbürger vor Augen, dass wir Europäer unsere gewonnene Stärke nicht nur selbst erkennen müssen, sondern auf sie vertrauend, weiter auf ihr aufbauend unseren erfolgreichen Weg weitergehen, damit ein reiches, starkes und einiges Europa seinen Beitrag zum Weltbund der Völker leisten werden kann.

Deswegen wirbt die EUROPA-UNION weiter für eine gemeinsame Verfassung, für den Beitritt aller Völker europäischer Wesensart und ihre vollständige Integration in Frieden und Vielfalt. Auch nach sechzig Jahren behält das Hertensteiner Programm seine Gültigkeit!

Anlässlich des diesjährigen Treffpunkts Europas geben wir diese Broschüre zum sechsten Mal heraus, um zum einen für den Treffpunkt zu werben und zum anderen Ihnen die EUROPA-UNION Deutschland und ihre Ideen ein wenig näher zu bringen.

„History teaches us that men and nations behave wisely once they have exhausted all other alternatives.“

Abba Eban, in The Times (17. Dezember 1970)

Offizielle Flagge der EU

Fakten über die EU 5 (7)

Beitragsfoto: offizielle Flagge zur digitalen Verwendung

Die politischen Zentren der EU

Brüssel:
Luxemburg:
Straßburg
Frankfurt:
Den Haag:
  • Sitz des Europäischen Polizeiamtes (Europol)

Die Bevölkerungszahl & Größe der EU

512 710 966 Millionen Einwohner (2018)

4 383 136 Quadratkilometer (2018)

Das Motto der EU

Das Motto in allen 24 Amtssprachen der EU:

  • Bulgarisch: Обединен в многообразието
  • Dänisch: Forenet i mangfoldighed
  • Deutsch: In Vielfalt geeint
  • Englisch: United in diversity
  • Estnisch: Ühinenud mitmekesisuses
  • Finnisch: Moninaisuudessaan yhtenäinen
  • Französisch: Unie dans la diversité
  • Griechisch: Ενωμένοι στην πολυμορφία
  • Irisch: Aontaithe san éagsúlacht
  • Italienisch: Unita nella diversità
  • Kroatisch: Ujedinjeni u različitosti
  • Lettisch: Vienota dažādībā
  • Litauisch: Suvienijusi įvairovę
  • Maltesisch: Magħquda fid-diversità
  • Niederländisch: In verscheidenheid verenigd
  • Polnisch: Zjednoczona w różnorodności
  • Portugiesisch: Unida na diversidade
  • Rumänisch: Uniţi în diversitate
  • Schwedisch: Förenade i mångfalden
  • Slowakisch: Zjednotení v rozmanitosti
  • Slowenisch: Združena v raznolikosti
  • Spanisch: Unida en la diversidad
  • Tschechisch: Jednotná v rozmanitosti
  • Ungarisch: Egység a sokféleségben

und auf

  • Latein: In varietate concordia

Die Hymne der EU

Mehr über die Hymne gleich hier.

Die Flagge der EU

offizielle Flagge zur digitalen Verwendung

Die 27 Mitgliedsstaaten der EU

StaatMitglied seitHauptstadt
Belgien1957Brüssel
Bulgarien2007Sofia
Dänemark1973*Kopenhagen
Deutschland1957/1990Bonn/Berlin
Estland2004Tallinn
Finnland1995Helsinki
Frankreich1957Paris
Griechenland1981Athen
Irland1973Dublin
Italien1957Rom
Kroatien2013Zagreb
Lettland2004Riga
Litauen2004Vilnius
Luxemburg1957Luxemburg
Malta2004Valletta
Niederlande1957Amsterdam
Österreich1995Wien
Polen2004Warschau
Portugal1986Lissabon
Rumänien2007Bukarest
Schweden1995Stockholm
Slowakei2004Bratislava
Slowenien2004Ljubljana
Spanien1986Madrid
Tschechien2004Prag
Ungarn2004Budapest
Vereinigtes Königreich1973 – 2020**London
Zypern2004Nikosia
* gem. Volksentscheid v. 23.02.1982 verließ Grönland (bis dahin fester Teil von Dänemark) zum 1.01.1985 die damalige Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EG).

** gem. Volksentscheid v. 23.06.2016 hat das Vereinigte Königreich am 29.03.2017 entsprechend des Artikels 50 des Vertrags über die Europäische Union seine Absicht erklärt aus der Union auszutreten, und dann auch zum 31.01.2020 die Europäische Union verlassen.

Die 24 Amtssprachen der EU

  1. Bulgarisch (Minderheitensprache in Griechenland, Rumänien und Ungarn)
  2. Dänisch (Minderheitensprache in Deutschland und Schweden)
  3. Deutsch (Minderheitensprache in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Polen, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn)
  4. Englisch
  5. Estnisch
  6. Finnisch
  7. Französisch (Minderheitensprache in Italien)
  8. Griechisch (Minderheitensprache in Ungarn)
  9. Irisch
  10. Italienisch (Minderheitensprache in Frankreich und Kroatien)
  11. Kroatisch
  12. Lettisch
  13. Litauisch
  14. Maltesisch
  15. Niederländisch (Minderheitensprache in Frankreich)
  16. Polnisch (Minderheitensprache in Lettland, Litauen, Rumänien, Tschechien und Ungarn)
  17. Portugiesisch
  18. Rumänisch (Minderheitensprache in Bulgarien und Ungarn)
  19. Schwedisch (Minderheitensprache in Finnland)
  20. Slowakisch (Minderheitensprache in Österreich, Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn)
  21. Slowenisch (Minderheitensprache in Italien, Österreich und Ungarn)
  22. Spanisch
  23. Tschechisch (Minderheitsprache in Österreich und Rumänien)
  24. Ungarisch (Minderheitensprache in Österreich, Kroatien, Rumänien, der Slowakei und Slowenien)

Die drei Arbeitssprachen der EU

  1. Deutsch          (kaum noch im Gebrauch)
  2. Englisch          (Priorität 1)
  3. Französisch

Die sieben Währungen der EU

  1. Euro
  2. Dänische Krone
  3. Polnischer Zloty
  4. Rumänischer Leu
  5. Schwedische Krone
  6. Tschechische Koruna
  7. Ungarischer Forint

Wer kann Mitglied der Europäischen Union werden?

Im Vertrag über die Europäische Union heißt es, dass jedes europäische Land sich um die Mitgliedschaft bewerben kann, wenn es die demokratischen Werte der EU respektiert und sich dazu verpflichtet, sie zu fördern.

Genauer gesagt, kann aber ein Land erst dann Mitglied werden, wenn es alle Beitrittskriterien erfüllt:

  • politische Kriterien – es muss stabile Institutionen haben, die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte gewährleisten können,
  • wirtschaftliche Kriterien – es muss über eine funktionierende Marktwirtschaft verfügen und in der Lage sein, dem Wettbewerbsdruck und den Marktkräften innerhalb der Union standzuhalten,
  • rechtliche Kriterien – es muss die geltenden EU-Rechtsvorschriften und ihre Umsetzung in die Praxis akzeptieren, vor allem die Hauptziele der politischen Union sowie der Wirtschafts- und Währungsunion.

Derzeitige Kandidatenländer

  • Albanien
  • Nordmazedonien
  • Moldau
  • Montenegro
  • Serbien
  • Türkei
  • Ukraine

Potenzielle weitere Kandidatenländer

  • Bosnien und Herzegowina
  • Kosovo

Länder, welche inzwischen wieder augetreten sind, bisher einen Beitritt abgelehnt oder ihren Antrag zurückgezogen haben

  • Grönland
  • Island
  • Norwegen
  • Schweiz
  • Vereinigtes Königreich

Auch Mitgliedsstaaten des Europarats, welche noch nicht EU-Mitglied sind, können durchaus für eine Mitgliedschaft mit in Betrachtung gezogen werden. Für weitere Staaten, z. B. rund um das Mittelmeer könnte sich eine langfristige Beitrittsperspektive positiv für beide Seiten auswirken.

Update von der Europäischen Bewegung (2025)

Weitere Informationen

Wenn Sie mehr über Europa und die Europäischen Föderalisten wissen wollen, dann empfehle ich Ihnen das Buch „Europa ist für alle da!


Mitgliederschreiben

Mein erstes Mitgliederschreiben 5 (5)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder der EUROPA-UNION,

nach nunmehr 17 Jahren hat Herr Prof. Dr. Walter Dörr in Anwesenheit unseres Landesvorsitzenden, Herrn MdEP Rainer Wieland, den Kreisvorsitz der EUROPA-UNION Heilbronn am 10. Juni 2005 aus Altersgründen abgegeben. Die Mitgliederversammlung des Kreisverbandes hat mich daraufhin zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt und Herrn Dr. Walter Dörr auf Vorschlag von Herrn Dr. Manfred Weinmann per Akklamation zu ihrem Ehrenvorsitzenden ernannt.

Mit diesem Schreiben möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich bei Ihnen kurz vorzustellen. Ich wurde am 30.10.1962 in Heilbronn geboren und habe dort bis zu meinem Abitur 1983 aktiv am gesellschaftlichen Leben der Stadt, des Kreises und Bezirkes teilgenommen. Da mich meine Berufswahl, Offizier unseres Vaterlandes, die letzten Jahre nicht nur in mehreren Bundesländern, sondern auch in Frankreich, Bosnien-Herzegowina und Polen verpflichtete, war es mir nicht mehr möglich, mich so in meiner Heimatstadt zu engagieren, wie ich es mir gerne gewünscht hätte. Dennoch ist es mir seit Ende der 1980er-Jahre gelungen, mich am Vereinsleben des Kreisverbandes Heilbronn der EUROPA-UNION aktiv zu beteiligen. Umso mehr, da ich am 02.05.1992 während des Treffpunktes Europa meine Ehefrau kennen und lieben gelernt habe. Mittlerweile bin ich stolzer Vater zweier Söhne, die im wahrsten Sinne des Wortes als Europäer heranwachsen ohne aber ihre Heilbronner Wurzeln zu verlieren.

Zweitens möchte ich mich bedanken. Bei den Mitgliedern des Kreisverbandes für die langjährige gute Kooperation und das Vertrauen, welches sie mir ausgesprochen haben. Bei unserem Ehrenvorsitzenden, Herrn Dr. Walter Dörr, für die hervorragende Arbeit, die er als mein Vorgänger leistete; sie ist mir Vorbild und Verpflichtung zugleich. Bei unseren ausländischen Vereinen für ihre Mitarbeit und die Beiträge zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt und des Kreises. Und nicht zuletzt bei der Stadt Heilbronn und ihren Vertretern für ihren Weitblick und die Unterstützung, die sie der EUROPA-UNION und damit auch unseren ausländischen Mitbürgern seit Jahren angedeihen lassen.

Drittens freut es mich, folgende Neumitglieder recht herzlich begrüßen zu können: Frau Staatssekretärin Johanna Lichy, Frau Marion Kümmerle und Frau Ursula Schaffer.

Viertens erlaube ich mir ein paar Gedanken zu Europa. Europa ist mitten unter uns! Es ist nicht nur ein geopolitischer Imperativ oder eine technologische und wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern vor allem auch eine gesellschaftliche und kulturelle Verpflichtung. Wir können nicht die Augen vor Europa verschließen oder als Demokraten Europa einfach einmal abwählen; nein, Europa ist für uns Verpflichtung und Herausforderung zugleich. Wir müssen Europa leben und damit auch gestalten, dies sind wir uns, unseren Mitbürgern und vor allem den zukünftigen Generationen schuldig. Das Haus Europa darf nicht abgewirtschaftet werden; es muss beständig unter- bzw. erhalten, vielleicht auch einmal saniert oder erweitert werden. Dies zu artikulieren, zu diskutieren, unseren Mitbewohnern begreif- und erlebbar zu machen, ist die Aufgabe der EUROPA-UNION – heute mehr denn je zuvor!

Fünftens ist es während meiner Amtszeit meine Absicht, die gute Arbeit, die der Kreisverband Heilbronn in all den Jahren geleistet hat, fortzusetzen. Europa muss uns zu wichtig sein, um es anderen zu überlassen! Wir möchten weiterhin zum einen der Ansprechpartner unserer ausländischen Mitbürger in Heilbronn sein und zum anderen unseren deutschen Mitbürgern Europa ein wenig verständlicher machen, Ängste nehmen und gegenseitiges Verständnis wecken. Dazu stelle ich mir vor, die Bedeutung des Kreisverbandes Heilbronn gegenüber Land und Bund zu stärken, indem wir unsere Mitgliederzahl erhöhen, unsere Jugendorganisation, die Jungen Europäischen Föderalisten, in Heilbronn wieder aktivieren und unsere finanziellen Möglichkeiten verbessern; des Weiteren mittel- bis langfristig unsere Veranstaltungsbreite und Veranstaltungsanzahl zu vergrößern, aktiv in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen für Europa zu werben und nicht zuletzt Jugendlichen und Mitgliedern auch durch Reisen und Austauschprogramme Europa näher zu bringen.

Dies wird uns nur möglich sein, wenn wir alle weiterhin mit Engagement und Tatendrang in Heilbronn Europa leben und erlebbar machen.

Darum bitte ich Sie, eingedenk der Tatsache, dass Zeit neben der Gesundheit unser kostbarstes Gut ist, zu versuchen

  • ein neues Mitglied zu werben und
  • neben der jährlichen Mitgliederversammlung an einer weiteren Veranstaltung des Kreisverbandes teilzunehmen.

„We’re on a mission from God.“

Dan Aykroyd als Elwood Blues in The Blues Brothers (1980)