Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

29.9.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

Europaminister

Wenn Deutschland eines nicht mehr benötigt, dann ist es einen Außenminister. Diese Minister stammen nämlich aus jenen Zeiten, wo es Regierungschefs nicht möglich war, mit ihren Kollegen persönliche Kontakte aufzubauen und zu unterhalten.

Zudem ist Deutschland inzwischen Teil der EU und verfügt über eine entsprechende EU Außen- und Sicherheitspolitik mit einem eigenen Apparat, einschließlich von EU-Botschaften weltweit.

Deswegen benötigt Deutschland einen Europaminister, der zum einen sicherstellt, dass die jeweiligen EU-Botschaften und das entsprechende „EU-Ministerium“ auch mit deutschen Fachkräften ausgestattet werden und der zum anderen deutsche Interessen mit den Interessen der anderen Mitgliedstaaten in Übereinklang bringt.

Damit wäre dieser Minister sinnvoll ausgelastet und müsste nicht als Außenminister völlig zweckfrei durch die Welt jetten.

E-Scooter

Wenn es bereits die Heilbronner Stimme thematisiert, dann ist es wirklich an der Zeit, dass sich unsere Verantwortlichen darüber einmal ernsthaft Gedanken machen. Bisher wurde nur rein ideologisch motiviert gehandelt und bestenfalls darüber nachgedacht, was daran selbst zu verdienen ist.

Zumindest in Heilbronn steht fest, dass die E-Scooter keine Alternative zum Auto, den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad sind. Sie sind reine Spaßgefährte, die zudem die Umwelt unnötiger Weise weiter schädigen und — weil in Heilbronn nicht überwacht oder reguliert — Menschenleben gefährden.

Ich kann durchaus verstehen, dass man in Heilbronn versucht, neben den Weinausschänken und Blumentöpfen, mit den E-Scootern auch für die Jüngeren attraktivitätssteigernde Ideen umzusetzen.

Es darf aber nicht sein, dass damit Heilbronn immer mehr zum Eldorado für rücksichtslose Menschen wird, ein Ort, wo man folgenlos alles machen kann, was im Rest der Republik nicht gestattet ist.

Mär

Als erstes verkünden die Grünen zumindest inoffiziell ihre ersten zukünftigen Regierungsmitglieder und haben, nach eigenen Worten, bereits alles geregelt. Dabei haben die Verhandlungen kaum begonnen. Man erkennt daran sehr gut, wie stark der Drang nach den Futtertöpfen ist — Inhalte? Völlig egal!

Auch die anderen Parteien werden ähnlich verfahren. Erst kommen die Zugpferde an die Tränke, dann werden Bundesländer, Regionen, Parteigruppierungen, Geschlechter und andere Kriterien untereinander verhandelt und deren Vertreter an die Tränke geführt.

Und erst wenn man sich sortiert und jeder seinen Platz am Futternapf gefunden hat, werden Inhalte besprochen und mit den anderen Parteien verhandelt.

Die Mär, dass es erst um Inhalte und um Deutschland geht, sollte so langsam von keinem Wähler mehr geglaubt werden.

Geburtstag des Tages

Miguel de Cervantes


We Are All Part of Europe!

We Are All Part of Europe! 5 (3)

Im vergangenen Jahr habe ich mein erstes Buch unter dem Titel „Europa ist für alle da!“ herausgebracht. Dabei hatte ich ganz außer Acht gelassen, dass es zwar sehr viele Europäer gibt, aber die wenigsten davon Deutsch sprechen, geschweige denn lesen können.

Und so habe ich nun mit der englischen Übersetzung meines Buches dieses Manko behoben.

We Are All Part of Europe! is an adapted version of the German original „Europa ist für alle! — Vom Homo sapiens zum Homo Europaeus

With this book, which summarises my previous lectures about Europe and the European Idea, I hope to convince my fellow citizens of what Europe can be and win their commitment to such an Europe with its contribution to world peace.

Furthermore, this book is also intended to provide those who deal scientifically with Europe with the basics and documents in order to gain a deeper insight into the way of thinking and behavioural patterns of federalists on the one hand, and a quick overview of the history of the European unification movement.

You can purchase the book via Amazon, in bookstores or directly from me.

„Die Krise des europäischen Daseins hat nur zwei Auswege: Den Untergang Europas in der Entfremdung gegen seinen eigenen rationalen Lebenssinn, den Verfall in Geistfeindlichkeit und Barbarei, oder die Wiedergeburt Europas aus dem Geiste der Philosophie.“ 

Edmund Husserl, Die Krisis des europäischen Menschentums und die Philosophie (Vortrag am 7. und 10. Mai 1935 in Wien)

Maskerade

28.9.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Verfettung

Ein besserer Titel ist mir bei der Betrachtung des neuen Bundestages einfach nicht eingefallen. Neben den 598 legitimen Abgeordnetenimmer noch mehr als jede Demokratie eigentlich benötigt — wurden der Bevölkerung nun sogar 137 weitere Abgeordnete aufgezwungen.

Selbst das Bundesverfassungsgericht wird von unseren Abgeordneten übergangen, zumindest wenn es um die eigenen Pfründe geht.

Es ist nur wirklich an der Zeit, dass man neue Wege geht und insgesamt zukunftsfähig wird!

Wir müssen endlich dafür Sorge tragen, dass der Bundestag eine überschaubare und zweckmäßige Größe erhält — unter 300 Abgeordnete sollten es schon werden — sowie auch dafür, dass die Abgeordneten maximal zweimal gewählt werden können, und alle politischen Ämter auf nur eine Wiederwahl begrenzt werden.

Leider bin ich inzwischen davon überzeugt, dass der nächste Bundestag die 1 000 Marke reißen wird, und „Söhnchen“, die auf Teufel komm raus nicht gewählt werden, von Papa dann mindestens als Landrat oder Minister eingesetzt werden.

Finanzflüsse

Heute konnte ich erneut in der Stimme lesen, dass eine Verwaltung wieder einmal einen Mitarbeiter eingestellt hat, um von Brüssel Fördergelder zu akquirieren.

Inzwischen gibt es in den Verwaltungen der Gemeinden, Städte und Landkreise ganze Abteilungen, die nur darauf spezialisiert sind, um Transferzahlungen vom Land, vom Bund oder der EU abzugreifen.

Das Ganze grenzt schon an Wahnsinn, wenn Projekte nur noch dann realisiert werden, wenn es auch entsprechende Subventionen dafür gibt, denn dann hat der „Verteilungsapparat“ gewonnen und entscheidet zentral für alle Bürger, was, wann und wie gemacht wird.

Bald werden wohl in Heilbronn und anderen vergleichbaren Städten die Straßen nur noch dann gesäubert, wenn die Kommissionspräsidentin in Brüssel einen Milliardenschweren Zukunftsfond „Saubere Straßen für Europa“ initiiert.

Dabei könnte es zumindest in unserer Bundesrepublik so einfach sein! Das Geld bleibt erstmals dort, wo es erwirtschaftet wird, nämlich in den Städten und Gemeinden. Und von dort aus wird es nach Bedarf und gemeinsamen Regeln langsam nach oben gepumpt, um den Ländern, dem Bund und auch der EU Finanzmittel an die Hand zu geben, um es diesen zu ermöglichen, ihre ureigenen Aufgaben zu erledigen.

Damit ist sichergestellt, dass unser System wieder funktioniert. Auch ist sichergestellt, dass es zum einen weniger „Verdunstungsverluste“ gibt und zum anderen unsere Verwaltungen wieder schlanker werden können.

Berlin

Der größte Fehler in der bundesdeutschen Geschichte war es, Berlin zum Land und auch noch zur Bundeshauptstadt zu machen. Man hätte gerade in dieser Zeit auf eine funktionierende Stadt, nämlich Frankfurt, zurückgreifen müssen. Der Charme dabei wäre zudem gewesen, dass diese demokratische Wurzeln, auch bundesdeutsche, hat und zentral im Bundesgebiet liegt — von einem internationalen Flughafen einmal ganz abgesehen.

Erschwerend kamen bei Berlin zwei Probleme von Anfang an mit hinzu. Erstens, dass Westberlin traditionell allen anderen Bundesländern auf der Tasche lag und zweitens sich in Ostberlin sämtliche DDR-Bonzen sammelten und noch heute die DDR hochleben lassen — wenn nicht gar sämtliche demokratischen Bemühungen in und um Berlin herum torpedieren.

Durch den Umzug des Parlaments nach Berlin — das Umfeld wirkt sich immer aus — wurde aus vielen bodenständigen bundesdeutschen Politikern „nationale Weltstädtler“ mit dem Hang zum Größenwahn, was die Transferzahlungen an Berlin weiter befördert und jede Berliner Wunschvorstellung, egal wie unsinnig, realisiert — außer es handelt sich um Demokratiedenkmäler.

Als man sich dann noch entschieden hat, dass Bildung und Arbeit in Berlin keine Mühen machen dürfen, war das Schicksal dieser Stadt besiegelt: das Einzige was man in Berlin inzwischen noch kann, ist das Ausfüllen von Formularen zum Erhalt von Transferzahlungen. Ok — und randalieren, wenn man nicht das bekommt, was man gerne hätte.

Geburtstag des Tages

David Kellogg Lewis