Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

4.5.02021 5 (1)

Ehe 2.0

Die Überraschung des Tages dürfte von Bill und Melinda Gates kommen, eigentlich von einem echten Traumpaar. Über die Trennungsgründe lässt sich nur spekulieren, denn die beiden hatten nun wirklich alles, was man sich nur erträumen kann. Aber vielleicht ist das genau der wahre Trennungsgrund: sie hatten zuletzt keine gemeinsamen Träume mehr.

Weltraumbahnhof

Andere wiederum träumen von einem deutschen Weltraumbahnhof, wie eins der Gröfaz, und vergessen ganz dabei, dass Deutschland nicht in Äquatornähe liegt, was einen solchen Bahnhof erst wirtschaftlich sinnvoll machen würde. Da diese Träumer aber immer das Geld anderer ausgeben, werden sie solche profanen Erkenntnisse kaum beeindrucken, und die späteren Profiteure applaudieren bereits ganz gewaltig.

Raumstation

Die Chinesen bauen inzwischen ohne großes Aufsehen und vorheriges Trara an einer eigenen Raumstation. Wenn wir Europäer auf gemeinsame Ziele fokussiert zusammenarbeiten würden, anstatt Nationalismen zu frönen und uns gegenseitig neiderfüllt das Leben schwer zu machen, könnten wir schon längst — und dies zusammen mit anderen, z. B. Japan und USA — moderne Raumstationen haben, die die Welt insgesamt weiterbringen.


Treppenhaus

Ebenengerecht 4.9 (9)

Beitragsfoto: Treppenhaus | © Pixabay

Informationen

Gerade heutzutage ist jede Information frei verfügbar; man muss nur drei Dinge wissen; erstens, dass es sie gibt, zweitens, wo sie zu finden ist und drittens, wie man an sie herankommt.

Aber nicht jede Information ist auch für einen selbst bestimmt oder gar von eigenem Interesse, und wenn doch, dann oftmals in solch einer Art und Weise sowie Menge vorhanden, dass man sie kaum bis überhaupt nicht verstehen bzw. verarbeiten kann. Selbst die auf jeden und beständig hereinbrechende Informationsflut ist viel zu groß, um überhaupt nur das Interessantestes herausfiltern oder gar verarbeiten zu können.

Jeder von uns entwickelt deshalb seine eigenen Filter, um möglichst die für ihn relevantesten Informationen zu erhaschen. Und jeder, der selbst versucht Informationen an den Mann zu bringen, merkt schnell, wie schwer dies ist. Schon alleine die passenden Filter seiner Mitmenschen zu finden ist eine Herkules-, wenn nicht gar eine Sisyphosaufgabe.

Und selbst wenn Sender und Empfänger auf die selben Informationen zurückgreifen wollen, und auch die gleichen Filter benutzen, scheitern viele am Push- oder Pull-Prinzip. Und wenn sie nicht daran scheitern, dann sicherlich an den Informationen, welche über die unterschiedlichen Ebenen hinweg verteilt werden — gerade in Zeiten von E-Mail eine sehr bedenkliche Entwicklung; deren Weiterleitungsfunktion für viele Unternehmen oder Organisationen der eigentliche Grund für ihr Systemversagen.

Organisationsstruktur

Funktioniert der Informationsfluss von „bottom up“, „top down“ oder gar völlig hierarchiefrei? Wobei letzteres dazu führt, dass man nicht von Ebenen sprechen kann und damit ein wesentliches Organisationsinstrument außen vor lässt, was zu ganz eigenen Besonderheiten führt und in diesem Beitrag nicht erörtert werden soll.

Je nach Strukturform, wobei die zentralistischen eher den „top down“- Approach und die föderalistischen eher den „bottom up“-Approach nutzen, muss die Hauptrichtung des Informationsflusses festgelegt werden. Hinzu kommt noch, dass man die Informationsflüsse auch zwischen den gleichwertigen Ebenen regeln muss.

Sobald man weiß, wie die Informationen fließen, kann man sich weiterführende Gedanken machen.

Push-Pull-Prinzip

Am besten kommt man dann zurecht, wenn in die Informationsrichtung das Push-Prinzip gilt und man den folgenden Ebenen das Pull-Prinzip ermöglicht. Sollte die Ebenenanzahl (vertikal als auch horizontal) größer sein, bietet es sich an, dass man die Reichweite beider Prinzipien, ob Push oder Pull grundsätzlich festlegt.

Und damit kommen wir zur Funktionsweise von Ebenen.

Ebenengerecht

Wie bereits erwähnt, der Tod jeder Führungsebene ist das Durchstechen von Informationen, das Übergehen von Ebenen oder, am schlimmsten, die eigene Irrelevanz einer oder mehrerer Ebenen. Jede Ebene hat ihre Funktion und Verantwortlichkeit, sonst ist sie völlig überflüssig — an dieser Stelle setzten früher gerne Beraterfirmen an und kürzten ganze Hierarchien zusammen, und im Falle, dass sie die Unternehmenstruktur nicht verstanden hatten, war es das dann auch für die gesamte Firma oder Organisation.

Kommt eine Information bei einer Ebene per Push-Prinzip an, ist diese auszuwerten und ggf. sind weitere Informationen per Pull-Prinzip einzuholen. Nachdem die Information auf Relevanz für die nächste Ebene überprüft wurde, geht diese per Push-Prinzip dorthin. Im Falle, dass die eingegangene Information mit der weitergegebenen völlig übereinstimmt, sollte man sich spätestens über seine eigene Existenz in der Organisation Gedanken machen.

Dass die Information beim Empfänger auch angekommen ist, merkt man spätestens dann, dass dieser mit dem Pull-Prinzip zusätzliche Informationen einholt.

Need-to-Know | Nice-to-Know

Um seine eigene Ebene nicht ohne notwendigen Grund selbst überflüssig zu machen, sollte man stets darauf achten, keine eingehende E-Mail über die eigene Ebene hinweg weiterzuleiten; und selbst auf der eigenen Ebene sollte man darauf achten, nur nach dem Need-to-know-Prinzip vorzugehen, sonst tritt man digital verstärkt eine Informationslawine los, die oftmals schon heute ganze Unternehmen, Organisationen und Behörden lahmlegt.

Meine diesbezügliche Lieblingserfahrung ist, als ich 2012 in eine sehr langatmige Besprechung gebeten wurde, in der ein Thema heftig debattiert wurde, welches bereits vor Wochen an anderer Stelle erfolgreich abgeschlossen worden war.

„Do not seek for information of which you can make no use.“

Anna C. Brackett, The Technique of Rest (1892: 77)

Fliegende Umschläge

E-Mail-Konten 5 (3)

Beitragsfoto: Fliegende Umschläge | © Gerd Altmann auf Pixabay

Bereits Mitte der 1990er-Jahre dürften die meisten Erwachsenen in der westlichen Welt ein eigenes E-Mail-Konto besessen haben, was von den ursprünglichen Entwicklern so eigentlich nie beabsichtigt war. Heute bekommen die Nutzer diese Konten meist von ihrem Arbeitgeber oder ihrer Telefongesellschaft gestellt, manche, vor allem jüngere Menschen, nutzten auch ganz einfach die internetbasierten Angebote, und ehe man sich versieht, hat man mehr eigene E-Mail-Konten, als man tatsächlich auch sinnvoll nutzen kann.

Sehr schnell nutzten vor allem internetaffine Menschen zusätzlich noch eigene Domains und damit auch ganz eigene E-Mail-Konten und bereicherten damit die E-Mail-Welt ganz gewaltig. Hinzu kommen noch Dienste, die für jede x-beliebige Gelegenheit den Nutzern temporäre E-Mail-Adressen anbieten.

Aber darum soll es in diesem Beitrag gar nicht gehen, sondern darum, wie die E-Mail von Anfang an missbraucht wurden, indem man die E-Mail-Konten und -Programme immer mehr für eine E-Mail-Verwaltung und -Ablage nutzte, was heute sogar dazu führt, dass mancher Provider extra Services anbietet, wie die einer automatischen und angeblich „juristisch“ korrekten „ewigen“ Speicherung aller jemals empfangenen und gesendeten E-Mail — was einzig und alleine eine gewaltige Ressourcen- und Energieverschwendung zum Ergebnis hat.

Dabei sollte man sich doch nochmals daran erinnern, was man mit seinen erhaltenen Briefen, Telegrammen oder Telefaxen früher — und vielleicht auch heute noch — gemacht hat. Die wenigsten unter uns haben dafür ein Ablagesystem entwickelt und über Jahre hinweg unterhalten. Meist dürften es Liebesbriefe gewesen sein, die gebündelt in Schubladen verschwanden und Jahrzehnte später bei den Erben für ein Schmunzeln auf den Lippen sorgten. Manche dieser gesammelten Briefwechsel schafften es gar in Literaturarchive, wie zum Beispiel in das in Marbach am Neckar.

Also, warum soll oder muss man heute jede gesendete oder erhaltene E-Mail — manche speichern sogar die nie versendeten Entwürfe — in seinem Postfach speichern und für die Ewigkeit sichern wollen? Die für eine normales Postfach reservierten 2 GB an Speicherplatz reichen bereits jetzt kaum noch aus, und so werden inzwischen bereits Speicherplätze vorgehalten, die jedes nur erdenkliches Maß weit überschritten haben. Ursache dafür könnte sein, dass viele ihre E-Mail-Programme als Eier legende Wollmilchsäue verwenden und diesbezüglich auch keine Bedenken bei der Speicherung und Weitergabe ihrer ganz persönlichen Daten oder weiterer Geheimnisse und ureigener Ideen ganz zu schweigen von Betriebsgeheimnissen haben.

Dabei wäre es doch so einfach, versandte wie auch erhaltene E-Mail auf ihre Relevanz zu überprüfen und ggf. als eigene Datei in einem Zettelkasten oder einer anderen entsprechenden Ablage zu sichern. Und wenn man dann noch den Mut aufbringt, irrelevante E-Mail auch gleich zu löschen, könnte es durchaus geschehen, dass die eigene Arbeit viel entspannter und vor allem auch besser organisiert ablaufen kann. Ich bin fest davon überzeugt, dass mit einem entsprechenden persönlichen Informationsmanagement die eigene Arbeit viel effizienter und letztendlich auch effektiver vonstattengeht. Durch diesen kleinen Trick spart man sich zudem den ein oder anderen Berater und den Kauf unzähliger Management-Bücher oder online Kurse.

„You are going to be doing a lot of writing. Do it well. Phone calls and Hangouts don’t scale. Face-to-face is expensive for distributed groups and therefore rare. Real-time tools like IRC and Slack disadvantage people in minority timezones. And so, in an online community, your main way to communicate is likely going to be email. Which means you need to be good at it. Take the time to write carefully, fully and precisely. And since text is going to do so much of your communicative heavy lifting, consider being a little more explicit about emotional signal-sending than you might be otherwise. (“I am happy …”, “it is sad …”, “I am grateful.”).“

Sue Gardner, A little guide to working with online communities (21. März 2016)