Blitz

Neuland 4.2 (5)

Beitragsfoto: Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Ein Novum in unseren Demokratien, denn zum ersten Mal wird eigentlich eine ganze Partei vor Gericht gestellt und als kriminelle Vereinigung angeklagt. Und das geschieht gerade in Georgia, dem vierten US-Bundesstaat, wo neben dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump weitere 18 Republikaner u. a. wegen Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten von Amerika angeklagt sind.

Dabei handelt es sich nicht um irgendeine Partei, wie z. B. die NPD oder die AfD bei uns, sondern um eine tatsächlich über Jahrzehnte hinweg staatstragende Partei, die wohl bisher zudem die meisten US-Präsidenten stellte.

Diesen Vorgang könnte man mit einer Anzeige gegen Gerhard Schröder oder gegen etliche CSU-Politiker vergleichen, die der Bundesrepublik Deutschland schwere Schäden zugefügt haben.

Im Falle dass sich die US-Judikative durchsetzt und damit der Demokratie in den Vereinigten Staaten neues Leben einhaucht, hat dies auf alle Demokratien weltweit Auswirkungen. Und dann müssen wir uns auch in Deutschland fragen, ob wir nicht ebenfalls gegen doch so manche Partei bei uns ermitteln sollten.

Bis dahin könnten wir doch schon einmal damit beginnen zumindest jene Politiker vor Gericht zu stellen, die sich ganz offen gegen unsere Demokratie wenden.

Zur weiteren Lektüre empfehle ich:

Trump charged in Georgia 2020 election probe, his fourth indictment (Washington Post, 15.8.2023)

Trump und seine „kriminelle Vereinigung“ (FAZ-Artikel, 15.8.2023)

Two months in Georgia: How Trump Tried to Overturn the Vote (New York Times, 14.8.2023)

Anklageschrift des Fulton County-Gerichts (14.8.2023)


Blitz

Flatrate 4.3 (7)

Beitragsfoto: Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Leider handelt es sich dabei um keine Sommerloch-Äußerung eines drittklassigen Berufspolitikers, sondern um einen Auszug der künftigen CDU-Programmatik.

„Die Union fordert eine höhere Eigenbeteiligung der gesetzlich Krankenversicherten. ‚Wir müssen die weit verbreitete Flatrate-Mentalität in der gesetzlichen Krankenversicherung beenden‘, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Tino Sorge (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.“

ZDF, 13.08.2023 17:29 Uhr

Dabei wissen es wir doch alle und dies bereits seit Jahren, dass es bei uns keinen besseren Beruf für „Flatliner“ gibt, wie den des Volksvertreters. Und dazu benötigt es nicht mehr als einen Listenplatz und eine ausreichende Anzahl von Wählerstimmen für die listenverantwortliche Partei. Schwuppdiwupp gehört man zur Bildungs- und Leistungselite unseres Landes!

Und sobald man zu diesem erlauchten Kreis gehört, ob Gemeinderat oder gar Europaabgeordneter, dann muss man sich um wirklich nichts mehr Gedanken machen — vielleicht noch, ab wann man auch noch zur Geldelite unseres Landes zählt. Spätestens mit der Zuruhesetzung als Berufspolitiker muss sich die gesamte Familie keine Sorgen mehr über die materiellen Dinge des Lebens machen — es sei denn, man vergleicht sich sich selbst weltweit mit den allerbesten, den Königshäusern, Despoten oder gar Diktatoren oder zumindest mit deren Knechten und Mägden, wie etwa einem Gerhard Schröder oder einer Karin Kneissl.

Auf alle Fälle aber müssen sich unsere Berufspolitiker um alltägliche Dinge keine Gedanken mehr machen, denn diese gibt es für diese besseren Menschen völlig umsonst. Und wer nicht gratis Lufthansa fliegen will, der lässt sich einfach von der Bundeswehr oder der Polizei mit dem Hubschrauber chauffieren – Ehegatten und Kinder inbegriffen.

Für ärztliche Notfälle stehen unseren Volksvertreter selbstverständlich neben dem gesamten Gesundheitswesen auch noch die Bundeswehrkrankenhäuser zur Verfügung, denn dem Rundum-Sorglospaket darf es an wirklich nichts mangeln. Das Ganze wird dann noch um kostenlose Urlaubsreisen um die gesamte Welt ergänzt, denn man muss diese Leistungsträger unbedingt auch bei Laune halten.

Und genau wenn man auf so einem hohen Roß sitzt, dann muss man sich über die Flatrate-Mentalität in unsere Bevölkerung auslassen!


Blitz

Verwaltung 5 (3)

Beitragsfoto: Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Wenn man in Vereinen tätig ist, dann bleibt es nicht aus, dass man sich mit Verwaltungen, Banken und Versicherungen herumärgern muss. Wahrscheinlich ist dies der maßgebliche Grund dafür, warum sich immer weniger Menschen in Vereinen engagieren möchten.

Die letzten beiden Tage hatte ich zwei entsprechende Telefonate der ganz besonderen Art. Meine bessere Hälfte schüttelte dabei als ausgewiesene Fachkraft nur noch den Kopf. Und der notwendige elektronische Schriftverkehr mit den betroffenen Vorstandskollegen lies mich dieses Mal erstaunlicher Weise als Mediator tätig werden — die anderen waren vom Geschehen eindeutig schockierter als ich.

Dabei ist es eine Binsenweisheit, dass jede Verwaltung und dies ohne Ausnahme ab einer bestimmten Größe zum Irrenhaus wird. Deswegen darf man das Ganze einfach nicht persönlich nehmen und muss nur immer wieder Wege finden, wie man aus der gerade aktuellen Misere am besten herauskommt.

So gehen wir das aktuelle Problem ab kommender Woche zu dritt und persönlich vor Ort an — was man halt so als Ehrenamtlicher macht: die Bespaßung von völlig gelangweilten Bürohengsten oder -stuten.

Danach gehen wir einen Trinken, denn wir haben das Ganze nun mit einer Wette garniert und wer diese verliert, der bezahlt den Abend.