Gerade wenn man aus anderen Ländern oder Städten zurück nach Heilbronn kommt, muss man leider immer wieder und jüngst noch verstärkt feststellen, dass wir in unserer Stadt und seiner näheren Umgebung ein Sauberkeitsproblem haben.

Es gibt kaum noch einen Ort oder Platz, vielleicht dieses Jahr vom Bundesgartenschaugelände einmal abgesehen, an dem man nicht auf weggeworfenen oder illegal entsorgten Müll stößt, und dies trotz der unermüdlichen Bemühungen unserer städtischen Angestellten und den von der Stadt beauftragten Entsorgungsunternehmen.

Zum einen ist es sicherlich ein Bildungsproblem, wobei viel zu viele Mitbürger weder von zuhause eine entsprechende Erziehung mitbekommen noch das Bewusstsein entwickelt haben, dass eine saubere Umwelt nicht nur schön anzusehen, sondern auch noch gesund für Geist und Körper ist.

Zum anderen aber haben Gemeinderat, Stadtverwaltung und wir Bürger selbst die Verantwortung für unsere Stadt an „Jedermann“ oder „Alle anderen“ abgegeben. Vereinzelte Initiativen von engagierten Bürgern entweder freiwillige Reinigungsdienste zu übernehmen oder gar ertappte Verursacher zur Rede zu stellen, verlaufen im Sande, da diese Bürger kaum von städtischer Verwaltung oder anderen Mitbürgern unterstützt werden.

Zudem hat sich unsere Gesellschaft insgesamt dahingehend gewandelt, dass die Umweltverschmutzer höchstmöglichen Schutz genießen und im Gegenzug verantwortungsbewusste Mitbürger, die diesem Treiben Einhalt gebieten möchten, nicht nur mit Beleidigungen und Häme zu rechnen, sondern vereinzelt auch körperlich bedroht werden – und im Falle von Notwehr wenig Rückendeckung von Exekutive, Justiz oder ihren Mitbürgern zu erwarten haben.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass zum Beispiel alleine Zigarettenkippen und Plastikabfälle schwere Umwelt- und Gesundheitsschäden für uns alle nach sich ziehen, sollte man doch meinen, dass allgemein dringender Handlungsbedarf gesehen wird!

Ein afrikanisches Sprichwort sagt zwar, dass es eines ganzen Dorfes bedarf, um ein Kind zu erziehen. Wir aber haben bei uns diese gemeinschaftliche Verantwortung längst an „den Staat“ abgegeben und unterbinden dabei zudem immer mehr die „Einmischung“ von anderer Seite, selbst die der eigenen Verwandtschaft oder befreundeter Nachbarn. Dass aber „der Staat“ diese Erziehungsaufgabe nicht erfüllen kann, sehen wir an allen Orten, ob im Kindergarten, der Schule, den Schwimmbädern, den Stadtbussen oder auf der Straße.

Deswegen bleibt es uns wohl nur übrig, „den Staat“ dahingehend zu stärken, dass er befähigt wird, zumindest die Ordnung in unsere Stadt sicherzustellen. Und diese Ordnung sorgt dann für entsprechende Sauberkeit.

Eine Möglichkeit wäre, das Ordnungsamt der Stadt Heilbronn personell so zu verstärken und zu befähigen, dass nicht nur die meisten illegalen Müllablagerungen, sondern auch das Wegwerfen von Zigarettenkippen, Spuken und Pinkeln auf öffentlichen Plätzen nachhaltig unterbunden wird.

Alternativ könnte man auch entsprechende Firmen beauftragen, die sich durch die Einnahmen der Strafzahlungen finanzieren und dabei auch noch das Falschparken in Griff bekämen.