Kakteen

19.8.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Kakteen | Bild von OpenClipart-Vectors | Pixabay

Bäume

Wenn wir bei uns den Wald retten wollen, dann geht es nicht um den Wald oder einzelne Bäume, sondern um den Ertrag, der sich aus den Baumplantagen herausholen lässt und um den Erholungswert für uns Menschen. Der Erholungswert misst sich dabei daran, wie schnell wir den Wald weiter zerstören können.

Deshalb werden jetzt auch Bäume bevorzugt gepflanzt, die schnell wachsen und einen möglichst hohen Ertrag versprechen. Unsere sogenannten Waldschutzgebiete sind zudem die besten Stellen, wo man campen oder mit dem Rad durch das Gebüsch brechen kann. Und sollte ein Baum dabei stören, wird er so schnell wie möglich beseitigt.

Naturschutz, ein weiterer hohler Begriff, der uns Menschen bei unserer Naturzerstörung und Umweltverschmutzung möglichst ein gutes Gefühl garantieren soll — Umweltzerstörung de luxe, für die wir nicht nur Unmengen an Experten, sondern inzwischen ganze Parteien haben.

Hotel

In jedem Einsatz, ob nur fiktiv oder gar Krieg, gibt es ein Hotel, das, scheinbar von der Außenwelt unberührt, als Sammelpunkt einer ganz illustren Gesellschaft dient. Angefangen von Journalisten, Menschen von Hilfsorganisationen oder kriminellen Vereinigungen, Politikern, Geheimdienstlern, Verwaltungsbeamten, Presseoffizieren bis hin zu Soldaten vor Ort, die dringend nach notwendigen Informationen suchen, kann man diese Art von Hotelgästen bereits in der Lobby ausmachen.

Als erstes fallen einem altgediente und teils auch sehr bekannte Journalisten auf, die whiskygeschwängert für Unterhaltung sorgen. Um diese herum finden sich junge Journalistinnen oder junge Abgeordnete, die diesen Erzählungen gerne folgen und sich später in Einzelgesprächen auf dem Hotelzimmer weiterbilden lassen — so wurde wohl schon manche Karriere gestartet.

An der Bar tummeln sich all jene, die nach Geschäften suchen oder Informationen anzubieten haben. Und im Restaurant die weiteren Kriegstouristen, die nur einmal mit dabei sein wollten.

Dieses Hotel ist immer eine ganz besondere Welt, die, je nach Standort, ihren eigenen unverkennbaren Charme entwickelt, an den die Hotelgäste noch Jahre später gerne zurückdenken, besonders dann, wenn vor dem Hotel tatsächlich noch ein wenig „herumgeballert“ wurde — von wem ist dabei völlig zweitrangig.

Experten

Deutschlands Experten bringen uns nochmals alle um. Egal wo man hinschaut, wird einem ein Experte aufgetischt. Zumindest in dem Bereich, in dem ich mich ein wenig auskenne, muss ich immer wieder feststellen, dass ich nicht nachvollziehen kann, was diese Mitbürger eigentlich zu Experten macht.

Diese kommen meist von Think Tanks, Universitäten oder sonstigen Einrichtungen und wissen alles ganz genau und viel besser als jene, die jahrzehntelang in diesem Bereich tätig waren.

So ist es mir jetzt eine innere Freude mit anzusehen, dass diese Experten, die in meinem Beruf wildern, offenkundig und für jeden erkennbar völlig versagt haben.

Sie werden aber wortreich erklären und ganze Bücher damit füllen, warum sich die Realität getäuscht hat, das wahre Leben und letztendlich wieder einmal Soldaten die Schuld tragen — das kommt besonders in Deutschland immer gut an. Und ist wohl die Grundlage des deutschen Expertentums, nämlich anderen die Schuld zuzuweisen.

Nur ein Beispiel, vor ein paar Jahren mussten ein paar Soldaten, kurzfristig aus einer politischen Laune heraus, in einen ganz neuen Einsatz verlegen. Ich hatte das Vergnügen selbst mit dabei zu sein.

Eigene Erkundung bzw. Aufklärung wurde uns nicht gestattet, sondern Experten übernahmen das für uns, die uns dann auch vor Abflug sämtliche Informationen mitgaben.

Das Ergebnis war, bildlich dargestellt, dass wir, für einen Badeurlaub ausgestattet, in der Antarktis ankamen und letztendlich für den gesamten Schlamassel verantwortlich waren.

Zwei Dinge sind beim heutigen und viel größeren Schlamassel wieder ganz sicher. Erstens, Experten haben immer recht und tragen nie Verantwortung. Und zweitens, die Politik stellt sicher, dass es wieder einmal nur das Militär war, das versagte — und sie werden auch wieder Experten finden, die das bestätigen; notfalls muss es ein General erklären.

Website des Tages

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V.

„Unser Wald ist einer der kostbarsten Schätze, die wir auf der Welt haben. Unsere Aufgabe ist es, den Wald zu schützen und Menschen dafür zu begeistern.“

Geburtstag des Tages

Coco Chanel


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

18.8.02021 5 (3)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Impfdosen

Ablenkung mit anderen Dingen, wie z. B. Afghanistan, ist eine gute Gelegenheit für unsere Minister, um klamm heimlich, weitere volkswirtschaftliche Schäden anzurichten. Nach CumEx-Geschäften, dem Maut-Debakel oder der milliardenschweren Vernichtung von zwielichtig bestellten funktionsunfähigen Masken, droht jetzt ein weiterer Steuergeldverlust, weil der zuständige Minister wohl Impfdosen absichtlich verfallen lässt, und diese dann kostenpflichtig entsorgt werden müssen.

Mit all diesen „kriminellen“ Geschäften wurde dem Staat das nötige Geld entzogen, mit dem er weitere Infrastrukturmaßnahmen hätte tätigen oder auch eine funktionsfähige Bildungspolitik initiieren können. Und wenn unserer Regierung überhaupt nichts Sinnvolles eingefallen wäre, hätte man auch uns Steuerzahler entlasten können.

So wurde wieder einmal eine Chance vertan, und ein paar zwielichtige Gestalten um einiges reicher.

Kompliment

Gerade, da meine Kameraden wieder einmal etwas mehr beschäftigt als sonst sind, fällt mir das schönste Kompliment ein, das mir jemals gemacht wurde. Ein, von mir noch heute sehr geschätzter, General wandte sich mit den folgenden Worten an mich: „Kümmerle, Sie haben sich sehr früh für Charakter anstatt Karriere entschieden.“

So schön hat mir später keiner mehr erklärt, dass ich ein Depp bin. Aber heute bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass es unserem Land tatsächlich an „Deppen“ fehlt, denn unsere Karrieristen bekommen rein gar nichts mehr gebacken.

Gespräch

Die EUROPA-UNION Heilbronn hat auch einige Mitglieder, die nicht aus dem Ländle kommen. So ist es immer wieder eine Freude, wenn diese die Gelegenheit nutzen, um auch nur für einen Zwischenstopp in Heilbronn vorbeizuschauen.

So erreichte mich der Anruf von Javier Giner, dass wir uns in einem Hotel in Heilbronn treffen könnten. Daraus entwickelte sich ein sehr interessantes Gespräch mit sehr zielführenden Ideen, zum einen für unseren Verein, zum anderen auch für den UEF-Gesamtverband.

Einig waren wir uns auf jeden Fall darin, dass wir einen Europäischen Bundesstaat brauchen und dies so schnell wie möglich.

Website des Tages

Buchhandel.de

Hier finden Sie alle in Deutschland im Buchhandel erhältlichen Bücher, außer denen, die noch in Antiquariaten zu finden sind. Zwei Bücher kann ich Ihnen dabei ans Herz legen.


Karte von Afghanistan

Afghanistan – ein anderer Blickwinkel 5 (1)

Foto: Kartenausschnitt

Das Land Afghanistan besteht etwa aus 40 Millionen Menschen, die auf gut 650 000 Quadratkilometern leben. Zum Vergleich, wir leben in Deutschland auf ca. 350 000 Quadratkilometern. Das bedeutet aber überhaupt nichts, vor allem dann, wenn man sich in Afghanistan militärisch bewegen möchte!

Dann sehen die Dinge einfach anders aus und man muss zudem der Realität ins Auge sehen. Als sich die US-Regierung vor gut 20 Jahren dazu entschloss, innerhalb der Grenzen Afghanistans Kriminelle und Terroristen zu jagen, wurde dies ursprünglich auch als Kleinkrieg mit Geheimdiensten und Kleinkriegskräften getätigt — und für alle überraschend, auch sehr erfolgreich!

Dass dies eine Trendwende in der US-Politik provozierte, hätte man voraussehen müssen. Ohne näher darauf einzugehen, kam es zu einer US-internen Auseinandersetzung, um Billionenhaushalte und das Renommee der einzelnen Truppengattungen. Der Erfolg der „Spezialkräfte“ hätte gerade zu dieser Zeit eine gewaltige Umschichtung innerhalb der US-Streitkräfte und in Folge davon auch in der Industrie gebracht. So musste der Kleinkriegsschauplatz Afghanistan, wirtschaftspolitisch betrachtet, zu einem Kriegsschauplatz werden, und der sogenannte „Mission Creep“ nahm ungehemmt seinen Lauf.

Fehler Nummer eins

Keiner der Beteiligten (außer den Militärs — und deren Meinung zählt bekanntlich nicht) hat sich jemals Gedanken darüber gemacht, wie groß der Kriegsschauplatz Afghanistan überhaupt ist. Ohne das Ganze selbst näher untersucht zu haben, gehören zumindest Pakistan, Teile des Irans und Teile ehemaliger Sowjetrepubliken mit dazu.

Ohne den Kriegsschauplatz einzugrenzen und dabei auch alle — direkt oder indirekt — Beteiligten (z.B. auch China) zu involvieren, konnte von Anfang an niemals ein Erfolg — welcher Art auch immer — erzielt werden.

Das Ganze wurde bereits vorab in Korea und später in Vietnam durchexerziert, wobei zumindest der militärische Teil der NATO daraus seine Konsequenzen gezogen hatte. Dass dies erneut nicht mit berücksichtigt wurde, muss man dem Primat der Politik zuschreiben.

Fehler Nummer zwei

Der Kriegsschauplatz wurde ohne Widerspruch oder Gegenwehr für die „Lords of War“ — Waffenhänder und Hilfsorganisationen — freigegeben und fügte dem Konflikt damit eine weitere Dimension hinzu, die bis heute kaum mitbetrachtet wird, deren Auswirkungen auf den Konflikt allerdings gravierend sind.

In dieser Größe dürfte dieser Fehler noch nie aufgetreten sein und muss für zukünftige Konflikte sehr genau analysiert werden.

Fehler Nummer drei

Es gab von Anfang an Einzelinteressen — man kann das gestrige Statement von Joe Biden als Beweis nehmen — aber niemals eine abgestimmte politische und schon gar keine militärpolitische Strategie. So war von Anfang an nicht klar und nicht dokumentiert, was man im afghanischen Kriegsschauplatz zusammen erreichen wollte.

Um gleich meine idealistischen Leser zu enttäuschen: Brunnen zu bohren und Mädchenschulen zu eröffnen gehören nicht mit dazu. Dies könnte nur der Fall sein, wenn sie als Unterpunkte in einem operativen Gesamtkonzept, als für den militärischen Gesamterfolg notwendig, mit aufgeführt werden würden.

So kam es in Afghanistan zu einem bombastischen Mission Creep, wo jeder der wollte, sich eigene Ziele setzen konnte, die meist überhaupt nichts mit der Kriegssituation oder der Lage, geschweige denn mit den Interessen der afghanischen Bevölkerung, zu tun hatten.

Das Tragische dabei ist, dass die Zielerreichung, dieser meist völlig überflüssigen und zudem oftmals fatalen Ideen und Hirngespinsten, alleine den Streitkräften vor Ort aufgebürdet wurde und sie dafür für den Einsatz notwendige Ressourcen und Zeit zweckentfremden mussten.

Kurz und gut: ohne eine Strategie kann diese auch nicht für einen Kriegsschauplatz operationalisiert und damit auch nicht für die taktischen Ebenen umgesetzt werden. Damit war von Anfang an klar, dass alle dort eingesetzten Soldaten „nur verheizt“ wurden und verantwortliche militärische Führer — da kein Auftrag, politisches Geblubber zählt im „Ernstfall“ nicht, vorhanden — alles daran setzten, dass möglichst alle eigenen Soldaten wieder gesund nach Hause kamen.

Fehler Nummer vier

Da es keine Strategie gab noch gibt — nehmen wir das gestrige Statement von Joe Biden wieder als Beweis — , weiß man eigentlich nicht, wann man „gewonnen“ oder „verloren“ hat, auch nicht, wie man dann am besten wieder nach Hause kommt. Und schon gar nicht, was aus den Bevölkerungen wird, die man über Jahre hinweg belästigt, belogen oder gar bekämpft hat.

Die irrsinnige Vorstellung, diese jetzt für ihr Ungemach nach Europa oder den USA umsiedeln zu wollen, ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass man nach gut 20 Jahren immer noch nicht weiß, was man überhaupt macht, geschweige denn will!

Fehler Nummer fünf

Wir, vor allem unsere Politiker, sind immer noch fest davon überzeugt, dass wir alles richtig gemacht haben und richtig machen. Am deutschen Wesen wird die Welt weiterhin genesen.

Wir werden das Ganze auch niemals analysieren oder gar aufarbeiten. Alle maßgeblich Beteiligten sind Helden und die Opfer einfach nur „überflüssige“ Menschen, die selber an ihrem Schicksal Schuld sind.

Und sollte jemals ein Verantwortlicher in Verantwortung genommen werden — was bei all den Toten und Verstümmelten sowie auch den Unsummen verschwendeter Steuergelder wünschenswert wäre –, dann ist schon jetzt klar, dass die Schuldigen aus dem Ausland kommen — das steht so im Grundgesetz und darf nicht angezweifelt werden!

(Bin mal gespannt darauf, wer jetzt nachschaut.)

„Die größte Leistung besteht darin, den Feind ohne Kampf zu besiegen.“

Sunzi, Die Kunst des Krieges