Europastammtisch

Europastammtisch 4.3 (6)

Nach meinen letzten erfolglosen Versuchen, das Forenschreiben wieder etwas populärer zu bekommen, hatte ich vor Kurzem noch mein letztes Forum geschlossen. Und kaum war dies geschehen, kamen schon die ersten Anfragen, ob man es nicht nochmals probieren könne.

So habe ich jetzt ein Forum hier auf meinem Weblog eröffnet, das mich kaum noch Arbeit kosten wird und auch weniger zeitintensiv in der Betreuung sein wird. Zudem spart es Energie und Kosten, da ich das Forum auf einem bereits bestehenden System betreibe — sozusagen ein grüneres Forum.

Und die Problematik mit den vielen Hacks und Spams konnte ich nun auch etwas mildern, da mein Weblog von der technologischen Struktur her besser abgesichert ist. Auch habe ich den Forenzutritt von Anfang an limitiert.

Jetzt liegt es an den Weblog-Lesern, ob sie dieses neue Angebot nutzen möchten oder nicht. Und die alten Forennutzer können sich bei Bedarf erneut engagieren.

Um das Ganze übersichtlicher zu gestalten, beabsichtige ich, die Themenvielfalt langsam aufwachsen zu lassen, sodass sich die regelmäßigen Nutzer, ob Leser oder Diskutant, besser an die neue Umgebung gewöhnen können. Wohin sich diese Themen letztendlich aber bewegen werden und über was dann tatsächlich auch diskutiert werden wird, das liegt wieder an jenen Nutzern, die sich dabei auch aktiv einbringen werden.

Wer sich das jetzt etwas genauer anschauen möchte, der findet das Forum gleich in der Navigation unter Forum oder ruft die alte und weiterhin bestehende Domain „europastammtisch.eu“ auf. Diese Domain ist auch der Grund dafür, dass dieses Forum „Europastammtisch“ genannt wird.

Selbstverständlich sind auch alle Europastammtischler recht herzlich willkommen, um sich hier auch virtuell auszutauschen, so wie auch die Teilnehmer der Hertensteiner Gespräche. Und wenn ein Heilbronner zudem gerne ein lokales Thema diskutieren möchte, bietet dieses Forum ebenfalls bereits einen eigenen Platz dafür an.

„I never knew any debatable point not maintained on both sides by unanswerable arguments …“

Letitia Elizabeth Landon, Romance and Reality (1831: Volume II, Chapter 21)

Bibelseite

Offenbarungseid 5 (1)

Beitragsbild: Bibelseite | © Pixabay

Gestern wurde mein ehemaliger Lieblingschef, immerhin eine echter General, in den Nachrichten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gefragt, ob denn die Bundeswehr Deutschland verteidigen könne? Seine Antwort war „Nein“.

Für solche schlichten Wahrheiten werden Bundeswehroffiziere üblicher Weise sofort in den Ruhestand versetzt, wenn sie denn das Glück hatten, bis dahin schon einen Generalsrang erreicht zu haben. Mein ehemaliger Chef hat das Glück, schon im Ruhestand zu sein. Bei Offizieren mit weit weniger beruflichem Erfolg, wird in solchen Fällen hingegen die eigene Karriere sehr schnell sehr überschaubar; was dazu führt, dass man in der Bundeswehr, zumal mit junger Familie und einem Kredit auf ein Haus, sehr vorsichtig ist, wenn es um das Durchsetzen der eigenen bürgerlichen Grundrechte geht.

Wir haben inzwischen aber allesamt weit größere Probleme, die aber auf dieselben Ursachen zurückzuführen sind, nämlich wenig bis gar nicht qualifizierte Berufspolitiker, teilweise sogar mit noch weniger Moral und dem einzigen Interesse, sich in möglichst kurzer Zeit selbst zu bereichern, die vorgeben die Interessen unseres Landes und seiner Bürger zu vertreten.

Faktum 1

Wir haben eine Bundeswehr, für die jährlich gut 50 Milliarden Euro ausgegeben werden und die ihren Auftrag nicht erfüllen kann. Von Anbeginn der Bundeswehr an, wurde vom Gesetzgeber dafür gesorgt, dass diese nie wirklich einsatzbereit sein wird. Das hat ursächlich mit dem Grundgesetzartikel 87b zu tun, und sorgt dafür, dass man den Wehretat möglichst bequem für alles Mögliche verschwenden kann. Damit diese Verschwendung noch weiter professionalisiert wird, hat man die Monsterbehörde „Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“ geschaffen und zusätzlich dafür gesorgt, dass das ursprünglich schon schlechte Verhältnis von Soldat zu zivilen Mitarbeiter (7:1) in der Bundeswehr wohl derzeit eher bei (1:1) liegen wird. Und gab es einmal Mindestvoraussetzungen für Soldaten, so langt es heute, dass diese eine Uniform — nicht einmal eine gute — vom Bund gestellt bekommen, um Soldat zu sein.

Faktum 2

Die Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland ist nicht mehr sichergestellt. Entgegen aller Warnungen von externen Fachleuten und befreundeter Staaten, hat man sich ganz bewusst vom russischen Gas und Öl abhängig gemacht. Und selbst die Möglichkeit, über einen eigenen Hafen für Flüssiggas notfalls eine Alternative zu bekommen, hat man mit allen politischen Mitteln bis heute verhindert.

Zudem hat man überschnell und ohne jegliche Alternativen die Atomkraft in der Bundesrepublik abgeschafft. Schlimmer noch, man hat, wo man nur kann, den Ausbau alternativer Energien verschleppt und bis vor kurzem noch die Energieversorgung mit russischem Gas als die alleine glückselig machende grüne Energiequelle für Europa beworben!

Gerhard Schröder dürfte nicht der einzige Berufspolitiker sein, der sich an der Zerstörung der deutschen Energieversorgung dumm und dämlich verdient.

Faktum 3

Die Infrastruktur, ob digital, Schiene, Wasser, Straße oder alles andere auch, der Bundesrepublik Deutschland ist insgesamt heruntergewirtschaftet.

Mit Helmut Kohl hat man nicht nur angefangen, den notwenigen und gerade begonnenen Ausbau einer digitalen Infrastruktur zu beenden, sondern diese staatliche Aufgabe insgesamt zu privatisieren. Nach ca. 40 Jahren unzähliger Erfolgsgeschichten der Gewinnmaximierung privater Firmen, muss man jetzt leider feststellen, das diese Gewinne einzig und alleine auf Kosten unserer gesamten Infrastruktur erzielt wurden.

Als Fazit muss man ziehen, dass wir einen Raubbau nicht nur an unsere Umwelt betreiben, sondern ganz bewusst auch an unserer eigenen Infrastruktur betrieben haben und immer noch weiter betreiben. Deren notwenige Sanierung wird inzwischen bei einigen Billionen Euro liegen.

Faktum 4

Wie wir es alle gerade erleben, hat unser Gesundheitswesen schon lange seine Grenzen erreicht, wenn nicht gar bereits überschritten. Und von unserem Rentensystem möchte ich schon gar nicht mehr sprechen. Schon lange wird die wunderbare Lüge, dass „die Rente sicher sei“ nur noch mit Steuermitteln aufrechterhalten — und jeder vernünftige Bürger fragt sich, wann dieses Potemkinsche Dorf endlich kollabiert?

Fazit

Was machen Politiker üblicher Weise, wenn sie keinen Offenbarungseid leisten wollen, sie suchen nach sehr einfachen Alternativen. Und tragischer Weise kommt ihnen jetzt Wladimir Putins Angriffskrieg zur rechten Zeit.

Deshalb müssen wir jetzt fürchterlich darauf achten, dass sich unsere verantwortlichen Politiker nicht einfach dadurch aus ihrer eigenen Misere ziehen, indem sie uns alle in einen Weltkrieg stürzen!

Als Alternative können wir unseren Politkern nur anbieten, dass aufgrund der friedlichen Unterstützung von 40 Millionen Ukrainer, weiteren Weißrussen und noch anderen Menschen Europas Wirtschaft und unsere Gesellschaften gemeinsam und insgesamt zusammenbrechen, und wir dann alle zusammen in einem europäischen Bundesstaat wieder einmal bei Null anfangen.

Hoffentlich hat es jetzt auch der letzte Unionsbürger gemerkt, dass es zu einem einigen Europa keine Alternative gibt, und wir die Nationalismen zukünftig vehement unterbinden müssen! Zudem müssen wir darauf achten, dass sich in einem Bundesstaat Europa nicht wieder neue „Kasten“ bilden, die alleine durch ihre Existenz jede Demokratie kaputtmachen.

„Schreib auf, was du gesehen hast: was ist und was danach geschehen wird.“

Neues Testament, Die Offenbarung des Johannes 1,19

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

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Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Lesestoff

Dank Javier Giner konnte ich heute ein weiteres Buch auf meinen Lesestapel legen. Er hat mir dieses Buch wärmstens empfohlen. Der Titel des Buches ist „The Biology of Belief — Unleashing the Power of Consciousness, Matter & Mind“ und sein Autor ist Bruce H. Lipton. Ich habe mir gleich die verbesserte Ausgabe zum zehnjährigen Jubiläum des Buches gegönnt.

„Since I have read and reread the book, I can give you some tips to make the most of reading. In the prologue you will read that the purpose of the book is to ensure that after reading you are in “a position to have your life under control to lead a healthier and happier life.”

Then, the first part deals a lot with scientific and technical words that only doctors, researchers, professors, etc. understand, so I just skimmed through it to get to the part of the book where professor Lipton explains his discoveries and their application practice. It is in that part where you will learn many things that are unknown to most people.“

JAvier Giner

Ein erstes Anlesen lässt auf eine interessante Lektüre hoffen. Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, wann ich es gelesen haben werde.

Zurzeit ist wieder der alte Clausewitz en vogue, der gerade von sehr vielen Experten erneut auf Teufel komm raus zitiert und dabei meist missbraucht wird. Wie mein erster Kommandeur 1983 schon sagte, „der Clausewitz wird sehr gerne zitiert, und meist von jenen, die nicht einmal ein Exemplar seines Buches besitzen.”

Über all die Jahre hinweg habe ich mehrere Exemplare besessen, auch in englischer Sprache, da ich zu faul dazu war, ihn jedes Mal selbst zu übersetzen. Und jenen, die Clausewitz nicht nur zitieren, sondern ihn zumindest auch einmal anlesen möchten, denen empfehle ich die Neunzehnte Auflage (Jubiläumsausgabe) mit erneut erweiterter historisch-kritischer Würdigung von Werner Halweg von 1980. Denn es besteht bei anderen Ausgabe die Gefahr, dass man Carl von Clausewitz nicht nur falsch versteht, sondern ihn noch unrichtiger zitiert.

Städtepartnerschaft

Wozu Städtepartnerschaften dienen und wie man sie pflegt, ist in Heilbronn schon etwas länger in Vergessenheit geraten und aus der Mode gekommen; hier dürfte Dr. Manfred Weinmann der letzte Motor seitens der Stadt gewesen sein.

Und so hatte ich mich 2019 doch sehr gewundert, dass die Verwaltungsspitze plötzlich eine neue Städtepartnerschaft einging — hatte man doch erst 2016 eine sehr alte Städtepartnerschaft mit Port Talbot dem schnöden Mammon und der Bequemlichkeit wegen geopfert und zudem zahlreiche Versuche von Heilbronnern, neue Städtepartnerschaften mit bewährten demokratischen Stadtgesellschaften einzugehen, bereits in den Ansätzen vehement abgelehnt. „Heilbronn hat bereits genügend Städtepartnerschaften“, wurde die Verwaltungsspitze immer wieder zitiert.

Was ich nicht bedacht hatte war, dass auch in Heilbronn der lupenreine Demokrat Wladimir Putin immer mehr Anhänger fand, und somit das Schröder-Syndrom nicht nur Teile des Heilbonner Gemeinderats, sondern auch die Stadtverwaltung infizierte.

Spätestens 2008 war jedem Europäer klar, dass Putin nicht nur andere Länder angreift und deren Bevölkerungen schwer dezimiert, sondern auch in der Russischen Föderation selbst alle Demokraten verfolgt und in Gefängnisse oder Konzentrationslager verfrachtet. Dann schreckte er nicht einmal mehr davor zurück, geflohene Russen in Europa und auch in Deutschland ermorden zu lassen. Mit dem Angriff gegen die Ukraine, der bereits 2014 erfolgte, war es selbst dem ignorantesten Bürger klar, dass Putin eine Diktatur in der Russischen Föderation aufgebaut hat und diese nun begann, auch auf andere Länder auszudehnen.

Erstaunlich ist dabei, dass Putin mit seinem zunehmenden und offenbar auch willkürlichen Morden, darunter übrigens fast 300 Unionsbürger, in Heilbronn immer beliebter wurde. Und als dann die gesamte Welt darüber spekulierte, ob es in der Russischen Föderation überhaupt noch demokratische Volksvertreter in Verwaltungspositionen gibt oder geben kann, kommt unser OB um die Ecke und schließt eine Städtepartnerschaft mit einer russischen Stadt ab, deren Bevölkerung seit 2014 den Angriffskrieg in der Ukraine unmittelbar mitbekommt und wahrscheinlich auch unterstützen muss.

Sollte es noch einen Rest an Anständigkeit im Heilbronner Gemeinderat geben, wäre es ratsam, wenn man diese Städtepartnerschaft so lange aussetzt, bis man davon ausgehen kann, dass wir keine Kriegsverbrecher in Heilbronn willkommen heißen.

Experten

Dass wir ein Land der Experten sind, ist uns allen bestens bekannt. Dass jetzt aber auch der allerletzte Pazifist jeden Berufssoldaten an militärischer Expertise und Sachverstand übertrumpft, ist auch mir neu.

Aber weit interessanter ist, wie diese Experten nach der Bundeswehr — die ihre Meinung nach selbst schuld ist — nun auch noch die russischen Streitkräfte analysieren und deren sämtlichen vermeintlichen Fehler detailliert aufführen.

Dabei ist es doch das Normalste von der Welt, wenn zu Beginn einer jeden Operation und ganz besonders am Anfang eines Krieges sehr vieles schief läuft, und dabei ganz besonders gerade jene Dinge, die man wirklich nicht erwartet hätte. Und das ist gerade das wirklich Spannende an der ganzen Sache.

So sollten sich unsere Experten lieber nicht zu sehr und zu früh freuen, denn Armeen lernen sehr schnell, vor allem dann, wenn ihre Fehler tödlich sind. Und leider wird es auch unsere Streitkräfte treffen, wenn diese dann doch eingesetzt werden müssen.

Schade nur, dass wir dann nicht auf die Kompetenz unserer Experten zurückgreifen werden können, die sicherlich so mit dem Kommentieren und ihrem Expertenrat beschäftigt sind, dass sie wieder einmal keine Zeit haben werden, um selber für unser Land zu kämpfen.

Geburtstage des Tages

Georg Friedrich Händel und Gerhard Mercator