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Islay Malt

Raucharomen und Torfgeschmack

Islay, eine knapp 620 Quadratkilometer große Insel der Inneren Hebriden, besitzt alleine derzeit neun aktive Brennereien, von denen die folgenden mit zu meinen Lieblings-Malt gehören: Ardbeg (1815), Bowmore (1779), Bruichladdich (1881), Bunnahabhain (1881), Caol Ila (1846), Lagavulin (1816) und Laphroaig (1815). Die restlichen zwei Ardnahoe (2016) und Kilchoman (2005) wohl nur deswegen nicht, da ich keine Erfahrung mit ihnen habe.

Gut 15 weitere inzwischen aber geschlossene Destillerien sind auf Islay bekannt und man sagt, dass in Hochzeiten des Whisky-Trinkens bis zu 23 Brennereien zugleich aktiv gewesen sind. Der von mir einst gerne getrunkene Port Ellen soll nach seiner Schließung 1983 in diesem Jahr wieder die Produktion aufnehmen. Das größte Problem dabei ist, dass man die Brennblasen (Still) damals zerstört hat, aber diesen als der eigentlichen „Seele“ eines Single Malt wohl die größte Bedeutung zukommt. So wird der zukünftige Port Ellen bestimmt auch ein guter Single Malt werden aber sicherlich ein ganz anderer als der alte Port Ellen.

Der Whisky von Islay wird als „besonders kräftig“ bezeichnet und von vielen auch als „stark“ empfunden – unabhängig davon, ob die Single Malt starke Rauch- bzw. Torfaromen aufweisen. Islay profitiert noch heute von seinen großen Torfvorkommen, die bei der Herstellung des Single Malt auch gerne genutzt werden. Das Torfaroma ist ein typisches Kennzeichen vieler Islay Malt und wohl auch ein Grund dafür, dass ich diese Whisky über Jahre hinweg sehr gerne getrunken habe.

Beim ersten Schritt der Whisky-Herstellung, dem Mälzen, wird das dabei entstandene Grünmalz anschließend gedarrt, das heißt, dass die Keimung mittels Hitze gestoppt wird. Dies geschieht in Darren, wobei das Malz sowohl mit heißer Luft als auch durch heißen Rauch getrocknet wird. Bei den mit Torf befeuerten Darren (kiln) durchzieht der Rauch das Grünmalz. Das Torf gibt dabei über den Rauch Geschmacksstoffe an das frische Malz ab. Anhand des Phenolgehalts im Rauch stellt man fest, wie stark das Malz beim Darren geräuchert wurde, dabei reicht die Bandbreite von völlig ungetorftem bis hin zu sehr stark getorftem Feuer, was sich bei den Islay Malt besonders auswirkt.

Nach dem Mälzen kommt dann noch das Schroten, das Maischen, das Gären, das Brennen (Destillation) und das Lagern. Gut 12 Jahre später steht dann ein Single Malt zum Kauf bereit, wenn man nicht vorher schon einen Fassanteil erworben hat.

„I’m on a whisky diet. 

I’ve lost three days already.“

Anon

Eine Antwort auf „Islay Malt“

Mir gefallen deine Beiträge über Whisky sehr gut! Sie sind ein angenehmes Leseerlebnis für die ruhige Minute am Abend.

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