Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

17.3.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Verbandsarbeit

Die Fahrt nach Stuttgart hat sich gelohnt, denn mit dem Besprechungsergebnis können alle Beteiligten zufrieden sein. Auch unsere Verbände, nicht nur sämtliche Vereine, stehen schon etwas länger vor einer Zeitenwende, und die Verantwortlichen müssen reagieren, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Mitglieder benötigen heutzutage andere Angebote als noch vor ein paar Jahrzehnten. Vor allem aber erwarten diese immer mehr, dass auch ehrenamtliche Verbände und Vereine — also andere freiwillig aktive Mitglieder (!) — das Angebot derart umbauen, dass die Vereine und Verbände sehr flexibel auf die gerade momentan aktuellen Bedürfnisse der (potentiellen) Mitglieder reagieren und damit auch über Nacht eine Kampagne starten oder eine ganz bestimmte Veranstaltungsreihe anbieten können.

Und sämtliche Vereine bzw. Verbände, die künftig dazu nicht in der Lage sein werden, geraten in immer schwierigere Fahrwasser. Es sei denn, sie haben ein Alleinstellungsmerkmal, das man nur dort erhalten kann und auch immer wieder einmal nachgefragt wird — dann können diese sich auch noch zukünftig über Wasser halten.

Hierbei könnte gerade unser Verband seine Vorteile voll und ganz ausspielen, indem er die unterschiedlichsten „out of the box“ Veranstaltungen und Formate entwickelt und diese weltweit lokal bereithält, um sie dann bei Bedarf in kürzester Zeit und egal wo im Gesamtverband anbieten oder gar als Kampagne lostreten kann. Die entsprechende Koordinierungsarbeit lohnt sich. Und die vielen freiwilligen und ehrenamtlichen Fachkräfte vor Ort freuen sich bestimmt darüber, wenn „ihr Angebot“ nicht nur einmal lokal begrenzt angenommen wird, sondern sich daraufhin im Gesamtverband multipliziert und dann auch immer wieder einmal nachgefragt wird — eine Art von Nachhaltigkeit sozusagen.

Fünfte Kolonne

Es hat ein wenig gedauert, aber spätestens seit heute zieht die Fünfte Kolonne in Europa und ganz besonders bei uns in Deutschland wieder einmal sämtliche Register. Victor Orban ist dabei, neben Gerhard Schröder und Genossen, eher einer der bekannteren Putin-Versteher: „Aus diesem Krieg müssen wir uns heraushalten.“ Aber auch ein teilweise noch bekannter Parteibuch-General lässt anklingen, dass man mehr und ein besseres Verständnis für die Anti-Demokraten aller Länder haben muss.

Zudem kann ich die E-Mail kaum noch abarbeiten, die mir erklären wollen, dass die NATO schon immer ein Angriffsbündnis war, das über Jahrzehnte hinweg für sämtliche Kriegsverbrechen dieser Welt verantwortlich ist. Jene E-Mail, die mir unbedingt erklären wollen, dass die Bundeswehr an allem Schuld sei, weil unsere Soldaten — wir erinnern uns: „Zivilversager und potentielle Mörder“ — fortwährend und schon immer die Steuergelder zum Fenster hinauswerfen, lese ich schon gar nicht mehr.

Und auch unsere eigenen Fahnenflüchtigen und Drückeberger kommen jetzt ganz steil aus der Kurve, indem sie jeden Bürger, der bereit ist, seine Pflichten zu erfüllen, als Kanonenfutter diffamieren und jeden ukrainischen Fahnenflüchtige zum neuen Messias verklären.

Sollten sich unsere Soldaten so langsam fragen, ob es sich überhaupt noch lohnt, Deutschland tapfer zu verteidigen, hätten sie mein volles Verständnis. Aus eigener Erfahrung kann ich den jüngeren Kameraden nur raten, vor jedem Fahrtantritt die Bremsschläuche und die Radmuttern zu überprüfen sowie geeignete Löschmittel bereitzuhalten, denn sicherlich ist bald auch wieder „unsere Friedensbewegung“ unterwegs.

Wissenssatelliten

Gerade wird wieder einmal eine neue Sau durch die Stadt getrieben, sogenannte Wissenssatelliten sollen die Attraktivität der Fußgängerzone stärken. Dabei wäre es für die allermeisten städtischen Besucher noch viel attraktiver, wenn es halbwegs ausreichend öffentliche Toiletten gäbe.

Für solch profane Angelegenheiten gibt es wohl aber keine Zuschüsse und Sponsoren. Dabei könnten gerade mit solchen Dingen sogar Gewinne erwirtschaftet werden, denn schon die alten Römer wussten „pecunia non olet“ (Vespasian).

Aber unsere Verwaltungs- und Marketingprofis kennen uns Heilbronner viel besser als ich, und so freue ich mich heute schon darauf, die Schlangen vor den Wissenssatelliten beobachten zu können. Jede Wette, die meisten dieser Interessierten werden dort nach einem Klo fragen.

Und so können wir bald die Mütter zu ihren Kindern sagen hören: „Halt noch ein wenig durch, der nächste Wissenssatellit ist gleich um die Ecke!” Und vielleicht werden dann auch die Haufen und Häufchen in den Hausfluren wieder weniger?

Eine Nachricht von Arnold Schwarzenegger

Geburtstag des Tages

Nat King Cole und Gottlieb Daimler


Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

16.3.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Verbluten

Am 24. Februar 2022 hat das Putin-Regime eine Grenze überschritten, bei der es kein Halten mehr geben kann. Und so tragisch es für alle Beteiligten auch sein mag, muss der Ukraine-Russland-Konflikt nun ein für alle Mal ausgetragen werden.

Wie dieser Konflikt ausgeht, wenn der Westen der Ukraine nicht erneut in den Rücken fällt, sondern diese nun massiv unterstützt, wurde schon in Fachmedien ab Mitte 2020 ausdiskutiert. Die Russische Föderation muss sich in der Ukraine so erschöpfen, dass ihre Streitkräfte über Jahre hinweg nicht mehr offensivfähig sein werden. Zusätzlich muss es zu einer Ablösung des Putin-Regimes kommen und darüber hinaus die Russische Föderation in Regress genommen werden; hierbei muss darauf geachtet werden, dass es nicht wie beim ehemaligen Deutschen Reich 1919 zu Pariser Verträgen kommt, sondern der neuen russischen Regierung ein Weg zurück in die Staatengemeinschaft — am besten in die westliche Welt — geebnet wird.

Und als Preis für die siegreiche Ukraine kann — ja, muss — eine NATO und eine EU-Mitgliedschaft folgen.

Absolut falsch wäre es, wenn der Westen der Ukraine einen Frieden aufzwingt, der eine Teilung oder eine Neutralität des Landes zur Folge hat. Ohne ein echte demokratische Perspektive wird den Ukrainern nur der Gang in eine russische Knechtschaft möglich sein, und alle bis dahin geleisteten Wiederaufbauleistungen und -zahlungen des Westens werden einzig und alleine das russische Terrorregime weiter stärken.

Deshalb gilt auch hier: manche Konflikte müssen bis zum bitteren Ende ausgetragen werden.

Europastammtisch

Auch wenn nur virtuell, dennoch war der gestrige Europastammtisch wieder sehr spannend. Alles drehte sich dabei um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und wie wir Europäer diesen vielleicht hätten verhindern können. Die Meinung über die deutsche Regierungspolitik war dabei zweigeteilt: die meisten Stammtischler glaubten an bloße „Inkompetenz“ als Ursache, ich hingegen komme immer mehr zur Überzeugung, dass dies willentlich passierte, und die letzte Rede von Olaf Scholz im Bundestag eher eine Art „Übersprungshandlung“ war, ähnlich wie der von Günter Schabowski zur Grenzöffnung. Und solche Ereignisse kann man bekannter Maßen kaum noch rückgängig machen. Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, wie Bundesregierung und Union dies wieder einfangen wollen.

Eskapaden

Inzwischen dürften wir uns daran gewöhnt haben, dass unser Gemeinderat für die wunderlichsten Dinge zu haben ist. Aber während eines Krieges in die Nähe der Krim zu fahren und mit dem Aggressor — ganz bewusst nicht mit dem Opfer (!) — eine Städtepartnerschaft für den Frieden abzuschließen, ist doch selbst für Heilbronner Verhältnisse noch etwas gewöhnungsbedürftig.

Das heutige Bild in der Heilbronner Stimme (16.03.2022: 24) von Gemeinderäten, u. a. wohl auch zusammen mit zwei russischen Uniformträgern, lässt vermuten, dass man am Schwarzen Meer gleich noch die siegreiche russische Flotte mitgefeiert hat. Nehmen wir aber zugunsten unserer Gemeinderäte einmal an, dass es diesen hauptsächlich um die Reise und die Getränke ging. Und ganz nebenbei hat man dann noch den kommenden Wahlsieg unseres OB beschlossen.

Positiv ist, und das möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass man nun nach langem Hin und Her der plötzlichen Gesinnungsänderung des OB gefolgt ist und diese Städtepartnerschaft vorerst ruhen lässt — bis Gras über die Angelegenheit gewachsen ist. Verantwortung für den eigenen Schlamassel zu übernehmen, war noch nie eine unserer Stärken.

Ich glaube, man sollte einmal über den Heilbronner Gemeinderat diskutieren. Ich mache dazu im Forum einen ersten Aufschlag und frage mich, warum es eigentlich keine Stadträte mit Migrationshintergrund gibt?

Gemälde des Tages

Pablo Picasso: Guernica (4. Juni 1937)

Geburtstag des Tages

Georg Simon Ohm


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

15.3.02022 5 (2)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Kriegsschuld

Manche von uns regen sich jetzt darüber auf, dass einige Ukrainer der Bundesrepublik Deutschland eine Mitschuld am Massenmord an ihren Mitbürgern zusprechen wollen. Dazu möchte ich das Folgende feststellen: Die Schuld für den Angriffskrieg alleine Wladimir Putin zuzusprechen ist falsch und lenkt tatsächlich von der eigenen Schuld ab; genauso ist auch die sehr schnelle Schuldzuweisung von Olaf Scholz zu verstehen!

Faktum ist, dass wir Deutschen spätestens seit 2008 über die Ziele und Vorhaben Wladimir Putins bestens informiert sind. Leider ist es auch ein Faktum, dass sich sehr viele deutsche Politiker immer noch als die Vertreter des echten Sozialismus sehen und alles Mögliche machen, um ihren „Waffenbruder“ Wladimir Putin zu unterstützen. Dazu kommt noch, dass die deutschen Faschisten wie auch Nationalsozialisten mit Putin einen Burgfrieden eingegangen sind, um zusammen die Demokratie in Deutschland abzuschaffen (dies wohl erneut im Irrglauben, dass sie dann hinterher die Russen vernichten werden können).

Ein weiteres Faktum ist, dass es Putin zusätzlich gelungen ist, auch demokratisch gesinnte Politiker gleich reihenweise zu kaufen und zu erreichen, dass es keine Einwände gegenüber seiner Politik gibt.

Das hatte unter anderem zur Folge, dass man die Bundeswehr reduziert und sichergestellt hat, dass sie zumindest auch mittelfristig nicht einsatzfähig werden kann. Dabei hat man auch den Zivil- und Katastrophenschutz soweit reduziert, dass er nur noch als reine Vetternwirtschaft für Parteifreunde dient.

Als nächstes hat man dann alles unternommen, um zumindest in Sachen Rohstoffe und Energie vollständig von Wladimir Putin abhängig zu werden.

Und als Krönung des Ganzen hat man versucht, sich nicht nur von den USA, sondern auch von einer engeren Kooperation mit unseren westlichen Europäern abzunabeln.

Das alles betrifft die Ukraine jetzt noch nicht. Aber als Putin 2014 dort einmarschierte und, um seiner Drohung noch etwas mehr Deutlichkeit zu verleihen, gleich noch 298 Unionsbürger ermorden ließ, hat sich die deutsche Politik einzig und alleine damit beschäftigt, Wladimir Putin den Rücken zu stärken und die westlichen Sanktionen zu unterlaufen.

Der erneute und nun sehr massive Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 konnte von Wladimir Putin nur deshalb gewagt werden, weil er davon ausgehen musste, dass auch die neue Bundesregierung weiterhin alles unternehmen wird, um ihm den Rücken freizuhalten.

Sein Fehler war, dass — ich hatte dies bereits geschrieben — er Demokratie nicht versteht und den Opportunismus unserer verantwortlichen Politiker nicht bedacht hat. Diese haben sehr, zu schnell auf die Volksmeinung gehört und erstmals den Angriffskrieg verdammt — wobei einige der Parteikader inzwischen wieder dabei sind, dies alles zu relativieren und erneut eine Nibelungentreue zu Wladimir Putin zu etablieren.

Von den ersten Versprechungen unser Land wieder funktionsfähig zu machen und gemeinsam mit unseren Verbündeten der russischen Aggression entgegenzutreten wird peu à peu wieder Abstand genommen.

Und der Ukraine wird seitens unserer Politik immer deutlicher nahegelegt, sich doch lieber selbst abzuschaffen, und Wladimir Putin wird signalisiert, dass er auch dieses Mal wieder mit keinen Konsequenzen zu rechnen haben wird.

Entscheiden Sie selbst. Tragen wir eine Mitschuld oder nicht?

Fußgängerzone

Dass die Fußgängerzonen in Heilbronn eher, wenn überhaupt, verkehrsberuhigten Zonen ähneln, hatte ich schon öfters berichtet. Motorräder, Mofas und Pedelecs rasen durch unsere Fußgängerzonen wie Fahrräder aller Art und E-Scooter auch. Selbst für Taxen, Zulieferer (ohne Tonnagebegrenzung), Besitzer von Kneipen oder Läden sind unsere Fußgängerzonen gern genutzte Verkehrsachsen und Parkplätze.

Hinzu kommen noch die Ortskundigen, die die Fußgängerzonen gerne als innerstädtische Abkürzungen verwenden, und immer öfters auch besorgte Ehemänner, die mit laufenden Motoren auf ihre Gattinnen warten, bis diese ihre Einkäufe erledigt haben.

So ist es auch nicht sehr verwunderlich, dass wir heute in der Heilbronner Stimme (15.03.2022: 25) von einer Verfolgungsfahrt durch die Fußgängerzone lesen können: „Die zügige Fahrt verlief dann durch die Fußgängerzone, Turmstraße, Gerberstraße und Mannheimer Straße.“

So zeichnen sich unsere Fußgängerzonen nicht durch ihre Attraktivität für Käufer, Besucher oder Flanierer aus, sondern eher als bestmögliche Standorte für stationäre Blitzer.

Bedrohung

Die Bedrohung Europas, die nunmehr von immer mehr Bürgern auch wahrgenommen wird, verändert unsere Politik mehr als es wir uns bisher vorstellen konnten — leider aber können wir allesamt noch nicht abschätzen, in welche Richtung es gehen wird!

Können wir Europäische Föderalisten uns mit einem friedliebenden, demokratischen und föderalen Konzept menschlichen Zusammenlebens durchsetzen, oder gelingt es den Nationalisten erneut, willige Steigbügelhalter, egal welches totalitaristischen Konzeptes auch immer, zu werden?

Es steht zu befürchten, dass die russische Aggression nun dazu führt, dass sich in Europa Faschisten, Nationalsozialisten und Sozialisten erneut auf Kosten unserer Demokratien um die Vorherrschaft in der Welt streiten. Leider haben es diese Revanchisten, egal welcher Couleur, von London bis Vladivostok noch nicht mitbekommen, dass die Musik inzwischen nur noch in Delhi, Peking und Washington spielt.

Wenn Europa noch eine Rolle spielen sollte, dann als aktueller Kriegsschauplatz zweier Modelle für unsere eine Welt: das Modell einer freien Welt der offenen Gesellschaften gegen das Modell eines einfachen, verständlichen und bequemen Totalitarismus. Die Auswirkungen des Ukrainekrieges, der seit spätestens 2014 tobt, lassen sich nicht mehr leugnen und werden nun für uns alle — auch ohne NATO-Bündnisfall — gravierende Folgen haben. Wie wir auf diese Folgen reagieren werden, bestimmt unsere Zukunft — in Europa und dann auch im Rest der Welt.

Wir stehen allesamt an einer Zeitenwende und keiner von uns kann sagen, ob unsere Demokratien Bestand haben werden. Der Ausverkauf hat schon vor Jahren begonnen. Und ich möchte mich nicht darüber streiten, ob sich die verantwortlichen Politiker „geirrt“ (z. B. Annegret Kramp-Karrenbauer) haben, „getäuscht“ (z. B. Markus Söder) oder gar nur „gekauft“ (z. B. Gerhard Schröder) wurden? — die Entscheidung, ob unsere Kinder eine Zukunft in einer Demokratie haben werden, liegt alleine noch bei uns Bürgern. 

Wie werden wir uns angesichts steigender Preise, knapper Ressourcen, mangelnder Sicherheit, gefährdeter Gesundheit und potentieller Gefahr für unser aller Leib und Leben entscheiden?

Geburtstage des Tages

Ruth Bader Ginsburg und Zarah Leander