Eckhaus

6.10.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Schöne Ecke

Kompliziert

Wie schwierig europäische Politik inzwischen wieder geworden ist, wobei sie noch nie einfach war, zeigt im Nachklapp zu unserer Bosnienreise ein mehr als lesenswerter Beitrag von Herfried Münkler im Fokus (40, 2026: 8) mit dem Titel „Der Fall Serbien — Politisch-moralische Empörung muss zurückstecken gegen geopolitisches Kalkül: Belgrad ist für Europa wichtiger, als uns lieb ist“.

Damit gibt Herfried Münkler genau das wieder, was wir auch während unseres Sarajewobesuchs diskutiert hatten. „Das Regime des Präsidenten Vučić steht unter erheblichem innenpolitischem Druck, weil ihm vor allem die Jüngeren im Land Korruption vorwerfen, wofür es eine Fülle von Anhaltspunkten gibt. In einer solchen Situation die Tür zu schließen, könnte zu dem beschriebenen Worst Case-Szenario führen. Die Chance, ein notorisch unruhiges Serbien durch die Aussicht auf Wohlstandstransfers zu pazifizieren, wäre dann dahin. Das geopolitische Kalkül muss gegenüber moralischer Empörung, und sei sie noch so berechtigt, in Brüssel die Oberhand behalten.“

Der Westbalkan war schon immer kompliziert und kann nur gekauft aber nicht okkupiert werden! Das wussten bereits die alten Römer — vielleicht liegt dies an der dortigen Natur und den klimatischen wie geografischen Bedingungen? Meine italienischen Kameraden sagten mir bereits Anfang der 1990er-Jahre, dass wir es wie sie mit Südtirol machen sollten. Und am Ende wird der Westbalkan ein Gewinn für uns alle sein.

Wer von meinen Lesern Interesse am Beitrag von Herfried Münkler hat, der lässt mich dies wissen.

Menetekel

Der Rhein wird nur noch aus Kläranlagen am Leben erhalten und über den Bodensee kann man demnächst wieder reiten, aber nicht weil er zugefroren ist. Zugefroren ist bei uns auf alle Fälle die Hölle, denn wir wählen wieder wie ganz selbstverständlich Nazis: Deutschland ist seit 1945 wieder einmal ganz offiziell und demokratisch legitimiert Naziland, zumindest haben wir nun einen Nazi als Landtagspräsidenten. Offiziell ist er allerdings kein Nazi, denn auch die demokratischen Parteien in Sachsen-Anhalt haben ihn gewählt — Nazisein ist einfach wieder schick oder wie es Wladimir Putin sagen würde, die echten Nazis sind jene, die gegen Nazis sind, und Krieg ist Frieden!

Am 5. Januar 1573 ritt ein Postbote irrtümlich über den Bodensee, Gustav Schwab verfasste dazu 1826 die Ballade „Der Reiter und der Bodensee“, was Eugen Roth 1933 wiederum zum Gedicht „Gefahrvoller Ritt“ inspirierte.

Dafür lässt nun Katherina Reiche die Gasspeicher nicht mehr wie seit ihrem Dienstantritt vor eineinhalb Jahren leerlaufen, sondern ordnet nun eine Befüllung derselben an. Tatsächlich wurde das verstaatlichte Energieunternehmen Sefe nun pressewirksam angewiesen, mehr Gas einzuspeichern — was immer auch deren Experten darunter verstehen mögen. Ich halte dies nur für ein Alibi, um ab Januar 2027, wenn die deutschen Speicher völlig leergelaufen sind und unsere strategischen Dieselreserven vollständig den US-Amerikanern übereignet wurden, uns Bürgern sagen zu können, dass sie, so wie ihre Kollegen auch, alles für unser Land gegeben hätte. Wir werden uns dann die Hintern abfrieren und Katherina Reiche wird dafür von der CDU zur nächsten Göttin ernannt, gleich neben der Berufstochter Ursula von der Leyen — im Unionsolymp gab es schon immer reichlich Platz.

Warum gelingt es unseren Regierungsparteien nicht mehr Menschen in Verantwortung zu bringen, die wenigstens über ein Mindestmaß an Intelligenz, Bildung und Verantwortungsbewusstsein verfügen?

Vermischtes

Irgendwie interessant, dass ich den 3. Oktober eigentlich nur dann feiere, wenn ich im Ausland bin. Zuhause hatte ich noch nie Lust dazu. Weniger interessant, dass wieder einmal ein prominenter Politiker bereits in der Schule Probleme hatte, um wenigstens die Normen halbwegs zu erfüllen — was in einer staatstragenden Partei inzwischen schon die Norm sein dürfte. Spannend, weil dies auch kurz Thema auf unserer letzten Reise war — und schon wird dieses Ärgernis erneut bestätigt.

Wieder von der letzten Reise zurück, musste ich feststellen, dass das echte Leben nicht so höflich war und auf mich gewartet hat. Nun bin ich eine Weile damit beschäftigt, Brände auszutreten. Viele meiner Mitbürger haben dazu schon länger eine Lösung gefunden. Entweder sie gehen erst gar nicht mehr auf Reisen und wenn, dann zusammen, so wie ich bisher auch, mit einer Bürovollausstattung. Zugegeben, ich habe es nach ein paar Jahrzehnten so richtig genossen, nur telefonisch erreichbar zu sein. Oder meine Mitbürger nutzen die Gelegenheit, so wie zwei unserer Mitfahrer auch, und kommen nur noch nach Hause, um die Koffer neu zu beladen, und verschwinden sogleich wieder auf die nächste Reise. Dies ist die heutige Form der Kopf-in-den-Sand-Politik, wobei die Vollprofis, wenn sie einmal dazu gezwungen sind, um daheim zu bleiben, sogleich von einer wichtigen Besprechung zur anderen hetzen. Und dann fragen wir uns alle, warum bei uns so gar nichts mehr zu funktionieren scheint.

Inzwischen gibt es bereits einen zweiten Reisebericht, und in den kommenden Tagen werde ich noch eine entsprechende Bildergalerie dazu erstellen. Aber erst einmal geht es heute Abend zum Europastammtisch, der nach mehr als zwei Jahrzehnten zu meinem ganz normalen Leben mit dazu gehört.

Beim Bingen bin ich nun bei der letzten Staffel Boston Legal angelangt. Wenn diese fertiggebingt ist, muss ich gucken, ob ich mir die zweite Staffel nochmals anschaue.

„Es stocket sein Herz, es sträubt sich sein Haar,
Dicht hinter ihm grinset noch die Gefahr.

Es sieht sein Blick nur den grässlichen Schlund,
Im Geist versinkt er im schwarzen Grund.“

Gustav Schwab, Gedichtauszug (1826)

Blogger

1.10.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Verstörend

Es gibt sie weiterhin, zivilisierte Länder, in denen die Todesstrafe nicht nur gesetzlich besteht, sondern auch exekutiert wird. Ich glaube mich daran zu erinnern, dass diese sogar einmal in der hessischen Landesverfassung festgezurrt war, aber wegen „Bund sticht Land“ nie realisiert wurde. Warum die Todesstrafe selbst in Ländern, wo sie bereits seit Jahrzehnten abgeschafft wurde, immer wieder aufs Tableau kommt, müsste einmal von Psychiatern näher untersucht werden. Seit es die Todesstrafe gibt, weiß man, dass diese keine abschreckende Wirkung hat. Damit dürfte diese nur das Verlangen nach Vergeltung befriedigen und ggf. seitens des Staates finanzielle Aspekte berücksichtigen.

Für mich gibt es nur wenige Gründe, um Menschen zu töten. Als erstes für alle Menschen aus Notwehr heraus und seitens des Staates in einer Art erweiterten Notwehr für den Polizeiapparat. Für den Fall, dass ein Staat seine Soldaten einzusetzen gedenkt, was heute — wenn dies nicht aus Notwehr geschieht — einer Bankrotterklärung gleichkommt, noch das militärisch notwendige Töten.

Wobei es jedem bewusst sein sollte, Soldaten sind alleine dazu da, um bei Bedarf zu töten. Aber nicht dazu, um selbst getötet zu werden.

Aktuell binge ich Boston Legal und dort wird u. a. sehr gut die Todesstrafe thematisiert. Alan Shore meint dabei, dass wer für die Todesstrafe ist, sich zumindest einmal selbst eine Exekution ansehen sollte. Ich finde, dies hat was! Ich gehe sogar soweit zu fordern, dass jeder Richter, der eine Todesstrafe verhängt, das Töten dann auch selbst übernimmt — nicht immer ist die Gewaltenteilung auch angebracht.

In Tennessee haben sich Politik und Justiz jüngst dazu entschieden, um nach 200 Jahren wieder einmal eine Frau hinzurichten — alleine wohl, um Donald Trump ein klein wenig aufzuheitern; was dieser so kurz vor den Midterms sicherlich nötig hat.

Christa Pike ist dabei das Opfer und dies im wahrsten Sinne des Wortes! Nach zwei missglückten Hinrichtungsversuchen wurde sie vorläufig in ein Krankenhaus gebracht. Nun bin ich einmal gespannt darauf, ob sie morgen von der National Guard oder dem ICE totgeschlagen werden muss.

Was ist bloß aus unserer Welt geworden!

Verschiedenes

Aktuell trudeln bei mir die Anfragen zur Klausureinsicht ein. Ich sammle diese erst einmal und suche dann zusammen mit Detlef Stern nach einem passenden Termin und Ort. Erst wenn ich diese habe, werde ich auf die Anfragen antworten.

Inzwischen ist es schwieriger mit der Bahn von Heilbronn aus zum Flughafen nach Stuttgart zu kommen als über die Seidenstraße zu gelangen. Wenn das Verkehrsministerium und die Deutsche Bahn so weitermachen, gibt es bestimmt bald entsprechende Reiseberichte und Romane, die dann Marco Polo völlig alt aussehen lassen.

Das dies heute so ist, liegt meines Erachtens daran, dass man das in Ministerien und dem Bahnvorstand benötigte Personal nicht mehr nach Eignung, Leistung und Befähigung aussucht, sondern dabei voll und ganz auf „Familienbande“ baut — so wie es in jenen Länder üblich ist, die wir so gerne als Failing oder gar Failed States bezeichnen.

Wir nutzen heute dann das Auto, wobei sich die Fahrerin schon überlegt, wie sie am besten den gesperrten Engelbergbasistunnel umfahren kann.

Funktionierende Demokratien haben allesamt einen ganz gewaltigen Nachteil, denn sie machen das Raubrittertum fast unmöglich. Und wir alle lieben doch einen Götz von Berlichingen! Und da es keine echten Männer mehr gibt, müssen halt Gestalten wie Wladimir Putin und Donald Trump ran. Jan Fleischhauer hat vor über zehn Jahren bereits darüber geschrieben und ergründet, warum viele Deutsche Wladimir Putin bewundern (Der Spiegel, 17.04.2014, 18.20 Uhr).

Wir Menschen wollen mehrheitlich einfach nicht in einer heilen Welt leben, wo alle unsere Mitmenschen eine Chance haben, um glücklich zu werden! Was auch erklären könnte, warum in Deutschland lebende Türken so gerne Recep Tayyip Erdoğan wählen.

Etwa 60 000 in Deutschland lebende Bosnier haben sich zur kommenden Wahl angemeldet, um mit über die Zukunft Bosnien und Herzegowinas zu entscheiden. Wohl sehr menschlich, wenn diese sich für noch mehr Konflikt vor Ort entscheiden werden, denn sie müssen selbst bestenfalls nur noch zum Urlaub dorthin.

Bosnien

Heute wurden wir gefragt, ob wir als Wahlbeobachter nach Sarajewo gehen. Offiziell sicherlich nicht, was aber nicht bedeutet, dass mich die dortige Wahl am 4. Oktober 2026 nicht interessiert. Beruflich bedingt war ich von Anfang an mit dem Zerfall des damaligen Jugoslawien beschäftigt, was mir zudem darüber hinaus ein Anliegen war, weil wir in unserem Verein von Anfang an auch Mitglieder des Westbalkans hatten, die nun über Nacht zu waschechten Feinden wurden, und ich Freunde seit meiner frühsten Jugend hatte, die ich nun überhaupt nicht mehr verstand. Aus stolzen Jugos wurden plötzlich fanatische Serben, Kroaten, Bosnier, Albaner, Slowenen, Kosovaren und noch weit mehr. Wobei sich aus ehemaligen werdenden Europäern mit Masse nationalistische Spinner entwickelt haben, die sich bis heute wie von ganz alleine selbstrekrutieren. Der größte Teil dieser heutigen Verbohrten war noch nicht einmal geboren, als am 14. Dezember 1995 das Dayton Peace Agreement verabschiedet wurde.

Ich war von Anfang an gegen dieses Peace Agreement und musste seine Auswirkungen dann vor Ort mit ausbaden. Bis heute dürften die Menschen dort mehrheitlich noch nicht soweit sein, dass sie diesen Friedensvertrag auch leben können. Bis heute muss die internationale Gemeinschaft darauf achten, dass der weiterhin schwelende Konflikt nicht wieder völlig aus den Fugen gerät. Schlimm, wenn auch nach Jahrzehnten unsere damaligen Analysen des Konflikts weiterhin Bestand haben und es zwar bis heute nicht zum Worst Case Szenario kam, wir dieses aber weiterhin nicht ausschließen können.

Das letzte Mal war ich 1999 vor Ort als auch der oder das Kosovo etwas beruhigt werden konnte. Und vor ziemlich genau 30 Jahren machte ein Kamerad ein Foto von mir, das mich in einer abgestürzten Seilbahngondel zeigte und die Absurdität von Konflikten noch besser darstellen konnte als jene Aufnahmen von Kleinkindern, die mit Hammer und Meisel inmitten von Blindgängern aller Art nach Metall zum Verkaufen suchen.

Spannend für mich dabei, ob ich einen Flashback bekomme, wenn sich dieser nicht bereits eingestellt hat. Unser Reiseführer Semin Bristina hat mir versprochen, dass es keinen Gefechtsfeld-Tourismus geben wird, sondern wir die positiven Veränderungen der letzten drei Jahrzehnte zu Gesicht bekommen werden.

Ich hoffe inständig dabei, dass diese positiven Eindrücke nicht sogleich wieder von der dortigen Wahl völlig zunichte gemacht werden — überraschen würde es mich auf alle Fälle nicht! Diesbezüglich hat mich heute Gerhard Sabathil auf einen Beitrag von Milan Nič und Nikola Xaviereff aufmerksam gemacht, der wieder einmal darauf hinweist, dass selbst die Westliche Welt bis heute keine einheitliche Meinung zum Westbalkan gebacken bekommt: As Bosnia Votes, Western Consensus Is Broken (DGAP, 29.9.2026).

Bis heute und wie schon in den 1990er-Jahren verdienen viel zu viele daran, dass es auf dem Westbalkan nicht besser werden wir, und dies beinhaltet von Anfang an auch Hilfsorganisationen sowie die ganzen Think Tanks und Universitätsfakultäten, die damit über Generationen hinweg ihr eigenes Einkommen sichern können.

Das wirklich Schlimme daran ist, dass, wenn es den Westbalkan nicht gäbe, wir Europäer nach einem anderen Gebiet Ausschau halten müssten, um bestimmte systemrelevante Menschen zu beschäftigen.


Nachtflug

29.9.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Nachtflug | © Bettina Kümmerle

Bandagen

Wie bereits 2022 hier gesagt, ist der russische Überfall auf die westliche Welt ein neuer Weltkrieg. Zukünftige Historiker werden sich sicherlich auf den exakten Beginn und ein etwaiges Ende einigen. Notiz am Rande, dass man sich bei den beiden vorherigen Weltkriegen noch nicht einmal sicher ist, ob es gar nur einer war. Und vielleicht wird man in ein paar Hundert Jahren diesbezüglich sogar von einem weiteren Hundertjährigen Krieg sprechen.

Auf alle Fälle aber werden die Bandagen auf beiden Seiten immer straffer gewickelt. Inzwischen reaktiviert selbst die USA ihre uralten Bestände an Langstreckenbombern, verlängert die Laufzeit ganzer Schiffsgenerationen und bereits abgeschriebener Jagdflugzeuge — was wir übrigens nicht können, da wir entweder unsere Waffen und das Gerät verscherbelt haben oder Firmen teuer dafür bezahlten, um gutes Material zu entsorgen.

Derweil bereitet die russische Föderation langsam aber sicher eine Mobilmachung vor und enteignet schon einmal jene westlichen Betriebe, die noch in Russland verblieben sind. Nordkorea läuft sich ebenfalls warm und China übt bereits, wie man Taiwan trotz der durch die neue Drohnenkriegsführung geänderten Bedingungen besetzen kann.

Im Nahen und Mittleren Osten intensivieren sich die Kriegshandlungen fast schon täglich und Europa muss mit weiteren hybriden Angriffen aus Russland rechnen — die fünfte Kolonne wie auch die Schläfer üben ebenfalls, was die zahlreichen fehlgeschlagenen Terroranschläge in Europa erklärt.

Japan hat in den letzten vier Jahren aus seinen Selbstverteidigungskräften sehr schlagkräftige Streitkräfte gemacht und Südkorea wie auch Australien rüsten auf wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.

Wir Europäer haben derweil und mit voller Absicht falsch gepokert und müssen nun alleine darauf bauen, dass die Russische Föderation wirtschaftlich noch vor 2029 zusammenbricht und dies die Chinesen vor einem Waffengang abschreckt.

Wir müssten nun ebenfalls die Bandagen fester wickeln und unsere noch vorhandene Wirtschaftsmacht vollumfänglich ausspielen. Aber was machen wir, wir verhandeln bereits wieder über billiges Russengas und -öl und tricksen bei den in Kraft getretenen Sanktionen wo immer wir es können — 2029 ist ja noch eine ganze Weile hin!

Wobei, einen großen Vorteil hat das Ganze, denn Stuttgart 21 muss somit niemals fertiggestellt werden und keiner ist dafür mehr verantwortlich.

Vermischtes

Irgendwie ist es so langsam nicht mehr lustig, dass die Bundeswehr weiterhin Flugzeuge, Hubschrauber, Schiffe und Landfahrzeuge in unglaublichen Mengen kauft, wohlwissend, dass sie dieses Material nie und nimmer in einem Krieg einsetzen kann ohne dabei die eigenen Soldaten zu töten und dem Gegner den Sieg zu sichern. Was eigentlich völlig egal ist, Hauptsache ein paar systemrelevante Personen dürfen sich weiterhin dumm und dämlich verdienen.

Lustig dagegen ist, wie nun die FAZ bemüht ist, das Fehlverhalten von gleich zwei CDU-Politikern in das möglich beste Licht zu rücken. So soll z. B. der aalglatte und wahrscheinlich sogar teflonbeschichtete Philipp Amthor durch die Medien rundgeschliffen werden; auf alle Fälle hat Berthold Kohler einen richtigen Narren an diesem in der Politik angeblich völlig unterbezahlten Politiker gefressen. Ich meine hingegen, wäre Philipp Amthor tatsächlich ein solch dringend benötigtes Talent, müsste die FAZ keine solchen Artikel über ihn verfassen. Und selbst Jens Spahn hat sich wieder einmal völlig richtig verhalten, so zumindest lassen es Matthias Wyssuwa und Stephan Löwenstein ihre Leser wissen. Spannend wäre zu wissen, was die FAZ-Journalisten von der CDU so alles versprochen bekommen haben.

Man kann das Ganze aber auch locker übertreffen, indem man z. B. wie ich weiterhin Boston Legal bingt, wo die Protagonisten wenigstens so richtig lustig und dazu noch nett sind. Am besten aber, dass diese Kanzlei locker meine Scotch-Bestände aufbrauchen könnte — ich müsste vielleicht sogar noch nachlegen.

Und zum guten Schluss konnte ich dabei auch die Einladung zur 73. Kreisversammlung fertigstellen und drucken. Beim nächsten Bingen werden die Briefe kuvertiert und in den Versand gegeben.

Eurowings

Bereits vor Monaten haben wir einen Hin- und Rückflug nach Sarajewo gebucht. Normalerweise fliegen wir die Strecke Stuttgart – Berlin, einschließlich der inzwischen üblichen Umwege. Also alles kein Problem. Nun aber habe ich eine Eurowings-Werbung gesehen, die mich mehr als nachdenklich macht — scheinbar haben die jetzt nur noch völlig durchgeknalltes Personal.

Und so hoffe ich nun, dass zumindest die Piloten noch halbwegs normal in den Flieger steigen — zumindest aber ihre Finger vom Autopiloten lassen.