Transparenz

Nur mal so 5 (4)

Beitragsfoto: Transparenz | © Shutterstock

Besonders viele Blogger in meiner Timeline und selbstverständlich auch jene, die in den entsprechenden deutschen Firmen arbeiten, fordern immer stärker, dass das Internet „nationalisiert“ werden soll. Sie stören sich immer öfters und immer mehr daran, dass seit Beginn des Internets US-amerikanische Firmen die Chance ergriffen haben, um mit dem Internet so richtig gut Geld zu verdienen.

Was an sich nichts Schlechtes ist. Man könnte sich nun aber daran stören, dass die US-Amerikaner fast ein Monopol in Sachen Internet besitzen. Wobei dieses „Monopol“ nicht nur auf sehr viele voneinander unabhängige Firmen aufgeteilt ist, sondern schon längst auch von chinesischen Firmen stark infrage gestellt wird.

Folglich ist es mit dem Monopol nicht ganz so weit her und man erkennt zudem, dass es auch Firmen anderer Länder gelingt oder gelingen kann, um vom Kuchen etwas abzubekommen. Man kann dabei selbstverständlich bedauern, dass es kaum bis keine bundesdeutschen Firmen gibt, die in diese internationale Liga vorstoßen können.

Schon immer hat es sich deshalb angeboten, dass, wenn man nicht konkurrenzfähig ist, man durch Zölle und andere Regulierungen versucht, selber konkurrenzfähig zu werden. Cookiebanner und Datenschutzforderungen haben dabei nicht so richtig weitergeholfen und so zieht man wieder einmal die nationale Sicherheitsklatsche — die funktioniert immer! egal wobei.

Wir sollten gerade bei uns in Deutschland einmal auch darüber nachdenken, ob es für uns Bürger eine gute Idee ist, wenn wir uns auf deutsche Provider, eine Deutschland-Mail, eine Deutschland-Cloud und biodeutsche Software begrenzen und beschränken lassen.

Als nächste Aktion kommt dann, dass wir jeden Klick und jedes Wischen mit einem Lichtbildausweis und einer Urinprobe bestätigen müssen — alleine wegen der nationalen und unserer ganz persönlichen Sicherheit versteht sich.

Internet-Führerscheine und Allerlei mehr werden sicherlich folgen, selbstverständlich mit einer Steuer und entsprechenden Abgaben versehen, weil das diesbezügliche Ministerium mit seinen Behörden finanziert werden muss.

Am Ende wird sich dann kaum noch ein Blogger eine Website finanziell gönnen können und wenn doch, dann erreicht er höchstens noch seine unmittelbare Nachbarschaft und den Blogwart.

Die Idee des Internets war ursprünglich eine andere! Und da das mit meinem australischen Server nie so richtig geklappt hat, stieg ich von ganz alleine auf eine lokale Firma um. Und im Falle, dass es für mich weitere passende lokale Produkte, wie den Zettelkasten gibt, werde ich auch die gerne einmal ausprobieren. Das Ganze hat einfach etwas mit Angebot und Nachfrage zu tun.

Was ich bis heute aber nicht verstehe ist, warum ein am Internet hängender Server in Deutschland grundsätzlich sicherer sein soll als ein sich irgendwo auf der Welt befindlicher? Den Einsen und Nullen dürfte der Standort völlig egal sein.

Charmanter als eine Nationalisierung des Internets wäre deshalb eine weitere Dezentralisierung und eine bundesdeutsche Infrastruktur, die es erlaubt, dass sich jeder seinen Privatserver neben seinen Router oder gar das Mobiltelefon stellen kann.


Blogger

Reichweite 5 (2)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Nach all den Jahrzehnten im Internet habe ich mich nun endlich vollständig emanzipiert und von dieser unsäglichen Reichweitendiskussion losgesagt.

„Reichweite und Traffic sind im Zeitalter der Digitalisierung zu einer der wichtigsten Messgrößen geworden. Traffic bezeichnet dabei den Besucherstrom auf einer Website, also die Aufrufe der Startseite und der Unterseiten (Page Impressions) sowie die Seitenbesuche (Visits). Darüber hinaus ist der Traffic einer Website für Suchmaschinenanbieter wie Google, Yahoo! und bing ein Indikator zur Bewertung der Rankingposition in den Suchergebnissen. Die Reichweite gibt den Anteil der Konsumierenden an, die von Internetangeboten erreicht werden und ist damit ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Präsenz im Internet. Internetnutzende treten dabei als Follower:innen oder auch als Käufer:innen auf. Gemessen werden sie unter anderem unter den Begriffen Monthly Active Users (MAU) oder Daily Active Users (DAU). Ist die Optimierung der Sichtbarkeit und Auffindbarkeit einer Unternehmensseite oder von Inhalten das Ziel, spricht man von Suchmaschinenoptimierung (SEO).“

Statista (2.3.2026)

Schon viel länger ist SEO für mich nicht nur bloß Internet-Voodoo, sondern gar reines Teufelszeug. Deshalb optimiere ich mein Blog schon lange nicht mehr und messe auch keine Leserzahlen. Warum denn auch und hierbei komme ich nun auf den Punkt.

Was würde sich für mein Blog ändern, wenn ich gar eine Milliarde Leser hätte, außer vielleicht, dass mir mein Provider eine größere Rechnung schreiben würde? Nichts!

Egal, ob ich nun fünf, fünfhundert, fünfzigtausend oder weit mehr Leser hätte, ich weiß nichts davon.

Ein Leser konsumiert meine Beiträge still und heimlich. Vielleicht hat er auch etwas davon? Woher aber soll ich dies wissen? Und interessiert mich dies dann auch? Ist die Katze im Karton tot oder lebt sie noch?

Was ich damit sagen möchte ist, dass es doch überhaupt nicht auf die Anzahl der Leser ankommt! Das ist, wie wenn man gegen eine Wand spräche. Auf was kommt es dann an?

Ganz einfach, auf das Echo, auf die Reaktion, auf die Antwort, auf den Like, auf den Kommentar, auf die Gegenrede, auf eine E-Mail, auf einen Anruf, auf das persönliche Gespräch — die Möglichkeiten zur Kommunikation sind dabei fast grenzenlos!

Ergo, Reichweite ist Schall und Rauch! Was zählt, das ist einzig und alleine die Anzahl von für mich erkennbaren Reaktionen auf mein Geblogge (eine Art von digitalem Kommunikationsangebot).

Was nun aber ein ganz anderes Problem aufwerfen könnte, denn für mich als Mensch sind maximal die Reaktionen von bis zu 12 anderen Menschen von Bedeutung und ich kann maximal die Reaktionen von bis zu 120 (manche meinen bis zu 150) Personen sinnvoll — im Sinne von Kommunikation — verarbeiten. Wir Menschen haben Grenzen, ob wir dies möchten oder auch nicht, ein Grund, warum der Föderalismus so notwendig ist! — ich schweife ab …

Mein Fazit: nicht die Reichweite sollte einen Blogger interessieren, sondern einzig und alleine das Feedback, das er erhält — der Beginn einer hoffentlich für beide Seiten fruchtbaren Kommunikation.

P. S.

Was so ganz beiläufig auch jene Journalisten seelisch entlasten kann, die durch bloße Reichweite ihre Brötchen verdienen müssen. Journalismus war und ist schon immer eine ganz andere Baustelle!


Universum

Deep Space Nine 5 (3)

Beitragsfoto: Universum | © Gerd Altmann from Pixabay 

Inzwischen befinde ich mich am Ende der vierten Staffel, welche ich übrigens bis dato für die beste Staffel erachte. Spannend auch, dass ich von immer mehr Freunden, Bekannten und anderen Bloggern erfahre, dass diese ebenfalls Gefallen an diesem Ableger der ehemaligen Fernsehserie Raumschiff Enterprise gefunden haben. Wie bereits geschrieben, für mich ist Captain James T. Kirk weiterhin der beste Raumschiffkommandant. Und so habe ich nur gelegentlich in weitere Ableger von Star Trek hineingeschaut, wobei dies je älter ich wurde umso seltener geschah.

Aus einem kurzen Anfall von Nostalgie heraus habe ich mir dann doch einmal den Ableger Jean-Luc Picard (2020 – 2023) angeschaut, bereits nach drei oder vier Folgen war dann aber Schluss damit.

Ganz anders erging es mir mit Deep Space Nine als diese 1993 erstmals ausgestrahlt wurde. Wäre meine frisch angetraute bessere Hälfte nicht gewesen, hätte ich diese Staffeln bereits in den 1990er-Jahren zu Ende geschaut.

Letztes Jahr thematisierte ich hier im Blog einmal Star Trek versus Star Wars, was zu weiteren Gesprächen u. a. mit Detlef Stern führte, dem DS9 sehr gut gefallen hatte. Und so kam es nun, dass ich doch noch nach all den Jahrzehnten dazu komme, um diese Serie bis zum bitteren Ende zu schauen — hoffe ich auf alle Fälle einmal. Der Vorteil dabei, ich muss nicht immer auf die kommende Folge warten, sondern kann mich nun auf diese Station beamen wann immer ich es möchte und Zeit dazu habe.

Und da ich nun auch den Handlungssträngen folgen kann, stelle ich fest, dass sich das Star Trek Universum nicht nur stark ausgebreitet und dabei auch Tiefe gewonnen hat — was schon immer mein Traum in Bezug auf Europa gewesen ist.

Inzwischen habe ich sogar Gefallen an den Ferengi gefunden und kann sogar den Jem’Hadar etwas Gutes abgewinnen.

Ob ich mir nach dem Ende von DS9 nochmals einen anderen Ableger von Star Trek anschaue, steht momentan völlig in den Sternen. Ab und an gucke ich noch eine der Folgen der Originalserie und stelle dabei fest, wie sehr ich inzwischen selber aus der heutigen Zeit gefallen sein muss. Wahrscheinlich aber werde ich mir — die Zeit vorausgesetzt — den inzwischen ebenfalls etwas ergrauten William Shatner nochmals und zwar als Rechtsanwalt gönnen.


Fediverse Reactions