Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

19.3.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

Spaziergang

Heute bei gutem Wetter einen angenehmen Spaziergang entlang des Neckars und dann zurück durch die Fußgängerzone absolviert. Tief in Gespräche eingebunden und bemüht, einem alten Neuheilbronner die schönen Seiten der Stadt zu präsentieren, eine wunderbare und erfrischende Angelegenheit.

Dabei kann man feststellen, dass das ganz bewusste Darüberhinwegschauen die Welt einfach schöner macht. Entspannt konnte ich wieder an meinen Schreibtisch zurückkehren.

Ich sollte — auch wenn diese Erkenntnis sehr spät kommt — dies zu meiner Lebensphilosophie machen: einfach immer weggucken und nur darauf achten, dass mir keine Gelegenheit entgeht, um auf Kosten anderer eigene Vorteile einzuheimsen.

Bei meinem eigenen Alter wird sich diese Philosophie ohne Frage noch auszahlen, und frei nach Jeanne-Antoinette Poisson „Nach mir die Sintflut, Pest und Cholera sowie gerne auch die Chinesen.“

Hajek-Nachfolge

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal die Gelegenheit finde, um mich einmal lobend über die Grünen-Fraktion im Heilbronner Gemeinderat äussern zu können. Nachdem man aber deren ehemalige Vorsitzende anderweitig mit einem Posten befriedigen konnte, gab es jetzt tatsächlich die Chance, dass die Grünen-Fraktion ihre Verantwortung wahrnimmt und nach einem geeigneten Nachfolger für unseren Baubürgermeister Wilfried Hajek Ausschau hält.

Wilfried Hajek muss seine Sache auch gut gemacht haben, da ich keine Fraktion im Gemeinderat kenne, die sich nicht an ihm während der letzten 16 Jahre gerieben hat. Und so war ich schon darauf eingestellt, dass man die Gelegenheit seiner Nachfolge nutzt, um etwa einen Stadtrat zu versorgen oder wenigstens einen Parteifreund zu einem neuen Posten zu verhelfen — ohne Rücksicht auf den Heilbronner Bedarf und die Notwendigkeiten.

So bin ich nun sehr positiv überrascht, dass sich die Grünen der Verantwortung gestellt haben und einen externen Kandidaten präsentierten, der über Fachkenntnisse und auch bereits Erfahrung verfügt. Und dass jetzt auch die anderen Fraktionen darüber überrascht sind — leider negativ — kann man gut erkennen, wenn man deren vorgetragene Bedenken und Einwürfe in der Heilbronner Stimme (19.03.2022: 34) liest. Diese Bedenken verstehe ich nur als Versuch, doch noch einen eigenen Stadtrat oder notleidenden Parteigenossen bzw. -freund unterbringen zu können.

Deshalb hoffe ich, dass sich die Grünen-Fraktion durchsetzen werden kann. Und dass ich so etwas einmal schreibe, hätte ich bis vor Kurzem vehement geleugnet.

Vortragsabend

Der gestrige Vortragsabend war für den Vortragenden — mich — eine wahre Freude. Zugegebener Maßen ist „Rüstung“ ein sehr sperriges Thema, das zumindest die letzten gut 15 Jahre in Heilbronn kaum einen hinter dem Sofa hervorgeholt hat. Ein Teilnehmer formulierte es etwa wie folgt: „Rüstung hat bei uns den Stellenwert ähnlich dem von Pornographie.“

Und so war ich sehr erfreut, dass nicht nur alle Plätze vergeben waren, sondern sich auch sehr interessierte und gut informierte Teilnehmer zum Vortrag eingefunden hatten. Als ich dann noch feststellen konnte, dass auch ein Vertreter der „Rüstungsindustrie“ mit diskutierte, war für mich der Abend bereits gerettet.

Und auch unsere Vereinsjugend war stark vertreten und mit ihren Vorstellungen zum Thema erfreulich pragmatisch und dabei auch sehr zielorientiert — schon alleine das hat mich ungemein motiviert, glaubt man manchmal doch, dass unsere Jugend auf einem ganz anderen Planeten lebt.

Letztendlich dauerte die Diskussion länger als ich erwartet hatte, auch konnten wird diese dann noch in Kleingruppen beim anschließenden gemeinsamen Abendessen weiter fortführen — und so wurde es wieder einmal etwas später.

Mein Dank gilt allen Beteiligten, die eindeutig gezeigt haben, dass auch schwierige Themen diskutiert werden können, und man mit einer guten Streitkultur für alle Beteiligten zufriedenstellende Ergebnisse erreichen kann. Und auch ich konnte aufgrund der gemachten Einwürfe (z. B. im Bereich des Sanitätswesens), konkreten Nachfragen und auch Ideen doch so einiges zum Nachdenken mitnehmen.

Auch nehme ich das Feedback mit auf, beim nächsten diesbezüglichen Vortrag, die Faktenlage mithilfe einer Präsentation auch bildlich darzustellen — bei Teilnehmern wie bei diesem Vortrag, lohnt sich der entsprechende Mehraufwand sicherlich.

Last but not least möchte ich mich bei Prof. Dr. Walther Heipertz bedanken, der für diesen Vortrag extra aus Heidelberg angereist war.

Video des Tages

Die militärische Lage in der Ukraine vorgetragen von Oberst Dr. Markus Reisner

Geburtstage des Tages

David Livingstone und Hans Küng


US Flagge

Dankbarkeit 5 (2)

Beitragsfoto: US Flagge | © Pixabay

Und wieder einmal müssen wir — was die meisten Bundesbürger sicherlich erneut nicht machen werden — anerkennen, dass wir Europäer und ganz besonders wir Deutschen ohne die US-Amerikaner längst wieder in den Armen des Sowjetkommunismus, egal in welcher aktuellen Ausprägung, lägen.

Unsere amerikanischen Freunde haben in den letzten Tagen ihre Hausaufgaben gemacht und verlegen mit einem sehr großem Aufwand ihre Truppen nach Europa. Darunter auch jene, denen sie vor Kurzem noch versprochen haben, dass diese sich einmal erholen werden können.

US-Präsident Joe Biden erfüllt damit nicht nur seine vertraglichen Pflichten, sondern gleicht mit seinen Haushaltsmitteln und unter Einsatz seiner US-Mitbürger zusätzlich noch die Mängel und offensichtlichen Vertragsbrüche gerade von uns Deutschen aus.

Und was machen unsere Regierung und Abgeordneten in dieser schwierigen und gefährlichen Situation? Sie debattieren darüber, wie man unsere Verwaltungen durch die Bundeswehr weiter entlasten kann und wer sich am, nun beabsichtigt zu erhöhenden, Militärhaushalt dieses Mal bereichern darf; eine gute Chance für die jüngst abgewählten Unionspolitiker wieder an Honigtöpfe zu kommen.

Kaum auszudenken, dass ein deutscher Bundeskanzler unseren Bündnispartnern eine solche massive Unterstützung gewährte. Ich vermute, er würde den Bundestag nicht mehr lebend verlassen.

Und wenn die US-Amerikaner dieses europäische Geschacher, welches erneut alleine auf ihre Kosten ausgetragen wird, mitbekommen, muss man sich nicht wundern, wenn demnächst ein neuer US-Präsident der NATO und Europa endgültig den Abschied gibt.

Was können wir Bürger machen? Wenigstens sollten wir den US-Soldaten, die demnächst wieder überall in Europa zu finden sein werden, unsere Dankbarkeit zeigen.

Und vielleicht wäre es keine schlechte Idee, bei den kommenden Wahlen Schauspieler oder andere Bürger zu wählen, die neben der Politik auch ein eigenes Leben haben und vor allem auch kennen.

„RESPONSIBILITY, n. A detachable burden easily shifted to the shoulders of God, Fate, Fortune, Luck or one’s neighbor. In the days of astrology it was customary to unload it upon a star.“

Ambrose Bierce, The Devil’s Dictionary (2020 [1911])

Maskerade

18.3.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Apropos

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich darüber freuen, wie sich Antidemokraten, Teilzeit-Korrupte oder Totalitaristen-Freunde einer nach dem anderen aus der Verantwortung stehlen. Gestern verabschiedete sich sogar der Pissbrunnen — ich ging immer davon aus, dass ich das nie selbst erleben werde — und schon etwas länger leidet die gesamte Union an einer sechzehnjährigen Amnesie, und sogar die SPD möchte plötzlich ihre jahrzehntelange Waffenbrüderschaft mit allem und jedem, der sich nur im Ansatz als Sozialist bezeichnet, dadurch vertuschen, indem sie plötzlich Milliardenzahlungen an die Bundeswehr verspricht — ohne sogleich wieder das Geld zweckzuentfremden — oder, ganz aktuell in Heilbronn, nach einer jüngst eingegangenen „Kriegspartnerschaft“ mit Russland nun von einer neuen Städtepartnerschaft in der Ukraine träumt, die die ukrainischen Opfer nur weiter verhöhnt.

Etwas Charakter findet man in der bundesdeutschen Politik leider inzwischen wohl nur noch bei solchen zwielichtigen Herren wie Gerhard Schröder oder Gregor Gysi. Und absolut keinen mehr in der CSU — dort sollen inzwischen sogar die ersten Ansätze von Moral und Anstand zum sofortigen Parteiausschlussverfahren führen.

Europäisches Frühstück

Gestern konnten wir mit Christian Marten-Molnar die letzten Details für unser ersten Europäisches Frühstück klären. Dieses findet am Sonntag, 24. Juli 2022 auf dem Theaterschiff statt und bietet neben einem ausgezeichneten Frühstück eine Einführung in das Theaterschiff, auch die Möglichkeit das Schiff und das Theater etwas näher kennenzulernen. Selbstverständlich steht das Frühstück unter einem aktuellen europäischen Thema: die Zukunft des Westbalkans. Hierzu konnten wir Josip Juratovic MdB als Fürsprecher eines schnellen EU-Beitrittes gewinnen.

Die EUROPA-UNION Heilbronn und auch ich freuen uns über Ihre Teilnahme. Um Ihnen die Entscheidung dazu etwas zu erleichtern, poste ich einfach das Menü des Frühstücksbuffet:

Verschiedene Brotsorten und Brötchen

Süße Aufstriche, Honig, Marmeladen, Nutella, Butter

Platten mit gebeiztem und geräuchertem Lachs Sahnemeerrettich

Platten mit Wildschweinschinken, Parmaschinken und verschiedenen Wurstsorten

Käsebrett

Obstsalat mit Müsli, Nüssen und Joghurt

Obstkorb

Orangensaft, Apfelsaft und Mineralwasser

Inklusive: 1 Glas Riesling Sekt Brut und einem Heißgetränk auch à la minute zubereitet.

Milchkaffee, Cappuccino, verschiedene Teesorten

Bundestag

Erwartungsgemäß hat gestern nach der Rede von Wolodimir Selenski unser Deutscher Bundestag erneut verdeutlicht, wie erbärmlich unsere Berufspolitiker heutzutage nur noch agieren, denken und handeln.

Es erfolgten nach der Rede Selenskis weder angemessenen Reaktionen auf dessen berechtigten Vorwürfe noch Antworten auf sein Angebot zu einer künftigen Zusammenarbeit — unsere Abgeordneten haben allesamt klatschend der Republik erneut demonstrativ vorgeführt, wozu sie fähig sind, außer zur Selbstbeweihräucherung oder Selbstbereicherung zu nichts von tatsächlicher Bedeutung! Selbst die üblichen Claqueure schreiben hierzu: „Nahtloser Übergang des Bundestags zur Tagesordnung irritiert.“

Wahrscheinlich weil Wolodimir Selenski gestern vor dem Deutschen Bundestag der Welt aber vor allem auch uns Deutschen gezeigt hat, dass eine Demokratie nur dann bestehen kann, wenn sie sich nicht von Berufspolitikern verwalten und verkaufen lässt. Aber so etwas sitzt man in Deutschland einfach weiterhin aus.

Spätestens jetzt müssten wir alle erkennen, dass nicht nur die Ukrainer Opfer unserer bundesdeutschen demokratischen Inkompetenz sind, sondern auch alle anderen Europäer, und letztendlich vor alle wir selber — ohne das Schwarze an die Wand malen zu wollen: wir werden allesamt bluten, aber ganz gewaltig!

Und das wirklich Schlimme für uns Deutsche — es wird uns dieses Mal an das Liebste gehen, was wir alle nur noch haben: unseren eigenen Geldbeutel. Und das ist auch gut so!

Geburtstage des Tages

John Updike und Rudolf Diesel