Europa-Ball 2022

Europa-Ball 5 (15)

Beitragsfoto: Europa-Ball 2022 | © Thomas Heiligenmann

Nachdem es der EUROPA-UNION 2022 gelungen war, den Europa-Ball in Heilbronn zu reaktivieren, ist es uns nun gelungen, diesen am Samstag, 13. April 2024 in der Harmonie zu veranstalten. 264 tanzbegeisterte Europäer werden mit 360 Quadratmeter Tanzfläche nicht nur ausreichend Platz zum Tanzen finden, sondern zusätzlich noch durch ein kunterbuntes Rahmenprogramm, welches die EUROPA-UNION-Partnervereine aufs Parkett zaubern, begeistert werden. Das Rahmenprogramm wird in den kommenden Wochen noch weiter ausgestaltet, schon jetzt aber steht fest, dass mit Happyness Voice eine überregional bekannte ADTV und DTV-Tanzmusikkapelle den gesamten Abend für gute Stimmung sorgt. Die Band spielt in ihrer Fünferbesetzung mit Sängerin und Saxofon.

Zusätzlich werben die den Europa-Ball unterstützenden Vereine im Foyer der Harmonie mit Informationsständen für unser gemeinsames Europa. Ein weiteres Highlight ist der Foto-Stand des Akzente Fotostores, der den Europa-Ball fotografisch begleiten wird. Im Eintrittspreis für den Europa-Ball ist für jedes Paar eine Aufnahme am Foto-Stand inbegriffen.

Einlass zur Veranstaltung ist ab 18.00 Uhr. Der Europa-Ball wird um 19.00 Uhr eröffnet und endet um Mitternacht. Der Eintrittspreis beträgt 35 Euro je Ballteilnehmer, was, wenn man alleine die GEMA-Gebühren von gut 6 000 Euro berücksichtigt, ein richtiges Schnäppchen ist.

Der Caterer des Harmonie Konzert- und Kongresszentrums Voltino sorgt den gesamten Abend über dafür, dass ausreichend Speisen und Getränke zur Verfügung stehen; diese müssen allerdings von den Ballgästen selber bezahlt werden.

Speisekarte

  • Paniertes Schnitzel von der Pute mit Zitrone und hausgemachtem Kartoffelsalat: 12,50 Euro
  • Pasta mit Tomatensauce: 8,50 Euro
  • Großer Salatteller mit frischem Baguette, Fetakäse und Oliven: 9,50 Euro

Empfehlung

  • Sie können ab sofort Ihren Platz an einem der Tische (je 35 Euro), gerne aber auch gleich einen gesamten Tisch mit acht Sitzplätzen (350 Euro) reservieren. Die Tische sind nummeriert. Wer wo am Tisch sitzt, entscheidet die Tischgemeinschaft.
  • Ich empfehle den externen Teilnehmern eine Übernachtung im Parkhotel Heilbronn. Der Theodor-Heuss-Saal ist direkt vom Hotel aus erreichbar.

Angebot

Im Falle, dass Sie gerne zum Europa-Ball kommen möchten, aber über keinen eigenen Tanzpartner verfügen, biete ich an, dass Sie mir eine entsprechende Nachricht zukommen lassen. Dabei teilen Sie mir bitte Ihr Alter und ihre Größe mit sowie ob Sie ein Tanzanfänger, durchschnittlicher oder guter Tänzer sind. Ich versuche dann einen entsprechenden Tanzpartner zu finden.

Hintergrund

Der Europa-Ball wurde in den 1950er-Jahren unter der Regie des damaligen JEF-Kreisvorsitzenden Dr. Manfred Weinmann erstmals ausgerichtet. Der Ball bereicherte das gesellschaftliche Leben der Stadt bis Anfang der 1970er-Jahre.

Inzwischen gibt es weder den Deutsch-Amerikanischen Ball noch den Rosenball in Heilbronn. Die HMG versucht seit längerem, den Silvesterball wieder in der Harmonie zu etablieren. Und so ist der Europa-Ball im Frühjahr bestimmt eine sehr gute Ergänzung.

Ich freue mich schon heute darauf, möglichst viele Mitbürger beim Europa-Ball begrüßen zu dürfen!


Schulbank

Unsere Schulen 4.9 (10)

Beitragsfoto: Schulschreibtisch

Seit 2015 bin ich wieder verstärkt in Heilbronner Schulen unterwegs, nicht nur im Zuge des Europäischen Wettbewerbs, sondern auch als Lesepate, Nachhilfegeber und zuletzt sogar als Kommunalpolitiker.

Das Fazit meiner bessern Hälfte und mir ist, dass wir Glück hatten, unsere Kinder keiner Heilbronner Schule anvertrauen zu müssen. Nicht aber wegen der Lehrer, denn die sind zumindest meines Erachtens heute viel besser, umgänglicher und erstaunlicher Weise auch motivierter, als sie es noch zu meiner eigenen Schulzeit waren.

Jüngst war ich im Mönchsee-Gymnasium unterwegs und bestaunte dort die Klassenzimmer, die noch im selben Zustand waren, als ich das letzte Mal dort zur Schule ging, das war, bevor wir als Schüler nach der Sanierung des Robert-Mayer-Gymnasiums dorthin übersiedeln durften — ok, die Zimmer dürften inzwischen ein oder zweimal gestrichen worden sein.

Meine alte Grundschule ist inzwischen, nachdem die Schüler dort jahrelang in Containern weggesperrt waren, saniert und dies kann als kleine Verbesserung angesehen werden, besonders in den Augen jener Heilbronner, die noch von der Kaiserzeit schwärmen und alles gut finden, was völlig antiquiert ist.

Wie es besser geht, zeigt Dieter Schwarz mit seiner Schule für die „wichtigeren“ Menschen unter uns im Neckarbogen, und nicht nur die Angehörigen der Stadtverwaltung, auch unsere Gemeinderäte bauen darauf, dass sie ihre Kinder zumindest in einer der Heilbronner Privatschulen unterbringen können. Andere „wichtige“ Heilbronner schaffen es derweil, ihre Kinder in die Schulen des Heilbronner Umlands zu verfrachten.

Meine erste Anregung geht an unsere etwas reicheren Mitbürger. Diese könnten, anstatt sich Mausoleen zu errichten oder gar eigene Schulen zu etablieren, dafür sorgen, dass sämtliche öffentlichen Heilbronner Schulen in einen Zustand versetzt werden, damit unser ehemals gutes Schulsystem zumindest von den baulichen Voraussetzungen her wieder zum Funktionieren gebracht werden kann.

Meine zweite Anregung ist, dass wir als Gesellschaft wieder verstärkt auf unser öffentliches Schulsystem bauen und damit einer weiteren gesellschaftlichen Spaltung entgegentreten.

Meine dritte Anregung ist, dass unsere Gemeinderäte nicht darauf hören, was ihnen die zuständige Bürgermeisterin oder der OB erzählen, denn diese sind zumindest diesbezüglich so unwissend und damit überflüssig wie ein Sack Reis in der Ecke, sondern sich einmal selbst einen Eindruck von unseren Schulen verschaffen, anstatt sich in Amsterdam oder anderen schönen Orten die dortigen Lokale anzuschauen.

Heute haben wir einen entsprechenden Anfang gemacht und uns zusammen mit den Stadträten Herbert Burkhardt und Eugen Gall die Wilhelm-Hauff-Werkrealschule näher angeschaut. Herbert Burkhardt hat sich vorab bei Agnes Christner erkundigt und diese hat ihm mitgeteilt, dass es dort keinen Handlungsbedarf gäbe. Eine Bürgermeisterin, die den Sozialverbänden gerne erklärt, dass es in Heilbronn auch keine Armut gibt.

Die Wilhelm-Hauff-Werkrealschule ist eine Heilbronner Sportschule (!) und platzt inzwischen aus allen Nähten. Deswegen hat der Heilbronner Gemeinderat bereits vor Jahren einen Ausbau abgelehnt und notgedrungen ein paar Container in die Ecke stellen lassen. Nach zehn Jahren Provisorium bekam die Schule nun erneut weitere Container, die man direkt auf den Schulsportplatz stellte, da Sport an einer Heilbronner Sportschule völlig unüblich ist — was auch erklären könnte, warum unsere Gemeinderäte einen Schulneubau an anderer Stelle ebenfalls auf einen Sportplatz platzieren möchten. Der Rest des Sportplatzes ist in einem so jämmerlichen Zustand, dass man die Firma Gotthilf Benz beauftragt hat, zumindest zwei neue kleine Fußballtore zu liefern. Da man aber deren Einbau nicht mit bezahlt hat und die Firma Benz (schämen Sie sich!) wenig kulant ist, werden diese Tore wohl erst in ein paar Jahren aufgestellt werden. Was aber auch nichts mehr macht, da man gleich neben einem der alten Tore eine neue Nottreppe für die Container aufgestellt hat, die zumindest jedem Fußballspieler gefährlich werden wird. Ich rede schon gar nicht von den Bällen, welche das Tor verfehlen und notgedrungen an die Containerwand prallen. Da wir mit dem OB einen regional bedeutenden ehemaligen Fußballspieler und ausgebildeten Berufschullehrer haben, könnte dieser den Sportlehrern und Schülern doch einmal zeigen, wie „Profis“ dieses Problem lösen würden — was mich wieder an einen Sack Reis denken lässt.

Die Schulsporthalle ist ebenfalls ein richtiger Klassiker, denn wenn die Sonne die jungen Sportler nicht blendet, regnet es in die Halle. Da die Halle auch als weiterer Schul- und Veranstaltungsraum genutzt wird, schleppen die Schüler mehrmals im Monat Stühle durch die gesamte Schule, da der entsprechende Lagerraum sich in einem Keller am anderen Ende der Schule befindet.

Noch trauriger ist der Gymnastikraum im Keller der Schule, wobei dort Erstickungsgefahr droht, sobald sich die Schüler etwas schneller bewegen. Das Ganze wird noch von der Unisex-Umkleide übertroffen, wobei den Lehrern eine etwas kleinere Besenkammer mit riesigem Loch in der Decke — man versucht seit Monaten verschiedene Leitungen zu reparieren — als Umkleide zur Verfügung steht.

Ein umgerüstetes Klassenzimmer fungiert zusätzlich als Mensa, wobei die gut 140 bis 150 Grundschüler dort in vier Schichten à 20 Minuten essen — das könnte schon als paramilitärische Ausbildung durchgehen. Die Schulküche ist Klassenzimmer, Mensa und Hauswirtschaftsraum zugleich: kochen und bügeln sind im Parallelunterricht möglich.

Die Schultoiletten könnten durchaus etwas zahlreicher sein, deren Zustand ist sicherlich hausgemacht, dennoch sollten sie einmal instandgesetzt werden. Zwei Waschbecken für gut 150 Grundschüler dürfte ebenfalls nicht mehr zeitgemäß sein. Was auf alle Fälle überhaupt nicht geht, dass die Toiletten für die gut 100 Werkrealschüler Außentoiletten sind, wobei der Zugang nicht überwacht werden kann.

Das betrifft auch das gesamte Schulgelände, welches für alle offen steht und den Berichten nach gerne von Jugendlichen — keine öffentlichen Jugendeinrichtungen in der Nähe (!) — sowie der Trinker- und Drogenszene gerne genutzt wird.

Die Klassenräume sind, wie sonst in Heilbronn auch aus der Zeit gefallen. Für die Schüler sowie deren Schulsachen und Kleidung zu beengt — deshalb muss man sich über eine mangelhafte Ordnung auch keine weiteren Gedanken machen.

Was selbst mich überraschte, ist, dass Lehrer der Schule inzwischen selber Schulmöbel kaufen, da es davon zu wenige gibt. Ein weiteres Problem ist, dass aufgrund des Brandschutzes viel zu wenige Stellmöglichkeiten zur Verfügung stehen und Umbau- wie auch Umräumaktionen an der Tagesordnung sind.

Abschließend haben wir noch die Heizungsanlage bestaunt, die dafür sorgt, dass es in den Klassenräumen oder -containern gerne einmal 10 bis 12 Grad Celsius oder auch schon einmal 37 Grad Celsius hat. Die zuständige Bürgermeisterin wird dies sicherlich im Jahresmittel betrachten und von Wohlfühltemperaturen an unseren Schulen sprechen.

Herbert Burkhardt und Eugen Gall kamen von uns motiviert an eine Heilbronner Schule, in der gemäß der zuständigen Bürgermeisterin keine Probleme existieren. Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, wie sehr die beiden staunen werden, wenn wir an eine Schule gehen, die von der Stadt anerkannte Probleme hat.

Die angeblich doch so sozialen Gemeinderäte sonnen sich derweil beim Stehempfang an einer Privatschule oder dem letzten Schulneubau der Stadt und sind stolz darauf, was sie für unsere Stadt leisten — da es ihnen der OB immer wieder einbläut, muss es doch stimmen.

Zum Schluss unseres Besuches wurde sogar ich etwas nostalgisch, nämlich als ich einen Schulschreibtisch entdeckte, der aus der Zeit stammt als ich noch selber die Schulbank der Dammgrundschule gedrückt habe.

Nachtrag 17.10.2023

Hier finden Sie den Bericht zur regionalen Schulentwicklung für das Stadtgebiet Heilbronn (Fortschreibungsprozess 2019/20). Darin sind alle öffentlichen Heilbronner Schulen aufgeführt.


Neckarbogen

Spaziergang 5 (4)

Beitragsfoto: Blick vom Vorplatz der BUGA-Brücke

Wenn ich so durch Heilbronn schlend’re, dann gehen auch meine Gedanken spazieren und so ist dies eher ein Beitrag über einen Gedankenspaziergang. Erst einmal kann man schnell feststellen, wenn man so der Kaiserstraße entlang schlendert, dass man sich über die Vielzahl von Heilbronner Aktivitäten nicht beklagen kann. Nicht nur die HMG veranstaltet doch so einiges, sondern auch weitere Heilbronner Vereine, Firmen und Institutionen lassen es an Events nicht mangeln.

Höchstens könnte man beklagen, dass nicht das mit dabei ist, was man selber gerne hätte. Aber auch hier kann einem sehr schnell geholfen werden, nämlich indem man das vermeintlich Fehlende einfach selber mit ergänzt. Inzwischen kann ich über fehlende Stammtische nicht mehr meckern und auch für tiefgründigere Gespräche gibt es zumindest einmal im Jahr mit den Hertensteiner Gesprächen nun eine Plattform. Und ab dem kommenden Jahr wird es auch wieder einen Ball geben, wo man als Tanzpaar so richtig Strecke machen kann.

Leider aber gibt es Projekte, die man einfach nicht selber stemmen kann, wie z. B. eine richtige Schwimmhalle, eine vollwertige Stadtbibliothek im heutigen Verständnis oder gar eine Universität. Wirklich traurig, da dies alles Infrastrukturprojekte sind, die es in jeder Großstadt, so auch hier bei uns in Heilbronn geben müsste, da man dafür kaum täglich nach Stuttgart oder Karlsruhe fahren kann. Und einfach nur ein paar entsprechende Schilder anzubringen, hilft jenen, die diese Institutionen gerne regelmäßig nutzen würden, auch nicht wirklich weiter.

So wie etwa das Radhaus vor unserem Bahnhöfle. Die Fahrräder stapeln sich weiterhin ungeschützt in dessen Vorfeld. Dabei könnte man hier sehr schnell zumindest ein klein wenig Abhilfe schaffen, indem man das Vordächle des Nebeneingangs unseres Bahnhofs entlang dessen Wand verlängert und darunter ein paar stabile Fahrradständer anbringt. Das ersetzt zwar nicht die in anderen Großstädten üblichen Parkhäuser, aber ist auf jeden Fall besser als das, was wir gerade haben.

Im Neckarbogen angelangt, konnte ich die neu aufstrebenden Stahlbetonkonstruktionen bestaunen und kam darüber ins Grübeln, was das mit Holzhybrid oder Stampflehm zu tun hat. Das kann man bestimmt googeln und wird wohl dabei feststellen, dass das Wort Hybrid sehr dehnbar ist. Jetzt hoffe ich einmal nicht, dass es bereits dann ein Holzhybridhaus ist, wenn man echte Parkettfußböden verlegt.

Und auch an die Hafenbahn wurde ich erinnert, denn auch über deren traurigen Relikte führte mich der heutige Spaziergang. Diesbezüglich möchte ich mich schon etwas länger kundig machen und plane bereits seit Wochen eine entsprechende Veranstaltung. Ganz unbedarft wandte ich mich diesbezüglich an den Heilbronner Hafen und bekam sofort zur Antwort, dass dieser mit der Bahn nichts zu tun habe und man meine entsprechende Anfrage zuständiger Weise an die Kollegen der Heilbronner Stadtwerke weitergeleitet habe. Ein paar Wochen später werde ich mich nun ganz vertrauensvoll an Herbert Burkhardt wenden und ihn bitten, für uns Freie Wähler einen Gesprächstermin auszumachen.

Wenn man in Heilbronn schon den Hafen und die Hafenbahn nicht mehr nutzen möchte, weil man wohl glaubt, dass man dies als „Welt-KI-Zentrum“ nicht mehr nötig hat, könnte man die Schienen doch einfach mit in den öffentlichen Nahverkehr integrieren und dabei ganz neue Strecken schaffen. Ideen und Fragen, über die man als Bürger mit den zuständigen städtischen Mitarbeitern sprechen können sollte.

Als man in Ulm vor ein paar Jahren neben meinem damaligen Stadtviertel ein ganz neues entwickelte, kam erst einmal eine neue Straßenbahnstrecke, zusätzlich wurden die Straßen verstärkt und das danebenliegende Schulzentrum vergrößert. Als die Infrastruktur stand und funktionierte, kamen die Gebäude und mit diesen die neuen Bewohner.

Bei uns in Heilbronn habe ich den Eindruck, dass man erst die Gebäude erstellt, ob neu oder nachverdichtet, zeitgleich die notwendige Infrastruktur zurückbaut und sich später dann einmal überlegen möchte, wie man das Ganze unter einen Hut bekommt. Diese Vorgehensweise wird im Neckarbogen noch richtig spannend werden und der Hochgelegen wird zukünftig für heftige Leserbriefe sorgen. Auch beim IPAI-Park, wenn dieser tatsächlich jemals realisiert werden sollte, wird man sich erst ein paar Jahre nach der Fertigstellung überlegen, wie dieser Stadtteil infrastrukturell angebunden werden könnte; die Idee mit der Seilbahn von Heilbronn nach Neckargartach ist dabei ähnlich wie die Idee mit dem Radhaus — nett gemeint, aber nicht durchdacht.