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Weil ich es gerade mit viel zu vielen Menschen zu tun habe, die unbedingt den Erfolg wollen, worin auch immer, erlaube ich mir auf die Schnelle einen Kommentar dazu, selbst wenn ich und wohl dabei wieder einmal und sicherlich auch den Falschen auf die Füße treten könnte.
Und meine Beobachtung lässt sich auf kein einziges Gebiet begrenzen, sie scheint heutzutage schlichtweg universell sein. Ob an den Bildungsstätten, in der Kultur, im Job oder auch hier in den vielen Blogs.
Auf den Punkt gebracht, man will den Erfolg, egal wie, aber auf alle Fälle selber nichts mehr dafür tun oder gar machen.
Jene Zeiten, wo man vor den Erfolg noch Fleiß, Arbeit, Schweiß, Tränen, Geduld und Ausdauer setzte, solchen Menschen gar Verve unterstellte, scheinen längst vorbei zu sein. Und auch die Zeiten, wo man noch durch bestimmte Tore musste, um auch nur ein kleinen Stückchen weiterzukommen sind passe — und dies ein für alle Mal!
Fangen wir mal bei der Bildung an. Es zählt einzig und alleine noch was man oder gar die eigenen Eltern wollen. Der Rest ist zu diskutieren, manchmal gar auch nur käuflich zu erwerben.
Auch wenn ich es selbst nie akzeptieren konnte, dass „Kunst von Können“ käme, sieht es inzwischen so aus, dass man als Musiker nicht einmal mehr ein Instrument spielen und als Maler schon länger keinen Pinsel mehr halten können muss. Alles geht und wenn selbst das nicht, dann macht das nun die KI für einen.
Manager in einem Unternehmen, geschenkt. Hauptsache man überzeugt die richtigen Leute vom eigenen Erfolg. Geht dann alles schief und das Unternehmen dabei pleite, lebt man munter einfach von den bereits gezahlten Boni weiter. So lange bis man das nächste Unternehmen bankrottieren darf.
Last but not least das Bloggen, jene Beschäftigung im Internet, wo man den Menschen dahinter noch unterstellen durfte, dass sie wenigstens ihre ganz eigenen Worte und dies völlig unbeschwert in die Tasten hauen — der letzte Hort von Authentizität. Gibt es nun bald auch nicht mehr.
Bei so vielen erfolgreichen Menschen sollte man sich doch irgendwann einmal die Frage stellen, warum es dann überhaupt bei uns beständig bergab geht? Das tut es, entgegen anderweitiger Verlautbarungen. Da stimmt doch irgend etwas nicht so richtig!







2 thoughts on “Erfolg”
Bei LinkedIn gehörst du nicht zu den Coolen, wenn du nicht bereits vor der 5:00 Uhr Morgenroutine 7-stellig verdienst.
LinkedIn Experten präsentieren Grafiken, wie ihre Kunden mit 23 Followern 800.000 Impressionen bekamen. Und natürlich 58 Leads.
Ohne Rolex und Lambo ist man dort sowieso ein “Lowperformer”.
Es ist so ermüdend. Weshalb ich Deinen Beitrag sehr gut nachvollziehen kann.
Danke fürs Lesen und Nachvollziehenkönnen.