Blitz

Macher & Denker 4.5 (6)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Angeregt von einem Interview eines K5, der jüngst in einer Nachrichtensendung glücklich darüber war, wenn er seine Granaten in die Kanone wuchten konnte, kam ich wieder einmal zum Schluss, dass es gleich zwei Arten von positiven Menschen gibt, nämlich jene, die sobald sie tätig werden können mit ihrer Existenz zufrieden sind und jene, die gerne und lange über alles Mögliche einfach vor sich hin grübeln ohne aber dabei anderen zur Last zu fallen.

Optimal wäre es, wenn wir Menschen beides in uns vereinen könnten, was ganz offensichtlich sehr selten der Fall sein dürfte. Und so bilden wohl Menschen dieser beiden Präferenzen zusammen eine optimale Symbiose.

Glücklich darf sich schätzen, wem dieses gelingt!


Mauerblümchen

23.5.02025 5 (6)

Beitragsfoto: Mauerblümchen

Trumpismus

Jetzt sind wir wieder einmal alle so richtig geschockt darüber, was Donald Trump und seine US-Republikaner so alles in den USA anstellen, aktuell entziehen sie ihren politischen Gegnern und auch nur jenen Menschen, die noch frei denken und agieren möchten nicht nur sämtliche Zuwendungen (Transferzahlungen), sondern regeln deren Leben einfach so ab, wie z. B. gerade Harvard.

Der Trumpismus ist dabei keine Erfindung eines Donald Trumps, auch das hat er nur geklaut und zwar von uns Deutschen — vielleicht hat er es aber auch nur geerbt. Was noch viel schlimmer wäre, weil es für uns Deutsche dann gar keine Hoffnung mehr gäbe, wenn dieses Verhalten bereits schon in unseren Genen verankert ist.

Was ein Donald Trump in den USA mit Pomp und Gloria inszeniert, ist bei uns in Deutschland gängige Lokalpolitik. Einzig die Tatsache, dass die „Kleinstaaterei“ bei uns dafür sorgt, dass sich die unzähligen Trumps bis hinauf zur Bundespolitik meist selber im Weg stehen und regulieren sowie sich gegenseitig überhaupt nichts gönnen (Markus Söder) kann uns ein klein wenig beruhigen. Und zum guten Schluss sorgt unser Grundgesetz (noch) dafür, dass selbst ein Donald Trump in seine Schranken gewiesen würde — das mit dem US-Präsidentenamt ist doch nicht der Weisheit letzter Schluss, und wir sollten unseren Vätern des Grundgesetzes wieder einmal für deren Weitsicht dankbar sein.

Wenn Sie mir dies nicht glauben, dann versuchen Sie z. B. nur einmal in Heilbronn einen Verein zu führen, der keinem Gemeinderat nutzt oder dem OB nicht gefällt. Selbst ein Donald Trump könnte von uns Heilbronnern noch viel lernen!

Vermischtes

Ein nettes Gespräch mit der GEMA am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen, auf alle Fälle habe ich nun aber einen kleinen Aufschub für die Gebührenzahlung erhalten. Zu meinem Glück fehlen jetzt noch die Abrechnungen mit der Stadt und wir könnten einen Strich unter den diesjährigen Europa-Ball machen; wahrscheinlich sind sich die dort Verantwortlichen noch nicht darüber einig, wie sie die nicht gelieferten Flaggen berechnen sollen.

Drollig auch, wie sich jetzt längst tot geglaubte Heilbronner Vereine wieder bei mir melden und Ansprüche zur Teilnahme beim kommenden Europa-Ball geltend machen wollen. Da ich inzwischen aber an einer ganz anderen Baustelle arbeite, nehme ich solche Ansprüche nur ganz am Rande wahr und denke mir meinen Teil. Manche dieser Typen konnten mir bereits vor gut zwei Jahrzehnten den Buckel herunterrutschen und machen es nun mit ihrem aktuellen Geschleime auch nicht viel besser. Wobei Schleimen, Schmieren und Salben in meiner Heimatstadt schon vor gut vier Jahrzehnten das Erfolgsrezept überhaupt war. Ich hatte diesbezüglich vor ein paar Jahren ein sehr spannendes Gespräch mit Anton Zovko — m. E. hat man das falsche Schweinderl (Robert Lembke) geschlachtet.

Heute ist der offizielle Einsendeschluss für das diesjährige Hut in den Ring Werfen für die Hertensteiner Gespräche. Die üblichen Verdächtigen sind wieder mit dabei, der Rest möchte wohl gebeten werden. Und so wird nun das Programm zusammengestellt und wir gucken dann später, ob ggf. noch das eine oder andere Plätzchen frei sein wird.

Was viel zu viele einfach nicht wahrhaben möchten, ist, dass es die Qualität ist, die zählt und nicht die Masse der Teilnehmer. Und so bin ich ganz persönlich selbst dann mit den kommenden Gesprächen zufrieden, wenn auch nur ein Dutzend Gesprächsteilnehmer kämen. Dann aber denke ich wieder an den getätigten Aufwand und finde es ziemlich schade, wenn potenzielle Interessierte diese einmalige Chance zu einem sehr guten und für alle Seiten fruchtbaren Gedankenaustausch verstreichen lassen.

Die Mitgliederversammlung des Fördervereins hat einen neuen Vorstand gewählt, und Rüdi Peteroff, dessen Rundschreiben ich gerne gelesen habe, gibt die Klosterleitung in Bad Wimpfen ab. Auch Vereine leben und ändern sich. Was auch mich immer wieder daran erinnert, auf wie vielen Hochzeiten man als interessierter Mensch so alles tanzt. Und so bin ich immer wieder erfreut darüber und sogar ein wenig stolz darauf, dass es doch etliche Mitbürger gibt, die der EUROPA-UNION bis zum eigenen Ableben die Treue halten — in diesen Zeiten eindeutig keine Selbstverständlichkeit mehr!

Auch der Europäische Wettbewerb plätschert wieder so vor sich hin, wobei ich dieses Jahr eher am Rande davon mitbekomme. Diesbezüglich werde ich wohl heute noch einen Artikel auf die Vereinsseite stellen.

Und auch bei der kontinuierlichen und obligatorischen Vereinsarbeit sind es immer wieder die üblichen Verdächtigen, die diese stemmen, dabei meist ganz still und leise. Auch wenn ich Euch nicht immer lobe und betüttele, weiß ich doch ganz genau, wie wertvoll Eure Arbeit für unsere Gesellschaft ist! Und auch dieses Sprichwort dürfte allgemein bekannt sein: „Nicht geschimpft ist genug gelobt.“ — zumindest die Gedienten unter uns verstehen, was ich damit meine.

Chagos-Inseln

Wahrscheinlich nur ein Thema für die Dauerurlauber unter uns. Den Militärs sind diese Inseln eher wegen Diego Garcia bekannt und damit ein Ort, der weniger für Urlaube geeignet ist.

Nach mehr als 200 Jahren übergibt Großbritannien nun die Chagos-Inseln an Mauritus. Premierminister Keir Starmer unterzeichnete ein allgemein umstrittenes Abkommen, durch das Mauritius die Kontrolle über den Archipel im Indischen Ozean übernimmt, allerdings mit Ausnahme der Insel Diego Garcia, welche für 120 Millionen Euro jährlich für weitere 99 Jahre unter britischer Kontrolle bleiben soll. Was mich irgendwie an Hongkong erinnert.

Auch wenn Diego Garcia nun vorerst unter britischer Kontrolle bleibt, sind es die USA, die dort einen über den Indischen Ozean hinaus bedeutenden Militärstützpunkt unterhalten.

Rückgaben von ehemaligen Kolonialgebieten sind sicherlich immer zu begrüßen, aber es wäre ein weiterer Rückschlag für die freie Welt, wenn demnächst auch dieser Teil der Erde unter chinesischen Einfluss käme. Nicht nur dass viele Mauritier stolz auf ihre chinesische Herkunft sind, sondern es bemüht sich die Volksrepublik China schon etwas länger um diese Inselgruppe.

Und den Briten geht es inzwischen so schlecht, dass sie selbst Guernsey und Jersey verkaufen würden. Nur mal so zum Thema Brexit.

„Befreit von Belästigung widmet sich der Geist ungehindert der Schau des Universums, und nichts lenkt ihn von der Betrachtung der Natur ab.“

Seneca, 14. Buch, 92. Brief (2023: 851)

Plattencover

Regenwetter 4.6 (9)

Beitragsfoto: Plattencoverrückseite

Regenwetter ist nur dann etwas unangenehm, wenn man nicht (genügend) darauf vorbereitet ist. Ansonsten sind die unterschiedlichen Regenarten jede für sich immer wieder ein Genuss. Ein Landregen am Abend kann sogar etwas richtig Kuscheliges an sich haben. Und selbst ausgewachsene tropische Regen, bei denen man nicht einmal mehr seine ausgestreckte Hand sehen kann, haben etwas Magisches an sich.

Wer allerdings heute noch in allseits bekannten Überschwemmungsgebieten baut oder gar das jüngst weggeschwemmte Haus neu errichten lässt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen — wobei wir bezahlen auch die kommenden Fluten mit unseren Steuergeldern.

Ich habe es mir in Erwartung eines längst notwendigen Regens so richtig gemütlich gemacht und rein zufällig „Angel Station“ von Manfred Mann’s Earth Band auf dem Plattenteller liegen — schon wieder eine Platte aus 1979.

Dabei ist „The Good Earth“ (1974) weiterhin meine Lieblingsplatte von Manfred Mann. Leider war ich damals noch etwas zu jung, um meinen Square Foot Land in Anspruch zu nehmen.

Manfred Mann gründete bereits 1962 seine eigene Band gleichen Namens und 1971 die noch heute tourende Manfred Mann’s Earth Band. „Mighty Quinn“ (1968), ein Bob Dylan Cover oder „Blinded by the Light“ (1976), ein Bruce Springsteen Cover dürften meinen Lesern allseits bekannt sein.

Weniger bekannt, dass noch bevor es eine entsprechende Umweltbewegung gab, Manfred Mann 10 Hektar Hügelgebiet in der Nähe von Builth Wells (Wales) kaufte, von dem die ersten „The Good Earth“-Plattenkäufer jeweils 10 Quadratfuß für sich beanspruchen durften.

Noch 2012 waren diese 10 Hektar so wie beim Kauf 1974 und wir dürfen davon ausgehen, dass sich bis heute nicht viel daran geändert hat. Insgesamt gab es 435 600 Teilstücke in Anspruch zu nehmen, wobei bis heute nicht bekannt ist, wie viele Manfred Mann-Fans davon tatsächlich Gebrauch gemacht haben.

Auf alle Fälle aber wird alleine aufgrund der vielen Besitzer dieses Stück Land kaum noch veräußert werden können. Und so grasen dort weiterhin Schafe und ab und zu auch ein paar wilde Ponys. Ein bisschen Regen wird diesen dabei wenig ausmachen.

Ich warte derweil weiterhin auf ein bisschen mehr Regen, denn dann muss ich nicht so viel gießen.

„Ungleich bei der Geburt, sind wir gleich im Tod.“

Seneca, 14. Buch, 91. Brief (2023: 843)