Skulptur

14.3.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Skulptur

Vermischtes

Das Suchbild des Tages stammt nicht aus Berlin. Meine reisefreudigen Leser erkennen es bestimmt. Inzwischen etwas versteckt, findet man die Skulptur an einem ehemaligen Busbahnhof.

Gestern ging es sehr früh per pedes zum Hauptbahnhof, wo wir auf den verspäteten Zug warten durften. Was dazu führte, dass wir uns eine neue Reisestrecke aussuchen konnten. Endlich im Zug, beendete dieser seine Fahrt in Lauda. Ohne Ansagen verließen wir Reisenden den Zug und strandeten an einem Ort mit dem Charme der DDR kurz vor der Wende.

Später ging es dann mit einem weiteren Zug in eine ganz andere Richtung, was dazu führte, dass ich nach 1988 doch nochmals auf den Bahnhof in Hannover zurückgreifen musste. Und sofort wusste ich wieder, warum ich seither erfolgreich bestrebt war, an diesem Bahnhof nicht mehr halten zu müssen.

Erfreulich während der Fahrt ein etwas älterer Zugbegleiter, der völlig tiefenentspannt den Reisenden wieder etwas mehr Vertrauen in die Bahn zurückgab. Tiefenentspannte Mitarbeiter gibt es aber auch im Bundestag.

Bundestag

Sehr früh lernte ich den Europarat, das Europäische Parlament (beide in Straßburg), den Landtag in Stuttgart und den Bundestag erst in Bonn und später dann in Berlin kennen. Das Reichstagsgebäude war dabei erst Schülerpflicht und gehörte in den 1980er-Jahren noch mit zu meiner Berufsausbildung. Nach dem Umzug des Bundestages dorthin wurde es für mich zu einer Touristenattraktion. Übrigens, das Reichstagsgebäude und damit auch der Bundestag gehören heute zu den meist besuchten Parlamentsgebäuden der Welt.

Erst viel später wurde der Bundestag auch Ziel meiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Und so konnte ich mir dank Jan-Philipp Scheu gestern den Bundestag einmal etwas ausführlicher anschauen. Da die Anreise mit der Bahn ein ganz eigenes Abenteuer war, improvisierte Jan-Philipp ein wenig und es wurde eine nächtliche Besichtigungstour — was seinen ganz eigenen Charme hatte.

Das Ganze krönten wir zum Schluss noch mit einem leicht verspäteten Abendessen, was aber in einer Großstadt kein Problem darstellt.

Mitten in den Katakomben des Bundestags trafen wir auf einen Mitarbeiter, der dort ganz alleine seine Körbe warf. Und dies in einer der schönsten Sporthallen Deutschlands. Ich war kurz versucht, ihm den Ball streitig zu machen.

Leserschaft

Kaum habe ich mich von den Strapazen einer Fahrt nach Berlin, einer wunderbaren nächtlichen Führung durch den Bundestag mit einem anschließenden, sehr unterhaltsamen Abendessen erholt und sitze mit der Welt und mir völlig zufrieden in einer Tagungsstätte, als sich mir ein Leser meines Blogs zu erkennen gibt. Was mich nun motiviert, um diese Zeilen einfach so zwischendurch zu schreiben.

Vor zwei Tagen saß ich noch bei schönstem Wetter in meiner aktuellen Lieblingskneipe in Straßburg und besprach mit dem Wirt eine mögliche Veranstaltung. Und dies auf die Gefahr hin, dass dann auch diese Kneipe dereinst zu einem Touristenmagneten werden wird — den Wirt würde es sicherlich erfreuen. Auch wenn ich mit dieser Kneipe, die nun auch schon zwei Jahrzehnte besteht, voll und ganz zufrieden bin, trauere ich doch ein wenig meiner alten Lieblingskneipe nach, die ich über 30 Jahre hinweg alleine mit Kameraden, mit Freunden oder gar ganzen Reisegruppen regelmäßig besuchte und mich dabei fast schon selbst zum Inventar zählte. Plötzlich war dann jeder dort und ich musste mir eine neue Kneipe suchen.

Was mich wiederum an eine Pommesbude in Brüssel erinnert, die wir dorthin ausgeliehenen Gastarbeiter notgedrungen, weil mit zu geringem Tagegeld ausgestattet, regelmäßig aufsuchten und dort auch die eine oder andere Besprechung hinverlegten. Als diese Bude plötzlich zum fotogenen Hintergrund für Prominenz wurde, war es mit dieser Zeit auch zu Ende. Spannender Weise fragten später Reisegruppen, die ich durch Brüssel führen durfte, immer wieder genau nach dieser Pommesbude.

Was mich immer wieder fragen lässt, warum viele meiner Mitmenschen Dinge für gut und erstrebenswert befinden? Wohl einfach nur, weil es mehrheitsfähig ist. Das hatte ich hier aber schon einmal.

Nun sitze ich wieder einmal in einem Bundesausschuss und frage mich, warum ich mir dies überhaupt noch antue. Als ich als junger Mensch erkannte, dass meine Mitstreiter außer bloßen Äußerlichkeiten nichts mehr im Kopf haben und nur noch Schein dem Inhalt vorziehen, trat ich aus meiner damaligen Partei aus und beendete damit gut vier Generationen liberaler Familiengeschichte.

Als militanter Föderalist kann ich aus „meiner eigenen Bewegung“ nicht austreten, ich ziehe mich einfach immer mehr auf die kleinstmögliche föderale Struktur zurück — Föderalismus ist einfach eine Lebenseinstellung.


Fediverse Reactions
Transparenz

Nur mal so 5 (4)

Beitragsfoto: Transparenz | © Shutterstock

Besonders viele Blogger in meiner Timeline und selbstverständlich auch jene, die in den entsprechenden deutschen Firmen arbeiten, fordern immer stärker, dass das Internet „nationalisiert“ werden soll. Sie stören sich immer öfters und immer mehr daran, dass seit Beginn des Internets US-amerikanische Firmen die Chance ergriffen haben, um mit dem Internet so richtig gut Geld zu verdienen.

Was an sich nichts Schlechtes ist. Man könnte sich nun aber daran stören, dass die US-Amerikaner fast ein Monopol in Sachen Internet besitzen. Wobei dieses „Monopol“ nicht nur auf sehr viele voneinander unabhängige Firmen aufgeteilt ist, sondern schon längst auch von chinesischen Firmen stark infrage gestellt wird.

Folglich ist es mit dem Monopol nicht ganz so weit her und man erkennt zudem, dass es auch Firmen anderer Länder gelingt oder gelingen kann, um vom Kuchen etwas abzubekommen. Man kann dabei selbstverständlich bedauern, dass es kaum bis keine bundesdeutschen Firmen gibt, die in diese internationale Liga vorstoßen können.

Schon immer hat es sich deshalb angeboten, dass, wenn man nicht konkurrenzfähig ist, man durch Zölle und andere Regulierungen versucht, selber konkurrenzfähig zu werden. Cookiebanner und Datenschutzforderungen haben dabei nicht so richtig weitergeholfen und so zieht man wieder einmal die nationale Sicherheitsklatsche — die funktioniert immer! egal wobei.

Wir sollten gerade bei uns in Deutschland einmal auch darüber nachdenken, ob es für uns Bürger eine gute Idee ist, wenn wir uns auf deutsche Provider, eine Deutschland-Mail, eine Deutschland-Cloud und biodeutsche Software begrenzen und beschränken lassen.

Als nächste Aktion kommt dann, dass wir jeden Klick und jedes Wischen mit einem Lichtbildausweis und einer Urinprobe bestätigen müssen — alleine wegen der nationalen und unserer ganz persönlichen Sicherheit versteht sich.

Internet-Führerscheine und Allerlei mehr werden sicherlich folgen, selbstverständlich mit einer Steuer und entsprechenden Abgaben versehen, weil das diesbezügliche Ministerium mit seinen Behörden finanziert werden muss.

Am Ende wird sich dann kaum noch ein Blogger eine Website finanziell gönnen können und wenn doch, dann erreicht er höchstens noch seine unmittelbare Nachbarschaft und den Blogwart.

Die Idee des Internets war ursprünglich eine andere! Und da das mit meinem australischen Server nie so richtig geklappt hat, stieg ich von ganz alleine auf eine lokale Firma um. Und im Falle, dass es für mich weitere passende lokale Produkte, wie den Zettelkasten gibt, werde ich auch die gerne einmal ausprobieren. Das Ganze hat einfach etwas mit Angebot und Nachfrage zu tun.

Was ich bis heute aber nicht verstehe ist, warum ein am Internet hängender Server in Deutschland grundsätzlich sicherer sein soll als ein sich irgendwo auf der Welt befindlicher? Den Einsen und Nullen dürfte der Standort völlig egal sein.

Charmanter als eine Nationalisierung des Internets wäre deshalb eine weitere Dezentralisierung und eine bundesdeutsche Infrastruktur, die es erlaubt, dass sich jeder seinen Privatserver neben seinen Router oder gar das Mobiltelefon stellen kann.


Konzert

Musikvideo zum Tag 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Aktuell durfte ich mich mit ein paar Wahlverlierern persönlich austauschen und dazu noch zur Kenntnis nehmen, dass es Parteien gibt, die auch heute einfach nicht verlieren können. Was mich irgendwie an die Neue Deutsche Welle und besonders an das Lied „Demokratie“ (1988) von Andreas Dorau denken lässt. Dieser Song kam heraus, als ich begann, mich gerade aus der Parteipolitik zu verabschieden.

Meine Sensoren waren schon damals etwas empfindlicher und wenn meine damaligen Vorhersagen auch etwas länger benötigten, um sich zu realisieren, ist es manchmal doch nicht sehr angenehm, recht zu behalten. Einzig bei den Grünen hatte ich mich getäuscht, wer konnte aber annehmen, dass sich gleich eine gesamte Partei innerhalb eines Berufslebens von ganz links bis hin zu fast ganz rechts weiterentwickelt. Wobei, wenn man selbst eigentlich über keine Inhalte verfügt — lassen wir das mit den kleinen Kindern mal außen vor — kann man sich einfach mit dem jeweiligen „Wählerwillen“ treiben lassen.

Und ein altes Sprichwort sagt, dass unter den Blinden der Einäugige König ist. Vielleicht erkennen nun unsere Parteien, die sich innerhalb von 40 Jahren selbst abgewirtschaftet haben, dass es Zeit für ein Umdenken ist — und dies sehr dringend, wenn man unsere Demokratie noch retten möchte.

Ein Anfang wäre, dass man sich die eigenen Niederlagen selbst eingesteht. Auch hierbei spreche ich aus eigener Erfahrung. Zu meinem Glück habe ich aber auch den Vorteil, dass ich nicht auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen bin, ein Partei- oder Wahlamt zu erhaschen.

Als ich als 17-Jähriger kurz daran dachte, die Politik zu meinem Beruf zu machen, gab mir ein alter Haudegen den rettenden Hinweis: „Bub, mach erst mal Deine Schule fertig!“ — was ich dann selbst bis hin zum Abschluss einer guten Berufsausbildung erweiterte und dann ohne Schwierigkeiten meinen Mund nicht nur noch weiter aufreißen, sondern auch ganz locker alle meine Ämter über Nacht abgeben konnte.

Und sozusagen als Add-on war es mir Jahre später sogar möglich, meine beide Niederlagen im Gemeinderatswahlkampf richtig gut abzufeiern — ich hatte nicht nur an Erfahrung, sondern dazu auch noch an Freizeit und Freiheit gewonnen!

Nur wenn eine Demokratie nach der Wahl einzig und alleine Sieger kennt, funktioniert diese Regierungsform nachhaltig. Für Loser ist in einer Demokratie einfach kein Platz. Und so müssten alle Parteien darauf achten, dass sie nicht nur mündige Bürger als Kandidaten aufstellen, sondern mehr noch, dass sämtliche Kandidaten auch ohne Wahlamt gut selber existieren können! Ganz egal ob als Unternehmer oder Facharbeiter — mit der Ausnahme von Berufskindern.

Andreas Dorau kennt man wohl eher noch als „Fred vom Jupiter“ (1982). Wobei dieser noch heute Musik macht und in Frankreich mit „Girls in Love“ (1996) großen Erfolg hatte.

Die Welt dreht sich weiter und so hatte ein aktueller Wahlverlierer mit kleinen Mädchen keinen so großen Erfolg. Diese dürften inzwischen auch etwas anspruchsvoller als noch zu Friedrich Merz‘ Zeiten sein.

Was aber immer noch nicht erklärt, warum Unionsabgeordnete völlig ungehemmt gegen Frauen, wie z. B. Frauke Brosius-Gersdorf hetzen, die im Leben etwas geleistet haben. Vielleicht arbeiten damit Friedrich Merz und seine Jünglinge nur die Merkel-Zeit auf.

Auf alle Fälle aber sollte man von Abgeordneten, ob nun Grün oder Schwarz erwarten dürfen, dass diese sich gegenüber jungen Menschen, insbesondere kleinen Mädchen mit rehbraunen Augen zu benehmen wissen. Was auch erklären könnte, warum grüne Abgeordnete, die um ihre eigene Parteigeschichte wissen, so allergisch auf alte Säcke mit feuchten Mädchen- oder Bubenträumen reagieren.