Raumzeit

Dimensionen 4.3 (9)

Beitragsfoto:  Raumzeit | © Gerd Altmann auf Pixabay

Gute Gespräche hallen bekanntlich nach und hören nicht auf, selbst wenn sie beendet wurden. Am letzten Gespräch mit Detlef Stern kaue ich noch herum, zumindest am Topos der Dimensionalität.

Die meisten Menschen dürften inzwischen davon ausgehen, dass wir in einer dreidimensionalen Welt leben. Mathematiker können sich ohne Probleme mit weiteren Dimensionen beschäftigen. Manch andere Menschen denken ebenfalls darüber nach, ob die drei Dimensionen nicht doch zu kurz gesprungen sind.

Nach einigen Diskussionen um die Raumzeit lese ich auch die alten Griechen und Römer mit einem etwas anderen Blickwinkel. Etwas neu für mich war Detlef Sterns Sichtweise des Höhlengleichnisses, was zeigt wie selbst solche prominenten Beispiele der Interpretation und der Änderung unterliegen.

Und so denke ich gerade weiter darüber nach, dass auch die Zeit, wenn man von einer Raumzeit ausgeht, nicht eindimensional ist. Sie hat ebenfalls eine Länge, eine Breite und eine Tiefe, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass Zeit immer gerichtet ist.

Die Länge der Zeit kennen wir allesamt, auch ihre unumkehrbare Richtung von der Geburt bis in den Tod und ggf. noch darüber hinaus.

Nun nach dem Gespräch mit Detlef Stern frage ich mich, wie man die Breite und die Tiefe der Zeit interpretieren könnte. Und dabei hilft mir Seneca ganz gut, indem er davon ausgeht, dass für jeden von uns unabhängig von der Zeitlänge dieselbe Zeit zur Verfügung stehen kann.

Und nun glaube ich eine weitere Dimension von Zeit verstehen zu können, das Wissen als die Tiefe der Zeit. Damit hätten wir bereits fünf verstehbare Dimensionen erkannt.

Wenn ich jetzt noch etwas mehr über den von Detlef Stern gerne verwandten Begriff der „Länge“ sinniere, könnte dieser ggf. einen Hinweis auf die Breite von Zeit geben.

Gute Gespräche machen das Leben aus und so freue ich mich schon heute auf das kommende Gespräch mit Detlef Stern und ganz besonders auf die kommenden 9. Hertensteiner Gespräche, wo gleich mehr als 80 Menschen gemeinsam über die Europäische Idee und deren Auswirkungen auf unsere eine Welt diskutieren.

„Der eine lebt mehr Jahre, der andere weniger: es besteht kein Unterschied, wenn den einen viele Jahre ebenso glücklich gemacht haben wie den anderen wenige.“

Seneca, 11. – 13. Buch, 85. Brief (2023: 713)

Konzert

Musikvideo zum Wochenende 4.6 (5)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Wer kennt sie noch: Nina Simone? Sie war nicht nur eine begnadete Sängerin, sondern auch noch eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung. „Here Comes the Sun“ ist allerdings ein Beatles-Song, den man auf deren Album „Abbey Road“ (1969) findet. 1971 machte Nina Simone aus dem Lied gleich ein ganzes Album.

Wem diese Rendition nicht so gefallen hat, der wird allerdings dem folgenden Song nun nicht widerstehen können. „I Put a Spell on You“ stammt aus 1956 und wurde erstmals von „Screamin’ Jay“ Hawkins vertont. Nina Simone machte 1965 erneut ein ganzes Album daraus und dürfte seither aus der Musikwelt nicht mehr wegzudenken sein.

Nina Simone darf eigentlich in keiner Plattensammlung fehlen. Und wenn Sie jetzt weiterhin Ihre Zweifel haben, dann lege ich nun noch das folgende Lied drauf. 1959 veröffentlichte Nina Simone auf ihrem Debütalbum „Little Girl Blue“ ihre Version des Songs, ein Jazzstandard, der als Ragtime-Foxtrott von Walter Donaldson (Text: Gus Kahn) für die Verfilmung des Musicals „Whoopee!“ (1930) geschrieben wurde.

Auf alle Fälle aber wünsche ich allen meinen Lesern ein wunderbares und wenn möglich sonniges Wochenende. Auch wenn wir den Regen hier so richtig benötigen, darf gerne der eine oder andere Sonnenstrahl durch die Wolken blitzen und als Hoffnungsschimmer für bessere Zeiten angesehen werden.

Und deshalb hier jetzt noch der Beatles-Song:

„Das Gut des Weisen ist Gemeingut: es ist sowohl Gut derer, mit denen er lebt, als auch sein ganz persönliches.“

Seneca, 11. – 13. Buch, 85. Brief (2023: 721)

Kaffeegenuss

Zeit für ein Gedicht 5 (9)

Beitragsfoto: Kaffeegenuss | © Pixabay

Gleich morgen feiern wir den internationalen Tag der Pressefreiheit (World Press Freedom Day), denn seit 1994 wird jährlich am 3. Mai auf Verletzungen der Pressefreiheit sowie auf die grundlegende Bedeutung freier Berichterstattung für die Existenz von Demokratien aufmerksam gemacht.

Passend dazu ein Gedicht von Ludwig Uhland, Abgeordneter im ersten gesamtdeutschen Parlament, der Frankfurter Nationalversammlung, und im echten Leben Dichter aus Tübingen.

„Der Dienst der Freiheit

Der Dienst der Freiheit ist ein strenger Dienst,
Er trägt nicht Gold, er trägt nicht Fürstengunst,
Er bringt Verbannung, Hunger, Schmach und Tod;
Und doch ist dieser Dienst der höchste Dienst,
Ihm haben unsre Väter sich geweiht,
Ihm hab’ auch ich mein Leben angelobt,
Er hat mich viel gemühet, nie gereut.“

Ludwig Uhland, in Neue Wege: Beiträge zu Religion und Sozialismus (1934, band 28: 252)

Was nützt uns Menschen aber die Pressefreiheit, wenn es keine freie Presse mehr gibt? Viel zu schnell regulieren sich Journalisten von ganz alleine, was man durchaus verstehen kann, denn auch Journalisten haben ein Recht auf eine ausgewogene Work-Life-Balance oder ein möglichst bequem zu erlangendes Einkommen.

Und mit der Pressefreiheit ist es wie mit den anderen Freiheiten auch, diese benötigen immer Menschen, die sich um sie bemühen.