14.4.02025 4.7 (7)

Beitragsfoto: Großtransport

Kurzgedicht

Wer kennt ihn noch Angelus Silesius? In seinem Werk „Cherubinischer Wandersmann“ veröffentlichte Johannes Scheffler Epigramme. Z. B. jenes:

Die Ros’ ist ohn warum, sie blühet, weil sie blühet,
Sie acht nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.

Angelus Silesius

Selbst Martin Heidegger hat sich damit beschäftigt und das Ganze auch noch mit dem Principium reddendae rationis verknüpft. Ich sehe dies eher als eine Aufforderung, nicht mehr länger zu versuchen, mein Blog weiter zu optimieren. Auf den Punkt gebracht, Angelus Silesius würde jegliches SEO von tiefstem Herzen heraus ablehnen. Und ich sollte mich deshalb nicht einmal fragen, warum und schon gar nicht für wen ich mein Blog schreibe.

Zölle

Das mit den Zöllen treibt mich nun doch mehr um als noch zu Trumps erster Präsidentschaft. Anscheinend steckt da dieses Mal etwas mehr Substanz dahinter. Wäre schon die Absicht, ein paar Milliardären noch schneller zu noch mehr Geld zu verhelfen, schlimm genug, so ist die Idee damit das gesamte Weltwirtschaftssystem aus den Fugen zu heben, diabolisch.

Joeri Schasfoort hat diesbezüglich ein interessantes Video auf YouTube veröffentlicht.

Rampengespräch

Heute war bei meiner Fahrt mit dem meseno-Bus irgendwie der Wurm drin. Staus, wo keiner wusste, warum, und zum Schluss war dann mehr Zeit verschwunden als geplant.

So blieb aber auch Zeit, um die Fahrkünste des einen oder anderen Fahrers zu bewundern. Als ein Fahrer seinen Boliden auf den Millimeter genau und dies in einem Schwung an die Nachbarrampe manövrierte, ließ ich es mir nicht nehmen und bemerkte, ‚gekonnt ist halt gekonnt‘. Er darauf: „Ne, bloß ‘ne Rückfahrkamera.“ [Ich rangiere weiterhin meine Laster nach Gehör, so wie vor über vierzig Jahren bei der Bundeswehr gelernt.]

Kurz darauf er, er hatte denselben Lademeister wie ich: „Wenn ich was nicht brauche, dann sind das missgelaunte Menschen. Ich antwortete, dass ich diesen in neun von zehn Fällen so erlebe. Er stieg in seinen Truck und sagte lapidar: „Ich ihn in elf von zehn!“ — Zwei zu Null für meinen unbekannten Kollegen.

Vor einer anderen Rampe aus konnte ich gleich auch noch einen waschechten Großtransport bewundern, welchen ich im obigen Bild festgehalten habe. Auch ohne gültigen zusätzlichen Befähigungsnachweis fiel mir auf, dass dieser Transport bei einer Kontrolle so nicht durchgehen wird — mangelhafte Ladungssicherung.

Die beschauliche Fahrt durch den Norden unseres Landkreises nutzte ich zudem, um nochmals meine morgige Vorlesung durchzugehen; nach den Terminen und Pufferzeiten werden nun die Kosten etwas genauer betrachtet.

Meine nächste Fahrt führte mich heute nach Stuttgart. Dort konnte ich einen angenehmen Nachmittag verbringen, einer Besprechung lauschen und sogar etwas shoppen. Zum Abschluss erhielt ich dann auch noch meinen letzten Transportauftrag des Tages: ein Paar Socken für Semin Bristina.


Lesezeichen

Geht Amerika unter? 5 (5)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Tania Martini & Marci Shore | Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Amerika geht unter“ (zuletzt aufgerufen am 12.4.2025 um 21.30 Uhr; meine Leser können diesen Artikel kostenfrei lesen)

„Droht in den USA ein Bürgerkrieg? Die Osteuropahistorikerin Marci Shore und ihr Mann Timothy Snyder verlassen ihre Universität Yale und die USA. Ein Gespräch über die alltägliche Gewalt und die Rolle Europas. …

Die Europäer müssen verstehen: Das ist das Ende der Affäre. Amerika geht unter. Lasst euch nicht von uns mit in den Abgrund ziehen. Ihr müsst euch mobilisieren. Das Schicksal der Welt – ganz buchstäblich – hängt davon ab.“


Lesenswertes Interview, wobei ich aber die Schlussfolgerung von Marci Shore eher als Provokation verstehe.


Schrebergarten

11.4.02025 5 (8)

Beitragsfoto: Schrebergarten

Zölle

Kann es sein, dass sich die US-Oligarchen am vermeintlichen Zollchaos von Donald Trump dumm und dämlich verdienen? Dazu müssten sie nur wissen, wann der US-Präsident die Zölle erhöht, aussetzt oder senkt. Mit diesem Wissen können sie den Aktienmarkt so richtig schön aufrollen.

Die Zeche zahlen dabei die Firmen, die Kunden und jene Aktionäre, welche keine guten Verbindungen ins Weiße Haus haben. Schon alleine damit kann man davon ausgehen, dass die GOP mit die größte Verbrecherorganisation gleich nach Putin mit seinen Streitkräften aller Zeiten ist.

Und so würde es mich nicht mehr wundern, wenn auch die russischen Oligarchen von Trumps Spielchen profitieren. „Krasnow“ schafft auf jeden Fall das eine, nämlich dass sich sämtliche Verbrecher dieser Welt vereinigen.

Gartenarbeit

Heute waren meine besser Hälfte und ich schwerpunktmäßig im Garten meiner Eltern unterwegs. Um wenigstens ein wenig voranzukommen, stieß dann noch Franz Schirm mit hinzu. Schnell waren zwei Kettensägen verschlissen, wohl weil nicht ausreichend dimensioniert.

Auf alle Fälle aber verging die Zeit wie im Fluge und gesund soll das Ganze auch noch sein. Und so nehme ich heute Abend auch einmal eine Auszeit, was das Tanzen anbelangt.

Lidl

1930 wird die Lidl & Schwarz KG nach eigenen Angaben als Lebensmittel-Sortimentsgroßhandlung gegründet. Heute befindet sich die internationale Lidl-Zentrale in Neckarsulm. Die erste Lidl-Filiale gab es zuerst in Ludwigshafen-Mundenheim und zwar 1973. Aber Lidl ist nicht nur Lidl und Kaufland, sondern inzwischen etwas mehr. Das folgende Video gibt einen ganz guten Überblick über diesen Konzern.

Die Schwarz-Gruppe hat selbstverständlich auch eine eigene Website, welche um einiges besser läuft als mein Blog.

Was aber kaum bekannt sein dürfte, ist, dass Lidl seinen Ursprung in der Sülmerstraße 54 hat, wo es bereits um 1900 herum eine Lidl & Co. Südfrüchtenhandlung gab. Josef Schwarz, den die meisten von uns als Namensgeber einer Schule kennen, übernahm 1930 als persönlich haftender Gesellschafter die Südfrüchtenhandlung, wobei ich nicht weiß, woher das erste „n“ im Namen stammt.

1962 übernahm sein Sohn Dieter Schwarz die Geschäfte und dürfte noch heute über das Wohl und Wehe des Konzerns bestimmen. Und wenn wir Heilbronner Glück haben, dann führt die Schwarz-Stiftung sein Sponsoring für Heilbronn noch eine ganze Weile weiter fort.

Wahrscheinlich aber wird die Stiftung ihren Sitz nach Berlin verlegen, weil dort den Damen und Herren mehr geboten wird — es hat nicht jeder „Lidelaner“ so wenige Ansprüche für sich selbst wie Dieter Schwarz.

Fediverse Reactions