Spaziergang

10.10.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Spaziergang | © Lars Nissen auf Pixabay

Kuss und Schluss

Das wussten die Blog-Leser sicherlich bereits, man kann den Wahnsinn um uns herum nicht einfach wegbingen, nicht einmal mit Boston Legal. Wenn die Welt um einen herum aus den Fugen gerät, dann helfen auch härtere Drogen nicht weiter, nicht einmal die allgemein akzeptierten Social Media. Und nein, es ist kein „On and Off“ (kleiner Insider) — aus reiner Empathie heraus, habe ich mir diesen Blödsinn immer wieder selber angetan.

Bleiben wir nur einmal bei uns in Deutschland. Mindestens ein ehemaliger SPD-Kanzler unterstützt den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf Europa. Während die Unions-Bonzen weiterhin das tun, was sie am besten können, sich selbst bereichern.

Nein, es langt schon, wenn wir nur bei uns hier in Heilbronn bleiben. Die SPD lässt Nazis hochleben, nur weil die ihr Leben nach 1945 durch eine SPD-Mitgliedschaft gerettet haben. Nun gründet auch noch ein ehemaliger SPD-Abgeordneter im Parteibüro einen „Reichen-Club“ namens Paxpontes, um gem. seiner eigenen Bewerbung die Interessen wohlhabender Ausländer in Deutschland zu vertreten.

So viel kann man gar nicht bingen oder gar trinken! Da helfen wahrscheinlich tatsächlich nur noch die Social Media, um sich völlig und für immer aus dieser Welt zu verabschieden.

Was aber auf alle Fälle nicht helfen wird, das ist antidemokratische Parteien zu wählen. Wobei es tatsächlich auch noch demokratische Parteien gäbe, die weiterhin wählbar sind. Dazu müsste man sich aber erst einmal dem richtigen Leben stellen — aber das kann wehtun!

Todesstrafe

Wer sich nicht sicher ist, ob man nicht doch an der Todesstrafe festhalten oder diese gar wieder einführen sollte, der kann sich aktuell etwas näher mit dem Fall von Christa Pike beschäftigen. Bereits 1995 noch als Jugendliche wegen Mordes zum Tode verurteilt, verbrachte sie den größten Teil ihrer Strafe in Einzelhaft und dies in einem Gefängnistrakt, welcher extra für zum Tode Verurteilte gebaut wurde und unterhalten wird. Schon alleine damit dürfte die Kostenfrage als Begründung für eine Todesstrafe wegfallen.

Am 30. September 2026 wollte man die Todesstrafe nun endlich vollstrecken und hat es gleich zweimal so richtig versaut. Als sich die zum Tode Verurteilte weiterhin unter Schmerzen wand und auch nicht sterben wollte, schlug man sie nicht, wie manchmal vor Ort einfach tot, sondern verbrachte sie in ein Krankenhaus. Dort wurde sie wieder ins Leben zurückgeholt und als sie sich halbwegs von der Exekution erholt hatte, wieder zurück in Einzelhaft gebracht.

Nun wartet Christa Pike darauf, ob man sie demnächst noch einmal zu exekutieren versucht oder ob man sie nicht doch noch bis zu ihrem natürlichen Tode in Einzelhaft behält. Für letzteres spricht, dass es keinen weiteren Insassen in diesem Gefängnistrakt gibt und dieser dann nur noch so dastünde, einschließlich des dafür notwendigen Personals.

Es geht hier nicht darum, ob Christa Pike zurecht verurteilt wurde, sondern alleine darum, ob die Todesstrafe an sich eine gute Idee ist, und ganz besonders darum, ob man diese dann wie im Falle von Christa Pike regelrecht zelebrieren sollte. Übrigens, die Republikaner wollen nun die bestehenden Regelungen völlig fallen lassen und sämtliche Hinrichtungen der gesamten Welt im Internet zur Verfügung stellen.

Vermischtes

Die letzten Tage waren durch sehr gute Gespräche geprägt, wobei ein etwas jüngerer Zeitgenosse vorsichtig nachfragte, warum ich meine Rückblicke fünfstellig überschreibe — was bisher sicherlich nicht jedem Leser aufgefallen ist. Er konnte sich keinen Reim daraus machen und dachte eher an einen Fehler.

Nein, dies ist kein „Fehler“, sondern eine von mir ursprünglich spaßig gemeinte Fortführung der dramaqueenmäßigen Auswüchse im Zuge des Y2K-Bugs. Schnell musste ich feststellen, dass es Mitmenschen gibt, die das Ganze auch noch sehr ernst nehmen und dafür eine sehr gute eigene Website aufbauten. Dort verwendeten sie ebenfalls fünfstellige Jahreszahlen. Leider finde ich diese Website nun auf die Schnelle nicht mehr, bin mir aber sicher, dass ich sie bereits von meinem Blog aus verlinkt habe.

Was ich aber gefunden habe, das ist eine Website, die eine sehenswerte „Timeline of the Far Future“ zur Verfügung stellt. Auf alle Fälle aber wird mein Blog spätestens im Zuge meines eigenen Endes ins digitale Nirwana verschwinden; ergo, das mit der Fünfstelligkeit kann nicht wirklich ernst gemeint sein. Es freut mich aber, wenn es den einen oder anderen Leser zum Nachdenken verführt.

Das Käffchen zusammen mit Detlef Stern am Freitagmorgen war wieder einmal sehr entspannend und spannend zugleich — er hat das Wesentliche eigentlich schon gebloggt. Den Freitagabend beschlossen meine bessere Hälfte und ich bei einem gemeinsamen Abend mit Andreas und Walter, wobei ich danach doch noch eine ganze Weile gebingt habe. Spannend dabei war, dass ich zum letzten Mal mit Walter Mitte der 1980er-Jahre zusammen Abend gegessen habe, wobei ich mich plötzlich sowohl an den Ort als auch an das Menü erinnerte — Zeit und Raum sind schon sehr bemerkenswerte und spannende Konstrukte.

Der heutige Morgen begann mit dem europäischen Frühstück, welches sehr gut besucht war. Danach wütete ich noch ein klein wenig im Garten, bevor es heute Abend eine weitere Gesprächsrunde geben wird. Detlef Stern hat voll und ganz damit recht, dass das echte Leben nicht im Internet stattfindet. Wir könnten selbstverständlich darüber diskutieren, ob es überhaupt ein echtes Leben gibt oder gar geben kann. Wer die Existenz eines „echten“ Lebens abstreitet, dem wird es selbstverständlich völlig egal sein, ob er nur im Internet lebt.

Vic Fontaine hingegen wusste zumindest, dass er nicht echt ist — was ihm gegenüber uns allen einen sehr großen Vorteil verschaffte. Denny Crane fand sein ganz eigenes Workaround, nur wenn wir selbst von der Norm abweichen, haben wir eine Chance, um wenigstens ein klein wenig über unser eigenes begrenztes Raum-Zeit-Kontinuum hinauszuschauen.

Was Detlef Stern heute nicht erwähnte ist, dass wir auch über den Unterschied von unendlich und beliebig groß sprachen. Es sei hier der Vollständigkeit halber erwähnt.


Frosch

8.10.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Frosch

Geschichte

Ich wurde vorgestern gebeten, sehr kurzfristig etwas über die Geschichte unseres Verbandes zu schreiben, was ich erst einmal und völlig zurecht abgelehnt hatte. Die Ergebnisse meiner jahrelangen diesbezüglichen Recherchen wurden von mir vor gut sechs Jahren zu Papier gebracht, nachdem ich mich zuvor vergeblich bei jenen, von denen ich annahm, dass sie ganz anderer Meinung sein werden, um Mitarbeit bemühte.

Was dazu führte, dass man meine Ergebnisse, wenn gerade unpassend, nicht akzeptieren möchte, diese aber auch nicht widerlegt. Nur ein „ich bin da einer ganz anderen Meinung“ ist ein bisschen zu wenig.

Nun aber wurde ich von meiner besseren Hälfte gebeten, doch etwas zu schreiben, da ansonsten nichts geschrieben wird. Eine inhaltliche Leere kann man wohl doch noch nicht durch ein LLM übertünchen, außer an unseren Universitäten und Hochschulen vielleicht.

Und so lasse ich das Bloggen und schreibe einen spontanen Beitrag über die Geschichte unseres Landesverbandes, was sicherlich mehr Recherche als nur ein paar freie Nachtstunden übers Wochenende verdient hätte. Ich tröste mich dabei, dass ich das Ergebnis später als Blog-Beitrag hier einstellen werden kann.

Boston Legal

Zwar bin ich immer noch dabei, das eine oder andere wieder ins Lot zu bekommen, dennoch gönne ich mir nun wieder abends ein paar Runden auf dem Tanzboden zu drehen. Und danach binge ich Boston Legal fertig, wobei ich inzwischen mitten in der letzten Staffel angelangt bin. Da nun wohl alle strittigen Themen von diesen Rechtsanwälten abgearbeitet sein dürften, steht einem Ende der Serie kaum noch etwas entgegen. Zum Abschluss gönne ich mir dann nochmals die zweite Staffel, da diese der Serienhöhepunkt gewesen sein soll.

Mir haben sämtliche Folgen sehr große Freude bereitet und meine bessere Hälfte und ich konnten dabei immer wieder sehr herzlich lachen. Die Serie wurde in den Jahren 2004 bis 2008 abgedreht, wobei sie die damaligen Themen frisch und frei aufs Tableau brachte; was diese Serie für mich so besonders macht.

Erschreckend allerdings, dass nach zwanzig Jahren sämtliche dort abgearbeiteten Punkte weiterhin sehr strittige Themen in unserer Gesellschaft sind. Wobei diese heutzutage nicht mehr so plakativ in Szene gesetzt werden dürften.

Auf alle Fälle empfehle ich diese Serien allen, besonders jenen, die sie vorher noch nie angeschaut haben. Und die eine oder andere Folge werde ich sicherlich nochmals gucken, vor allem dann, wenn es das aktuelle Leben wieder einmal zu wenig Humor und kleine Freuden bieten kann.

Und da demnächst schon wieder ein Bundeskongress ansteht, werde ich mich dieses Mal darauf mit ein paar Folgen dieser Serie in Stimmung bringen — was mir über die inhaltliche Leere dieser Veranstaltung sicherlich hinweghilft. Schon etwas länger fühle ich mich dort nur noch als eine Art von Denny Crane.

Weblog

Heute habe ich einmal ganz spontan meine Schlagworte ausgemistet. Mein Ziel ist es nun nur noch Personen und Orte aufzuführen, was mir beim eigenen Nachschlagen geeigneter erscheint. Bis vorhin hatte ich noch ein paar tausend Schlagworte, was mir nicht wirklich mehr weiterhalf.

Und weil ich über ein Blog gestolpert bin, das über eine mir sehr gefällige Schriftart verfügte, versuche ich nun auch wieder einmal meinem Blog eine eigene Schrift zu geben. Die ersten Versuche auf die Schnelle schlugen fehl und dazu kommt noch, dass es inzwischen tausende verschiedene Schriftarten gibt.

Obwohl ich mein Blog immer weiter entschlacke, könnte ich mich dennoch an einer passenden Schriftart erfreuen. So lange es nicht dazu führt, dass ich diese dann mehrfach zu wechseln beginne. Und wer weiß, vielleicht hat ein Leser einen Vorschlag, welche Schriftart für mein Blog ganz besonders passen könnte.

Morgen gibt es ein Käffchen zusammen mit Detlef Stern und vielleicht kann er mir mit ein paar Tipps weiterhelfen — das mit dem Installieren heruntergeladener Schriftarten hat schon einmal nicht so richtig funktioniert.


Blogger

7.10.02026 4.6 (5)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Demokratieumbau

Während Tennessee eine erfolglos hingerichtete Mörderin wieder aufpäppelt, damit sie im Drittversuch endlich getötet werden kann, ein Donald Trump wieder einmal vom Bürgerkrieg träumt, wenn die Midterms nicht seinen Erwartungen entsprechen, in Ohio der Wahlkampf Tiefen erlebt, die es so vorher noch nie gegeben hat, wird auch bei uns die Demokratie still und heimlich umgebaut.

Wie bereits geschrieben ist eines unserer eigenen Bundesländer nun gesichert rechtsextrem, wobei die dortigen demokratischen Parteien sehr willig den Blockparteistatus übernommen haben. Mindestens vier Abgeordnete aus demokratischen Parteien haben einen Nazi an die Macht gebracht. Mindestens, da wir es nicht wissen können, ob auch alle AfD- und BSW-Abgeordnete „richtig“ abgestimmt haben.

Die örtliche CDU hat sich schon einmal selbst die Schelle angehängt und sucht bereits nach vier Abtrünnigen. In Berlin ist man da schon etwas weiter und erfüllt eine AfD-Wahlkampfforderung nach der anderen: der Umweltschutz ist längst passé, der Tankrabatt wieder da und das Verbrenneraus nur noch eine Frage von Tagen. So ganz nebenbei wurde Schengen voll und ganz beerdigt und man prüft bestimmt schon, ob mit einer Rückkehr zur D-Mark zumindest die bereits bestehenden Schuldenberge versteckt und verschleiert werden können.

Und so ganz nebenbei wundern sich Donald Trump wie auch Friedrich Merz darüber, warum die von ihnen geführten Regierungen so unpopulär sind. Vielleicht kommt es nicht bei allen Bürgern so gut an, wenn man nur noch Politik für den hässlichen US-Amerikaner („The Ugly American“, 1958) oder den hässlichen Deutschen macht?

Uns Ältere stört dabei der Demokratieumbau, der eher einem Ausverkauf gleichkommt, nicht, zumindest so lange wir von einer Aida-Kreuzfahrt zur nächsten wechseln und vom Staat das Geld bekommen, um unsere 12-Zylinder weiterhin so richtig brummen lassen zu können. Und sollte das alles nicht mehr möglich sein, lassen wir uns bestimmt auch mit der einen oder anderen Hinrichtung abspeisen.

Stadtumbau

Gesa von Leesen schreibt in der Wochenzeitung Kontext (810, 7.10.2026) über den Stadtumbau Heilbronns mit Dieter Schwarz — übrigens ein Beitrag, den man so oder ähnlich nie in der Heilbronner Stimme finden würde.

Eigentlich ist es drollig mitzuerleben wie manche Heilbronner noch daran glauben, dass es einen erfolgreichen Bürgerentscheid gegen die Hintermänner der Dieter Schwarz Stiftung geben kann. Vor allem dann, wenn bereits ein Fraktionsvorsitzender ganz unumwunden zugibt, dass ihm selbst die Meinungen und Ansichten der eigenen Parteimitglieder völlig egal sind. Und auch die restlichen Fraktionsvorsitzenden im Heilbronner Gemeinderat haben längst den Bezug zur Stadt und uns Bürgern verloren.

Der amtierende OB und seine Gemeinderäte bauen weiterhin in Heilbronn Potemkinsche Dörfer und opfern dabei sehr gerne die noch bestehende Infrastruktur der Stadt. Keiner der Verantwortlichen fragt sich, was geschieht, wenn die Blase der Künstlichen Intelligenz platzt oder woher die vielen Professoren und Studenten für einen Universitätskomplex überhaupt kommen sollen und schon gar nicht, was wir Heilbronner in unserer Stadt tatsächlich benötigen.

Kein einziger Heilbronner denkt auch nur daran, was geschieht, wenn Dieter Schwarz nicht mehr ist, seine Stiftung nach Berlin abwandert und in Heilbronn nur noch einen Briefkasten hinterlässt. Und so wie Audi nur noch durch Transferzahlungen in Neckarsulm gehalten werden kann, sehr viele Heilbronner Traditionsunternehmen längst verschwunden sind, wird es auch diese Heilbronner Handelskette nicht ewig geben — das Kaufland zerfällt bereits schon etwas länger.

Letztendlich werden ehemalige Filetgrundstücke der Stadt mit nutzlosen Prachtbauten garniert an die Meistbietenden verramscht werden. Und der künftige Gemeinderat wie auch die künftigen Heilbronner werden dabei kein Mitspracherecht mehr haben — Ausverkauf wäre die geeignetere Überschrift gewesen!

Vermischtes

Sowohl die gestrige Kreisvorstandssitzung als auch der Europastammtisch waren ungewöhnlich schlecht besucht. Ersteres lag wohl an den Nachwehen der letzten Veranstaltungen. Das Letztere blieb selbst mir unverständlich. Wobei das Ganze sich zu einem außergewöhnlichen Vorteil entwickelte, denn die Anwesenden ließen ihren Gedanken freien Lauf und so konnten sich ganz neue Ideen und Gedanken in den Köpfen festsetzen.

Spannend, dass dabei eine meiner bereits etwas älteren Ideen wieder aufs Tableau kam und nun modifiziert vielleicht sogar die Chance auf eine Realisierung haben wird. Näheres dazu wird es hier erst geben, wenn die weiteren Details mit den dabei betroffenen Menschen abgestimmt sind.

Spannend auch, dass man sich gleich von mehreren Seiten aus für unsere letzte Reise interessierte. Ein wenig traurig, dass die inzwischen bereits älteren Mitglieder bedauerten, dass sie nicht mehr selbst an unseren Reisen teilnehmen können. Dafür ließen sie sich jedes Detail der letzten Fahrt von den anwesenden Mitfahrern schildern.

Unsere Reisen sind kein Selbstzweck, da sie einem größeren Ganzen dienen und immer auch etwas Langfristiges bewegen wollen. Auf alle Fälle sage ich mir dies immer wieder selbst, vor allem dann, wenn man völlig umsonst über mehrere Jahrzehnte hinweg Jugendfahrten veranstaltet und subventioniert. Das völlige Desinteresse des allergrößten Teils unserer heutigen Jugend wurde nur ein einziges Mal übertroffen, nämlich als wir einen Stimme-Journalisten auf eine Fahrt mitnahmen und dieser keine fünf Jahre später mehr wusste, was unser Verein ist oder überhaupt so macht. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Journalisten, wenn diese nicht einmal ein Fußballspiel kommentieren können, in die politische Redaktion wechseln.