Lesezeichen

Kaputtes Hirn 4.8 (6)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Jia Tolentino| The New Yorker

My Brain Finally Broke (zuletzt aufgerufen am 4.5.2025, 12.12 Uhr)

„Much of what we see now is fake, and the reality we face is full of horrors. More and more of the world is slipping beyond my comprehension. …

Many of these news items feel too horrific to be true, except that they are true, although they are reported in media outlets that many Americans refuse to believe, and appear in news feeds alongside a wide variety of things that are obviously false — or, maybe even more treacherous, weirdly indeterminate. 

… The image appeared on my feed in the midst of a bunch of bullshit, and then I refreshed. And, as intended, it disappeared.“


Lesenswert. Allerdings bin ich bezüglich des Topos „Israel – Palästinenser“ einer ganz anderen Meinung.

Und wenn man jetzt noch bedenkt, dass inzwischen auch Blogger, die letzte Verteidigungslinie des ehemaligen WWW, sich damit brüsten, KI für ihre eigenen Blogs zu verwenden und selbst sehr lesenswerte Blogs nur noch so mit KI-generierten Bildchen um sich werfen, dürfte es erreicht sein: Lautstärke und Dummheit sind unsere neuen gemeinsam zu erstrebenden Ziele. Alle anderen werden einfach weggemobbt oder gedisst.

Ganz passend dazu, dass seit ca. zwei Tagen sämtliche meiner E-Mail-Eingänge nur noch so mit MAGA- und GOP-Spam zugemüllt werden. Selbst eine Marjorie Taylor Greene ist sich nicht zu blöd, um mir zu schreiben! Geschweige denn davon, was mir Donald Trump so alles andrehen möchte — weiß hier jemand ganz zufällig, was eine Penis pumb ist? Und wie hängt das Ganze wieder mit der Greene zusammen?

Fragen über Fragen, dabei gäbe es wirklich andere Dinge über die wir uns den Kopf zerbrechen sollten!

[https://iiics.org/h/20250504100900]

Fediverse Reactions

Raumzeit

Dimensionen 4.3 (9)

Beitragsfoto:  Raumzeit | © Gerd Altmann auf Pixabay

Gute Gespräche hallen bekanntlich nach und hören nicht auf, selbst wenn sie beendet wurden. Am letzten Gespräch mit Detlef Stern kaue ich noch herum, zumindest am Topos der Dimensionalität.

Die meisten Menschen dürften inzwischen davon ausgehen, dass wir in einer dreidimensionalen Welt leben. Mathematiker können sich ohne Probleme mit weiteren Dimensionen beschäftigen. Manch andere Menschen denken ebenfalls darüber nach, ob die drei Dimensionen nicht doch zu kurz gesprungen sind.

Nach einigen Diskussionen um die Raumzeit lese ich auch die alten Griechen und Römer mit einem etwas anderen Blickwinkel. Etwas neu für mich war Detlef Sterns Sichtweise des Höhlengleichnisses, was zeigt wie selbst solche prominenten Beispiele der Interpretation und der Änderung unterliegen.

Und so denke ich gerade weiter darüber nach, dass auch die Zeit, wenn man von einer Raumzeit ausgeht, nicht eindimensional ist. Sie hat ebenfalls eine Länge, eine Breite und eine Tiefe, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass Zeit immer gerichtet ist.

Die Länge der Zeit kennen wir allesamt, auch ihre unumkehrbare Richtung von der Geburt bis in den Tod und ggf. noch darüber hinaus.

Nun nach dem Gespräch mit Detlef Stern frage ich mich, wie man die Breite und die Tiefe der Zeit interpretieren könnte. Und dabei hilft mir Seneca ganz gut, indem er davon ausgeht, dass für jeden von uns unabhängig von der Zeitlänge dieselbe Zeit zur Verfügung stehen kann.

Und nun glaube ich eine weitere Dimension von Zeit verstehen zu können, das Wissen als die Tiefe der Zeit. Damit hätten wir bereits fünf verstehbare Dimensionen erkannt.

Wenn ich jetzt noch etwas mehr über den von Detlef Stern gerne verwandten Begriff der „Länge“ sinniere, könnte dieser ggf. einen Hinweis auf die Breite von Zeit geben.

Gute Gespräche machen das Leben aus und so freue ich mich schon heute auf das kommende Gespräch mit Detlef Stern und ganz besonders auf die kommenden 9. Hertensteiner Gespräche, wo gleich mehr als 80 Menschen gemeinsam über die Europäische Idee und deren Auswirkungen auf unsere eine Welt diskutieren.

„Der eine lebt mehr Jahre, der andere weniger: es besteht kein Unterschied, wenn den einen viele Jahre ebenso glücklich gemacht haben wie den anderen wenige.“

Seneca, 11. – 13. Buch, 85. Brief (2023: 713)

Konzert

Musikvideo zum Wochenende 4.6 (5)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Wer kennt sie noch: Nina Simone? Sie war nicht nur eine begnadete Sängerin, sondern auch noch eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung. „Here Comes the Sun“ ist allerdings ein Beatles-Song, den man auf deren Album „Abbey Road“ (1969) findet. 1971 machte Nina Simone aus dem Lied gleich ein ganzes Album.

Wem diese Rendition nicht so gefallen hat, der wird allerdings dem folgenden Song nun nicht widerstehen können. „I Put a Spell on You“ stammt aus 1956 und wurde erstmals von „Screamin’ Jay“ Hawkins vertont. Nina Simone machte 1965 erneut ein ganzes Album daraus und dürfte seither aus der Musikwelt nicht mehr wegzudenken sein.

Nina Simone darf eigentlich in keiner Plattensammlung fehlen. Und wenn Sie jetzt weiterhin Ihre Zweifel haben, dann lege ich nun noch das folgende Lied drauf. 1959 veröffentlichte Nina Simone auf ihrem Debütalbum „Little Girl Blue“ ihre Version des Songs, ein Jazzstandard, der als Ragtime-Foxtrott von Walter Donaldson (Text: Gus Kahn) für die Verfilmung des Musicals „Whoopee!“ (1930) geschrieben wurde.

Auf alle Fälle aber wünsche ich allen meinen Lesern ein wunderbares und wenn möglich sonniges Wochenende. Auch wenn wir den Regen hier so richtig benötigen, darf gerne der eine oder andere Sonnenstrahl durch die Wolken blitzen und als Hoffnungsschimmer für bessere Zeiten angesehen werden.

Und deshalb hier jetzt noch der Beatles-Song:

„Das Gut des Weisen ist Gemeingut: es ist sowohl Gut derer, mit denen er lebt, als auch sein ganz persönliches.“

Seneca, 11. – 13. Buch, 85. Brief (2023: 721)